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MFA LF 6 - Abschließen von Kaufverträgen
Nach vielen Angebotsvergleichen haben Sie sich nun endlich für einen Anbieter Ihrer gewünschten Produkte entschieden. Sie wollen mit dem Lieferanten nun endlich einen Kaufvertrag abschließen. Vorher müssen Sie sich jedoch mit der Theorie zum Abschluss von Verträgen vertraut machen.
Einseitige Rechtsgeschäfte:
Zwei oder mehrseitige Rechtsgeschäfte:
Empfangsbedürftig:
Nicht empfangsbedürftig:
Einseitig verpflichtend:
Zweiseitig verpflichtend:
Ausdrückliche Erklärung
Schlüssige
Handlung
Schweigen
(Ausnahme)
Bei Willenserklärungen besteht grundsätzlich Formfreiheit, um den Rechtsverkehr nicht durch Formerfordernisse zu verlangsamen. Um übereilte Vertragssschlüsse mit ungewollten rechtlichen Folgen zu vermeiden, wurde für bestimmte Vertragsarten ein Formzwang festgelegt.
Wird die vorgeschriebene Form nicht eingehalten, so ist das Rechtsgeschäft nichtig.
Es gibt Willensklärungen, die mit einem solchen Mangel behaftet sind, dass sie von Anfang an ungültig sind. Das Rechtsgeschäft ist dann nichtig. Manche Rechtsgeschäfte sind zunächst gültig, können aber durch Anfechtung für nichtig erklärt werden.
Gründe für die Nichtigkeit eines Rechtsgeschäftes
Gründe für die Anfechtbarkeit eines Rechtsgeschäftes
Mangel in der Geschäftsfähigkeit:
Irrtum:
Mangel im Willen, das Rechtsgeschäft abzuschließen:
Arglistige Täuschung:
Der Inhalt des Vertrages verstößt gegen ein Gesetz oder gute Sitten:
Widerrechtliche Drohung:
Fehler in der Vertragsform:
Erst durch Anfechtung nichtig!
= ein auf den _________________________________________________________ gerichteter zweiseitiger Vertrag
Abschluss und Erfüllung
Der Abschluss von Kaufverträgen erfolgt durch und .
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Antrag durch den (Angebot) und Annahme durch den Käufer ( )
- durch den Käufer (Bestellung) und Annahme durch den Verkäufer ( )
Pflichten des Verkäufers sind:
-->
-->
Pflichten des Käufers sind:
-->
-->
Verpflichtungsgeschäft:
(Schließen eines Kaufvertrages)
Erfüllungsgeschäft:
Die im Kaufvertrag entstandenen Schuldverhältnisse (Verpflichtungen) erlöschen, wenn die geschuldeten Leistungen erfolgt sind.
Eigentumsübertragung erfolgt durch und . Mit Übergabe der Sache wird der Käufer in den meisten Fällen sowohl
Besitz:
Eigentum:
(z. B. Grundstücke, Häuser, Wohnungen) können nicht übergeben werden. Die Übertragung erfolgt durch
Oftmals erfolgt die durch den Verkäufer vor der durch den Käufer.
Beim Eigentumsvorbehalt wird vertraglich (etwa durch AGB) vereinbart, dass die erst nach vollständiger Kaufpreiszahlung das wechselt.
Beispiel:
Die A-AG veräußert Textilien an die B-GmbH unter Eigentumsvorbehalt. Die B-GmbH zahlt den Kaufpreis nicht und wird zahlungsunfähig. Die A-AG kann nun den Rücktritt erklären und die Textilien herausverlangen, da diese noch in ihrem Eigentum stehen. Ohne den Eigentumsvorbehalt hätte sie nur einen Anspruch auf den Kaufpreis, der jedoch wirtschaftlich wertlos ist, weil er tatsächlich nicht realisiert werden kann. Durch die Rücktrittserklärung wird das Recht zum Besitz für den Käufer beseitigt, sodass der Herausgabeanspruch greift.
Es gibt verschiedene Arten von Kaufverträgen, welche man ich unterschiedliche Kategorien einordnen kann.
Man unterscheidet Kaufverträge
- nach Warenart und Güte
- nach Stellung der Vertragspartner
- nach Zahlungsbedingungen
- nach Lieferzeit
Ein Kaufvertrag kommt durch zwei , und zustande.
Beispiele:
a) Eine Privatperson bietet ein gebrauchtes Fahrrad für 120 Euro an. Der Käufer erklärt „Ich kaufe es für 120 Euro.“
--> Zustandekommen?
b) Ein Online-Shop bietet ein Smartphone für 399 Euro an. Der Kunde bestätigt die Bestellung durch „Kaufen“ und wählt die Zahlungsart Kreditkarte.
--> Zustandekommen?
c) Widerruf bei Fernabsatz:
Der Käufer kauft ein Software-Abo, nutzt es 7 Tage; nach Prüfung widerruft er im 14-Tage-Fenster.
--> Zustandekommen?
1.
2.
(z. B. E-Mail im Spam-Ordner verloren).
3.
Die Erfüllung eines Kaufvertrages kann durch verschiedene Faktoren sowohl von der Seite des Verkäufers, als auch von der Seite des Käufers gestört sein.
Erfüllungsgeschäft ist gestört durch
Verkäufer
Käufer
Schlechtleistung (mangelhafte Lieferung)
Nicht-Rechtzeitig-Leistung
Gläubigerverzug (Annahmeverzug)
Nicht-Rechtzeitig-Lieferung
Nicht-Rechtzeitig-Zahlung
Der Verkäufer hat die Pflicht, die Ware mängelfrei zu liefern. Man unterscheidet mehrere Mängel, die alle gleichrangig
sind.
Mangel
Beispiel
Ware in falscher Farbe geliefert; Rezeption ohne Hängeregistratur (Ware ist nicht für vereinbarte Verwendung geeignet).
Der Verkäufer ist nicht der Eigentümer.
Sterilisator funktioniert nicht; neue Rezeption hat einen Kratzer.
Es wurde die falsche Menge geliefert (1kg statt 10 kg).
Mit der Software können bestimmte Funktionen, die in der Werbung angegeben sind, nicht ausgeführt werden.
Der Verkäufer hat die Ware falsch zusammengebaut (z. B. Registratur in der Schublade falsch montiert).
Die Ware kann vom Kunden nicht nach der Anleitung zusammengebaut werden.
Liegt einer der Mängel vor, ist der Betroffene (Käufer) durch folgende gesetzliche Rechte abgesichert:
Der Verkäufer kann die verweigern, wenn ihm dadurch im Verhältnis zur zu hohe entstehen. Gelingen dem Verkäufer nicht, gilt die Nacherfüllung als (gilt auch für geringfügige Mängel an Sachen). Diese Rechte hat der Käufer unabhängig vom des Verkäufers.
Kann dem Verkäufer ein angelastet werden, hat der Käufer zusätzlich das Recht auf .
Ist dem Verkäufer eine angemessene gesetzt worden, hat der Käufer weitere Rechte. Das Setzen einer Nachfrist kann in folgenden Fällen entfallen:
-
-
-
(z. B. bei Fixkäufen - fest vereinbarte Lieferfrist)
Recht auf Nacherfüllung (sofort):
Nachbesserung
Neulieferung
Schadensersatz neben der Leistung (sofort)
Mögliche Rechte nach angemessener Nachfrist sind:
-
(Zurückgabe des Kaufgegenstandes und Erstattung des Kaufpreises)
- (Käufer behält die Ware und erhält Preisnachlass)
- (möglich neben Rücktritt und Minderung wenn den Verkäufer ein trifft, nicht bei geringfügigen Mängeln)
- (Aufwendungen, die der Käufer im Hinblick auf den getätigt hat, nicht bei geringfügigen Mängeln)
Um die Rechte aufgrund eines geltend zu machen, muss der Käufer die Mängel , am besten .
der Käufer, heißt das, dass er die Lieferung . Daher muss er die Ware .
Die regelmäßige kaufrechtliche Verjährung beträgt . Der Käufer hat somit zwei Jahre Zeit, einen . Die Frist beginnt mit dem der Ware. Man spricht hier auch von . Bei Mängeln (Mängel werden vom Verkäufer geheim gehalten) verlängert sich die Verjährung auf . Die Frist beginnt jedoch erst mit dem , in dem der Käufer Kenntnis von dem Mangel erhält. Bei Bauwerksmängeln ist eine Frist von festgelegt.
Rechte sofort (vorrangig)
Rechte mit Nachfrist (nachrangig)
Bearbeiten Sie zur Wiederholung der Kaufvertragsstörungen die Fragen in Quiz Academy.
Am Kauf ist ein Verbraucher (kein Unternehmer) als Käufer beteiligt.
Eingeschränkte Vertragsfreiheit: Dies bedeutet, dass alle Regeln des einzuhalten sind (z.B. Gewährleistungsfristen) und nicht zulasten des Verbrauchers von den abgewichen werden darf. Eine Ausnahme bildet der Kauf . Hier darf die Gewährleistungsfrist auf verkürzt werden.
Beweislastumkehr: Werden Mängel an einer Sache in den ersten nach Kauf entdeckt, wird vermutet, dass sie bereits beim bestanden. Der Verkäufer muss , dass dies nicht zutraf.
Verursacherregress: Wenn ein Verbraucher kurz vor Ablauf der Frist einen Mangel beim Händler reklamiert, kann der Händler diesen Mangel auch nach Ablauf der Frist bei seinem reklamieren.
Tritt die Arztpraxis als Käufer gegenüber dem Praxisausstatter auf, wird sie zwar als Unternehmen gesehen, aber die Ärztin/ der Arzt ist kein Kaufmann. Es gelten die gleichen Rechte wie beim Verbrauchsgüterkauf!
Unterschied zum zweiseitigen Handelskauf:
Alle gesetzlichen Bestimmungen können vereinbart werden ( ). Liegen keine Vereinbarungen vor, dann gelten die Bestimmungen des . Außerdem gelten für Kaufleute die Bestimmungen des . Beispielsweise müssen sie Mängel reklamieren.
bei neuer Ware
bei gebrauchter Ware
offene Mängel
versteckte Mängel
Die Praxis Frau Dr. Müller hat für die Küche einen neuen größeren Kühlschrank bestellt. Er sollte laut Kaufvertrag am 1. Juni geliefert werden. Leider ist der Kühlschrank an diesem Tag nicht geliefert worden. Der Fachhändler hat sich auch nicht gemeldet. Frau Dr. Müller ruft beim Fachhändler an und erfährt,
dass der Kühlschrank nicht mehr in den Lieferwagen passte und deshalb nicht geliefert werden konnte.
Frau Dr. Müller kann eine setzen und auf die bestehen. Sie könnte auch verlangen, weil evtl. Lebensmittel verdorben sind. Der Fachhändler verspricht die Lieferung für den nächsten Tag. Frau Dr. Müller ist einverstanden. Aber auch am 2. Juni wird der Kühlschrank nicht geliefert. Frau Dr. Müller telefoniert wieder und erfährt, dass der Kühlschrank beim Hineinheben in den Lieferwagen heruntergefallen ist und deshalb kaputt gegangen ist. Frau Dr. Müller ist verärgert. Welche Möglichkeiten hat Frau Dr. Müller jetzt?
Sie kann vom Kaufvertrag . Sie könnte auch zusätzlich verlangen.
AGB sind alle für eine Vielzahl von , die eine Vertragspartei ( ) der anderen Vertragspartei bei des Vertrages stellt (§ 305 (1) BGB).

Warum gibt es AGB?
--> zur und des Geschäftsverkehrs
--> oder Gesetzesrecht
Merkmale der AGB:
--> wird beabsichtigt
-->
--> (einseitig zur Bedingung für den Vertragsabschluss gemacht, kein Verhandeln möglich)
Einbeziehungsvoraussetzungen:
Einbezug der AGB muss vertraglich vereinbart sein
--> (auch bei flüchtiger Betrachtung nicht zu übersehen)
--> (Textform und mühelos lesbar, groß und übersichtlich geschrieben)
--> durch des Vertragspartners mit Geltung der AGB
dürfen kein Vertragsbestandteil sein!
zwischen den Vertragspartnern haben vor den AGB!

Bei Verträgen mit Gewerbetreibenden und freiberuflich Tätigen ist ausreichend, dass der Kunde die Einbeziehungsabsicht von AGB seitens des Vertragspartners erkennen kann und dem nicht widerspricht. Aus Gründen der Rechtssicherheit ist jedoch auch hier ein ausdrücklicher Hinweis auf die AGB-Verwendung empfehlenswert.
Inhalt der AGB
Rechtsfolgen der Unwirksamkeit von Klauseln
Bei von AGB-Klauseln bleibt Vertrag im übrigen (§ 306 BGB).
Stattdessen richtet sich der Inhalt des Vertrags nach den .
(1) Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind unwirksam, wenn sie den Vertragspartner des Verwenders entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen. Eine unangemessene Benachteiligung kann sich auch daraus ergeben, dass die Bestimmung nicht klar und verständlich ist.
1. Nachträgliche kurzfristige Preiserhöhungen (binnen vier Monaten nach Vertragsabschluss),
2. Verkürzung der gesetzlichen Gewährleistungsfristen,
3. Rücktrittsvorbehalte des Verkäufers (Der Verkäufer behält sich vor, die versprochene Leistung zu ändern oder von ihr abzuweichen.)
4. Ausschluss der Haftung des Verkäufers bei grobem Verschulden
5. Unangemessen lange Lieferfristen
6. Ausschluss von Reklamationsrechten (Der Lieferer darf die gesetzlichen Gewährleistungsrechte des Käufers nicht vollständig ausschließen. Der Käufer muss mindestens ein Recht auf Nachbesserung oder Ersatzlieferung behalten)
7. Ausschluss der Verpflichtung des Verkäufers Aufwendungen zu tragen, die für die Nacherfüllung erforderlich sind (Transport-, Wege-, Arbeits-, Materialkosten)
8. Beschneidung von Kundenrechten bei verspäteter Lieferung.

Der Verkäufer kommt in Lieferungsverzug, wenn er schuldhaft nicht rechtzeitig liefert.
Schuldhaft bedeutet, dass er oder nicht liefern kann, z.B.:
- Ein Angestellter hat
- Der Verkäufer will den Käufer
Nicht schuldhaft bedeutet, dass (z.B. ) die rechtzeitige Lieferung behindert.
Fälligkeit einer Lieferung:
Kaufvertrag mit Lieferdatum
Kaufvertrag ohne Lieferdatum
Beispiel
30.07.2024,
14 Tage nach Auftragsbestätigung
sofort, so schnell wie möglich
Fälligkeit
an diesem Tag
-
Lieferungs-verzug
ab dem nächsten Tag
erst durch Mahnung des Käufers
Rechte des Käufers:
Sofort:
- weiterhin auf die bestehen
- (Verzögerungsschaden) > nur möglich, wenn den Verkäufer ein trifft und ein entstanden ist
Mit angemessener Nachfrist (entfällt bei Fixkauf):
- (Nichterfüllungsschaden) (nur bei Verschulden des Verkäufers)
- und vom Vertrag

Der Käufer ist verpflichtet, die erhaltene Ware zu . Zahlungsverzug tritt ein, wenn er nicht rechtzeitig bezahlt. Diese Bestimmungen gelten auch für die durch Patienten. Liegt Zahlungsverzug vor, muss der Verkäufer durch geschützt werden.

Rechte des Verkäufers sofort:
- auf die oder
- verlangen (Verzögerungsschaden) > Zahlung von
Rechte der Verkäufers nach angemessener Nachfrist:
- vom Vertrag und
- (Nichterfüllungsschaden)
(Nur bei Verschulden des Käufers)
- oder Ersatz
Nachfrist kann entfallen, wenn...
- der Käufer angibt, dass er
- Zahlungstermine (Fixgeschäft) genannt werden.
Zahlungsverzug - und nun?
Zuerst sollte versucht werden, auf
zur Zahlung zu kommen.
Führt dies zu keinem Erfolg, kommt es zum .
5 % über dem Basiszinssatz der EZB (Europäische Zentralbank)
9 % über dem Basiszinssatz der EZB beim Kauf zwischen Unternehmern , z. B. zwischen Arzt und Labor
Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids beim Amtsgericht
Falls der Schuldner nicht widerspricht, folgt ein Vollstreckungsbescheid
Gerichtsvollzieher kann Zahlung erzwingen

Wird die richtige, mängelfreie Ware am zur geliefert und der Käufer nimmt sie nicht an, kommt er in .
Der Verkäufer wird beim Annahmeverzug durch verschiedene Rechte geschützt.
Er darf...
- , wenn er problemlos einen anderen Käufer findet
- (auf Kosten des Käufers) und auf Abnahme klagen
- (Selbsthilfeverkauf) (Käufer muss Kosten und Differenzbetrag übernehmen)
Ihre Praxis hat bei einem Onlineauktionshaus eine große Menge Handtücher ersteigert. Sie wählen als Zahlungsmöglichkeit den Versand per Nachnahme (Zug-um-Zug-Geschäft). Bei der Lieferung der Ware ist die Kollegin, die die Ware für die Praxis ersteigert hat, nicht da. Sie wollen die Ware zwar annehmen, aber noch nicht bezahlen. Ihre Praxis gerät sofort in Annahmeverzug.
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