• Kursarbeit Deutsch
  • anonym
  • 30.06.2020
  • Deutsch
  • 11
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  • Kursarbeit Deutsch

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    Legen Sie das Literaturverständnis Büchners im Vergleich zu klassischen Dichtern dar.
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    Ordnen Sie Heinrich Heine literaturgeschichtlich (exakt) und bezugnehmend auf das folgende Gedicht (M1) ein! Führen Sie seine Eigenheiten auf (Textnachweise) und formulieren Sie die Intention!
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    Literaturarbeit zum Woyzeck
    • Vergleichen Sie das Grimmsche Märchen Die sieben Raben (M3) mit der Geschichte der Großmutter aus der 19. Szene (M2) des Woyzeck-Dramas!

    • Welche Funktion hat diese Geschichte im Stück/ im Handlungsverlauf? Begründen Sie mit Textbelegen!
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    Rechtschreibung/ Stil
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    Das Fräulein stand am Meere





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    Das Fräulein stand am Meere

    Und seufzte lang und bang,

    Es rührte sie so sehre

    Der Sonnenuntergang.

    Mein Fräulein! Sei'n Sie munter,

    Das ist ein altes Stück;

    Hier vorne geht sie unter

    Und kehrt von hinten zurück.

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    Das Fräulein stand am Meere

    Das Fräulein stand am Meere

    Und seufzte lang und bang,

    Es rührte sie so sehre

    Der Sonnenuntergang.

    Mein Fräulein! Sei'n Sie munter,

    Das ist ein altes Stück;

    Hier vorne geht sie unter

    Und kehrt von hinten zurück.

    H. Heine
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    19. Szene: Marie mit Mädchen vor der Haustür





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    Grossmutter: Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter  war alles todt und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat greint Tag und Nacht. Und wie auf die Erd niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam, war’s eine verwelckte Sonneblume und wie’s zu den Sterne kam, warens klein goldne Mücke, die waren angesteckt wie der Neuntödter sie auf die Schlehe steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und grent und da sitzt es noch und ist ganz allein.

    Woyzeck: Marie!

    Marie (erschreckt): Was is?

    Woyzeck: Marie, wir wollen gehn. 's is Zeit.

    Marie: Wohin?

    Woyzeck: Weiß ich's?

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    19. Szene: Marie mit Mädchen vor der Haustür

    Grossmutter: Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter  war alles todt und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat greint Tag und Nacht. Und wie auf die Erd niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam, war’s eine verwelckte Sonneblume und wie’s zu den Sterne kam, warens klein goldne Mücke, die waren angesteckt wie der Neuntödter sie auf die Schlehe steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und grent und da sitzt es noch und ist ganz allein.

    Woyzeck: Marie!

    Marie (erschreckt): Was is?

    Woyzeck: Marie, wir wollen gehn. 's is Zeit.

    Marie: Wohin?

    Woyzeck: Weiß ich's?

    Georg Büchner, Woyzeck, Reclam Universal-Bibliothek Stuttgart 2005. S.32f.
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    Die sieben Raben





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    Als einer Familie endlich nach sieben Söhnen das heiß ersehnte Töchterchen geboren wird, muss es wegen seiner Schwäche notgetauft werden. Den Brüdern, die das Taufwasser vom Brunnen holen sollen, fällt der Krug in den Brunnen. Da sie so lange ausbleiben, verwünscht sie der Vater zu Raben. Sie fliegen in die weite Welt davon. Das Mädchen hört von Nachbarn, dass es sieben Brüder gehabt hat und dass es an ihrem Tod schuld sei. Die Eltern erzählen ihm schließlich, was bei ihrer Geburt vorgefallen ist.

    Allein das Mädchen machte sich täglich ein Gewissen daraus und glaubte, es müsste seine Geschwister wieder erlösen. Es hatte nicht Ruhe und Rast, bis es sich heimlich aufmachte und in die weite Welt ging, seine Brüder irgendwo aufzuspüren und zu befreien, es möchte kosten, was es wollte. Es nahm nichts mit sich als ein Ringlein von seinen Eltern zum Andenken, einen Laib Brot für den Hunger, ein Krüglein Wasser für den Durst und ein Stühlchen für die Müdigkeit.

    Nun ging es immer zu, weit weit, bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und fürchterlich und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war zu kalt und auch grausig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er: »ich rieche, rieche Menschenfleisch.« Da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder saß auf seinem besondern Stühlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen (Knöchelchen) und sprach: »wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen, und in dem Glasberg, da sind deine Brüder.«

    Das Mädchen nimmt das Knöchelchen und wickelt es in ein Tuch. Doch es verliert das Hinkelbeinchen und muss sich einen Finger abschneiden, um die Tür zum Glasberg aufschließen zu können. Einem Zwerglein erzählt es, dass es sieben Brüder, die Raben, suche. Es erfährt, dass sie bald nach Hause kämen. Als der Zwerg den Tisch deckt, trinkt das Schwesterchen aus jedem Becherchen etwas und lässt in das letzte das Ringlein von seinen Eltern fallen.

    Auf einmal hörte es in der Luft ein Geschwirr und ein Geweh; da sprach das Zwerglein: »jetzt kommen die Herren Raben heimgeflogen.« Da kamen sie, wollten essen und trinken und suchten ihre Tellerchen und Becherchen. Da sprach einer nach dem andern: »wer hat von meinem Tellerchen gegessen? wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen.« Und wie der siebente auf den Grund des Bechers kam, rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, dass es ein Ring von Vater und Mutter war, und sprach: »Gott gebe, unser Schwesterlein wäre da, so wären wir erlöst.« Wie das Mädchen, das hinter der Türe stand und lauschte, den Wunsch hörte, so trat es hervor, und da bekamen alle die Raben ihre menschliche Gestalt wieder. Und sie herzten und küssten einander und zogen fröhlich heim.

    Zusammenfassungen: Rainer Werner

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    Die sieben Raben

    Als einer Familie endlich nach sieben Söhnen das heiß ersehnte Töchterchen geboren wird, muss es wegen seiner Schwäche notgetauft werden. Den Brüdern, die das Taufwasser vom Brunnen holen sollen, fällt der Krug in den Brunnen. Da sie so lange ausbleiben, verwünscht sie der Vater zu Raben. Sie fliegen in die weite Welt davon. Das Mädchen hört von Nachbarn, dass es sieben Brüder gehabt hat und dass es an ihrem Tod schuld sei. Die Eltern erzählen ihm schließlich, was bei ihrer Geburt vorgefallen ist.

    Allein das Mädchen machte sich täglich ein Gewissen daraus und glaubte, es müsste seine Geschwister wieder erlösen. Es hatte nicht Ruhe und Rast, bis es sich heimlich aufmachte und in die weite Welt ging, seine Brüder irgendwo aufzuspüren und zu befreien, es möchte kosten, was es wollte. Es nahm nichts mit sich als ein Ringlein von seinen Eltern zum Andenken, einen Laib Brot für den Hunger, ein Krüglein Wasser für den Durst und ein Stühlchen für die Müdigkeit.

    Nun ging es immer zu, weit weit, bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und fürchterlich und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war zu kalt und auch grausig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er: »ich rieche, rieche Menschenfleisch.« Da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder saß auf seinem besondern Stühlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen (Knöchelchen) und sprach: »wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen, und in dem Glasberg, da sind deine Brüder.«

    Das Mädchen nimmt das Knöchelchen und wickelt es in ein Tuch. Doch es verliert das Hinkelbeinchen und muss sich einen Finger abschneiden, um die Tür zum Glasberg aufschließen zu können. Einem Zwerglein erzählt es, dass es sieben Brüder, die Raben, suche. Es erfährt, dass sie bald nach Hause kämen. Als der Zwerg den Tisch deckt, trinkt das Schwesterchen aus jedem Becherchen etwas und lässt in das letzte das Ringlein von seinen Eltern fallen.

    Auf einmal hörte es in der Luft ein Geschwirr und ein Geweh; da sprach das Zwerglein: »jetzt kommen die Herren Raben heimgeflogen.« Da kamen sie, wollten essen und trinken und suchten ihre Tellerchen und Becherchen. Da sprach einer nach dem andern: »wer hat von meinem Tellerchen gegessen? wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen.« Und wie der siebente auf den Grund des Bechers kam, rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, dass es ein Ring von Vater und Mutter war, und sprach: »Gott gebe, unser Schwesterlein wäre da, so wären wir erlöst.« Wie das Mädchen, das hinter der Türe stand und lauschte, den Wunsch hörte, so trat es hervor, und da bekamen alle die Raben ihre menschliche Gestalt wieder. Und sie herzten und küssten einander und zogen fröhlich heim.

    Zusammenfassungen: Rainer Werner

    Aus: Märchen der Brüder Grimm, München 1937, S. 172 ff.
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    Unterschrift