• Machtblöcke der Welt nach 1945
  • anonym
  • 30.06.2020
  • Geschichte
  • 9
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  • M1: Machtblöcke in der Welt nach 1945

    Die sowjetische Expansion


    Schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zu immer stärkeren Spannungen zwischen den siegreichen Großmächten: der UdSSR auf der einen Seite und den westlichen Alliierten, besonders den USA, auf der anderen. Der Grund war das immer unverhülltere Macht- und Ausdehnungsstreben der Sowjetunion unter Stalin, dem sich die Westmächte schließlich entgegenstellten.
    Nach der Niederlage der deutschen Wehrmacht waren die sowjetischen Armeen bis über die Elbe-Saale-Donau Linie vorgedrungen. Die russischen Besatzungen setzten in Bulgarien, Rumänien, Polen und Ungarn kommunistische Regierungen ein, die von der Sowjetunion völlig abhängig waren. Demokratische Parteien wurden gezwungen, mit den Kommunisten zusammenzugehen, unliebsame Politiker verhaftet oder umgebracht. Auch in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands, der späteren DDR, vollzog sich diese Entwicklung, und in der Tschechoslowakei bewirkte ein kommunistischer Staatsstreich das gleiche. Lediglich Jugoslawien unter der Führung seines Staatspräsidenten Tito konnte einen eigenen, national-kommunistischen Kurs - unabhängig von Stalin -- steuern.


    Es entstand ein Gürtel abhängiger Satellitenstaaten, der
    ein russisches Vorfeld gegenüber dem Westen bildete.

    Der Eiserne Vorhang


    So bahnte sich bereits 1945 die Spaltung Europas in eine westliche und eine östliche Hälfe an. Entgegen früheren Zusagen wurden die Westmächte von allem Einfluss auf sowjetisch besetzte Gebiete ausgeschlossen. Der ehemalige Premierminister Churchill verglich daher 1946 die Westgrenze des sowjetischen Einflussbereiches mit einem Eisernen Vorhang, hinter dem die Völker ihre Selbstständigkeit und jede Möglichkeit einer demokratischen Verfassung zunehmend einbüßten.

    Die Politik der Eindämmung durch die USA


    Bei den Westmächten war man betroffen, dass in den osteuropäischen Staaten keine Demokratien, sondern Diktaturen entstanden. Zudem war es Besorgnis erregend, dass die Sowjets nach weiteren Einflusszonen strebten: in Griechenland, wo bald ein Bürgerkrieg ausbrach, in der Türkei, die die Dardanellen (Meerenge) für russische Kriegsschiffe öffnen sollte, oder im Iran mit seinen reichen Erdölvorkommen.
    Angesichts dieser Bedrohungen entschloss sich die USA zu Gegenmaßnahmen. Der amerikanische Präsident Truman verkündete im März 1947 die Bereitschaft der USA, den noch freien Völkern beizustehen. Sein Minister Marshall entwarf ein wirtschaftliches Hilfsprogramm für ganz Europa, den Marshall-Plan.
    Von nun an versuchten beide Seiten, durch wirtschaftlichen Druck und militärische Einschüchterung zum Ziele zu kommen. Direkte Waffengewalt wurde vermieden. Für diese Taktik kam bald die Bezeichnung Kalter Krieg auf.