• Emser Depesche (1870)
  • anonym
  • 30.06.2020
  • Geschichte
  • 12
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  • Die Emser Depesche - Fake News von damals?

    1. Die Vorgeschichte: 1860er Jahre

    Die 1860er Jahre waren eine prägende Zeit für die Entstehung des Deutschen Kaiserreichs. Was passierte in diesem Zeitraum? Welche Absichten und Hintergründe führten zum Deutsch-Französischen Krieg und was ist die Emser Depesche?

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    Informieren Sie sich zu den Ereignissen der 1860er mithilfe der Videos M1 und M2.

    M1 Video - Weg zum Deutschen Kaiserreich
    https://t1p.de/252a

    M2 Video - Deutsch-Französischer Krieg

    https:\/\/t1p.de\/pnxq

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    Ergänzen Sie den Lückentext M3 zu den Beziehungen und außen-poltischen Zielen der verschiedenen Akteure im Europa der 1860er Jahre.

    M3 Lückentext
    https://t1p.de/be5d

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    Erstellen Sie ein Schaubild zum Beziehungsgefüge zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich vor 1870. Nutzen Sie dafür die Bilder der abgebildeten Personen und gehen Sie auf ihre Absichten/Positionen, die Beziehungen untereinander, Verwandtschaftsverhältnis u.ä. ein.
    Arbeiten Sie mit der Anwendung M4.

    www.awwapp.com

    M4 Anwendung Schaubild

    Leopold von Hohenzollern
    https://t1p.de/xboy

    Napoleon III.
    https://t1p.de/1vvx

    Otto von Bismarck
    https://t1p.de/tn63

  • 2. Kriegserklärung per Telegramm? - Die Emser Depesche

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    Lesen Sie die beiden Textquellen Q1 und Q2. Vergleichen Sie diese anschließend, indem Sie Ihren ersten Leseeindruck/die Wirkungsweise formulieren, wesentliche vorgenommene Veränderungen benennen und die Absichten der Autoren herausarbeiten

    Sichern Sie das Ergebnis des Quellenvergleichs mithilfe der Tabelle im beigefügten Word-Dokument und konvertieren Sie dieses anschließend in eine PDF-Datei.

    Ems, den 13. Juli 1870.

    Seine Majestät der König schreibt mir:

    "Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies ihn, zuletzt etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagement nicht nehmen dürfe, noch könne. – Natürlich sagte ich ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, daß mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei."

    Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen. Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihn nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.

    Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unseren Gesandten als in der Presse mitgeteilt werden sollte?

    Q1 - Telegramm des Geheimrats Heinrich Abeken an den Bundeskanzler Graf von Bismarck. Vom 13. Juli 1870.





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    Q1 - Telegramm des Geheimrats Heinrich Abeken an den Bundeskanzler Graf von Bismarck. Vom 13. Juli 1870.

    Ems, den 13. Juli 1870.

    Seine Majestät der König schreibt mir:

    "Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies ihn, zuletzt etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagement nicht nehmen dürfe, noch könne. – Natürlich sagte ich ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, daß mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei."

    Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen. Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihn nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.

    Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unseren Gesandten als in der Presse mitgeteilt werden sollte?

    Berlin, den 13. Juli 1870.

    [zur Station: 11.15 nachm.]

    Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der französische Botschafter in Ems an Seine Majestät den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.

    Seine Majestät der König hat es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.

    Q2 - Vom Bundeskanzler Graf von Bismarck redigierte Pressefassung des Abekenschen Telegramms aus Ems. Vom 13. Juli 1870.





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    Q2 - Vom Bundeskanzler Graf von Bismarck redigierte Pressefassung des Abekenschen Telegramms aus Ems. Vom 13. Juli 1870.

    Berlin, den 13. Juli 1870.

    [zur Station: 11.15 nachm.]

    Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der französische Botschafter in Ems an Seine Majestät den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.

    Seine Majestät der König hat es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.

  • 2
    Beurteilen Sie die These M5, indem Sie einen Kommentar im digitalen Dokument M6 formulieren. Beziehen Sie sich dabei auch auf die Aussagen Ihrer Mitschüler*innen.

    Die Emser Depesche ist eine simple Aufbereitung eines sehr umfangreichen Telegramms für die allgemeine Presse. Von einer Manipulation oder gar Instrumentalisierung zum Krieg kann keine Rede sein.

    M5 These

    M6 Diskussion
    https://t1p.de/s5zd

    3. Mit Manipulation zum Krieg? Damals und heute

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    Fake News in Geschichte und Politik: Sie haben bereits die Merkmale von Fake News behandelt. Wiederholen Sie die Strategien für Fake News in dem folgenden Spiel M7.
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    Lesen Sie den Online-Artikel M9 und diskutieren Sie, inwiefern der dargestellte Sachverhalt vergleichbar mit dem Phänomen der Emser Depesche ist. Gibt es Parallelen? Worin liegen die Unterschiede?

    Bearbeiten Sie die Aufgabe in einem separaten Textdokument (z. B. Microsoft Word) und konvertieren Sie es anschließend in eine PDF-Datei.

    M9 Online Artikel
    https://t1p.de/r00s