• Emser Depesche (1870) Niveau A
  • anonym
  • 13.11.2020
  • Geschichte
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  • Die Emser Depesche - Fake News von damals?

    1. Die Vorgeschichte: 1860er Jahre

    Die 1860er Jahre waren eine prägende Zeit für die Entstehung des Deutschen Kaiserreichs. Was passierte in diesem Zeitraum? Welche Absichten und Hintergründe führten zum Deutsch-Französischen Krieg und was ist die Emser Depesche?

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    Informieren Sie sich über zentrale Ereignisse in Europa in den 1860er Jahren mithilfe der Videos M1 und M2.

    M1 Video - Weg zum Deutschen Kaiserreich
    https://t1p.de/252a

    M2 Video - Deutsch-Französischer Krieg

    https://t1p.de/pnxq

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    Ergänzen Sie den Lückentext M3 zu den Beziehungen und außenpoltischen Zielen der verschiedenen Akteure im Europa der 1860er Jahre.
    Tipp!

    Der Lückentext ist zu schwer?
    Beim Anklicken der Glühbirne links oben werden die Lösungswörter angezeigt!

    M3 Lückentext
    https://t1p.de/be5d

    Eine Übersicht, zum besseren Verständnis der Beziehungsverhältnisse

  • 2. Kriegserklärung per Telegramm? - Die Emser Depesche

    1
    Lesen Sie sich die Textquellen Q1 und Q2 aufmerksam durch.
    2
    Partnerarbeit digital: Analysieren Sie jeweils eine der beiden Quellen mithilfe der Tabelle T1. Vergleichen Sie anschließend Ihre Ergebnisse und ergänzen Sie die jeweils andere Spalte der Tabelle.

    Laden Sie zunächst die Tabelle T1 herunter und bearbeiten Sie anschließend die Aufgabe 2.

    Ems, den 13. Juli 1870.

    Seine Majestät der König schreibt mir:

    "Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies ihn, zuletzt etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagement nicht nehmen dürfe, noch könne. – Natürlich sagte ich ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, daß mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei."

    Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen. Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihn nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.

    Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unseren Gesandten als in der Presse mitgeteilt werden sollte?

    Q1 - Telegramm des Geheimrats Heinrich Abeken an den Bundeskanzler Graf von Bismarck. Vom 13. Juli 1870.





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    Q1 - Telegramm des Geheimrats Heinrich Abeken an den Bundeskanzler Graf von Bismarck. Vom 13. Juli 1870.

    Ems, den 13. Juli 1870.

    Seine Majestät der König schreibt mir:

    "Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies ihn, zuletzt etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagement nicht nehmen dürfe, noch könne. – Natürlich sagte ich ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, daß mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei."

    Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen. Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihn nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.

    Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unseren Gesandten als in der Presse mitgeteilt werden sollte?

    Berlin, den 13. Juli 1870.

    [zur Station: 11.15 nachm.]

    Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der französische Botschafter in Ems an Seine Majestät den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.

    Seine Majestät der König hat es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.

    Q2 - Vom Bundeskanzler Graf von Bismarck redigierte Pressefassung des Abekenschen Telegramms aus Ems. Vom 13. Juli 1870.





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    Q2 - Vom Bundeskanzler Graf von Bismarck redigierte Pressefassung des Abekenschen Telegramms aus Ems. Vom 13. Juli 1870.

    Berlin, den 13. Juli 1870.

    [zur Station: 11.15 nachm.]

    Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der französische Botschafter in Ems an Seine Majestät den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.

    Seine Majestät der König hat es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.

  • 3
    Beurteilen Sie die These M4, indem Sie eine begründete Stellungsnahme verfassen.

    Die Emser Depesche ist eine simple Aufbereitung eines sehr umfangreichen Telegramms für die allgemeine Presse. Von einer Manipulation oder gar Instrumentalisierung zum Krieg kann keine Rede sein.

    M4 These

    Q3: Darstellung der Audienz vom franz. Botschafter Benedetti (rechts) bei König Wilhelm I. 1870 in Bad Ems
    Wikipedia, gemeinfrei, https://t1p.de/tscn

    3. Mit Manipulation zum Krieg? Damals und heute

    1
    Fake News in Geschichte und Politik:
    Sie haben bereits die Merkmale von Fake News behandelt.
    Wiederholen Sie die Strategien für Fake News im folgenden Spiel M5.
    2
    Benennen Sie die im Zuge der Emser Depesche genutzten Strategien, indem Sie die zutreffenden Antworten ankreuzen.

    Informationen werden verändert durch:
    • Identitätsbetrug
    • Manipulation auf emotionaler Ebene
    • Zuspitzen von Informationen
    • Verschwörung
    • Verruf
    • Ködern von Zuhörern
    • Verkürzung
  • 3
    Erläutern Sie die im Zuge der Emser Depesche genutzten Strategien, die sie in Aufgabe 2 bestimmt haben.

    Strategie

    Erläuterung



    T2 Manipulations-Strategien Emser Depesche

    Zusatzaufgaben

    4
    Informieren Sie sich im Online-Artikel M6 über die Vorbereitung der Invasion in den Irak durch die USA im Jahr 2003.
    5
    Nennen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede von der Vorbereitung der Irak-Invasion und der Emser Depesche bzw. dem Beginn des Deutsch-Französischen Krieges.

    Bearbeiten Sie diese Aufgabe in einem separaten Textdokument (z. B. Microsoft Word) oder in ihrem Hefter.

    M6 Online Artikel
    https://t1p.de/r00s