• Erwartungshorizont Material B (Differenziert) Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? - Der "American Dream"
  • A. Bunk
  • 09.09.2020
  • Geschichte
  • 11
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  • Überblick über die Lerneinheiten

    Themenschwerpunkte

    Inhalte

    Methoden

    Erledigt/ offene Fragen?

    (1)
    American Dream

    - Definition American Dream

    - Eine Definition erstellen

    (2)
    Migration im 19. Jhd.

    - Hoffnungen und Erwartungen von Einwanderern

    - Bildquelle analysieren
    - Bewertung einer Onlinedatenbank
    - eigenständige Bildrecherche

    (3)
    Der American Dream als persönliche Erfahrung"

    - Auswanderzeugnis
    - Onlinesammlung kennenlernen,
    - Zeitschrift Gartenlaube
    - eine Quelle beurteilen


    - eine Quelle analysieren
    - eine Quelle hinsichtlich ihrer Eignung zum Thema bewerten

    (4)
    Der American Dream heute?

    - Amerikas Umgang mit der Immigrationsgeschichte und Bedeutung für den American Dream

    - Eine Rede analysieren
    - Onlinerecherche
    - eine Darstellung analysieren

    Übersicht Inhalte

    Einführung: Was wissen Sie bereits über den American Dream?

    In den USA erinnert man im Ellis Island Immigration Museum in New York an die Einwanderung im 19./ 20. Jhd.

    1
    Erkunden Sie das Museum virtuell durch den Link und formulieren Sie anschließend jeweils drei Dinge, die du bereits über die Migration in die USA weißt sowie drei Fragen, die Sie im Lernbereich beantwortet haben möchten.


    Virtuelle Erkundung
    https://t1p.de/1h3a

    Die Freiheitsstatue auf Liberty Island 2019
    Erklärvideo

    Wie erkunde ich einen Ort über Google-Maps?

    https://t1p.de/vlwi

  • 1. Der American Dream als Teil der amerikanischen Identität?

    Die gehisste US-Flagge im Liberty State Park, New Jersey, 2019
    2
    Lesen Sie im Lehrbuch auf S. 14-15 den Text zur Begriffsgeschichte des American Dream. Ordnen Sie anschließend die Definitionen der richtigen Erklärung zu.
  • 3
    Recherchieren Sie über Oprah Winfrey , Michael Oher oder John D. Rockefeller. Erstellen Sie anschließend einen Steckbrief, den Sie auf M1 hochladen.

    Michael Oher:

    - Geboren am 28. Mai 1986 in Memphis/Tennessee
    - Ehemaliger NFL-Spieler bei den Carolina Panthers

    - Wuchs in einer schlechten Gegend in Memphis auf, seine Mutter war schwer drogenabhängig
    - Seine Kindheit ist von vielen Schulwechseln und Aufenthalten in Pflegefamilien gekennzeichnet; Football war sein Ventil

    - Bei einem seiner Schulwechsel viel er dem Ehepaar Sean und Leigh Anne Tuohy auf, v.a. aufgrund seines sportlichen Talents

    - Nahmen ihn unter seine Fittiche und förderten ihn

    - Durch die Förderung der Tuohy bekam Oher viele Sportstipendien fürs College angeboten

    - Im College feierte er viele Erfolge, weshalb er 2009 vom Team der Baltimore Ravens gedraftet wurde

    - 2013 gewann er mit seinem Team den Super Bowl XLVII

    - Seine Lebensgeschichte wurde im Film Blind Side mit Sandra Bullock verfilmt

    Oprah Winfrey

    - Geboren am 29.01.1954 in Kosciusko/Mississippi

    - Oprah wurde als uneheliches Kind von zwei Minderjährigen geboren, sie selber ebenfalls mit 14 Jahren schwanger -> das Kind verlor sie

    - Oprah wusch in Armut auf, wurde Opfer von sexuellem Missbrauch und verließ die Familie im Alter von 13 Jahren
    - Ihre Teenanger-Jahre verbrachte sie bei ihrem Vater, der sie wieder auf die Spur brachte

    - Ihr nun stabiles, soziales Umfeld verhalf ihr zum Schulerfolg und erbrachte ihr ein Stipendium an der Tennessee State University in Kommunikation

    - Bereits während ihres Studiums erhielt sie kleinere Jobs im Radio und machte sich eine Namen als Lokalberühmtheit

    - 1984 schaffte sie den Sprung ins Fernsehen und wurde Teil der Morgentalkshow AM Chicago

    - Aufgrund des Erfolgs, der hauptsächlich auf Oprah zurückzuführen ist, wurde die Show 1986 in The Oprah Winfrey Show umbenannt
    - Die Show lief 25 Jahre sehr erfolgreich, die letzte Sendung wurde 2011 ausgestrahlt

    - In den USA ist sie weiterhin als Philanthropin bekannt, da sie sich viel für wohltätige Zwecke einsetzt und versucht v.a. benachteiligten Kindern zu helfen

    John D. Rockefeller:
    - Geboren am 8. Juli 1839 in Richford/New York, gestorben am 23. Mai 1937 in Ormond Beach

    - Zählt als erster Milliardär der Weltgeschichte

    - Auch er stammt eher aus ärmlichen Verhältnissen, sein Vater verließ die Familie früh

    - Ab 1855 arbeitete er als Buchhalter, bis er 1858 in der gerade aktivwerdenden Ölbranche einstieg
    - Er baute sein Geschäft immer weiter aus, da er fast alles selber machte und damit den Konkurrenten überlegen war

    - 1867 holte er seinen Freund Henry Morrison Flagler als Teilhaber ins Boot und die Firma Rockefeller, Andrews & Flagler entstand
    - 1870 entstand daraus das Unternehmen Standard Oil Company

    - 1872 schlossen sich unter Rockefeller mehrere Unternehmer der lokalen Ölbranche zusammen

    - In den darauffolgenden Jahren kaufte Rockefeller immer mehr Betriebe und Unternehmen der Ölbranche auf, um ein Monopol zu schaffen
    - Die Anti-Trust-Gesetz, die 1890 auf den Weg gebracht wurden, richteten sich v.a. gegen Rockefellers Wirtschaftsaktivitäten; allerdings brauchte es fast 20 Jahre, um Rockefellers Imperium zu zerschlagen

    - Obwohl Standard Oil Company 1911 in 34 kleinere Unternehmen zerschlagen wurde, profitierte Rockefeller daran, da er die Aktien der Unternehmen aufkaufte
    - V.a. der im 1. Weltkrieg ansteigende Bedarf an Öl und der Durchbruch des Autos verhalfen Rockefeller zu mehr und mehr Geld

    - Auch Rockefeller wird als Philanthrop verstanden, bspw. finanzierte er die Gründung der University of Chicago; später förderte Rockefeller v.a. die Medizin

    - 1913 wurde die Rockefeller Foundation gegründet

  • 4
    Vergleichen Sie mit einem Mitschüler Ihre Steckbriefe. Formulieren Sie anschließend gemeinsam eine Definition des Begriffs American Dream, in der folgende
    Begriffe vorkommen: "Harte Arbeit, Wohlstand, jeder". Arbeiten Sie mit M2.

    American Dream: meint die Vorstellung, dass jeder durch harte Arbeit zu Wohlstand kommen kann, man kann sagen, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

    5
    Stellen Sie in einem Schaubild dar, was den American Dream ausmacht. Laden Sie Ihr Schaubild anschließend auf M1 hoch.

    Erwartungshorizont ist unter https://t1p.de/dl94 abrufbar.

    Bildunterschrift/Quelle
  • 2 American Dream- Ein Traum voller Hoffnungen und Erwartungen?

    1
    Lesen Sie im Lehrbuch auf S. 16 den Abschnitt über die Einwanderung in die USA im 19. Jahrhundert. Nennen Sie Gründe und Motive der Auswanderer ihr Heimatland zu verlassen.

    MOTIVE:

    - miserable Lebensbedingungen (Hunger, Armut, Krieg)

    - gesellschaftlicher Zwang (politische/ religiöse Verfolgung)

    - Wunsch nach neuen Lebenschancen

    ERWARTUNGEN:
    - Amerika = Einwanderungsland (Verständnis, gesellschaftlicher Neuanfang, Integration...)

    - Amerika = Land der unbegrenzten Möglichkeiten/ der Freiheit (Karriere, Politik, Religion, etc.)

    2
    Interpretieren Sie den Holzstich Q1 mit Blick auf die Idee des „American Dream“ und die Hoffnungen und Erwartungen der Einwanderer, indem sie einzelne Bildelemente nähe beschreiben und deuten.
    Q1 Ankunft von Auswanderen in New York, Holzstich von 1896
    Link: https:\/\/t1p.de\/btl9

    - Menschen auf dem Schiff = Einwanderer (Beschreibung: Männer, Frauen, Kinder unterschiedlichen Alters, Unterschiedlicher Kleidung → Herkunft)

    - Einwanderer zeigen blicken gespannt/ erwartungsvoll auf Hafen mit  noch mehr Schiffen
    - Hafen = New York, Liberty Island

    - Freiheitsstatue = auf Liberty Island im New Yorker Hafen, von August Bartholdi, 28.10.1886 (Holzstich 10 Jahre später entstanden) eingeweiht, Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten, Darstellung Libertas (röm. Göttin der Freiheit), Symbol der Verbindung beider Länder besonders durch Freiheitsgedanken in Befreiungskriegen

    - Lady Liberty = Mutter der Auswanderer Flüchtlinge, ein Wahrzeichen Amerikas

  • 3
    Informieren Sie sich im Video M3 über das Onlineangebot der Deutschen Auswanderer Datenbank.
    Deutsche Auswanderer Datenbank

    https://t1p.de/0u72

    4
    Analysieren Sie das Onlineangebot mit Hilfe der Tabelle T1.

    Kriterium

    Analyse

    Betreiber
    (Wer hat das Onlineangebot ins Leben gerufen? Welche Partner beteiligen sich am Projekt? ...)

    - historisches Museum Bremerhaven (Museum über Stadt- und Regionalgeschichte, besonders Schifffahrt/-bau, Häfen, Fischereiwirtschaft, Kulturgeschichte)

    - Weser-Elbe-Sparkasse (Kooperationspartner)

    - Castle Garden (kostenlose Datenbank zur Recherche zu Einwanderern in die USA, von The Battery Conservancy) → http://www.castlegarden.org/

    - Auswärtige Amt (Förderung)

    Inhalte
    (Welche Inhalte, Quellen, Informationen sind auf dem Onlineangebot zu finden?...)

    - Recherchemöglichkeit zu bestimmten Einwanderern, bzw. Servicemöglichkeiten und Ansprechpartner
    - Informationen und Beispiele über Passagierlisten (Quellen)
    - Überblick berühmter Auswanderer
    - Geschichtlicher Überblick zu Hafen und Auswanderung
    - Informationen zu Schiffen für Auswanderung
    - Bildquellen zur Auswanderung
    - Filmhinweis
    - Shop mit 2 Buchempfehlungen, Film und CD-Hörbuch

    Ziele
    (Welche Absicht verfolgt der Betreiber mit dem Onlineangebot? Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?...)

    - Beitrag zu internationalem Netzwerk der verschiedenen nationalen Datenbanken
    - globale Migrationsbewegungen aufzeigen, vergleichen, erklären
    → Möglichkeiten bieten:
    - sozialstatistische Auswertungen von internationalen Migrationsbewegungen vorlegen
    - geschichtswissenschaftliche Fragestellungen zur Migration auf statistischer Grundlage formulieren und beantworten
    - genealogische Recherchen zu Einzelreisenden oder Reisegruppen anzustellen (Stammbaumforschung)
    - Wanderungsbewegungen und soziale Beziehungsgeflechte auf europäischer Ebene aufzeigen
    - Beitrag zur Einwanderungs- und Siedlungsgeschichte der USA leisten

    T1 Analyse Deutsche Auswanderer-Datenbank
  • 5
    Beurteilen Sie das Onlineangebot als historische Recherchemöglichkeit zur Auswanderung. Begründen Sie kurz.
    sehr gut
    gut
    nicht so gut
    Die historische Recherchemöglichkeit der Deutschen Auswanderer Datenbank finde ich...

    weil...

    LÖSUNGSVORSCHLAG:
    - überschaubar, übersichtlich, verständlich (viele Erklärungen, Hinweise), Transparenz, anschauliche Gestaltung (Bilder, Links)

    - Gute Recherchemöglichkeit, da durch Informationen und Hinweisen zu Passagierlisten (Wo kann man sie finden? Sie sind digital erfasst.),
    Angabe von Internetseite zur weiteren Recherche (castlegarden.org), Buchemfehlungen, Filmempfehlung und Auflistung berühmter Auswanderer als Beispiele für Menschen die American Dream lebten heuristische Verfahren gegeben sind.

    - Schade, dass keine Ausschnitte vom Film zu sehen sind. (Könnte man schneller entscheiden, ob historisch fundiert oder nicht)

    M1 Padlet

    https://t1p.de/89czn

    6
    Recherchieren Sie auf dem Onlineangebot der Deutschen Auswanderer Datenbank ein Bild für eine Ausstellung zum Thema American Dream - Ein Traum voller Hoffnungen und Erwartungen?. Laden Sie das Bild auf die digitale Tafel M1 und posten Sie eine Begründung für die Auswahl des Bildes darunter.
  • 3. Der American Dream als Erfahrung: Empfehlung oder Warnung?

    Gartenlaube, 1891

    M4 Erklärvideo

    https://t1p.de/ru7o

    1
    Informieren Sie sich über das Erklärvideo M4 über die Digitalisierung und Verwendung der Gartenlaube.

    M5 Website

    https://t1p.de/r7rj6

    2
    Recherchieren Sie nun in M5 zur Zeitschrift Gartenlaube und ergänzen Sie T2.

    Analysekriterien

    Zeitschrift Gartenlaube

    Verlag

    Ernst Keil

    Herausgeber

    Ernst Keil

    Ort

    Leipzig, später Berlin

    Publikationszeitraum

    1853-1944

    Adressat

    Familienlektüre, die Große Masse, in Cafés, Leihbibliotheken, Hochzeiten

    Welche Inhalte lassen sich auf der Seite finden?

    Themen der Gesellschaft, Kultur, Fortsetzungsromane

    Historische Bedeutung heute

    Quelle zur deutschen Kulturgeschichte, bietet Quellen zu gesellschaftlich wichtigen Themen zwischen den Jahren 1853 und 1944.

    T2 Informationstabelle Gartenlaube
  • 3
    Lesen Sie den Artikel aus der Gartenlaube (Q2 s. nächstes Blatt). Ergänzen Sie danach die Tabelle T3.

    Artikel Gartenlaube

    Autor

    Ein anonymer Deutsche in Amerika

    Adressat

    Der Bruder des Autors

    Jahr

    1853

    Ort

    New York

    Absicht


    Warnung und Aufklärung über die Schwierigkeiten der Einwanderung in die USA


    geschilderte Erfahrungen in den USA

    -leidvoller Weg auf dem Schiff, den viele nur mit Krankheit oder gar nicht überstehen
    -Strauchdiebe: Einwanderer werden bei Ankunft ausgetrickst und ausgeraubt
    -der Reichtum der USA ist nicht unbedingt das Los eines Einwanderers - Hoffnungen können enttäuscht werden
    -Hunger und Not
    -doch eine glückliche Existenz nach diesen Qualen ist in den USA (und nur da) möglich.


    T3 Analysekriterien Quellenvergleich
    4
    Beurteilen Sie, ob Sie die Textquelle Q2 für die Beschäftigung mit dem American Dream für geeignet halten, indem Sie einer der folgenden Aussagen zustimmen und sie begründen.
    Posten Sie Ihre Beurteilung auf dem Padlet M1.

    z.B.: Ich stimme der Schülerin aus der Klasse 11 zu, welche sagt, dass sie durch die Quelle gut nachvollziehen konnte, wie das Schicksal der Einwanderer gewesen sein muss.  Beim American Dream vergisst man oft, dass nicht jeder einfach vom Tellerwäscher zum Millionär" wurde. Die Erfahrungen, die der anonyme Deutsche beschreibt finde ich sehr wichtig, auch für die heutige Einwanderung. Deswegen finde ich die Quelle gut für den Unterricht geeignet.

  • Q2: Deutsche in Amerika, erschienen 1953 in der Gartenlaube
    Und sei versichert, mein lieber Bruder, das Loos eines Einwanderers ist anfangs nicht

    beneidenswerth. Von ihren Leiden, die sie unterwegs ausgestanden, könnte man Bücher

    füllen. Im zweiten Jahre meines Hierseins kamen circa 10,000 Deutsche in New-York an,

    davon mußten 400 sogleich in’s Krankenhaus geschafft werden, mehr als 100 waren

    unterwegs gestorben. Ein in Amerika erschienenes Buch erzählt, daß auf dem Schiffe

    Pontiac von 230 Auswanderern 40 schon unterwegs in’s Meer versenkt wurden, die übrigen

    traten an’s Land gleich Leichen, von Hunger, Schmutz und Schlägen entstellt. Von den 66

    Deutschen dabei wurden 45 sogleich in’s Krankenhaus geschafft, einige starben, andere

    wurden wahnsinnig. Und mit der Ausschiffung hat leider die Noth dieser armen Leute

    noch nicht ein Ende. Glaube um Gottes Willen nicht, daß ich die Zustände schwärzer

    schildere, als sie sind, was ich Dir erzähle, ist leider nur zu wahr und Du wirst gut thun,

    Deinen Freunden, die hierher kommen, das Nöthige davon als Warnung mitzutheilen, damit

    sie nicht wie viele Andere durch ihre Unwissenheit und Leichtgläubigkeit in’s Unglück

    rennen. Wenn sich der Ankommende an der Humanität der amerikanischen Zollbeamten

    erfreut hat, die gar auffallend gegen das barsche Benehmen der deutschen und englischen

    Douaniers absticht, so wird er gleich darauf völlig erschreckt durch die Masse lärmender

    und grüßender Landsleute, die bei der Ankunft vom Lande aus das Schiff überschwemmen.

    Das ist der Abschaum der Menschheit, der hier dem Auswanderer entgegentritt. Diese

    verhärteten Strolche, die zur Schande des deutschen Namens nur in der Absicht kommen,

    die auszuschiffenden Landsleute auf die nichtswürdigste Weise zu hintergehen und ihnen

    das Wenige, was sie mitgebracht haben, vollends abzunehmen, sind das Unglück vieler

    Deutschen. Mit der freundlichsten Miene stürzen sie den einwandernden Landsleuten

    entgegen, begrüßen sie auf das herzlichste, nennen sie bei Namen, den sie irgendwie

    erfahren, und wissen durch gute Rathschläge, durch Gefälligkeiten aller Art, ja oft sogar

    durch augenblickliche kleine Geldopfer das Vertrauen der Ankommenden, die froh sind,

    einen so guten gefälligen Menschen in der Fremde gefunden zu haben, so vollständig zu

    gewinnen, daß diese sich unbedingt dem guten Landsmann anvertrauen. Der neue Freund

    zeigt ihnen auch mit aller Gefälligkeit die Sehenswürdigkeiten der Stadt, verspricht für gute

    Weiterbeförderung der Effekten Sorge zu tragen und lockt die Arglosen unter Vorspiegelung

    billiger Wohnung in einen entlegenen Stadttheil, wo in irgend einer unbekannten

    Winkelkneipe das Geschäft geordnet und ein oder auch mehrere Gläser auf die glückliche

    Zukunft getrunken werden. Wenn dann der Einwanderer andern Morgens nach seinen

    lieben Landsmann fragt, ist dieser verschwunden und mit ihm seine Brieftasche und oft

    auch seine Effekten. So von gewissenlosen Strauchdieben um Alles betrogen, glaubt sich

    der Arme in einem Lande herzloser Schurken und denkt mit Thränen an die verlassene

    Heimath zurück. Man muß diesem Elend begegnet sein, um daran zu glauben. Während der

    raffinirteste Luxus in der Stadt so weit getrieben wird, daß z. B. in dem Bureau einer Zeitung

    (Sun) eine große seidene, fächerartige, mit goldenen Buchstaben überdeckte Maschine

    angebracht ist, die dem Eintretenden in den heißen Monaten kühle Luft zufächelt, ist es

    keine Seltenheit, daß von unsern ankommenden Landsleuten, die gesund vom Schiffe

    kommen, einzelne vor Hunger und Mangel aller Art elendiglich umkommen.

    Und noch bin ich nicht zu Ende mit meinem Unkengeschrei. Wenn ich wahr sein will, muß

    ich nothgedrungen noch manches düstere Gemälde vor Deinen Blicken aufrollen. Denn nur

    dadurch, daß ich auch die Kehrseite unsrer Zustände schildere, kann ich die thörichten,

    sanguinischen Hoffnungen, mit denen so Viele hierher kommen, etwas dämpfen. Daß trotz

    alledem Amerika das einzige Land der Zukunft ist, in dem noch Millionen meiner Landsleute

    eine schöne glückliche Existenz finden können – das hoffe ich Dir später ebenfalls zu

    beweisen.

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    Q2: Deutsche in Amerika, erschienen 1953 in der Gartenlaube
    Und sei versichert, mein lieber Bruder, das Loos eines Einwanderers ist anfangs nicht

    beneidenswerth. Von ihren Leiden, die sie unterwegs ausgestanden, könnte man Bücher

    füllen. Im zweiten Jahre meines Hierseins kamen circa 10,000 Deutsche in New-York an,

    davon mußten 400 sogleich in’s Krankenhaus geschafft werden, mehr als 100 waren

    unterwegs gestorben. Ein in Amerika erschienenes Buch erzählt, daß auf dem Schiffe

    Pontiac von 230 Auswanderern 40 schon unterwegs in’s Meer versenkt wurden, die übrigen

    traten an’s Land gleich Leichen, von Hunger, Schmutz und Schlägen entstellt. Von den 66

    Deutschen dabei wurden 45 sogleich in’s Krankenhaus geschafft, einige starben, andere

    wurden wahnsinnig. Und mit der Ausschiffung hat leider die Noth dieser armen Leute

    noch nicht ein Ende. Glaube um Gottes Willen nicht, daß ich die Zustände schwärzer

    schildere, als sie sind, was ich Dir erzähle, ist leider nur zu wahr und Du wirst gut thun,

    Deinen Freunden, die hierher kommen, das Nöthige davon als Warnung mitzutheilen, damit

    sie nicht wie viele Andere durch ihre Unwissenheit und Leichtgläubigkeit in’s Unglück

    rennen. Wenn sich der Ankommende an der Humanität der amerikanischen Zollbeamten

    erfreut hat, die gar auffallend gegen das barsche Benehmen der deutschen und englischen

    Douaniers absticht, so wird er gleich darauf völlig erschreckt durch die Masse lärmender

    und grüßender Landsleute, die bei der Ankunft vom Lande aus das Schiff überschwemmen.

    Das ist der Abschaum der Menschheit, der hier dem Auswanderer entgegentritt. Diese

    verhärteten Strolche, die zur Schande des deutschen Namens nur in der Absicht kommen,

    die auszuschiffenden Landsleute auf die nichtswürdigste Weise zu hintergehen und ihnen

    das Wenige, was sie mitgebracht haben, vollends abzunehmen, sind das Unglück vieler

    Deutschen. Mit der freundlichsten Miene stürzen sie den einwandernden Landsleuten

    entgegen, begrüßen sie auf das herzlichste, nennen sie bei Namen, den sie irgendwie

    erfahren, und wissen durch gute Rathschläge, durch Gefälligkeiten aller Art, ja oft sogar

    durch augenblickliche kleine Geldopfer das Vertrauen der Ankommenden, die froh sind,

    einen so guten gefälligen Menschen in der Fremde gefunden zu haben, so vollständig zu

    gewinnen, daß diese sich unbedingt dem guten Landsmann anvertrauen. Der neue Freund

    zeigt ihnen auch mit aller Gefälligkeit die Sehenswürdigkeiten der Stadt, verspricht für gute

    Weiterbeförderung der Effekten Sorge zu tragen und lockt die Arglosen unter Vorspiegelung

    billiger Wohnung in einen entlegenen Stadttheil, wo in irgend einer unbekannten

    Winkelkneipe das Geschäft geordnet und ein oder auch mehrere Gläser auf die glückliche

    Zukunft getrunken werden. Wenn dann der Einwanderer andern Morgens nach seinen

    lieben Landsmann fragt, ist dieser verschwunden und mit ihm seine Brieftasche und oft

    auch seine Effekten. So von gewissenlosen Strauchdieben um Alles betrogen, glaubt sich

    der Arme in einem Lande herzloser Schurken und denkt mit Thränen an die verlassene

    Heimath zurück. Man muß diesem Elend begegnet sein, um daran zu glauben. Während der

    raffinirteste Luxus in der Stadt so weit getrieben wird, daß z. B. in dem Bureau einer Zeitung

    (Sun) eine große seidene, fächerartige, mit goldenen Buchstaben überdeckte Maschine

    angebracht ist, die dem Eintretenden in den heißen Monaten kühle Luft zufächelt, ist es

    keine Seltenheit, daß von unsern ankommenden Landsleuten, die gesund vom Schiffe

    kommen, einzelne vor Hunger und Mangel aller Art elendiglich umkommen.

    Und noch bin ich nicht zu Ende mit meinem Unkengeschrei. Wenn ich wahr sein will, muß

    ich nothgedrungen noch manches düstere Gemälde vor Deinen Blicken aufrollen. Denn nur

    dadurch, daß ich auch die Kehrseite unsrer Zustände schildere, kann ich die thörichten,

    sanguinischen Hoffnungen, mit denen so Viele hierher kommen, etwas dämpfen. Daß trotz

    alledem Amerika das einzige Land der Zukunft ist, in dem noch Millionen meiner Landsleute

    eine schöne glückliche Existenz finden können – das hoffe ich Dir später ebenfalls zu

    beweisen.

  • ...Winkelkneipe das Geschäft geordnet und ein oder auch mehrere Gläser auf die glückliche

    Zukunft getrunken werden. Wenn dann der Einwanderer andern Morgens nach seinen

    lieben Landsmann fragt, ist dieser verschwunden und mit ihm seine Brieftasche und oft

    auch seine Effekten. So von gewissenlosen Strauchdieben um Alles betrogen, glaubt sich

    der Arme in einem Lande herzloser Schurken und denkt mit Thränen an die verlassene

    Heimath zurück. Man muß diesem Elend begegnet sein, um daran zu glauben. Während der

    raffinirteste Luxus in der Stadt so weit getrieben wird, daß z. B. in dem Bureau einer Zeitung

    (Sun) eine große seidene, fächerartige, mit goldenen Buchstaben überdeckte Maschine

    angebracht ist, die dem Eintretenden in den heißen Monaten kühle Luft zufächelt, ist es

    keine Seltenheit, daß von unsern ankommenden Landsleuten, die gesund vom Schiffe

    kommen, einzelne vor Hunger und Mangel aller Art elendiglich umkommen.

    Und noch bin ich nicht zu Ende mit meinem Unkengeschrei. Wenn ich wahr sein will, muß

    ich nothgedrungen noch manches düstere Gemälde vor Deinen Blicken aufrollen. Denn nur

    dadurch, daß ich auch die Kehrseite unsrer Zustände schildere, kann ich die thörichten,

    sanguinischen Hoffnungen, mit denen so Viele hierher kommen, etwas dämpfen. Daß trotz

    alledem Amerika das einzige Land der Zukunft ist, in dem noch Millionen meiner Landsleute

    eine schöne glückliche Existenz finden können – das hoffe ich Dir später ebenfalls zu

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    Zukunft getrunken werden. Wenn dann der Einwanderer andern Morgens nach seinen

    lieben Landsmann fragt, ist dieser verschwunden und mit ihm seine Brieftasche und oft

    auch seine Effekten. So von gewissenlosen Strauchdieben um Alles betrogen, glaubt sich

    der Arme in einem Lande herzloser Schurken und denkt mit Thränen an die verlassene

    Heimath zurück. Man muß diesem Elend begegnet sein, um daran zu glauben. Während der

    raffinirteste Luxus in der Stadt so weit getrieben wird, daß z. B. in dem Bureau einer Zeitung

    (Sun) eine große seidene, fächerartige, mit goldenen Buchstaben überdeckte Maschine

    angebracht ist, die dem Eintretenden in den heißen Monaten kühle Luft zufächelt, ist es

    keine Seltenheit, daß von unsern ankommenden Landsleuten, die gesund vom Schiffe

    kommen, einzelne vor Hunger und Mangel aller Art elendiglich umkommen.

    Und noch bin ich nicht zu Ende mit meinem Unkengeschrei. Wenn ich wahr sein will, muß

    ich nothgedrungen noch manches düstere Gemälde vor Deinen Blicken aufrollen. Denn nur

    dadurch, daß ich auch die Kehrseite unsrer Zustände schildere, kann ich die thörichten,

    sanguinischen Hoffnungen, mit denen so Viele hierher kommen, etwas dämpfen. Daß trotz

    alledem Amerika das einzige Land der Zukunft ist, in dem noch Millionen meiner Landsleute

    eine schöne glückliche Existenz finden können – das hoffe ich Dir später ebenfalls zu

    beweisen.

  • 4. Der American Dream - ein nicht erreichbares Ideal?

    Wahlpflichtbereich:
    Wählen Sie eine der folgenden Aufgaben aus. Posten Sie Ihre Ausarbeitung auf dem Padlet M1.

    1. Die Einwanderungsvergangenheit als kulturelles Gut?

    Flag of Faces im Immigration Museum auf Ellis Island, 2019
    1
    Informieren Sie sich auf der Museumsseite M6 über das Projekt „Flag auf Faces“ im Immigration Museum auf Ellis Island.

    - Es handelt es sich um eine interaktive und digitale Ausstellung im Immigration Museum auf Ellis Island

    - Ausgestellt wird ein Mosaik aus Porträts, das generationsübergreifende Fotos von Einzelpersonen und Familien enthält

    - Jedes Bild kann angeklickt werden, sodass man Informationen über den Dargestellten erhält
    - Benutzer könne nach Namen suchen, um nach Familien oder Einzelpersonen zu suchen

    - Jeder Amerikaner kann Fotos von sich und seiner Familie einreichen, um Teil des Projektes zu werden

    2
    Analysieren Sie die Rede Trumps in M6 unter dem Aspekt der Immigrationsgeschichte der USA.

    Anlass: Präsidentschaftswahlkampf

    Ort und Zeit: Arizona 2016

    AdressatInnen: (Potenzielle) WählerInnen, insb. Republikaner

    historischer Kontext: Nach Mexikobesuch, viele Republikaner sehen die illegale Einwanderung aus Mexiko als großes Problem-im Rahmen des Wahlkampfs zur Präsidentschaftswahl nutzt D. Trump indem er verspricht unter Anderem eine Mauer zu bauen, um die Einwanderung zu stoppen.

    Sprecherintention: Wähler gewinnen und dadurch 45. Präsident der USA werden.

  • 3
    Vergleichen Sie die beiden Zugänge für den Umgang mit der Einwanderungsvergangenheit der USA.

    z.B.: Das Projekt Flag of Faces  greift die Einwanderung in die USA als einen wichtigen Aspekt der eigenen Geschichte auf. Mit der Möglichkeit, sein eigenes Foto zur Ausstellung hinzufügen zu können, greift sie den Gedanken auf, dass so gut wie jede US-Amerikanernische Familie von einem Einwanderer abstammt. Einwanderung ist hier Erinnerungskultur. Dabei wird ebenfalls propagandiert, dass die USA immer ein offenes Land für jeden gewesen sei. Wie wir aber durch die vorherigen Aufgaben wissen, waren schon immer europäische, insb deutsche Einwanderer willkommener, als Andere.

    Trumps Rede ist dagegen stark auf die Gegenwart und Zukunft bezogen: Er verurteilt zum einen die illegale Einwanderung aus Mexiko zum anderen fordert er eine starke Begrenzung und Selektierung bei jeder Form von Einwanderung, in die USA (nur die Guten Einwanderer möchte er haben). Trump führt damit im Grunde nur offen eine Einstellung der Amerikaner weiter, die es schon seit dem 19. Jhdt gibt: Der Glaube der US-Amerikaner, als weiße Menschen, zu etwas Höherem bestimmt zu sein, als Andere: Vgl. Patriotismus, Manifest Destiny, Auserwähltheitsbewusstsein.

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    Beurteilen Sie in einem Kommentar den Umgang mit der Einwanderungsvergangenheit der USA heute. Laden Sie ihn auf M1 hoch.

    Beispiel:

    Einwanderung ist heutzutage ein stark aufgeladenes politisches Thema, mit dem Wahlkampf geführt werden kann. Dabei bleibt die Einwanderungsvergangenheit der USA hauptsächlich ein Thema für Museen:  Der Bezug in der aktuellen Politik fehlt.  Einstellungen, die den aktuellen Umgang mit Einwanderung begründen können, finden allerdings ihren Ursprung zur Zeit der Einwanderung im 19. Jahrhundert, z.B. der Patriotismus oder das Gefühl Auserwählt zu sein. Dass die Einwanderer heute das gleiche anlockt, wie die Menschen im 19. Jhdt, von denen ein Großteil der Amerikaner abstammt, wird meist unerwähnt gelassen- außer im Museum

  • 3. Ist der American Dream ein ausgeträumter Traum?

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    Der American Dream unterliegt einem Bewusstseinswandel. Beschreiben Sie diesen Wandeln, indem Sie ausgehend von M8 die Tabelle ausfüllen.

    Erklärung

    Bedeutung für den American Dream

    Gründe für die Einwanderung im 19. Jhdt

    pursuit of happyness, materielle und antimaterielle Gründe: streben nach materiellem Wohlstand und Streben nach Glück und Gleichheit-abhängig von eigener Kraft
    Bedeutung: Der American Dream schien für jeden erreichbar.

    Der American Dream schien für jeden erreichbar.

    heute: Einschränkung der Einwanderung

    Einwanderung:
    Einschränkung, Abschaffung Green-Card-Lotterie

    -Bedeutung: Nicht-Willkommenskultur: Einwanderung wird als Belastung verstanden

    heute: Steuerreform

    -Reiche werden bevorteilt, während Mittelstand und arme mehr zahlen müssen

    Die Schere zwischen arm und reich wird noch größer, mehr soziale Ungerechtigkeit

    heute:Freie Marktwirtschaft

    Entscheidungsfreiheit der Unternehmen ohne staatliches Eingreifen

    Wohlstand hängt von bereits vorhandenen Geld und Kontakten ab

    heute: Studiengebühren

    Studiengebühren: Ein amerikanisches College kostet im Schnitt 30.000 Dollar pro Jahr Studium.

    -Verschuldung von Studenten
    -junge Menschen aus ärmeren Familien können es sich kaum leisten, an die Uni zu gehen.

    T4 Analyse Wandel des American Dream
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    Für die Immigranten im 19./20. Jhd. stand der American Dream für Freiheit und Selbstverwirklichung. Nehmen Sie einen Podcast auf, indem Sie beurteilen, ob der American Dream für Einwanderer heute noch diesselbe Bedeutung hat.

    Erwartungen:
    SuS stellen sich einen Konkreten Anlass für den Podcast vor: Beispielsweise die aktuelle Black Lifes Matter-Bewegung,  Die SuS können sich Rollen zuteilen und einen Hintergrund und Namen zu ihrem Podcast ausdenken.

    Die SuS vergleichen das Gelernte mit der aktuellen Einwanderungssituation um, Denken über Gründe für heutige Einwanderung z.B. in die USA aber auch in andere Länder nach und ziehen am Ende des Podcasts ein Fazit oder legen eine noch offene Frage da. Der Podcast sollte dem Genre gerecht eine gewisse Authentizität haben und gut verständlich sein (Kriterien: Sprache, Ausdruck, Historischer Zusammenhang, Relevanz des Themas erkennbar)