• Handreichung - der Weg in die Katastrophe
  • Rthm
  • 07.09.2020
  • Geschichte
Um die Lizenzinformationen zu sehen, klicken Sie bitte den gewünschten Inhalt an.
  • Der Weg in die Katastrophe

    Q1: Edwardian Era, Europe WW1 Cartoons Raven Hill Punch Magazine, 1912
    Q2: Gabriele Galantara in: Der wahre Jacob, 1913

    1. Kurzbeschreibung des Arbeitsblattes:

    Das Arbeitsblatt ist geeignet für Klassenstufe 8 eines Gymnasiums, sowie mit weiterer Reduktion für die Oberschule. Für die Bearbeitung der gesamten Aufgaben, sollte mindestens eine 90 Minuten-Einheit eingeplant werden, plus möglicher Eigenarbeit zuhause. Inhaltlich sollen die Ursachen für den Ersten Weltkrieg herausgearbeitet und mittels eines Quiz und der Interpretation einer Karikatur angewandt werden. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler (SuS) eine Onlinesammlung kennen, welche sie anschließend bewerten sollen. Abschließend sollen die SuS sich zu Zitaten zur Kriegsschuldfrage positionieren. Methodisch stehen diverse Erklärvideos zur Verfügung, sowie ein gemeinsames Padlet zur Sicherung der Ergebnisse der Klasse.

    Erklärvideo Onlinesammlung "Der wahre Jakob"

    www.t1p.de//90ng

    Quiz

    Ursachen Erster Weltkrieg

    www.t1p.de//r7pd

    Erklärvideo

    Interpretation einer Karikatur

    www.t1p.de//crbm

  • 2. Lehrplanverortung

    Das Arbeitsblatt "Der Weg in die Katastrophe" ist nach dem Lehrplan des sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK), vorrangig für eine 8. Klasse eines Gymnasiums geeignet. Im Lehrplan Geschichte für das Gymnasium lässt sich das Arbeitsblatt in Lernbereich 4 "vom übersteigerten Nationalismus zum Ersten Weltkrieg" verorten (Staatsministerium für Kultus, 2019, S. 21). Das Arbeitsblatt ist in 4 Aufgaben-Settings gegliedert.

    Das erste Aufgaben-Setting widmet sich den Ursachen für den Ersten Weltkrieg und ist Gegenstand des Geschichtsunterrichts der 8. Klasse (SMK, 2019, S. 19). Dabei werden Themen des Lernbereichs 4 behandelt, unter anderem die europäische Bündnispolitik, imperialistische Bestrebungen der Großmächte, Kolonialismus und Wettrüsten (SMK, 2019, S. 21) in Aufgabe 1 & 2 und in Aufgabe 3 in einem Quiz gesichert.

    Im zweiten Aufgaben-Setting lernen die SuS eine Onlinesammlung zum Ersten Weltkrieg kennen, sodass die Lernenden mit "traditionellen und digitalen Medien" (SMK, 2019, S. 19) umgehen können. Dabei können die SuS "bereits bekannte Quellenarten und Darstellungsformen" (SMK, 2019, S. 19) analysieren und beurteilen, wie beispielsweise Karikaturen und Zeitungsartikel.

    Anschließend sollen die SuS im dritten Aufgaben-Setting Karikaturen interpretieren, welche im Lernbereich 4 als Methode vorgeschlagen werden (SMK, 2019, S. 21). Dabei soll eine Arbeit an internationalen Beispielen erfolgen, indem die SuS sich zuerst mit einer britischen Karikatur aus dem 'Punch Magazine' beschäftigen und danach eine deutsche Karikatur aus 'der Wahre Jacob' selbstständig interpretieren. Damit lernt die Klasse die "Selbst- und Fremdwahrnehmung verschiedener Großmächte" (SMK, 2019, S. 21) kennen und entwickelt eine Mehrperspektivität auf die damalige Zeit. Des weiteren sind die SuS zunehmend in der Lage, "Aussagen von Karikaturen zu erarbeiten und in den historischen Zusammenhang einzuordnen" (SMK, 2019, S. 19).

    Letztlich sollen die Lernenden im vierten Aufgaben-Setting "sich positionieren zur Kriegsschuldfrage des Ersten Weltkrieges" (SMK, 2019, S. 21). "Die SuS entwickeln historische Urteilsfähigkeit, indem sie den Zusammenhang von Nationalismus, Imperialismus und Krieg erkennen" (SMK, 2019, S. 19).

    In nachfolgenden Stunden kann man auf die aktuell aufkommenden nationalen Bestrebungen auf der Welt eingehen, um den Geschichtsunterricht mit der "Gegenwart und Zukunft" (SMK, 2019, S. 1) lebendig zu verknüpfen.

  • Mögliche Lernbereichsplanung
    LB 4: Vom übersteigerten Nationalismus zum Ersten Weltkrieg - 14 Ustd.

    Stunde

    Thema/ Inhalt

    methodischer Schwerpunkt

    1 + 2

    europäische Bündnispolitik zur Zeit Bismarcks

    Geschichtskarten + Konfliktbewältigung

    3 + 4

    Die Vorherrschaft der europäischen Großmächte auf der Welt

    Erkennen von übersteigertem Nationalismus und Rassismus

    5 + 6

    Weltpolitik des Deutschen Kaiserreichs

    Fallstudie: konkurierende Kolonialpolitik

    7 + 8

    Der Weg in die Katastrophe - Ursachen für den Ersten Weltkrieg

    digitale Medien + Karikatur Interpretation

    9 + 10

    Eine neue Dimension der Kriegsführung

    Feldpostbriefe auswerten

    11 + 12

    Leistungsüberprüfung + Propaganda im Krieg

    Plakate analysieren

    13 + 14

    Vertrag von Versailles und seine Folgen

    Debatte

    T1: Lernbereichsplanung LB 4, Klasse 8 Gymnasium
  • 3. Inhaltliche Schwerpunktsetzung / Sachanalyse

    Unser Arbeitsmaterial "der Weg in die Katastrophe" setzt seinen Fokus inhaltlich auf die Ursachen des Ersten Weltkrieges. Das Attentat von Sarajewo durch den "serbischen Nationalist Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau auf offener Straße erschoss, gilt allgemein als Auslöser" (Kruse, 2009, S. 5) für den Ersten Weltkrieges.

    Doch das dieses lokal begrenzte tragische Ereignis einen Flächenbrand entfachte setzt sich aus vielfältigen Ursachen zusammen.

    Ein erstes Puzzleteil ist das Machtvakuum auf dem Balkan aufgrund der Schwäche des Osmanischen Reiches, welches durch die Nationalbewegungen der hier lebenden Völker, insbesondere Serben, Rumänen, Bulgaren, Griechen" (Kruse, 2009, S. 5) bedroht wurde. Zeitgleich wollten die konkurrierenden Großmächte Österreich-Ungarn und Russland eigene Machtansprüche auf dem Balkan durchsetzten. Dabei zielte Österreich-Ungarn nach "imperialistischer Expansion und hatte 1908 Bosnien Herzegowina annektiert" (Kruse, 2009, S. 5), wodurch nicht zuletzt die slawischen Völker verstärkt die Habsburger als Feind ihrer Nationalbewegungen verstanden. Den slawischen Völkern stand Russland zur Seite, das sich "im Zeichen des Panslawismus als Schutzmacht" (Kruse, 2009, S. 5) verstand, um somit seinen Einfluss auf dem Balkan auszudehnen. Aus den beiden Balkankriegen 1912 und 1913 gingen schließlich neue Staaten hervor, insbesondere Serbien als Profiteur, welches nun nach einen großserbischen Staat strebte (vgl. Unterseher, 2014, S. 3). Daher ist das Attentat von Sarajewo durch einen serbischen Nationalisten entscheidend für den Krisenherd Balkan, dem ein Ultimatum von Österreich-Ungarn an Serbien folgte, das sich zum Krieg gedrängt fühlte (vgl. Weinrich, 2013, S. 246).

    Als zweites Puzzleteil sind die europäischen Bündnissysteme zu sehen, wodurch die Großmächte in Europa miteinander eng verzahnt waren. Bismarck als Weichensteller des noch jungen Deutschen Reiches, verbündete sich unter dem Zweibund 1879 mit Österreich-Ungarn und später im Dreibund 1881 mit Italien. Nachdem die Isolation Frankreichs durch Bismarcks Bündnissysteme Ende des 19. Jahrhunderts scheiterte und sich England mit Frankreich 1904 mit dem Entente-Abkommen, 1907 mit dem Triple-Entente-Abkommen zusätzlich Russland verbündeten (vgl. Berghahn, 2004, S. 24), standen sich "schließlich zwei gegeneinander gerichtete Bündnissysteme der Großmächte" (Kruse, 2009, S. 6) gegenüber.

    "Diese Verfestigung wurde begleitet und z. T. vorangetrieben durch ein  Wettrüsten" (Berghahn, 2004, S. 25), das vom Seewettrüsten zwischen England und Deutschland sich weiter ,nach der zweiten Marokko-Krise 1911, auf die

  • Landheere im „Rüstungswettlauf der europäischen Mächte verschärfte“ (Weinrich, 2013, S. 251). Als weitere Ursache gilt der Hochimperialismus, welcher besonders deutlich wurde „im 'Scramble for Africa', als die europäischen Großmächte in einem Wettlauf um die Aneignung von Macht- und Einflusssphären“ (Kruse, 2009, S. 7) in Afrika eintraten. Während Frankreich, England und Russland bereits ihre Einflussgrenzen abstecken, trat das Deutsche Reich als kolonialistischer Nachzügler „besonders aggressiv in Erscheinung“ (Kruse, 2009. S. 7). Der mit dem Hochimperialismus einhergehende verstärkte Nationalismus ist als weiterer Punkt entscheidend, welcher durch propagandistische Selbst- und Feindbilder gefestigt wurde (vgl. Osterhammel, 2012). Dieser Nationalismus steigerte sich bis hin zum heroischen Fatalismus, der durch den starken öffentlichen Militarismus zu einer Flut von Rekruten und einer Welle von Kriegsbegeisterung letztlich den Krieg unausweichlich machte (vgl. Osterhammel, 2012).Diese sollen nur die auf dem Material thematisierten Ursachen konkretisieren, haben keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit der gesamten Ursachen für den Ersten Weltkrieg. Aufgrund dieser Komplexität ist nach wie vor die Kriegsschuldfrage in der Geschichtswissenschaft intensiv diskutiert (Weinrich, 2013, S. 233), jedoch weit entfernt von einem Konsens (Angelow, 2014, S. 76). Die verwendeten Quellen entstammen hauptsächlich Onlinedatenbanken des 'Punch Magazines' oder von 'der Wahre Jacob', welche unten nochmals verlinkt sind. Dabei sind die Quellen, insbesondere die Karikaturen gemeinfrei. Die verwendeten Quellen sind aussagekräftig, insbesondere Q1-4 sehr bekannt und haben einen ikonischen Charakter.  Das unter M1 verwendete Erklärvideo ist von Educ'ARTE veröffentlichtes Programm 'Mit offenen Karten' und kann auf arte.de oder direkt mittels einer Schullizenz verwendet werden. Die kostenlose Nutzung auf arte.de schließt jedoch nur aktuelle Folgen ein. Alle weiteren Videos sind selbst erstellt und können gemeinfrei verwendet werden.

    Literaturhinweise
    • Angelow, J.(2014). Der Kriegsausbruch von 1914. Historiografie und Kriegsschuldfrage. WeltTrends, (94), S. 72-77.
    • Berghahn, V. R. (2004). Der Erste Weltkrieg (2. Aufl.). München: Beck.
    • Kruse, W. (2009). Der Erste Weltkrieg. Darmstadt: WBG.
    • Osterhammel, J. (2012). 1880 bis 1914 | bpb. Bundeszentrale für politische Bildung. https://www.bpb.de/izpb/142137/1880-bis-1914?p=all, Stand 06.09.2020 15:00.
    • Unterseher, L. (2014). Der Erste Weltkrieg. Wiesbaden: Springer VS.  
    • Weinrich, A. (2013). »Großer Krieg«, große Ursachen? Aktuelle Forschungen zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs. Francia, Bd. 40 (2013), S. 233-252.
  • 4. Didaktische Schwerpunktsetzung

    Die Unterrichtseinheit bezüglich unseres Arbeitsblattes beginnt mit dem ersten Aufgaben-Setting „Ursachen für den Ersten Weltkrieg“ und einer Wiederholung zu den Geschehnissen vor dem Ersten Weltkrieg, damit noch einmal die wichtigsten Ereignisse in das Gedächtnis gerufen werden. Dies wollen wir anhand einer Zuordnungsaufgabe mit Karikaturen und den jeweiligen Überschriften machen. Bei dieser Aufgabe wird die historische Sachkompetenz der SuS gefordert, welche sie befähigt das nötige Wissen für die jeweilige Frage zu besitzen. In der nächsten Aufgabe sollen sich die SuS ein Erklärvideo zu den Ursachen und dem Anlass des Ersten Weltkriegs ansehen und anschließend ein Quiz mithilfe ihrer Aufzeichnungen aus dem Erklärvideo absolvieren. Diese beiden Aufgaben dienen der Sachanalyse, indem die geschichtlichen Phänomene erklärt und verstanden werden. Durch das Erklärvideo und das Online-Quiz kommt eine neue Lernsituation auf die SuS zu, welche für Abwechslung sorgt. In Bezug auf die Differenzierungsmöglichkeit mit Variante B des Arbeitsblattes wollen wir in der zweiten Aufgabe noch die Themen Bündnissysteme und Interessenkonflikte zwischen den Ländern hinzufügen, über welche sich die SuS im Erklärvideo informieren sollen. Unsere differenzierte Variante B entspricht der anspruchsvolleren Variante des Arbeitsblattes, wobei wir jedoch nicht viele Veränderungen vorgenommen haben, da unser ursprüngliches Arbeitsblatt unserer Meinung nach schon viele Differenzierungsmöglichkeiten bietet.Das zweite Aufgaben-Setting „Eine Onlinesammlung zum 1. WK kennenlernern“ widmet sich dem Prinzip der digitalen Heuristik. Dabei wird in Aufgabe 1 die Sachanalyse durch ein weiteres Erklärvideo zur Onlinesammlung 'Der Wahre Jacob' gegeben. In der zweiten Aufgabe sollen die SuS eine Tabelle bezüglich der Onlinesammlung ausfüllen, wobei sie den Betreiber, Inhalte, Ziel und auch die politische Ausrichtung analysieren sollen, wobei das Sachurteil des Aufgabensets abgedeckt wird. Das Umgehen mit einer Onlinesammlung erfordert eine Methodenkompetenz diesbezüglich, da in Aufgabe 3 eine bestimmte Karikatur von den SuS selbstständig gesucht werden soll. In der letzten Aufgabe bewerten die SuS dieses Onlineangebot und begründen dies in einem Padlet, was das Werturteil darstellen soll. Die digitale Heuristik bezieht sich auf die Methodenkompetenz der Quellenkritik, welche wir in dieser Aufgabe jedoch nur anreißen, da unser Schwerpunkt der Unterrichtseinheit auf dem Interpretieren liegen soll. Mit dieser Aufgabe wollen wir langsam an unser eigentliches Hauptthema der Karikaturinterpretation heranführen. Die Differenzierungsmöglichkeiten sehen wir hier in der Aufgabe 4, indem die SuS nicht nur die Onlinesammlung

  • beurteilen sollen, sondern auch Veränderungs- bzw. Verbesserungsvorschläge anbringen können. Dies soll dazu anregen, sich noch intensiver mit einer Onlinesammlung auseinanderzusetzen, da dies durch medialen Wandel wahrscheinlich öfter in Benutzung kommen wird.

    Unser drittes Aufgaben-Setting befasst sich schließlich mit dem Karikaturen interpretieren. Dafür haben wir wiederum ein Erklärvideo zur Verfügung gestellt, da dies unserer Meinung nach die beste Möglichkeit ist, die Methoden dieses Arbeitsblattes ausführlich zu erklären. Dies beinhaltet ebenfalls die Sachanalyse. In der Aufgabe soll nun endlich auch die Karikatur, welche die SuS in der Onlinesammlung selbstständig finden sollten, interpretiert werden. Die Ergebnisse sollen ebenfalls auf dem Padlet hochgeladen werden. An dieser Stelle könnten wir uns vorstellen im Unterricht eine Gruppenarbeit einzufügen, da die SuS vorher noch nie eine Karikatur interpretiert haben und dies in der Gruppe wahrscheinlich vorerst leichter fallen würde. Im Erklärvideo haben wir eine Karikatur aus einer englischen Zeitschrift verwendet, um die Multiperspektivität der Ansichten zu den Ursachen des Ersten Weltkrieges mit einzubeziehen. Es kann in der Regel zwar erst mit ca. drei verschiedenen Quellen von Multiperspektivität gesprochen werden, jedoch haben wir uns dafür entschieden aufgrund der Fülle an Stoff auf eine weitere Karikatur zu verzichten, welche sich in einer schwierigeren Variante jedoch noch einfügen ließe. Anhand dieser beiden Karikaturen lassen sich die verschiedenen Ansichten zwischen Deutschland und England jedoch trotzdem erkennen. Hierbei wollen wir die zweite Aufgabe indem Sinne differenzieren, dass die SuS sich selbstständig eine Karikatur in der Onlinesammlung suchen können, welche sie interpretieren sollen. Dies regt die SuS dazu an selbstständig geeignete Karaikaturen zu finden und entspricht damit dem entdeckenden Lernen, da sie selbstständig die Karikatur finden und das Problem dabei erkennen müssen. Dies könnten wir uns wie oben schon erwähnt ebenfalls in einer Gruppenarbeit vorstellen. Jedoch kann hierbei kein angemessener Erwartungshorizont gegeben werden.

    Das vierte und letzte Aufgabensetting beschäftigt sich mit der Kriegsschuldfrage. Hierbei haben wir den SuS zwei verschiedene Zitate und einen Artikel aus dem Versailler Vertrag bezüglich der Kriegsschuldfrage vorgegeben, welche sie in einer Tabelle nach Argument und möglicher Intention analysieren sollen. Hierbei wird wieder eine Methodenkompetenz abgerufen, um solche Zitate analysieren zu können. Das Erste Zitat ist von Kaiser Wilhelm und das zweite Zitat von einem australischen Historiker, wobei wir wiederum die Multiperspektivität zur Anwendung gebracht haben. Durch diese zwei verschiedenen Ansichten kann die Dimension des Identitätsbewusstseins nach Pandel aufgegriffen werden. Da zum einen der ehemalige deutsche Kaiser zu Wort kommt und die SuS eine vorstellen vom Geschichtsbewusstsein der damaligen Zeit im Bezug auf das Wir bekommen und durch den Kommentar

  • vom australischen Historiker die Ihr- Perspektive hören, so wie ein anderes Land aus heutiger Sicht darüber denkt. Pandel sieht diese Dimension als eine gesellschaftliche, aufbauende Dimension an, welche erworben werden muss um ein vollständiges Geschichtsbewusstsein zu erlangen. Die letzte Aufgabe stellt das Sach- und Werturteil dar, da die SuS sich nun zur Kriegsschuldfrage positionieren sollen. Dies erfordert auch eine Orientierungskompetenz nach dem FUER-Modell, wobei man selbstständig Schlussfolgerungen ziehen können muss. Die Differenzierung soll hierbei zum einen in Aufgabe 2 stattfinden, indem die SuS eine weitere Meinung zur Kriegsschuldfrage eines Historikers im Internet recherchieren und in die Tabelle eintragen sollen. Dies fördert die Methodenkompetenz des richtigen Recherchierens, um diese Aufgabe lösen zu können. Zum anderen wollen wir in Aufgabe 3 differenzieren. Dabei sollen die SuS sich zum Ausspruch Kein Land hat den Krieg gewollt, die Länder sind hineingeschliettert. positionieren. Dies ist schwieriger, da sie nun ihre Argumente anhand eines Zitats formulieren müssen, was wiederum das Sachurteil der Aufgabe verstärkt.

    Wir haben uns für die schriftliche Leistungskontrolle als Form der Leistungsüberprüfung entschieden. So ist das Abfragen von Ursachen und Anlass, das Positionieren zur Kriegsschuldfrage und die Karikaturinterpretation einfach möglich.

    Literaturtipp

    Henke-Brockschatz, Gerhard: Forschend-entdeckendes Lernen, In: Mayer, Ulrich/Pandel, Hans-Jürgen/Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach 2007, S. 15-29.

    Literaturtipp

    Schlotheuber, Eva/ Bösch, Frank: Quellenkritik im digitalen Zeitalter: Die Historischen Grundwissenschaftenals zentrale Kompetenz der Geschichtswissenschaft und benachbarter Fächer, In: Hohls, Rüdiger/ Prinz, Claudia/ Schlotheuber, Eva (Hrsg.): Historische Grundwissenschaften und die digitla eHerausforderung, Historisches Forum 18, 2016, S. 16-21.

    Literaturtipp

    Baumgärtner, Ulrich: Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule, Paderborn 2015, S. 57-87

    Literaturtipp

    Lücke, Martin: Multiperspektivität, Kontroversität, Pluralität, In: Barricelli, Michele/Lücke, Martin (Hrsg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts, Bd. 1, Schwalbach 2012, S. 281-88.

    Literaturtipp

    Baumgärtner, Ulrich: Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule, Paderborn 2015, S. 17-46.

  • 5. Lernzielformulierung

    Wissen

    Können

    Werte

    Die SuS kennen...

    Die SuS können...

    Die SuS beurteilen...

    - die Ursachen und den Anlass des 1. Weltkriegs

    - einem Erklärvideo Informationen entnehmen

    - das Onlineangebot Der wahre Jacob begründet in Bezug auf seine Nützlichkeit

    - die Onlinezeitschri-ftensammlung Der wahre Jacob

    - selbstständig eine Karikatur unter Vorgaben in einer Onlinesammlung finden

    - die Kriegsschuldfrage und können sich dazu positionieren

    - die Schritte zur Interpretation einer Karikatur

    - eine Onlinesammlung anhand bestimmter Kriterien analysieren

    - drei verschiedene Meinungen zur Kriegsschuldfra-ge

    - eine Karikatur mit Hilfe eines Erklärvideos interpretieren

    - Zitate in Bezug auf Argumente und Intention analysieren

    T1 Lernziele
  • Aufgabe

    Medienkompetenzrahmen NRW

    Aufgabe 1.1 Wiederholung

    1. Bedienen und Anwenden, 1.2 digitale Werkzeuge

    Aufgabe 1.2 Informiere...

    2. Informieren und Recherchieren, 2.2 Informationsauswertung

    Aufgabe 1.3 Teste...

    1. Bedienen und Anwenden, 1.2 digitale Werkzeuge

    Aufgabe 2.1 Informiere...

    2. Informieren und Recherchieren, 2.2 Informationsauswertung

    Aufgabe 2.2 Analysiere...

    2. Informieren und Recherchieren, 2.3 Informationsbewertung

    Aufgabe 2.3 Suche...

    2. Informieren und Recherchieren, 2.1 Informationsrecherche

    Aufgabe 2.4 Beurteile...

    5. Analysieren und Reflektieren, 5.2 Meinungsbildung, 3. Kommunizieren und Kooperieren, 3.1. Kommunikations- und Kooperationsporzesse

    Aufgabe 3.1 Informiere...

    2. Informieren und Recherchieren, 2.2 Informationsauswertung

    Aufgabe 3.2 Interpretiere...

    3. Kommunizieren und Kooperieren, 3.1 Kommunikations- und Kooperationsprozesse

    Aufgabe 4.1 Lies...

    1. Bedienen und Anwenden, 1.2 digitale Werkzeuge

    Aufgabe 4.2 Positioniere...

    3. Kommunizieren und Kooperieren, 3.1 Kommunikations- und Kooperationsprozesse

    T2 Aufgaben und Medienkompetenzrahmen NRW
    Medienkompetenzrahmen

    https://t1p.de/h3pv

  • 6. Vorschlag Leistungsüberprüfung

    Wie bereits erwähnt, haben wir uns für eine Leistungskontrolle als Form der Leistungsüberprüfung entschieden, da sich dadurch sowohl Wissen über die historischen Entwicklungen, als auch die Fähigkeit eine Karikatur zu interpretieren gut überprüfen lässt. Der Test ist für eine Bearbeitungsdauer von rund 45 Minuten konzipiert. Die Aufgaben lassen sich alle mit dem Wissen aus der Bearbeitung des Arbeitsblattes lösen. Der Fokus liegt auf den konkreten Ursachen für den Weltkrieg, speziell auf den Bündnissystemen. Es ist somit sinnvoll, die Leistungskontrolle schreiben zu lassen, bevor das eigentliche Kriegsgeschehen behandelt wird.

    Die erste Aufgabe gehört zum Anforderungsbereich I. Die zu erklärenden Begriffe tauchen im Zusammenhang mit der Vorzeit des Ersten Weltkrieges häufig auf und die SuS sollen zeigen, dass sie wissen um was es sich dabei handelt.  Die zweite Aufgabe befasst sich mit der Interpretation einer Karikatur. Es geht darum zu überprüfen, ob die SuS verschiedenen Schritte einer Interpretation beherrschen. Hierbei handelt es sich um eine Aufgabe mit dem Anforderungsbereich II. Die folgenden zwei Aufgaben sind wiederum dem Anforderungsbereich I zuzuordnen. Es werden Informationen zu den Bündnissen, sowie zum Anlass und den Ursachen des Krieges abgefragt. Bei der fünften Aufgabe sollen die SuS mögliche Gründe für die Kriegsbegeisterung in großen Teilen der Bevölkerung erläutern. Diese Aufgabe kann zum Teil mit Fakten aus der Aufgabe zu den Kriegsgründen bearbeitet werden. Zusätzlich muss jedoch erläutert werden, wie einzelne Faktoren, beispielsweise die Militarisierung der Gesellschaft zustande kommen und auf die Bevölkerung wirken. Aufgrund der Erläuterung von Zusammenhängen gehört sie in den Anforderungsbereich II. Bei der letzten Aufgabe mit dem Anforderungsbereich III, werden die SuS aufgefordert, sich zur Kriegsschuld zu positionieren. Wichtig ist hierbei, dass die beschriebene eigene Meinung mit passenden historischen Fakten und Entwicklungen untermauert wird.

    Hinter jeder Aufgabenstellung ist die erreichbare Höchstpunktzahl für die betreffende Aufgabe angegeben. So soll den SuS eine Orientierungshilfe gegeben werden, wie "lohnenswert" die einzelnen Aufgaben sind, so dass sie sich ihre Arbeitszeit effektiv einteilen können. Im angehängten Erwartungshorizont ist angegeben, für welche Antworten es wie viele Punkte gibt. Eine Angabe, wie viele Punkte welcher Note entsprechen, wurde bewusst nicht gemacht.