• Leistungskontrolle
  • anonym
  • 07.10.2020
  • Geschichte
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  • Vorschlag Leistungskontrolle- Religion im Mittelalter

    Die vorgeschlagene Leistungskontrolle besteht aus vier Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus. Dabei entfallen 30% der Punkte auf die Aufgaben 1 und 2 (6 von 21), die dem Anforderungsbereich 1 entsprechen. In den genannten Aufgaben müssen die SchülerInnen Wissen, das ihnen durch das Lernmaterial vermittelt wird, abrufen und reproduzieren.
    40% der Punkte (9 von 21) werden durch Aufgabe 3 vergeben, die dem Anforderungsbereich 2 entspricht. Die dritte Aufgabe ist eine Form der Quellenanalyse. Da sich die SchülerInnen im Lernmaterial entweder mit Bild- oder Textquellenanalyse beschäftigt haben, ist die Aufgabe strukturell als Wahlaufgabe angelegt, bei der sich die Lernenden für die Bild- oder Textquellenanalyse entscheiden können. Die gewählte Textquelle bezieht sich thematisch auf das bearbeitete Lernmaterial. Während im Material die Benediktinerregel analysiert wurde, gilt es nun die gesammelten Erfahrungen auf die Augustinusregel anzuwenden. Die Analyseschrittfolge ist dabei in tabellenform vorgegeben. Die Bildquelle bezieht sich ebenfalls auf das Lernmaterial. In diesem wurde die Bildquellenanalyse exemplarisch an einer Miniatur von Papst Johannes XXII durchgeführt. In der Leistungskontrolle wird das gewonnene Wissen auf eine Malerei angwendet, die den Papst Innozenz III widerspiegelt.
    Die restlichen 30% der Gesamtpunktzahl werden durch Aufgabe 4 abgedeckt, die dem Anforderungsbereich 3 enstpricht. Bei dieser Aufgabe müssen die SchülerInnen eine historische Transferleistung erbringen. Sie müssen in Form einer Beurteilung nachweisen, dass verschiedene Elemente des mittelalterlichen Glaubens auch in der heutigen Zeit noch präsent sind.

    Im Folgenden finden Sie einen Bewertungsmaßstab für die vorgeschlagene Leistungskontrolle:

    Note

    Punktzahl

    1

    20-21

    2

    17-19

    3

    12-16

    4

    8-11

    5

    4-7

    6

    0-3

    T1: Bewertungsmaßstab
  • Leistungskontrolle- Religion im Mittelalter

    1
    / 3
    Nenne Möglichkeiten, wie sich Menschen im Mittelalter von ihren Sünden befreien konnten.
    2
    / 3
    Zähle die möglichen Orte auf, die die Menschen nach dem Tod laut der mittelalterlichen Kirche erwartete.
    3
    / 9
    Analysiere entweder die Textquelle Q1 oder die Bildquelle Q2. Fülle dazu die jeweils vorgegebene Tabelle aus.

    W-Fragen

    Q1: Die Augustinusregel

    Wer war der Autor?

    Wann wurde die Quelle verfasst?

    Wo wurde die Quelle verfasst?

    Wie wurde die Quelle verfasst (Quellenart)?

    Was sagt die Quelle aus?

    Warum wurde die Quelle verfasst (Ursache)?

    Wozu wurde die Quelle verfasst (Ziele)?

    T1: Tabelle für die Textquellenanalyse von Q1
  • Q1: Augustinus von Hippo: Die Augustinusregel (397 n. Chr.)

    Vor allem, liebe Brüder, soll Gott geliebt werden, sodann der Nächste; denn das sind die Hauptgebote, die uns gegeben sind.

    I. WESEN UND ZIEL DES GEMEINSAMEN LEBENS

    1. Folgendes schreiben wir euch im Kloster vor:

    2. Das Erste, warum ihr in Gemeinschaft zusammenlebt, ist, einmütig im Haus zu wohnen, und ein Herz und eine Seele zu sein auf Gott hin.Gütergemeinschaft

    3. Nennt nichts euer Eigentum, sondern alles gehöre euch gemeinsam. Jedem werde von eurem Vorsteher Nahrung und Kleidung zugeteilt, nicht jedemin gleicher Weise, weil ihr nicht alle zum gleichen fähig seid, sondern einem jeden, wie er es nötig hat. Denn so lest ihr in der Apostelgeschichte: ,,Sie hatten alles gemeinsam, und jedem wurde zugeteilt, was er nötig hatte. [...]

    konnten.Demut als Voraussetzung brüderlichen Zusammenlebens

    6. Sie sollen auch nicht überheblich werden, weil sie mit Leuten zusammenleben, denen sie sich draußen nicht zu nahen wagten. Sie sollen vielmehr ihr Herz erheben und nicht wertlose, irdische Dinge suchen. Sonst würden die Klöster den Reichen nützen, nicht den Armen, wenn darin die Reichen demütig, die Armen aber aufgeblasen würden.

    7. Andererseits sollen sich die in der Welt Angesehenen nicht der Mitbrüder schämen, die aus ärmlichen Verhältnissen zu dieser heiligen Gemeinschaft gekommen sind. Sie sollen mehr darauf bedacht sein, sich der Gemeinschaft mit armen Mitbrüdern als ihrer reichen Verwandten zu rühmen. Sie sollen sich nicht überheben, wenn sie von ihrem Vermögen der Gemeinschaft etwas beigesteuert haben, und sich nicht mehr darauf einbilden, dass sie ihren Reichtum dem Kloster überantworten, als wenn sie ihn in der Welt genießen könnten. [...]

    8. Lebt also alle eines Herzens und Sinnes miteinander und ehrt in euch gegenseitig Gott, dessen Tempel ihr seid.

    II. GEBET

    1. Dem Gebet obliegt mit Eifer zu den festgesetzten Stunden und Zeiten!

    2. Im Oratorium soll jeder nur das tun, wozu es bestimmt ist, woher es auch den Namen hat. Sonst würden jene, die vielleicht außerhalb der festgesetzten Stunden in ihrer freien Zeit beten wollen, von denen gestört, die glauben, dort etwas anderes tun zu müssen. [...]

    IV. VERHALTEN AUSSERHALB DES KLOSTERS1. Euer Gehaben soll nicht auffällig sein! Legt keinen Wert darauf, durch eure Kleidung zu gefallen, vielmehr durch euer Leben!

    2. Wenn ihr ausgeht, geht miteinander! Wenn ihr an das Ziel eures Weges kommt, bleibt beisammen!

    3. Im Gehen und Stehen, in all euren Bewegungen, soll nichts vorkommen, was bei jemandem Anstoß erregen könnte; sondern alles soll eurem heiligen Stand entsprechen. [...]





    5




    10




    15




    20




    25




    30




    35




    Q1: Augustinus von Hippo: Die Augustinusregel (397 n. Chr.)

    Vor allem, liebe Brüder, soll Gott geliebt werden, sodann der Nächste; denn das sind die Hauptgebote, die uns gegeben sind.

    I. WESEN UND ZIEL DES GEMEINSAMEN LEBENS

    1. Folgendes schreiben wir euch im Kloster vor:

    2. Das Erste, warum ihr in Gemeinschaft zusammenlebt, ist, einmütig im Haus zu wohnen, und ein Herz und eine Seele zu sein auf Gott hin.Gütergemeinschaft

    3. Nennt nichts euer Eigentum, sondern alles gehöre euch gemeinsam. Jedem werde von eurem Vorsteher Nahrung und Kleidung zugeteilt, nicht jedemin gleicher Weise, weil ihr nicht alle zum gleichen fähig seid, sondern einem jeden, wie er es nötig hat. Denn so lest ihr in der Apostelgeschichte: ,,Sie hatten alles gemeinsam, und jedem wurde zugeteilt, was er nötig hatte. [...]

    konnten.Demut als Voraussetzung brüderlichen Zusammenlebens

    6. Sie sollen auch nicht überheblich werden, weil sie mit Leuten zusammenleben, denen sie sich draußen nicht zu nahen wagten. Sie sollen vielmehr ihr Herz erheben und nicht wertlose, irdische Dinge suchen. Sonst würden die Klöster den Reichen nützen, nicht den Armen, wenn darin die Reichen demütig, die Armen aber aufgeblasen würden.

    7. Andererseits sollen sich die in der Welt Angesehenen nicht der Mitbrüder schämen, die aus ärmlichen Verhältnissen zu dieser heiligen Gemeinschaft gekommen sind. Sie sollen mehr darauf bedacht sein, sich der Gemeinschaft mit armen Mitbrüdern als ihrer reichen Verwandten zu rühmen. Sie sollen sich nicht überheben, wenn sie von ihrem Vermögen der Gemeinschaft etwas beigesteuert haben, und sich nicht mehr darauf einbilden, dass sie ihren Reichtum dem Kloster überantworten, als wenn sie ihn in der Welt genießen könnten. [...]

    8. Lebt also alle eines Herzens und Sinnes miteinander und ehrt in euch gegenseitig Gott, dessen Tempel ihr seid.

    II. GEBET

    1. Dem Gebet obliegt mit Eifer zu den festgesetzten Stunden und Zeiten!

    2. Im Oratorium soll jeder nur das tun, wozu es bestimmt ist, woher es auch den Namen hat. Sonst würden jene, die vielleicht außerhalb der festgesetzten Stunden in ihrer freien Zeit beten wollen, von denen gestört, die glauben, dort etwas anderes tun zu müssen. [...]

    IV. VERHALTEN AUSSERHALB DES KLOSTERS1. Euer Gehaben soll nicht auffällig sein! Legt keinen Wert darauf, durch eure Kleidung zu gefallen, vielmehr durch euer Leben!

    2. Wenn ihr ausgeht, geht miteinander! Wenn ihr an das Ziel eures Weges kommt, bleibt beisammen!

    3. Im Gehen und Stehen, in all euren Bewegungen, soll nichts vorkommen, was bei jemandem Anstoß erregen könnte; sondern alles soll eurem heiligen Stand entsprechen. [...]

    https://t1p.de/7ixu
  • Analyseelemente

    Bildgattung (z.B. Zeichnung, Karikatur, Gemälde)

    Entstehungszeitpunkt ( Wann wurde die Bildquelle gezeichnet, fotografiert etc.?)

    Verfasser (Wer hat die Bildquelle entworfen?)

    Beschreibung (Was kannst du auf dem Bild sehen?)


    Absicht (Warum hat der Künstler die Bildquelle entworfen?)


    Wirkung (Welche Wirkung soll das Bild auf die Zeitgenossen haben?)


    Bewertung (Wie lässt sich das Bild aus der heutigen Sicht bewerten?)

    T2: Tabelle für die Bildquellenanalyse zu Q2
    Fresko (Wandmalerei), 1219,
    Autor unbekannt

    Q2 Bildquelle: Wikimedia, gemeinfrei

  • 4
    / 6
    Beurteile folgende Aussage: Das Erbe der mittelalterlichen Religion ist heute nichts mehr wert. Von ihr ist in der heutigen Zeit nichts mehr übrig!
    Beziehe dich in deiner Argumentation beispielhaft auf das Kloster Roggenburg und den Orden der Prämonstratenser, die du im Unterricht kennengelernt hast und nenne Beispiele.
    / 21
    Note
    Unterschrift
  • Erwartungshorizont

    1
    Nenne Möglichkeiten, wie sich Menschen im Mittelalter von ihren Sünden befreien konnten.

    AFB1: Es gibt je einen Punkt auf die richtigen Begriffe. Der dritte Punkt wird vergeben, wenn für Buße tun ein Beispiel genannt wird.

    richtige Begriffe:
    Ablassbriefe kaufen (1)
    Buße tun (1) durch Pilgerreisen (1) oder Fasten (1)

    2
    Zähle die möglichen Orte auf, die die Menschen nach dem Tod laut der mittelalterlichen Kirche erwartete.

    AFB1: Es gibt je einen Punkt auf die richtigen Begriffe.

    richtige Begriffe:
    Himmel (1)
    Hölle (1)
    Fegefeuer (1)

    3
    Analysiere entweder die Textquelle Q1 oder die Bildquelle Q2. Fülle dazu die jeweils vorgegebene Tabelle aus.

    AFB2: Aufgabe 3 ist aufgrund der Wahlmöglichkeit des Arbeitsblattes zwischen Textquellenanalyse und Bildquellenanalyse eine Wahlaufgabe.

    W-Fragen

    Q1: Die Augustinusregel

    Wer war der Autor?

    Augustinus von Hippo (1)

    Wann wurde die Quelle verfasst?

    397 n. Chr. (1)

    Wo wurde die Quelle verfasst?

    unbekannt/ keine Angabe (1)

    Wie wurde die Quelle verfasst (Quellenart)?

    Ordensregel (1)

    Was sagt die Quelle aus?

    Die Quelle regelt:
    Ziele und Wesen des Zusammenlebens (1)
    Gebetsregeln/ -grundlagen (1)
    das Verhalten außerhalb des Klosters (1)

    Warum wurde die Quelle verfasst (Ursache)?

    Es sollten allgemeingültige Regeln erstellt werden, die für alle Mitglieder des Ordens gültig sind, um ein geordnetes Zusammenleben zu ermöglichen. (1)

    Wozu wurde die Quelle verfasst (Ziele)?

    Ordensregeln werden benötigt, um Orden zu gründen. (Wissen aus Unterricht) (1)

    T1: Tabelle für die Textquellenanalyse von Q1
  • Analyseelemente

    Bildgattung (z.B. Zeichnung, Karikatur, Gemälde)

    Wandmalerei (1)

    Entstehungszeitpunkt ( Wann wurde die Bildquelle gezeichnet, fotografiert etc.?)

    1219 (1)

    Verfasser (Wer hat die Bildquelle entworfen?)

    unbekannt (1)

    Beschreibung (Was kannst du auf dem Bild sehen?)

    Es können mehrere Bildelemente beschrieben werden, die jeweils einen Punkt ergeben. (Max. 2 Punkte möglich):
    männliche Person (1)
    prunkvoller Kopfschmuck (1)
    weiße Kleidungselemente (1)
    rotes Gewand (1)
    Gewand mit Kreuzen verziert (1)


    Absicht (Warum hat der Künstler die Bildquelle entworfen?)


    Die Person auf dem Bild sollte markant in Szene gesetzt werden/ präsentiert werden. (1)
    Durch die edlen Gewänder und die prunkvolle Ausstattung sollte ein erhöhter Status innerhalb der Gesellschaft porträtiert werden, evtl. auch für die Nachwelt. (1)

    Wirkung (Welche Wirkung soll das Bild auf die Zeitgenossen haben?)

    Die Person wird in den typischen Gewändern eines Papstes und den dazugehörigen Gütern dargestellt. Dies soll ihm Autorität und einen übergeordneten Status verleihen und von den anderen Menschen wahrgenommen werden.
    Somit zielt die Wirkung des Bildes auf gläubige Adressaten, die ihn als machtvollen und würdigen Papst wahrnehmen sollen. (1)

    Bewertung (Wie lässt sich das Bild aus der heutigen Sicht bewerten?)

    Die Bewertung der Bildquelle obliegt den SchülerInnen. Die Bewertung sollte zwar aus heutiger Sicht erfolgen, dennoch dürfen die SchülerInnen nicht vergessen, dass man historische Ereignisse immer unter Maßgabe der damals geltenden Bedingungen beurteilen sollte. (1 für eine akzeptable Bewertung)

    T2: Tabelle für die Bildquellenanalyse zu Q2
  • 4
    Beurteile folgende Aussage in Satzform: Das Erbe der mittelalterlichen Religion ist heute nichts mehr wert. Von ihr ist in der heutigen Zeit nichts mehr übrig!
    Beziehe dich in deiner Argumentation beispielhaft auf das Kloster Roggenburg und den Orden der Prämonstratenser, die du im Unterricht kennengelernt hast und nenne Beispiele.

    AFB3: Diese Aufgabe verdeutlicht den SchülerInnen, dass vielfältige kulturelle Einrichtungen und Gedankengebäude ihre Wurzeln in der Religion des Mittelalters haben.

    Nachfolgende Erläuterungen bringen einen Punkt:
    -Beurteilung, dass Aussage falsch ist (1)
    -Anführen, dass Bauweise des Klosters Roggenburg aus der damaligen Zeit stammt (1) + ein Beispiel für diese Behauptung (z.B. Bibliothek, Refektorium) (1)
    -Anführen, dass zum Teil mittelalterliche Klosterregeln noch gültig sind (1) + ein Beispiel für diese Behauptung (Im Kloster Roggenburg gilt heute noch die Augustinusregel) (1)
    -Nachweisen, dass einige ehemalige Glaubensvorstellungen aus dem Mittelalter auch heute noch gültig sind (1), z.B. Jenseitsvorstellungen