• Leistungsüberprüfung inkl. Erwartungshorizont
  • Louis Gängler
  • 09.09.2020
  • Geschichte
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  • Leistungskontrolle

    Die Leistungsüberprüfung für das vorliegende Material, wird in Form einer schriftlichen Leistungskontrolle vorgeschlagen. Da die Inhalte des Materials einen Überblick über eine mittelalterliche Stadt mit all ihren Facetten geben soll, wird auch bei Leistungskontrolle vor allem versucht dieses inhaltliche Wissen abzufragen und einen Transfer in die Gegenwart und damit den Lebensweltbezug der SchülerInnen zu erzielen.

    Die Leistungsüberprüfung teilt sich dabei, wie das Material, in drei verschiedene inhaltlich voneinander abzutrennende Teilbereiche. Die Teilbereiche sind auch hier die städtebaulichen Bestandteile einer mittelalterlichen Stadt, die Zünfte und die Gesellschaft des Mittelalters.


    Vor allem die Überprüfung des Wissens zu den Bestandteilen einer mittelalterlichen Stadt ist dabei im Anforderungsbereich 1 zu finden. Das Nennen von städtebaulichen Bestandteilen und der Grund, warum mittelalterliche Städte oft an Flüssen gelegen waren, sind kurzes Faktenwissen.


    Leistungskontrolle anhand eines selbstgewählten Beispiels erklären was Zünfte sind. Die SchülerInnen vor die Wahl zu stellen, welche Zunft sie für die Erklärung wählen und anschließend die Möglichkeit ihre Definition in eigenen Worten wiederzugeben, hat das Ziel, das bloße Abfragen zu minimieren und die Selbststeuerung der Antwort zu gewährleisten. Der Transfer des Wissen in die Lebenswelt der Schülerinnen findet in Aufgabe 4 statt. Die SchülerInnen haben sich im Material mit der Fragestellung beschäftigt, warum viele Zünfte und Berufe ausgestorben sind und sollen nun erneut eine Hypothese aufstellen, warum ein spezifischer Zunftberuf in der heutigen Zeit nicht mehr existiert. Sowohl das Aussterben von Berufen aufgrund gesellschaftlichen und technologischen Wandels wird mit dieser Aufgabe angesprochen als auch das Hinterfragen des Konzepts von Zünften.


    Im vorletzten Abschnitt der Leistungskontrolle, der Aufgabe 5, wird die Ständegesellschaft des Mittelalters thematisiert. Dabei sollen die SchülerInnen Bezug auf das Bild nehmen, das sie bereits aus dem Material kennen. Da die Ständegesellschaft einem hierarchischen Konzept folgte, sollen die SchülerInnen die Stände nicht nur nennen, sondern auch gemäß der damaligen Hierarchie ordnen. Mit dem Bild als Grundlage lassen sich in der nächsten Aufgabe die einzelnen Stände erklären. Der Transfer zwischen der historischen Bildquelle und der Erklärung eines jeden Standes anhand seiner Merkmale, soll dabei stattfinden. Das Erklären des jeweiligen Standes ist dementsprechend dem Anforderungsbereich 2 zuzuordnen. Da sich der niederste Stand sehr stark vom Adel und Klerus abhebt, soll die Teilaufgabe c.) dieses Problem erneut thematisieren. Der Vergleich dieses Standes mit allen anderen und die Hervorhebung der Besonderheiten des niedersten Standes, bedingt dabei den Anforderungsbereich 2.

    Mit der Aufgabe 6 kommt der Anforderungsbereich 3 zum Tragen. Dabei sollen sich die SchülerInnen erneut damit beschäftigen, wie die gesellschaftliche Situation im Mittelalter für Bauern und niedere Handwerker war und versuchen, diese zu beschreiben. Durch das selbstgesteuerte Argumentieren soll das Kernproblem thematisiert werden, was die Grundlage für den gesellschaftlichen Unmut vor allem am Ende der Epoche des Mittelalters war. Die beschriebene Ausgangssituation im Einleitungstext der Aufgabe ist dennoch nicht zu wertend in eine Richtung verfasst, sodass die SchülerInnen die Situation der Bauern kennen und adäquat bewerten müssen. Sich außerdem in die Lage eines Berichterstatters hineinzuversetzen, verlangt dabei ein gewisses Maß an Kreativität und Fantasie, die man bei einem Anforderungsbereich 3 voraussetzen darf.

    Die Anforderungsbereiche der schriftlichen Leistungskontrolle gliedern sich dementsprechend in: Anforderungsbereich 1 von 28%, dem Anforderungsbereich 2 von ca. 47% und dem Anforderungsbereich 3 von 25%.

  • Schriftliche Lernerfolgskontrolle: Das Leben in der Stadt des Mittelalters

    1
    Nenne 3 wichtige bauliche Merkmale einer mittelalterlichen Stadt.
    2
    Beschreibe, wieso Städte im Mittelalter oft an Flüssen gelegen waren.
    3
    Definiere in eigenen Worten den Begriff „Zunft“ anhand eines selbstgewählten Beispiels.
    4
    Erkläre kurz an einer weiteren selbstgewählten Zunft, warum diese heute nicht mehr existiert.
  • 5
    Die Gesellschaft im Mittelalter gliederte sich in drei Stände.

    • Ordne die Stände mithilfe der Abbildung 1 in ihrer Hierarchie.
      (4 Punkte)








    • Erkläre jeden Stand anhand von zwei Merkmalen. (6 Punkte)











    • Vergleiche, was vor allem den untersten Stand von allen anderen unterschied. (2 Punkte)
    6
    Stell dir vor du bist ein mittelalterlicher Gelehrter, der auf Reise von Dresden nach Borna durch verschiedenste Dörfer auf dem Land fährt. Dabei siehst du, wie die Menschen, die meist Bauern sind, leben. Gefesselt von dem Gesehenen, willst du in Borna auf dem Marktplatz vor dem Rednerpult von deinen Eindrücken berichten.

    Berichte der Stadtbevölkerung von
    dem Leben der Menschen auf dem Land!

    Verwende hierfür ein extra Blatt!

  • Material:

    Abb.1: Pronostacio (Ständeordnung) des Astrologen Johannes Lichtenberger, 1488
  • Erwartungshorizont

    1
    Nenne 3 wichtige bauliche Merkmale einer mittelalterlichen Stadt.

    Lösung

    Bewertung

    Genannte Bestandteile können die bereits bekannten aus dem Unterrichtsmaterial sein. Genannt werden kann zB. Stadtmauer, Marktplatz, Rathaus, Brunnen, Stadttor(e), etc.

    Anforderungsbereich 1.

    3 Bestandteile nennen
    = 3 BE

    2
    Beschreibe, wieso Städte im Mittelalter oft an Flüssen gelegen waren.

    Lösung

    Bewertung

    ..., weil Flüsse als Wasserquelle für die Stadt- und umliegenden Landbevölkerung (für die Landwirtschaft) dienten und weil Flüsse eine potentiell wichtige Handelsrouten für die Schifffahrt sein konnten.

    Anforderungsbereich 1.

    2 Gründe nennen
    = 2 BE

  • 3
    Definiere in eigenen Worten den Begriff „Zunft“ anhand eines selbstgewählten Beispiels.

    Beispiellösung

    Bewertung

    Bäcker
    - von Geburt an der Zunft zugewiesen (Zunftzwang)
    - Zunft ist Sammelbegriff für für Berufsgruppe im Mittelalter
    - Zur Abgrenzung und zur Außenwirkung: Zunftzeichen/Zunftwappen
    - Zunft regelt sowohl Arbeitsrechte und -Pflichten (steuert zB. Ober- und Untergrenze für Preise)

    Anforderungsbereich 1.
    (Da trotz Operator 'Beschreibe' bloßes Faktenwissen in Satzform abgefragt wird)

    Zusammenstellung
    Zunft nennen
    = 1 BE

    Drei Merkmale einer Zunft nennen
    = 3 BE

    Gesamt: 4 BE

    4
    Erkläre kurz an einer weiteren selbstgewählten Zunft, warum diese heute nicht mehr existiert.

    Beispiellösung

    Bewertung

    Köhler

    Existiert heute nicht mehr, da Kohle in der heutigen eine weniger wichtige Rolle im Alltag der Menschen einnimmt und Kohle mittlerweile industriell (und nicht mehr als Handwerk) gefertigt wird. Die traditionelle Berufsgruppe existiert also nicht mehr.

    Anforderungsbereich 2.
    (Transfer zwischen Mittelalter und Moderne muss hergestellt werden)

    Zusammenstellung
    weitere Zunft nennen
    = 1 BE

    Grund nennen
    = 1 BE

    Gesamt: 2 BE

  • 5
    Die Gesellschaft im Mittelalter gliederte sich in drei Stände.

    • Ordne die Stände mithilfe der Abbildung 1 in ihrer Hierarchie.

















    • Erkläre jeden Stand anhand von zwei Merkmalen.


















    Lösung

    Bewertung

    1. Klerus
    2. Adel
    3. Bauern/Bürger

    Anforderungsbereich 2.
    (Informationen aus Abb. verarbeiten, benennen und ordnen)

    Zusammenstellung
    Richtige Hierarchie
    = 1 BE

    Stände nennen
    = 3 BE

    Gesamt: 4 BE

    Beispiellösung

    Bewertung

    1. Klerus
    - Geistliche
    - dem Kirchenrecht unterstellt
    - lebt enthaltsam und meist sozial abgeschottet
    - Sicherung und Weitergabe von Wissen
    - Weltliche Vertreter der Kirche

    2. Adel
    - privilegierter Teil der Bevölkerung
    - Wahlrecht
    - Lehnsrecht
    - meist nur von Geburt an
    - (gehobener) Militärdienst

    3. Bauern/Bürger
    - größter Bevölkerungsteil
    - keine Rechte, viele Pflichten
    - unterstehen meist Lehnsherren (+ Abgaben leisten)
    - schlechte Lebensbedingungen

    Anforderungsbereich 2.

    1 Punkt pro Merkmal.
    = 6 BE

  • c) Vergleiche, was vor allem den untersten Stand von allen anderen unterschied.

    Beispiellösung

    Bewertung

    - signifikant größter Teil der Bevölkerung
    - keine politische Mitbestimmung + kaum Rechte
    - Landwirtschaft lebt meist in Abhängigkeit vom Lehnsherren
    - Bauern müssen im Vergleich zu allen anderen Ständen Abgaben leisten

    Anforderungsbereich 2.

    2 BE

    6
    Stell dir vor du bist ein mittelalterlicher Gelehrter, der auf Reise von Dresden nach Borna durch verschiedenste Dörfer auf dem Land fährt. Dabei siehst du, wie die Menschen, die meist Bauern sind, leben. Gefesselt von dem Gesehenen, willst du in Borna auf dem Marktplatz vor dem Rednerpult von deinen Eindrücken berichten.

    Bewerte die Situation der Bauern und berichte der Stadtbevölkerung von
    dem Leben der Menschen auf dem Land!

    Beispiellösung

    Bewertung

    SuS Erfassung die strukturelle und systematische Benachteiligung des dritten Standes und dessen schlechte Lebenssituation und können diese kreativ beschreiben. Des Weiteren können SuS sich in ihre Rolle als Rede haltender Gelehrter hineinversetzen und dies adäquat verschriftlichen.
    SuS erkennen das hist. Problem und die Ungerechtigkeit des Ständesystems (reflektieren dieses) und geben Lösungshypothesen.

    Anforderungsbereich 3.
    (Erfassung des Problems der Benachteiligung des dritten Standes; diskutieren von historischen Problemen; Entwickeln einer Deutung)

    4 Kernprobleme erfassen
    = 4 BE

    Adressatenbezogen und adäquat schreiben (Anlass einer Rede)
    = 2 BE

    hist. Problem deuten und reflektieren
    = 2 BE

    Gesamt: 8 BE