• Prüfungsleistung Fachdidaktik Geschichte
  • anonym
  • 09.09.2020
  • Geschichte
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  • Widerstand im Nationalsozialismus

    Stauffenberg

    Carl Friedrich Goerdeler

    Die weiße Rose

    Kreisauer Kreis

    Leipziger Meuten

    Georg Elser

    https://t1p.de/h6nh

    Kurzbeschreibung

    Das Material wurde für eine 9. Klasse gymnasialer Stufe konzipiert. Zur Aktivierung des Vorwissens wird die Machtergreifung Hitlers mit Hilfe eines Quiz aufgegriffen. Es thematisiert zunächst den Begriff des Widerstandes im Nationalsozialismus mit seinen Stufen und Formen, methodisch wird hierfür ein Erklärvideo zur Verfügung gestellt. Inhaltlichen Schwerpunkt setzt das Material auf bekannte Widerstandsgruppen (Kreisauer Kreis, Weißte Rose, Stauffenberg, Georg Elsner und die Arbeiterbewegung). Intensiver Bestandteil des Materials ist die Beschäftigung mit regionalen Widerstandsgruppen aus Sachsen. Hierbei werden speziell die Leipziger Meuten und Carl Friedrich Goerdeler thematisiert. Die SuS erschließen sich hierbei den historischen Sachverhalt mit der Hilfe von Quellen. Abschließend wird der Bezug zu dem aktuellen Widerstandsbegriff hergestellt mit einem Auszug aus dem Grundgesetz zum Widerstandsrecht und einer Rede Norbert Lammerts.

    Erklärvideo zum Widerstand im Nationalsozialismus

    https://t1p.de/z3tq

  • 1. Lehrplanverortung

    Das Material Widerstand im Nationalsozialismus ist im Sächsischen Lehrplan für eine gymnasiale 9. Klasse im Lernbereich drei Die nationalsozialistische Diktatur – ein System von Gewalt und Terror zu verorten. (Sächsischer Lehrplan, S. 25 f.) Es wurde konzipiert für den Teilbereich Kennen von Möglichkeiten des Widerstandes gegen Terror und Gewalt. Im Material werden gemäß des Lehrplanes der Begriff des Widerstandes definiert sowie dessen Formen, Motive und Bedeutung thematisiert. Durch die Behandlung des heutigen Widerstandsbegriffs am Ende des Materials, werden soziale Kompetenzen, wie die Verantwortungsbereitschaft gefördert, da es die Möglichkeiten von Formen des Widerstandes behandelt im Falle des Unrechts. (Sächsischer Lehrplan, S. 26.)

    Ziele, welche gemäß des Sächsischen Lehrplanes der Klassenstufe 9 mit Hilfe des Materials verfolgt werden, sind zum einen, das Entwickeln der Fähigkeit, fachspezifische Arbeitsmethoden im Umgang mit Quellenarten und Darstellungsformen anzuwenden. (Sächsischer Lehrplan, S. 23) Teilziele, welche die SuS hierbei vertiefen sind die folgenden:

    • die Interpretation bereits bekannter Quellenarten und Darstellungsformen (Sächsischer Lehrplan, S. 23)
    • den Umgang mit traditionellen und digitalen Medien (Sächsischer Lehrplan, S. 23)
    • die Rekonstruktion historischer Veränderungen und Entwicklungen mithilfe von historischen Quellen und Darstellungen (Sächsischer Lehrplan, S. 23)

    Ein weiteres Ziel, welches mit dem Material verfolgt wird, ist das „Entwickeln eines Verständnisses für zeittypische Bedingungen und für Veränderungsprozesse auf der Grundlage historischen Wissens“ (Sächsischer Lehrplan, S. 23) Dadurch erlangen die SuS Grundwissen über die „Möglichkeiten von Widerstand in einer Diktatur“ (Sächsischer Lehrplan, S. 23).

    Auch das Ziel des „Einsicht gewinnen in die Bedeutung von Geschichte für die eigene Lebenswelt und Entwicklung der Fähigkeit, Handlungsmöglichkeiten für die Gegenwart vor dem Hintergrund historischer Erfahrung zu überprüfen“ (Sächsischer Lehrplan, S. 24). wird im Material aufgegriffen.  Denn mit Hilfe des Materials erkennen die SuS:

    • dass die Stabilität einer Demokratie vom Engagement ihrer Bürger abhängt und die demokratische Verfassungsordnung geschützt und verteidigt werden muss (Sächsischer Lehrplan, S. 24),
    • dass die wirtschaftliche und soziale Situation das politische Denken und Handeln von Menschen bestimmen kann (Sächsischer Lehrplan, S. 24),
    • dass Mentalitäten nachhaltig wirken und Denk- und Handlungsoptionen beeinflussen können (Sächsischer Lehrplan, S. 24),
    • dass die Behandlung von Menschen nicht gegen Grund- und Menschenrechte verstoßen darf (Sächsischer Lehrplan, S. 24),
    • dass die Geschichte des Nationalsozialismus auch für nachfolgende Generationen sowohl Belastung als auch Herausforderung zu demokratischem Denken und Handeln darstellt (Sächsischer Lehrplan, S. 24)
  • Mögliche Lernbereichsplanung

    LB 3: Die nationalsozialistische Diktatur – ein System von Terror und Gewalt - 12 Ustd.

    Stunde

    Thema/Inhalt

    methodischer Schwerpunkt

    1

    Volksgemeinschaft und Führerkult

    Rollenspiel

    2

    „Willst du nicht fürn Führer sein, dann schlage ich dir die Fresse ein.“ Terror gegen Andersdenkende

    schriftliche Quelle

    3

    Ausgrenzung und Verfolgung der Juden von 1933-1939

    Dokumentation: Auszüge aus “Der gelbe Stern”

    4

    Warum kann das Datum des Mauerfalls 09.11.89 niemals ein Feiertag in Dt. sein? → 9. November 1938
    Regionale Bezüge in verschiedenen Zäsuren (1918,1923,1938,1989)

    Diskussionsrunde

    5

    Die beginnende Vernichtung der Juden Europas in den besetzten Gebieten

    Bildquellen z.B. Warschauer Ghetto

    6

    Das System der Vernichtungslager am Beispiel Ausschwitz-Birkenaus

    Dokumentation und Spielfilm

    7

    Kriegsverlauf Blitzkrieg 1939-1941

    Zeitstrahl

    8

    Wende des Krieges: Schlachten von Stalingrad, Midway-inseln und bei El Alamein 1942-43

    Umgang mit Geschichtskarten
    Statistiken im Vergleich

    9

    Die Taktik der verbrannten Erde: Massenmorde und Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung (am Bsp. der Sowjetunion)

    Bild- und Tonquellen

    10

    Widerstand gegen die NS-Diktatur in Deutschland

    Regionale Bezüge: Leipzig (Goerdeler, Leipziger Meuten)
    Quellenarbeit

    11

    Widerstand gegen die NS-Diktatur in den besetzten Gebieten

    Spielfilmanalyse: Ausschnitte aus “Operation Anthropoid” und
    “Der Pianist”

    12

    Die Befreiung Deutschlands vom Faschismus und die Rückwirkung des verursachten Terrors

    regionaler Bezug: Dresden
    Zeitzeugenberichte

    T1: Lernbereichsplanung 3 - Klasse 9 Gymnasium
  • 2. Inhaltliche Schwerpunktsetzung

    Das Material vermittelt Fachwissen zur großen Thematik des Widerstandes explizit zu Zeiten des Nationalsozialismus. Allgemein versteht man unter Widerstand, einen Oberbegriff für alle Formen aktiven Handelns gegen die nationalsozialistische Ideologie und Herrschaftspraxis. Dazu zählen zum einen Formen innerer Emigration sowie der bewusst politische Kampf gegen das Regime. Mit Hilfe eines Stufenmodells (nach Peukert) kann man die unterschiedlichen Formen des Widerstandes unterscheiden. Diese reichen von Nonkonformität über Verweigerung bis hin zu Protest und schließlich zum Widerstand. Es handelte sich um ein sehr gefährliches Unterfangen, Widerstand im Nationalsozialismus zu leisten. Widerstand wurde von Männern sowie Frauen aus alles sozialen Schichten und politischen Lagern getragen.

    Im Raum Leipzig sind besonders zwei Widerstandsgruppen hervorzuheben, zum einen die Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler. Goerdeler war Leipziger Oberbürgermeister und trat 1937 von seinem Posten als Zeichen des Protestes gegen die nationalsozialistische Wirtschafts- sowie Finanzpolitik und Ideologie zurück. Unter ihm bildete sich der Oppositionszirkel des sogenannten „Goerdeler-Kreises“. Ziel der Widerstandsgruppe war der Sturz des Nationalsozialistischen Regimes, um den Krieg zu beenden. Zum anderen formierte sich in Leipzig eine Widerstandsgruppe aus zahlreichen Jugendlichen. Die Leipziger Meuten verweigerten die Jugendorganisationen des Nationalsozialismus, in dem sie eine eigene Gestaltung ihrer Freizeit organisierten. Dabei handelte es sich um eine Gruppe aus Jugendlichen aus der Arbeiterklasse der Stadt Leipzig. Sie übten Protest aus, durch die optische Abgrenzung gegenüber der HJ, wodurch sie einen eigenen Dresscode entwickelten.

    Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Diktatur und den Entwicklungen von 1968 wurde das sogenannte Recht auf Widerstand im Grundgesetzt verankert. Dieses wurde aus Furcht vor einem Missbrauch der Notstandsbefugnisse durch die Staatsgewalt im Zusammenhang mit der Notstandsverfassung 1968 verabschiedet.

    Die verwendeten Quellen zu den Leipziger Meuten (Q3, Q4) findet man als OER Material der Universität Leipzig unter dem Titel „Kein Bock auf HJ“. Bei der Quelle zum Widerstandsrecht, handelt es sich um den Artikel 20 des Grundgesetzt, dieser ist auf der folgenden Internetseite zu finden: www.bundestag.de/grundgesetz. Bei der Rede Norbert Lammerts zum Widerstandsrecht handelt es sich um einen Auszug, die gesamte Rede findet man unter der Internetseite: www.norbert-lammert.de

  • Literaturtipps und ergänzende Internetseiten
    • Material "Kein Bock auf HJ"  https://oer.uni-leipzig.de/wp-content/files_mf/1488958333Arbeitsmaterial_keinbock_neu.pdf
    • Die weiße Rose: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/zweiter-weltkrieg/widerstand
    • Stauffenberg: https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/dossier-nationalsozialismus/39564/der-20-juli-1944?p=all
    • Der Kreisauer Kreis: https://www.kreisau.de/kreisau/kreisauer-kreis
    • Widerstand aus der Arbeiterbewegung: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/zweiter-weltkrieg/widerstand

    3. Didaktische Schwerpunktsetztung

    Das Material „Widerstand im Nationalsozialismus“ ist gekennzeichnet durch das Prinzip Lernen mit digitalen Medien. Sämtliche Aufgabensets wurden virtualisiert. Der Einsatz digitaler Medien im historischen Lernprozess unterstützt die Recherche- bzw. Erschließungskompetenz von SuS. (vgl. Grosch, Einsatz digitaler Medien, S. 129) So bietet das Material den SuS mehrere Online-Recherchemöglichkeiten, welche die SuS selbstständig vollziehen. Das Internet bietet den SuS eine zentrale Informationsmöglichkeit für das historische Lernen. (vgl. Grosch, Einsatz digitaler Medien, S. 130)

    Für die Aktivierung des Vorwissens steht den SuS am Beginn des Materials ein WebQuest zur Verfügung, welches sie mittels QR-Code oder Link aufrufen und bearbeiten können. Damit wird bewusst zunächst ein spielerischer Zugang gelegt, welcher motivierend auf die SuS wirken soll und zugleich bereits bekanntes Wissen hervorrufen und festigen soll. Um die Wahrscheinlichkeit des Lernens und Verstehens zu erhöhen bedient sich das Material des Prinzips der Multimodalität. So sollen sich die SuS mit Hilfe eines Erklärvideos über den Widerstandsbegriff, dessen Formen und Stufen informieren. Unterstützt wird diese auditive Wissensvermittlung durch Darstellungen und Schemata und ist daher auch visuell angelegt. Hierdurch werden verschiedene Sinne der SuS angesprochen, wodurch das E-Learning begünstigt wird. (vgl. Grosch, Einsatz digitaler Medien, S. 133) Anschließend soll das vermittelte Wissen aus dem Erklärvideo rekonstruiert werden, in dem die SuS die Begriffsdefinition sowie das Stufenmodell nach Peukert auf das Material übertragen und eigene Beispiele finden.

  • Die SuS beschäftigen sich anschließend mit Vertretern verschiedener Widerstandsbewegungen. Dafür steht den SuS ein digitales Dokument zu Verfügung, auf dem sie ihre Antworten mittels einer Tabelle visualisieren können. Zusätzlich wurde den SuS erste Anreize zur Recherche geboten, in dem ihnen verschiedene Links mit qualitativen Internetseiten angeheftet wurden. Dies stellte eine bewusste Entscheidung dar, da im Internet Inhalte aller Qualitätsstufen zu finden sind und es SuS oft schwer fällt diese ohne Angabe von Kriterien zu unterscheiden. (vgl. Grosch, Einsatz digitaler Medien, S. 130)

    Anschließend folgt ein Aufgabenset, welches dem geschichtsdidaktischen Prinzip der Lokalgeschichte folgt: Die Auseinandersetzung mit Widerständlern aus dem Raum Leipzig. „Unter der Prämisse, dass die Rekonstruktion von Geschichte auf der Grundlage originaler Quellen eine zentrale Lernchance regionalgeschichtlichen Lernens ist, setzt der erkundende Unterricht das Verlassen der Schule und das Aufsuchen eines außerschulischen Lernortes voraus.“ (John, Lokal- und Regionalgeschichte, S. 77)

    Dementsprechend sollen die SuS den Goerdelerring aufsuchen, welches zu Ehren Carl Friedrich Goerdelers 1992 erbaut wurde, aufsuchen. Mit Hilfe einer digitalen Tabelle, sollen die SuS das Denkmal anhand von ausgewählten Kriterien analysieren. Weiterhin fördert die Auseinandersetzung mit dem Denkmal Carl Friedrich Goerdelers den „öffentlich wahrnehmbaren Umgang mit der Vergangenheit“ (Baumgärtner, Geschichte und Didaktik, S. 40) und ist daher wichtig für die Ausbildung des Geschichtsbewusstseins, da dies in einem engen Verhältnis zur Geschichtskultur steht. (vgl. Baumgärtner, Geschichte und Didaktik, S. 40)  

    Da Denkmäler Medien einer vergangenen oder auch gegenwärtigen Erinnerungspolitik sind, wird den SuS bewusst, dass Geschichte allgegenwärtig ist. Somit handelt es sich um eine Historische Gegenwartskunde. (vgl. Bergmann, Gegenwarts- und Zukunftsbezug, S. 93-96)

    Das Aufgabenset zu den Leipziger Meuten bedient ebenso einen lokalgeschichtlichen Zugang. Da es sich bei den Meuten um „Jugendcliquen“ handelte, wird hier Bezug zur Erfahrungswelt der SuS gelegt. Ebenso wird das Prinzip der Multiperspektivität aufgegriffen. Die SuS sollen mit Hilfe von zwei Zeitzeugenberichte in Form eines Interviews ihr historisches Denken schulen, in dem sie Erkenntnis durch Perspektivübernahme erlangen. (vgl. Hilke, Strukturierungskonzepte, S. 171)  Anhand der Interviewausschnitte sind die SuS in der Lage, Formen des Widerstandes zu erkennen und zu beschreiben. Die Auseinandersetzung und Arbeit mit Quellen ist ein wesentlicher Teil des Geschichtsunterrichts.

  • Weiterhin zeichnet sich das Material zum Widerstand im Nationalsozialismus durch eine Handlungsorientierung aus. Durch kooperatives Arbeiten sollen die SuS gemeinsam einen digitalen Beitrag für die imaginäre Schülerzeitung über die Leipziger Meuten verfassen. Ziel ist es, den Entwicklungsprozess des Lernenden auf einer sozial-kommunikativen Ebene zu fördern. (vgl. Völkel, Handlungsorientierung, S. 50) Bei der kooperativen Lernform handelt es sich um das Prinzip der Methoden-Wege zum Ziel. Gleichzeitig üben sich die SuS in der Retroperspektivität, wodurch sie die historische Bedeutung der Ereignisse erkennen.

    Das abschließende Aufgabenset setzt sich mit dem Widerstandsbegriff in der heutigen Zeit auseinander und stellt somit einen Gegenwartsbezug her. Die SuS sollen sich mit dem im Grundgesetz verankerten Widerstandsbegriff auseinandersetzen. Denn Bildungs- sowie Erziehungsziel ist es, dass die SuS durch die politische Bildung, mündige Bürger- und Bürgerinnen werden. Ebenso sollen die die Fähigkeit und Bereitschaft entwickeln, sich aktiv in die freiheitliche Demokratie einzubringen in Anbetracht der demokratischen Handlungsoptionen. (vgl. Sächsischer Lehrplan, S. 7)

    Literaturtipps
    • Baumgärtner, Ulrich: Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule, Paderborn 2015, S. 17-46.
    • Bergmann, Klaus: Gegenwarts- und Zukunftsbezug. In: Mayer, Ulrich/Pandel, Hans-Jürgen Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach 2007, S. 91-112
    • Günther-Arndt, Hilke: Methodik des Geschichtsunterrichts, In: Günther-Arndt, Hilke/Zülsdorf-Kersting, Meik: Geschichtsdidaktik, Berlin 2014, S. 158-165.
    • Grosch, Waldemar, In: Barricelli, Michele/Lücke, Martin (Hrsg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts, Bd. 2, Schwalbach 2012, S. 125-145.
    • John, Anke: Lokal- und Regionalgeschichte, Frankfurt/M. 2018, S. 46-54, 74-77, 93-104, 115-120.
    • Völkel, Bärbel: Handlungsorientierung, In: Mayer, Ulrich/Pandel, Hans-Jürgen/Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach 2007, S. 49-64.
  • Differenzierungsmöglichkeiten

    Das Material für die 9. Klasse bietet Möglichkeiten der Differenzierung an, um sich besser an die Leistungsbedingungen der einzelnen Schüler und Schülerinnen anzupassen. Deshalb gibt es zwei verschiedene Niveaus, wobei A das Ausgangsmaterial ist, während B etwas vereinfacht wurde. Beim Bereich „Widerstand im Nationalsozialismus“ erhält Niveau A in Aufgabe 5 die Anweisung, das gelernte Wissen gleich auf Beispiele anzuwenden, während Niveau B die Beispiele aus Aufgabe 4 lediglich erstmal zuordnet ohne Anwendung. In der anschließenden Aufgabe 6 muss Niveau A eine These diskutieren, während für B die Aufgabenstellung so umformuliert wurde, dass die Bedeutung der These schon geklärt wurde, aber dennoch deren Inhalt erläutert werden soll.

    Im Bereich „Goerdeler – Widerstand in Leipzig“ ist Aufgabe 3 differenziert, sodass Niveau B nur eine Information recherchieren soll, während B zwei Infos ermitteln soll.

    Bei Aufgabe 4+5 soll Niveau A das Denkmal untersuchen nach bestimmten Kriterien und zusätzlich ein Zitat von Goerdeler herausschreiben und interpretieren. Niveau B beschränkt sich darauf, die Kriterien des Goerdeler-Denkmals herauszuschreiben.

    Im Bereich „Leipziger Meuten – Widerstand in Leipzig“ wird Niveau B eine Hilfestellung zur Recherchemöglichkeit gegeben.

    Der Gegenwartsbezug im Bereich „Widerstand heute“ wurde im Niveau B herausgenommen.

    Angebot zur Leistungsüberprüfung

    Am Ende des Materials liegt eine Leistungsüberprüfung in Form einer schriftlichen Leistungskontrolle vor. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler ihr erarbeitetes Wissen, welches sie über den Widerstand im Nationalsozialismus erlernt haben, zeigen, aber auch anwenden, indem sie ein Zitat beurteilen.

  • 4. Lernzielformulierung

    Lernziele nach dem WKW-Modell

    Zur Übersicht über die Lernziele folgende Lernzielformulierung entsprechend des in Sachsen verwendeten WKW-Modells:

    Wissen

    Werten

    Können

    Die Schülerinnen und Schüler kennen …

    Die Schülerinnen und Schüler können ...

    Die Schülerinnen und Schüler beurteilen ...

    … den Begriff des Widerstandes im Nationalsozialismus und dessen Formen und Motive.

    … schriftliche Quellen interpretieren und auswerten.

    … anhand von Beispielen, die vom Allgemeinen zum Einzelnen gehen, was Widerstand ist und in welcher Form dieser erfolgte.

    … die Mittel und Methoden des Widerstandes der Leipziger Meuten, Goerdelers und einzelner Widerstandsgruppen.

    … ein Kommentar schreiben.

    … das Goerdeler-Denkmal als Ort des Gedenkens und der Mahnung.

    … können Informationen aus Texten, Quellen entnehmen.

    T2: Lernziele nach dem WKW-Modell
  • Lernziele nach Medienkompetenzrahmen NRW

    Da es sich um Material mit Schwerpunkt Medienkompetenz handelt folgende Übersicht

    über einzelne Aufgaben und deren Verortung im Medienkompetenzrahmen NRW:

    Aufgabe

    Medienkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler …

    Niveau A+B:
    Widerstand im NS: Aufg. 3,4,6
    Goerdeler: Aufg. 2,3

    … ermitteln zielgerichtet Informationen und Daten in digitalen Medienangeboten zu ausgewählten Fragestellungen (MK 2).

    Niveau A+B:
    Leipziger Meuten: Aufg. 1
    Niveau A:
    Widerstand heute: Aufg. 2

    … wenden grundlegende Schritte der Interpretation von Quellen unterschiedlicher Gattungen auch unter Einbeziehung digitaler Medien aufgabenbezogen an (MK 4).

    Niveau A+B:
    Leipziger Meuten: Aufg 2
    Niveau A+B:
    Widerstand im NS: Aufg. 6

    … präsentieren in analoger und digitaler Form (fach-)sprachlich angemessene Arbeitsergebnisse zu einer historischen Fragestellung (MK 6).

    Niveau A+B
    Goerdeler: Aufg. 4

    … erörtern grundlegende Sachverhalte unter Berücksichtigung der Geschichtskultur, außerschulischer Lernorte und digitaler Deutungsangebote (UK 5).

    T3: Aufgaben und Medienkompetenz NRW
    Medienkompetenzrahmen NRW

    https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplan/203/g9_ge_klp_%203407_2019_06_23.pdf