"An Schwager Kronos" von Goethe-ein typisches Gedicht des Sturm und Drang?

An Schwa­ger Kro­nos von J.W.Goethe-​ein ty­pi­sches Ge­dicht des Strum und Drang?

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Er­schlie­ßen Sie Goe­thes Ge­dicht An Schwa­ger Kro­nos von 1744, indem Sie den In­halt wie­der­ge­ben, die Form des Ge­dichts sowie seine sprach­li­che Ge­stal­tung im Hin­blick auf das vor­herr­schen­de Wort­feld be­stim­men.
Nach der ge­dank­li­chen Zu­sam­men­füh­rung Ihrer Ergb­nis­se for­mu­lie­ren Sie das Thema des Ge­dichts.
Nut­zen Sie die nach­fol­gen­de No­tier­hil­fe.

"An Schwa­ger Kro­nos (1744, frühe Fas­sung)
von Jo­hann Wolf­gang Goe­the

In der Post­chai­se den 10.Ok­to­ber 1744

Spute dich, Kro­nos!

Fort den ras­seln­den Trott!

Berg­ab glei­tet der Weg;

Ekles Schwin­deln zö­gert

Mir vor die Stir­ne dein Hau­dern.

Frisch den hol­pern­den

Stock Wur­zel Stei­ne den Trott

Rasch in's Leben hin­ein!



Nun schon wie­der

Den erat­men­den Schritt

Müh­sam Berg hin­auf.

Auf denn, nicht träge denn!

Stre­bend und hof­fend an.



Weit hoch herr­lich der Blick

Rings ins Leben hin­ein

Vom Ge­bürg zum Ge­bürg

Über der ewige Geist

Ewi­gen Le­bens ahn­de­voll.



Seit­wärts des Über­dachs Schat­ten

Zieht dich an

Und der Fri­schung ver­hei­ßen­den Blick

Auf der Schwel­le des Mäd­chens da.

Labe dich! - Mir auch, Mäd­chen,

Die­sen schäu­men­den Trunk

Und den freund­li­chen Ge­sund­heits­blick!



Ab denn, fri­scher hinab!

Sieh, die Sonne sinkt.

Eh' sie sinkt, eh`sie mich faßt

Grei­sen im Moore Ne­bel­duft,

Ent­zahn­te Kie­fer schnat­tern

Und das schlot­tern­de Ge­bein -



Trun­knen vom letz­ten Strahl

Reiß mich, ein Feu­er­meer

Mir im schäu­men­den Aug',

Mich Ge­blen­de­ten, Tau­meln­den

In der Hölle nächt­li­ches Tor!



Töne, Schwa­ger, dein Horn,

Raßle, den schal­len­den Trab,

Daß der Orkus ver­neh­me, ein Fürst kommt,

Drun­ten vor ihren Sit­zen

Sich die Ge­wal­ti­gen lüf­ten.





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Hau­dern = lang­sa­mes Fah­ren

Orkus= Un­ter­welt

Chro­nos: die Zeit, gilt in der grie­chi­schen My­tho­lo­gie als die Per­so­ni­fi­zie­rung der Zeit;

Kro­nos: der alte Göt­ter­va­ter vor der Herr­schaft von Zeus

Jo­hann Wolf­gang Goe­the: An Schwa­ger Kro­nos (1744)

In­halt

Form des Ge­dichts

sprach­li­che Ge­stal­tung/ vor­herr­schen­des Wort­feld



An Schwa­ger Kro­nos von J.W.Goethe-​ein ty­pi­sches Ge­dicht des Strum und Drang?

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Wel­che Merk­ma­le cha­rak­te­ri­sie­ren das Ge­dicht An Schwa­ger Kro­nos von 1744 als einen Text der li­te­ra­ri­schen Strö­mung des Sturm und Drang?
Nut­zen Sie zum Epo­chen­be­griff die In­for­ma­ti­o­nen zum Sturm und Drang im bei­gereich­ten Info-​Text.

Sturm und Drang – eine li­te­ra­ri­sche Ju­gend­be­we­gung

All­ge­mein wer­den die 70er- und 80er-​Jahre des 18. Jahr­hun­derts in der Li­te­ra­tur­ge­schich­te nach­träg­lich als Sturm und Drang be­zeich­net – aber schon der Be­griff der Be­we­gung oder Epo­che ist um­strit­ten. Der Name selbst, also Sturm und Drang, geht be­griff­lich auf ein Drama von Fried­rich Ma­xi­mi­li­an Klin­ger zu­rück, wel­ches üb­ri­gens ur­sprüng­lich be­zeich­nen­der­wei­se Wirr­warr hieß.



Sturm hat dabei nichts mit Wind und Wet­ter zu tun, son­dern eher sym­bo­lisch mit Ge­füh­len und Lei­den­schaf­ten, die sich nach außen drän­gen und sich äu­ßern in Ge­fühls­aus­brü­chen und Kraft­aus­drü­cken. Daher wird auch eine ganz neue Spra­che an­ge­wen­det, die un­mit­tel­bar und spon­tan di­rekt vom hei­lig glü­hend Her­zen kom­men soll – was na­tür­lich auch mit einem neuen Li­te­ra­tur­ver­ständ­nis ein­her­geht.



Mit dem Sturm und Drang kon­kret ver­bun­den ist eine Ju­gend­be­we­gung in Straß­burg der 1770er-​Jahre – und auch in Göt­tin­gen, Frank­furt oder Wetz­lar fin­den sich re­bel­li­sche Ju­gend­li­che zu­sam­men, die ihr Le­bens­ge­fühl und Li­te­ra­tur­ver­ständ­nis von der äl­te­ren Ge­ne­ra­ti­on ab­gren­zen und die­ses neu den­ken möch­ten.



Es han­delt sich um eine Re­bel­li­on einer Grup­pe 20- bis 30-​jähriger Li­te­ra­ten, wel­che ei­ner­seits die Idee der Auf­klä­rung wie etwa den Frei­heits­kampf des In­di­vi­du­ums gegen jede Be­schrän­kung sei­ner Sub­jek­ti­vi­tät wei­ter­führ­ten und an­de­rer­seits sich gegen den Geist der Auf­klä­rung, die Be­schrän­kung der Sub­jek­ti­vi­tät durch das Ver­nunft­ge­setz, auf­lehn­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund kann der Sturm und Drang als Hö­he­punkt und Krise der Auf­klä­rung be­zeich­net wer­den.



Das zen­tra­le Motiv der Dich­tung ist die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem ide­a­lis­ti­schen An­spruch nach Selbst­ver­wirk­li­chung und der Re­a­li­tät der bür­ger­li­chen Ar­beits­welt.



Dabei er­hält Kunst bzw. Li­te­ra­tur eine neue Rolle bzw. Funk­ti­on. Kunst soll einen Aus­gleich bie­ten zur sich immer mehr aus­dif­fe­ren­zie­ren­den Ar­beits­tei­lung, in der der Mensch sich immer mehr als gan­zer Mensch zu ver­lie­ren droht. Das Kunst- bzw. Li­te­ra­tur­ver­ständ­nis wan­delt sich vom noramti­ven Li­te­ra­tur­ver­ständ­nis (damit ver­bun­den z.B. die aris­to­te­li­sche Lehre der drei Ein­hei­ten von Ort, Zeit und Hand­lung) zu einem em­pha­ti­schen Li­te­ra­tur­ver­ständ­nis: Li­te­ra­tur soll nicht mehr einen kon­kre­ten Zweck er­fül­len und mo­ral­si­che er­zie­hen, son­dern ist frei von sol­chen Zwe­cken zu den­ken (Kunst­au­to­no­mie) und ist als Asu­druck tiefs­ter Ge­füh­le der In­di­vi­du­lai­tät des Küns­terls nach­zu­voll­zei­hen.



Leit­be­griff wird so auch das Original-​Genie, das nicht durch Nor­men und Re­geln in sei­nem schöp­fe­ri­schen und küns­terl­ri­schem Schaf­fens­drang ein­ge­engt wer­den soll. Natur und Ge­fühl, eine aus­drucks­star­ke und un­mit­tel­ba­re vom Her­zen kom­men­de, na­tür­li­che Spra­che (des Vol­kes) wird zum Ideal- und ist somit auch eine Ent­ge­gen­stel­lung zur fran­zö­si­schen Hof­kul­tur des 18. Jahr­hun­derts. Eine Vor­bild­funk­ti­on hat dabei der eng­li­sche Dich­ter Shake­spear, der für seine Ori­gi­ni­a­li­tät und Vir­tu­o­si­tät der Spra­che ver­ehrt wird.

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Er­ör­tern Sie die Frage, in­wie­fern der Sturm und Drang ein fes­ter Be­stand­teil des Men­schen ist.
Den­ken Sie daran, kon­kre­te Merk­ma­le des In­fo­tex­tes zu be­nen­nen und diese dann mit ei­ge­nen Ge­dan­ken zu er­läu­tern.

"An Schwager Kronos" von Goethe-ein typisches Gedicht des Sturm und Drang?

von anonym

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