Antisemitismus im Kaiserreich

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Antisemitismus im Kaiserreich
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Der deut­sche Ge­schichts­schrei­ber Hein­rich von Treit­sch­ke ver­öf­fent­lich­te für die Zeit­schrift “Preu­ßi­sche Jahr­bü­cher” im No­vem­ber 1879 einen Auf­satz mit dem Titel “Un­se­re Aus­sich­ten”.

Die Zahl der Juden in West­eu­ro­pa ist so ge­ring, dass sie einen fühl­ba­ren Ein­fluss auf die na­ti­o­na­le Ge­sit­tung nicht aus­üben kön­nen; über un­se­re Ost­gren­ze aber dringt Jahr für Jahr aus der un­er­schöpf­li­chen pol­ni­schen Wiege eine Schaar streb­sa­mer ho­sen­ver­kau­fen­der Jüng­lin­ge her­ein, deren Kin­der und Kin­des­kin­der der­einst Deutsch­lands Bör­sen und Zei­tun­gen be­herr­schen sol­len; die Ein­wan­de­rung wächst zu­se­hends, und immer erns­ter wird die Frage, wie wir dies frem­de Volks­t­hum mit dem un­se­ren ver­schmel­zen kön­nen. […] Was wir von un­se­ren is­ra­e­li­ti­schen Mit­bür­gern zu for­dern haben, ist ein­fach: sie sol­len Deut­sche wer­den, sich schlicht und recht als Deut­sche füh­len [...] denn wir wol­len nicht, dass auf die Jahr­tau­sen­de ger­ma­ni­scher Ge­sit­tung ein Zeit­al­ter deutsch-​jüdischer Misch­kul­tur folge. [...]

Un­be­streit­bar hat das Se­mi­ten­tum an dem Lug und Trug, an der fre­chen Gier des Gründer-​Unwesens1 einen gro­ßen An­teil, eine schwe­re Mit­schuld an jenem schnö­den Ma­te­ri­a­lis­mus un­se­rer Tage, der jede Ar­beit nur noch als Ge­schäft be­trach­tet und die alte ge­müt­li­che Ar­beits­freu­dig­keit un­se­res Vol­kes zu er­sti­cken droht; in tau­sen­den deut­scher Dör­fer sitzt der Jude, der seine Nach­barn wu­chernd aus­kauft. [...]

Bis in die Krei­se der höchs­ten Bil­dung hin­auf, unter Män­nern, die jeden Ge­dan­ken kirch­li­cher Un­duld­sam­keit oder na­ti­o­na­len Hoch­muts mit Ab­scheu von sich wei­sen wür­den, er­tönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Un­glück!



1- ge­meint ist die Gier und Spe­ku­la­ti­ons­freu­dig­keit, die zum Grün­der­krach 1873 ge­führt hat.



zi­tiert nach: Hein­rich von Treit­sch­ke, “Un­se­re Aus­sich­ten”, in: Preu­ßi­sche Jahr­bü­cher 44, Heft 5, No­vem­ber 1879, S. 559-576.
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Der deut­sche Ge­schichts­schrei­ber Hein­rich von Treit­sch­ke ver­öf­fent­lich­te für die Zeit­schrift “Preu­ßi­sche Jahr­bü­cher” im No­vem­ber 1879 einen Auf­satz mit dem Titel “Un­se­re Aus­sich­ten”.

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zi­tiert nach: Hein­rich von Treit­sch­ke, “Un­se­re Aus­sich­ten”, in: Preu­ßi­sche Jahr­bü­cher 44, Heft 5, No­vem­ber 1879, S. 559-576.
zi­tiert nach: Hein­rich von Treit­sch­ke, “Un­se­re Aus­sich­ten”, in: Preu­ßi­sche Jahr­bü­cher 44, Heft 5, No­vem­ber 1879, S. 559-576.

Antisemitismus im Kaiserreich

von anonym

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