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2.5.2023
In der heutigen Einheit setzen wir uns mit dem Atombombenabwurf auf die
japanische Stadt Hiroshima sowie dessen unmittelbaren Folgen auseinander. Der Atombombenabwurf auf Hiroshima ereignete sich am 6. August 1945 als Folge eines Angriffes japanischer Truppen auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor und gilt bis heute als eines der verheerendsten Ereignisse in der Geschichte. Der Einsatz der Atombombe forderte mehr als 100000 Todesopfer, bis heute leiden Nachkommen jener Generation an krankheitsbedingten Schäden der Erbmasse. Jene katastrophalen Ereignisse werden wir in der heutigen Stunde anhand eines Zeitzeugenberichtes des Japaners Keiji Nakazawa aufarbeiten und uns letztlich ein Urteil darüber bilden, inwiefern der Einsatz der Atombombe im 2. Weltkrieg
gerechtfertigt war.
Lies dir die einzelnen Arbeitsaufgaben genau durch. Falls du zwischendurch
Fragen hast, zögere nicht nachzufragen :)

Keiji Nakazawa war sechs Jahre alt, als die Atombombe über seiner Heimatstadt
Hiroshima gezündet wurde. Er befand sich am Stadtrand, 1,2 km vom Zentrum der Explosion entfernt. 2003 erzählte er in einem Interview, was an diesem Tag passierte.
Ich war gerade auf dem Weg in die Kanzaki-Grundschule. Als ich gerade durch das Tor gehen wollte, sprach die Mutter eines Klassenkameraden mich an. Ich stand direkt vor dem Tor und die Frau ungefähr einen Meter vor mir. In dem Moment sahen wir über uns ein
einzelnes Flugzeug. Das ist eine B-29!
, sagte ich. Ja, das stimmt
, antwortete sie. Dabei hatte es keinen Fliegeralarm gegeben. Die Frau sagte, das sei sehr merkwürdig. Und da blitzte auch schon ein gleißend helles Licht auf. Es schien auf mich zuzurasen. Ich weiß noch, dass es in der Mitte schneeweiß war, drum herum blauweiß und weiter außen
orangerot. Ich sah den Blitz einen
Moment lang vor mir, und danach weiß ich nichts mehr.
Das nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass es stockfinster war. Dabei war der Himmel über uns eben noch blau
gewesen. Ich fragte mich, was passiert war. Als ich aufstehen wollte, stellte ich fest, dass ich unter einem Haufen von Fliesen und Brettern lag. Die Mauer der Schule war hinter mir eingestürzt. Ich kroch darunter hervor. Vor mir sah ich die Frau, mit der ich gerade gesprochen hatte. Sie lag auf der Straße. Ihre Haare waren total verbrannt, ihre Haut war überall schwarz, und sie starrte mir
direkt in die Augen.
Ich ging auf die Straße. Es war ein breiter Boulevard, in dessen Mitte die
Straßenbahn fuhr. Auf beiden Seiten waren sämtliche Häuser eingestürzt, und die Straßenbahnkabel hatten sich
verheddert wie Spinnennetze. Die ersten Menschen, denen ich begegnete, waren fünf oder sechs Frauen. Glassplitter
ragten aus ihren Körpern hervor, aber auf unterschiedlichen Seiten - bei einer links, bei einer vorn, bei einer rechts und bei einer anderen nur auf dem Rücken. Sie stammten von geborstenen
Fensterscheiben. Dann traf ich auf
Menschen, die aussahen, als wären sie blau angemalt. Als ich näher kam, stellte ich fest, dass auch sie mit Glasscherben gespickt waren. Ein Stück weiter lagen Menschen dicht an dicht am Straßenrand wie ein menschlicher Teppich. Ihre
gesamte Haut war verkohlt. Andere
krochen über die Straße, um an einer Pumpe auf der anderen Seite Wasser zu trinken. Wirklich seltsam war, dass
niemand schrie. Manche tranken stumm und hastig, andere saßen da und zogen sich die Glassplitter aus dem Körper.
Massen von Menschen zogen
schweigend die Straßen entlang. Die Hitze der Atombombe erreicht ungefähr 3000 bis 4000 Grad, da schmlizt die Haut im Handumdrehen vom Körper. Sie schält sich bis zu den Fingernägeln ab und hängt dann einfach herunter. Diese Menschen liefen also mit ausgestreckten Armen herum und schleiften ihre Haut hinter sich her. Mir ist auch aufgefallen, dass die Sachen weiß gekleideter
Menschen unversehrt geblieben waren. Ansonsten waren sie total verbrannt. Später habe ich erfahren, dass die
Hitzestrahlung von weißer Kleidung
reflektiert, von dunkler jedoch absorbiert wird. Unglücklicherweise trugen die meisten Menschen in dieser Phase des Krieges dunkle Sachen, um nachts nicht von feindlichen Piloten gesehen zu
werden.
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Barfuß durch Hiroshimavon Keiji Nakazawa
In Japan sind Comics sehr populär. Sie werden dort Manga genannt. Keiji Nakazawa hat seine Erlebnisse in einem solchen Comic verarbeitet. Sein Manga heißt Barfuß durch
und handelt von dem
Hiroshima
Jungen Gen, der nach dem
Atombombenabwurf in Hiroshima um sein Überleben kämpft.
Barfuß durch Hiroshimaden passenden Stellen im Zeitzeugenbericht von Keiji Nakazawa zu.







Wieso habt ihr diese furchtbare Bombe geworfen?
Die Atombombe war eine völlig neue Waffe. An ihrer Entwicklung arbeiteten zeitweise über 100 000 Menschen (Manhatten-Projekt
), die Gesamtkosten betrugen etwa zwei Milliarden Dollar. Einige Wissenschaftler, die am Bau der Atombombe beteiligt waren, sprachen sich schließlich gegen ihren Einsatz aus. Der Abwurf der Atombombe auf
Hiroshima ist bis heute umstritten.
Theodore Van Kirk, der Pilot einer B-29 (= ein amerikanisches Bombenflugzeug), sagte dazu in einem Interview Folgendes:
Die Atombombe hat eine enorme Menge von Menschenleben gerettet. Wir haben das Leben von vielen Kriegsgefangenen gerettet, weil sie an Unterernährung und Misshandlung starben. Wir haben das Leben von vielen Leuten in Indochina
gerettet. Nun, wer in Hiroshima lebte in dem Augenblick, in dem die Bombe
explodierte, über den muss man sagen: Er war ein weiterer japanischer Soldat, der sein Leben für sein Vaterland
opferte. Aber wenn wir die Bombe nicht
eingesetzt hätten, wäre der Krieg nicht am 14. August zu Ende gewesen.
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