Atombombenabwurf über Hiroshima

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Atom­bom­ben­ab­wurf über Hi­ro­shi­ma

Was er­war­tet dich?

In der heu­ti­gen Ein­heit set­zen wir uns mit dem Atom­bom­ben­ab­wurf auf die

ja­pa­ni­sche Stadt Hi­ro­shi­ma sowie des­sen un­mit­tel­ba­ren Fol­gen aus­ein­an­der. Der Atom­bom­ben­ab­wurf auf Hi­ro­shi­ma er­eig­ne­te sich am 6. Au­gust 1945 als Folge eines An­grif­fes ja­pa­ni­scher Trup­pen auf den US-​Stützpunkt Pearl Har­bor und gilt bis heute als eines der ver­hee­rends­ten Er­eig­nis­se in der Ge­schich­te. Der Ein­satz der Atom­bom­be for­der­te mehr als 100000 To­des­op­fer, bis heute lei­den Nach­kom­men jener Ge­ne­ra­ti­on an krank­heits­be­ding­ten Schä­den der Erb­mas­se. Jene ka­ta­stro­pha­len Er­eig­nis­se wer­den wir in der heu­ti­gen Stun­de an­hand eines Zeit­zeu­gen­be­rich­tes des Ja­pa­ners Keiji Naka­za­wa auf­ar­bei­ten und uns letzt­lich ein Ur­teil dar­über bil­den, in­wie­fern der Ein­satz der Atom­bom­be im 2. Welt­krieg

ge­recht­fer­tigt war.

Was ist sonst noch wich­tig?

Lies dir die ein­zel­nen Ar­beits­auf­ga­ben genau durch. Falls du zwi­schen­durch

Fra­gen hast, zö­ge­re nicht nach­zu­fra­gen :)

Check­box

sehr gut
gut
nicht so gut
Ich kann die Ur­sa­che sowie die
un­mit­tel­ba­ren Fol­gen des
Atom­bom­ben­ab­wurfs auf Hi­ro­shi­ma für die ja­pa­ni­sche Be­völ­ke­rung er­klä­ren.
Ich kann an­hand eines Co­mics his­to­ri­sche
Er­eig­ni­se re­kon­stru­ie­ren und diese mit
al­ter­na­ti­ven Dar­stel­lun­gen in Bezug set­zen.
Ich kann die Aus­sa­ge his­to­ri­scher
Nar­ra­ti­o­nen in­ter­pre­tie­ren und diese
hin­sicht­lich ihrer Per­spek­ti­vi­tät mit­ein­an­der
ver­glei­chen.
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Zeit­zeu­gen­be­richt

Ab­bil­dung: Keiji Naka­za­wa, Au­gen­zeu­ge der Atom­ex­plo­si­on in Hi­ro­shi­ma
Keiji Naka­za­wa

Keiji Naka­za­wa war sechs Jahre alt, als die Atom­bom­be über sei­ner Hei­mat­stadt

Hi­ro­shi­ma ge­zün­det wurde. Er be­fand sich am Stadt­rand, 1,2 km vom Zen­trum der Ex­plo­si­on ent­fernt. 2003 er­zähl­te er in einem In­ter­view, was an die­sem Tag pas­sier­te.

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Be­schrei­be, wie diese Schil­de­rung auf dich wirkt.

Ich war ge­ra­de auf dem Weg in die Kanzaki-​Grundschule. Als ich ge­ra­de durch das Tor gehen woll­te, sprach die Mut­ter eines Klas­sen­ka­me­ra­den mich an. Ich stand di­rekt vor dem Tor und die Frau un­ge­fähr einen Meter vor mir. In dem Mo­ment sahen wir über uns ein

ein­zel­nes Flug­zeug. Das ist eine B-29!, sagte ich. Ja, das stimmt, ant­wor­te­te sie. Dabei hatte es kei­nen Flie­ger­alarm ge­ge­ben. Die Frau sagte, das sei sehr merk­wür­dig. Und da blitz­te auch schon ein glei­ßend hel­les Licht auf. Es schien auf mich zu­zu­ra­sen. Ich weiß noch, dass es in der Mitte schnee­weiß war, drum herum blau­weiß und wei­ter außen

oran­ge­rot. Ich sah den Blitz einen

Mo­ment lang vor mir, und da­nach weiß ich nichts mehr.



Das nächs­te, woran ich mich er­in­ne­re, ist, dass es stock­fins­ter war. Dabei war der Him­mel über uns eben noch blau

ge­we­sen. Ich frag­te mich, was pas­siert war. Als ich auf­ste­hen woll­te, stell­te ich fest, dass ich unter einem Hau­fen von Flie­sen und Bret­tern lag. Die Mauer der Schu­le war hin­ter mir ein­ge­stürzt. Ich kroch dar­un­ter her­vor. Vor mir sah ich die Frau, mit der ich ge­ra­de ge­spro­chen hatte. Sie lag auf der Stra­ße. Ihre Haare waren total ver­brannt, ihre Haut war über­all schwarz, und sie starr­te mir

di­rekt in die Augen.



Ich ging auf die Stra­ße. Es war ein brei­ter Bou­le­vard, in des­sen Mitte die

Stra­ßen­bahn fuhr. Auf bei­den Sei­ten waren sämt­li­che Häu­ser ein­ge­stürzt, und die Stra­ßen­bahn­ka­bel hat­ten sich

ver­hed­dert wie Spin­nen­net­ze. Die ers­ten Men­schen, denen ich be­geg­ne­te, waren fünf oder sechs Frau­en. Glas­split­ter

rag­ten aus ihren Kör­pern her­vor, aber auf un­ter­schied­li­chen Sei­ten - bei einer links, bei einer vorn, bei einer rechts und bei einer an­de­ren nur auf dem Rü­cken. Sie stamm­ten von ge­bors­te­nen

Fens­ter­schei­ben. Dann traf ich auf

Men­schen, die aus­sa­hen, als wären sie blau an­ge­malt. Als ich näher kam, stell­te ich fest, dass auch sie mit Glas­scher­ben ge­spickt waren. Ein Stück wei­ter lagen Men­schen dicht an dicht am Stra­ßen­rand wie ein mensch­li­cher Tep­pich. Ihre

ge­sam­te Haut war ver­kohlt. An­de­re

kro­chen über die Stra­ße, um an einer Pumpe auf der an­de­ren Seite Was­ser zu trin­ken. Wirk­lich selt­sam war, dass

nie­mand schrie. Man­che tran­ken stumm und has­tig, an­de­re saßen da und zogen sich die Glas­split­ter aus dem Kör­per.



Mas­sen von Men­schen zogen

schwei­gend die Stra­ßen ent­lang. Die Hitze der Atom­bom­be er­reicht un­ge­fähr 3000 bis 4000 Grad, da schmlizt die Haut im Hand­um­dre­hen vom Kör­per. Sie schält sich bis zu den Fin­ger­nä­geln ab und hängt dann ein­fach her­un­ter. Diese Men­schen lie­fen also mit aus­ge­streck­ten Armen herum und schleif­ten ihre Haut hin­ter sich her. Mir ist auch auf­ge­fal­len, dass die Sa­chen weiß ge­klei­de­ter

Men­schen un­ver­sehrt ge­blie­ben waren. An­sons­ten waren sie total ver­brannt. Spä­ter habe ich er­fah­ren, dass die

Hit­ze­strah­lung von wei­ßer Klei­dung

re­flek­tiert, von dunk­ler je­doch ab­sor­biert wird. Un­glück­li­cher­wei­se tru­gen die meis­ten Men­schen in die­ser Phase des Krie­ges dunk­le Sa­chen, um nachts nicht von feind­li­chen Pi­lo­ten ge­se­hen zu

wer­den.

Keiji Naka­za­wa: Bar­fuß durch Hi­ro­shi­ma, Band 2 Der Tag da­nach, Carl­sen Ver­lag GmbH, Ham­burg 2005, S. 248 f.

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Keiji Naka­za­wa: Bar­fuß durch Hi­ro­shi­ma, Band 2 Der Tag da­nach, Carl­sen Ver­lag GmbH, Ham­burg 2005, S. 248 f.
Keiji Naka­za­wa: Bar­fuß durch Hi­ro­shi­ma, Band 2 Der Tag da­nach, Carl­sen Ver­lag GmbH, Ham­burg 2005, S. 248 f.
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Die Ex­plo­si­on und ihre Fol­gen

Bild­co­ver des Man­gas Bar­fuß durch Hi­ro­shi­ma von Keiji Naka­za­wa
Bar­fuß durch Hi­ro­shi­ma

In Japan sind Co­mics sehr po­pu­lär. Sie wer­den dort Manga ge­nannt. Keiji Naka­za­wa hat seine Er­leb­nis­se in einem sol­chen Comic ver­ar­bei­tet. Sein Manga heißt Bar­fuß durch
Hi­ro­shi­ma
und han­delt von dem

Jun­gen Gen, der nach dem

Atom­bom­ben­ab­wurf in Hi­ro­shi­ma um sein Über­le­ben kämpft.

1. Ordne die Ein­zel­bil­der aus dem Manga Bar­fuß durch Hi­ro­shi­ma den pas­sen­den Stel­len im Zeit­zeu­gen­be­richt von Keiji Naka­za­wa zu.
2. Be­schrei­be an­hand des Zeit­zeu­gen­be­rich­tes sowie der Bil­der aus dem Manga die Fol­gen der Atom­ex­plo­si­on für die Be­völ­ke­rung von Hi­ro­shi­ma.
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Nach der Ex­plo­si­on

1. Fasse die Se­quenz in ei­ge­nen Wor­ten zu­sam­men.
Be­schrei­be deine Ge­dan­ken beim Lesen.
2. Nenne Pro­ble­me, mit denen die Hel­fer vor Ort kon­fron­tiert waren.
3. Die Ex­plo­si­on der Atom­bom­be setz­te eine große Menge ra­dio­ak­ti­ver Strah­lung frei.
Re­cher­chie­re im In­ter­net, was die Fol­gen die­ser Strah­lung waren.

Auf der fol­gen­den In­ter­net­sei­te kannst du In­for­ma­ti­o­nen hier­zu fin­den:
4. Stel­le dar, in­wie­fern sich die Er­geb­nis­se dei­ner Re­cher­che im Comic wie­der­fin­den.
Er­klä­re, worin die be­son­de­re Wir­kung des Co­mics im Ver­gleich zu Ar­ti­keln im In­ter­net be­steht.
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Wieso habt ihr diese furcht­ba­re Bombe ge­wor­fen?

Die Atom­bom­be war eine völ­lig neue Waffe. An ihrer Ent­wick­lung ar­bei­te­ten zeit­wei­se über 100 000 Men­schen (Manhatten-​Projekt), die Ge­samt­kos­ten be­tru­gen etwa zwei Mil­li­ar­den Dol­lar. Ei­ni­ge Wis­sen­schaft­ler, die am Bau der Atom­bom­be be­tei­ligt waren, spra­chen sich schließ­lich gegen ihren Ein­satz aus. Der Ab­wurf der Atom­bom­be auf
Hi­ro­shi­ma ist bis heute um­strit­ten.
The­o­do­re Van Kirk, der Pilot einer B-29 (= ein ame­ri­ka­ni­sches Bom­ben­flug­zeug), sagte dazu in einem In­ter­view Fol­gen­des:

Die Atom­bom­be hat eine enor­me Menge von Men­schen­le­ben ge­ret­tet. Wir haben das Leben von vie­len Kriegs­ge­fan­ge­nen ge­ret­tet, weil sie an Un­ter­ernäh­rung und Miss­hand­lung star­ben. Wir haben das Leben von vie­len Leu­ten in In­do­chi­na

ge­ret­tet. Nun, wer in Hi­ro­shi­ma lebte in dem Au­gen­blick, in dem die Bombe

ex­plo­dier­te, über den muss man sagen: Er war ein wei­te­rer ja­pa­ni­scher Sol­dat, der sein Leben für sein Va­ter­land

op­fer­te. Aber wenn wir die Bombe nicht

ein­ge­setzt hät­ten, wäre der Krieg nicht am 14. Au­gust zu Ende ge­we­sen.

zit. nach: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung 31, 7. Au­gust 2005, S. 8.

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zit. nach: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung 31, 7. Au­gust 2005, S. 8.
zit. nach: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung 31, 7. Au­gust 2005, S. 8.
Über­le­ge, auch mit Blick auf die In­for­ma­ti­o­nen aus dem oben ste­hen­den In­ter­view mit dem ame­ri­ka­ni­schen Bom­ber­pi­lo­ten, wie die Be­geg­nung von Gen mit einem
ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten ab­lau­fen könn­te.

Fülle zu­nächst die lee­ren Sprech­bla­sen aus und schrei­be den Dia­log dann als Text wei­ter.
Über­le­ge dir dabei, mit wel­chen Ar­gu­men­ten beide Sei­ten ar­gu­men­tiert haben könn­ten.
Wel­che von bei­den Sei­ten wür­dest du eher be­für­wor­ten?
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Atombombenabwurf über Hiroshima

von anonym

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