• Eine Leistungsüberprüfung als Lernchance nutzen
  • Jessica Ristock
  • 30.06.2020
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Deutsch
  • 10, 11, 12
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Aus­gangs­über­le­gun­gen

Fol­gen­de Über­le­gun­gen/ Wahr­neh­mun­gen stan­den am An­fang:

  • der Schreib­pro­zess steht zu wenig im Zen­trum bei LÜ, ob­wohl ich in mei­nem Un­ter­richt grund­sätz­lich viel Zeit dafür in­ves­tie­re,
  • die S*S neh­men die LÜ nur als diese wahr und kön­nen sie nur wenig pro­duk­tiv für die Ar­beit an in­di­vi­du­el­len Schwer­punk­ten nut­zen,
  • meine Kor­rek­tu­ren und auch das in der LÜ ent­stan­de­ne Pro­dukt wer­den nur be­dingt nach der Rück­ga­be be­trach­tet, son­dern nur die er­ziel­te Note steht im Fokus des In­ter­es­ses.
  • Dabei set­zen sich die S*S zu na­he­zu kei­nem an­de­ren Zeit­punkt so kon­zen­triert und in­ten­siv mit einer Schreib­auf­ga­be aus­ein­an­der wie im Rah­men einer LÜ.

Des­halb be­gann ich vor über drei Jah­ren Schritt für Schritt den Um­gang mit LÜ zu ver­än­dern, um die o.a. Aspek­te zu ver­bes­sern.

Um­set­zung

  • Selbst­re­fle­xi­on be­züg­lich des ei­ge­nen Kön­nens wurde zum ele­men­ta­ren Be­stand­teil mei­nes Un­ter­richts,
  • die Auf­ga­ben­stel­lun­gen der LÜ wer­den ge­ne­rell zu Be­ginn des UV be­kannt ge­ge­ben, so­dass jede*r über­prü­fen kann, in­wie­fern die not­wen­di­gen In­hal­te und Kom­pe­ten­zen schon vor­han­den sind und wo die in­di­vi­du­el­len Schwer­punk­te lie­gen,
  • im Un­ter­richt  wer­den Stra­te­gien zur Be­ar­bei­tung der LÜ ent­wi­ckelt, er­probt und in­di­vi­du­ell als wirk­sam iden­ti­fi­ziert,
  • das Pla­nen und Über­ar­bei­ten eines Schreib­pro­duk­tes nimmt einen gro­ßen Raum im Un­ter­richt ein,
  • die S*S kön­nen alle eine Probe-​LÜ an­fer­ti­gen,
  • es er­folgt vor der LÜ Trans­pa­renz über die An­for­de­run­gen, indem ich den S*S den Er­war­tungs­ho­ri­zont (ohne in­halt­li­che Kon­kre­ti­sie­run­gen) gebe bzw. sie die­sen selbst­stän­dig er­ar­bei­ten,
  • bei der LÜ er­hal­ten alle die Mög­lich­keit und An­re­gung, den Schreib­pro­zess zu pla­nen,
  • an­fangs fer­tig­te ich Ko­pien/Scans  der LÜ an und ließ die S*S diese über­ar­bei­ten/ ver­bes­sern,
  • nun habe ich mich dazu ent­schlos­sen, dass sie mit der Ori­gi­nal_LÜ ar­bei­ten,
  • dazu er­hal­ten sie die LÜ in der Stun­de nach dem Schrei­ben zu­rück und dür­fen mit Blei­stift in­halt­li­che
  • und sprach­li­che Kor­rek­tu­ren/ Er­wei­te­run­gen/ Strei­chun­gen vor­neh­men, dazu dür­fen sie ihr Smart­phone nut­zen,
  • die Über­ar­bei­tung wird im Be­reich der sons­ti­gen Mit­ar­beit be­wer­tet (ich kann mir aber durch­aus vor­stel­len, dass ich zu­künf­tig die Op­ti­mie­rung auch in die Be­wer­tung der LÜ mit ein­be­zie­he.

Be­ur­tei­lung durch die Schü­ler*innen

  • Sie emf­pin­den alle Schrit­te als sinn­voll, den­noch schaf­fen sie es nicht durch­weg, diese Schrit­te durch­zu­füh­ren.
  • Sie haben in der LÜ oft Angst, dass sie Zeit ver­lie­ren, wenn sie den Pro­zess pla­nen.
  • Für die Über­ab­rei­tung ihrer Texte haben sie so gut wie nie Zeit wäh­rend der LÜ.
  • Die Aus­ein­an­der­set­zung mit ihren Pro­duk­ten nach dem Ver­fas­sen mögen sich nicht. Denn sie neh­men selbst wahr, dass ihr Text oft­mals noch viele Ver­bes­se­run­gen be­nö­tigt bzw. ver­ste­hen ihre ei­ge­nen Sätze nicht.
  • Das un­gu­te Ge­fühl, in der LÜ keine gute Note er­reicht zu haben, steigt.
  • Den­noch möch­ten sie diese form der Aus­einader­set­zung wei­ter­füh­ren, da für sie die Ernst­haf­tig­keit der Aus­ein­an­der­set­zung höher ist als nach der Rück­ga­be der LÜ, wenn sie ihre Note schon ken­nen.