• Materialsammlung zur Mittelalterlichen Handschriftenproduktion
  • N-A-M-M-S-M-M
  • 30.06.2020
  • Grundschule
  • Deutsch, Geschichte, Sachunterricht
  • 3, 4, 5
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Die­ses Ma­te­ri­al bie­tet Un­ter­stüt­zung bei der Pla­nung und Durch­füh­rung eines Pro­jek­tes oder ein­zel­ner Un­ter­richts­stun­den zum Thema „Mit­tel­al­ter­li­che Hand­schrif­ten­pro­duk­ti­on“. Bei den Teil­be­rei­chen han­del­tes sich um in sich ab­ge­schlos­se­ne Ein­zel­the­men, die so­wohl al­lein als auch zu­sam­men­hän­gen­d ge­nutzt wer­den kön­nen. Bei der Be­ar­bei­tung aller The­men würde die Klas­se ein fer­ti­ges, be­schrie­be­nes und ge­bun­de­nes mit­tel­al­ter­lich her­ge­stell­tes Buch er­stel­len. Zudem bie­tet jedes Ein­zel­the­ma wei­te­re Li­te­ra­tur.

Ein­füh­rung in das Thema und wei­ter­füh­ren­de Li­te­ra­tur (S.2)

Pa­pier­her­stel­lung (S.6)

Buch­her­stel­lung im Mit­tel­al­ter (S.7)

Ein­bin­dung in das nie­der­säch­si­sche Kern­cur­ri­cu­lum (S.5)

Buch­bin­de­tech­ni­ken (S.9)

Die Feder als Schreib­ge­rät (S.10)

Bei­spiel­pro­jek­te (S.13)

Tin­ten­her­stel­lung (S.11)

(Hier fehlt  etwas, er­gän­zen Sie gern.)

Mit­tel­al­ter­li­ches Al­pha­bet (S.11)

(Hier fehlt  etwas, er­gän­zen Sie gern.)

Au­ßer­schu­li­sche Lern­or­te (S.12)

Thema: Über die Kul­tur und Li­te­ra­tur im Mit­tel­al­ter

Be­schrei­bung:

- Pro­jekt­wo­che einer 3. Klas­se unter dem Motto „Mit­tel­al­ter macht Schu­le“

- unter der Lei­tung von Stu­den­tIn­nen der Uni­ver­si­tät Bam­ber­g

- Ar­bei­tin einer Pa­pier­müh­le, Her­stel­lung von ei­ge­nem Pa­pier

- Ge­schich­te über den Rit­ter Iwein

- For­men­von Stand­bil­dern

- Schrei­ben mit Feder und Tinte

- Er­stel­len eines Min­ne­lieds

- auf den Spu­ren des Mit­tel­hoch­deut­schen

- Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on des Ge­lern­ten

- mit Bil­dern aus der Pro­jekt­wo­che

- das Pro­jekt wurde be­reits mehr­fach durch­ge­führt (Be­schrei­bun­gen sind eben­falls auf der In­ter­net­sei­te zu fin­den)

An­sprech­part­ner:

           Otto-​Friedrich-Universität Bam­ber­g

           Ka­pu­zi­ner­stra­ße 16

           96047 Bam­ber­g

           Te­le­fon: 0951 8630

           E-​Mail: post@uni-​bamberg.de

Quel­le: https://www.uni-​bamberg.de/ger­ma­nis­tik/aedl/transfer-​das-projekt-mimasch/mittelalter-​macht-schule/mittelalterprojektwoche-​an-der-grundschule-baunach/(Stand: 15.08.2017)

Die schrift­li­che Über­lie­fe­rung der hö­fi­schen Li­te­ra­tur zeu­gen davon, dass alte Sagen und Ge­schich­ten auf neue Art wie­der­erzähl­t wur­den; jeder Text je­doch ein in­no­va­ti­ves Mo­ment in­ne­hat. Min­ne­sang und Sang­spruch als klei­ne­re Text­sor­ten dien­ten vor allem der Mo­ral­di­da­xe der hö­fi­schen Ge­sell­schaft oder re­flek­tier­ten die hö­fi­schen Kon­zep­te, die den Adel von den üb­ri­gen Ge­sell­schafts­schich­ten ab­grenz­te.

Bis zum Auf­kom­men des Pa­piers im 14. Jahr­hun­dert wurde auf Tierhaut-​Pergament (Kalb, Lamm, Ziege) ge­schrie­ben. Die Ver­ar­bei­tung war sehr teuer, wes­halb sich nur we­ni­ge Per­ga­ment leis­ten konn­ten. Die Ver­wen­dung dien­te auch der Selbst­dar­stel­lung. Ge­ne­rell war es sehr auf­wen­dig und kos­te­te viel Zeit eine Hand­schrift zu pro­du­zie­ren, da die Hilfs­mit­tel an­ders waren als heute. Seit dem 14. Jahr­hun­dert kam erst­mals Pa­pier als Be­schrif­tungs­ma­te­ri­al in Eu­ro­pa auf und im 15. Jahr­hun­dert setz­te es sich all­ge­mein durch. Die Her­stel­lung war we­ni­ger um­ständ­lich als die von Per­ga­ment, wo­durch die Her­stel­lung von Bü­chern lu­kra­ti­v wurde.

Der Schü­ler­text:

Bü­cher sind heute trotz Smart­phone und Ta­blet all­ge­gen­wär­tig. Wir be­nut­zen sie zum Ler­nen in der Schu­le, kön­nen sie in der Bü­che­rei aus­lei­hen und be­stimmt hat jeder auch Bü­cher zu­hau­se. Die meis­ten Kin­der in Eu­ro­pa ler­nen Lesen und Schrei­ben in der Schu­le, so kann jeder Bü­cher nut­zen. Bü­cher in­for­mie­ren, un­ter­hal­ten und haben neben In­ter­net und Zei­tung ihren fes­ten Platz in un­se­rer Le­bens­welt.

Im 12. Jahr­hun­dert war das nicht so, da die meis­ten Men­schen nicht lesen oder schrei­ben konn­ten. Zudem hat­ten die Men­schen da­mals nicht die glei­chen Le­bens­be­din­gun­gen und Bil­dungs­chan­cen. In der hoch­mit­tel­al­ter­li­chen Ge­sell­schaft (1050-1250) gab es eine Drei­tei­lung. Ei­ni­ge, we­ni­ge Men­schen wid­me­ten sich re­li­giö­sen The­men, die­sen Teil der Ge­sell­schaft nennt man Kle­rus. Der Kle­rus war zu­stän­dig für das See­len­heil aller Men­schen. Der zwei­te Teil der Ge­sell­schaft war der Adel. Die Men­schen, die zum Adel ge­hör­ten waren zu­stän­dig für die Ver­tei­di­gung des Hoch­adels und des Reichs­. Die Bau­ern da­ge­gen, die man als den drit­ten Teil der Ge­sell­schaft be­zeich­nen kann, hat­ten ihren Platz in der Land­wirt­schaft und im Hand­werk.

Wäh­rend wir in Eu­ro­pa heute zum größ­ten Teil selbst ent­schei­den kön­nen wie wir leben und was, wie viel und wo wir ler­nen möch­ten, war das für die Men­schen im Mit­tel­al­ter nicht mög­lich. Der Groß­teil der Ge­sell­schaft waren Bau­ern und ein­fa­che Bür­ger, die meist in Ab­hän­gig­keit zum Adel und der Kir­che stan­den und nicht über ge­nü­gend Mit­tel ver­füg­ten, um die ei­ge­ne Fa­mi­lie zu un­ter­hal­ten. Ad­li­ge und Geist­li­che hat­ten dem­ge­gen­über eine vor­teil­haf­te­re Le­bens­la­ge. Sie hat­ten die Mög­lich­keit ihre Kin­der an Klos­ter­schu­len un­ter­rich­ten zu las­sen. Die Mög­lich­keit Lesen und Schrei­ben zu­ler­nen hat­ten ein­fa­chen Men­schen nicht, denn es gab keine öf­fent­li­chen Schu­len wie heute. Daher waren alle Bü­cher und Texte, die ge­schrie­ben wur­den, an die Ad­li­gen ge­rich­tet. In der hö­fi­schen Li­te­ra­tur wur­den alte Sagen und Ge­schich­ten auf neue Art wie­der­erzähl­t wobei jeder Text aber auch etwas Neues, Ei­ge­nes be­inhal­te­te. Min­ne­sang und Sang­spruch als klei­ne­re Text­sor­ten dien­ten vor allem dazu die Mo­ral­vor­stel­lun­gen der hö­fi­schen Ge­sell­schaft zu über­tra­gen und den Adel von den an­de­ren Ge­sell­schafts­schich­ten ab­grenz­te. Die Texte wur­den bei fes­ten oder po­li­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen vor­ge­tra­gen, häu­fig in­stru­men­tal be­glei­tet. Im Be­reich der Bil­dung waren die ein­fa­chen Bür­ger somit ge­sell­schaft­lich aus­ge­schlos­sen. Für die Dich­ter und Sän­ger be­deu­tet das, dass sie sich sehr lange epi­sche Texte bzw. viele ly­ri­sche Texte (Sang­spruch, Min­ne­sang) mer­ken muss­ten, um sie vor hö­fi­schen Pu­bli­kum vor­zu­tra­gen. Sie konn­ten diese nicht ein­fach ab­le­sen. In un­se­rer Ge­sell­schaft heute kann man sich das nicht mehr vor­stel­len,da vor­zugs­wei­se alles auf­ge­schrie­ben wird, damit man es spä­ter noch ein­mal nach­le­sen kann. Man denke nur an den Ein­kaufs­zet­tel auf Pa­pier oder die Nach­rich­ten in den Zei­tun­gen. Heute kann man auch zu jedem Thema ein Buch kau­fen. Bevor, um das Jahr 1450 herum, der Buch­druck durch Jo­hann Gu­ten­berg er­fun­den wurde, war die Her­stel­lung von Bü­chern nicht so ein­fach.

Diese Zeit zwi­schen dem 6. Und 15. Jahr­hun­dert nennt man in Eu­ro­pa heute Mit­tel­al­ter und es be­zeich­net die Mitte zwi­schen der An­ti­ke (vor­her) und der Neu­zeit (da­nach).

Im Mit­tel­al­ter war es sehr auf­wen­dig und teuer ein Buch her­zu­stel­len, denn es gab nicht die Hilfs­mit­tel wie Com­pu­ter, Ko­pie­rer oder an­de­re Ma­schi­nen, die wir heute nut­zen. Die Buch­her­stel­lung war da­mals noch rich­ti­ge Hand­ar­beit, eben­so wie das Schrei­ben.

Im 11. Jahr­hun­dert des Mit­tel­al­ters war das Schrei­ben keine an­ge­se­he­ne Tä­tig­keit, wes­halb Ad­li­ge dies auch nicht lern­ten. Es war sehr an­stren­gend, denn an­ders als heute schrie­ben die Men­schen da­mals mit Fe­dern und Tinte auf Per­ga­ment und nicht auf Pa­pier. Per­ga­ment wurde aus Tier­häu­ten von Käl­bern, Läm­mern oder Zie­gen her­ge­stellt. Auf den Häu­ten zu schrei­ben war sehr müh­se­lig und wenn man sich mal ver­schrie­ben hatte, war es sehr auf­wän­dig die Tinte her­aus­zu­krat­zen oder aus den Tier­häu­ten aus­zu­ra­sie­ren und dar­über­zu­schrei­ben. Ge­schrie­ben wurde bis ins 12. Jahr­hun­dert fast nur in Klös­tern von schrift­kun­di­gen Mön­chen. Die Schrei­ber durf­ten sich aber nicht aus­su­chen, was sie schrei­ben woll­ten, son­dern schrie­ben im Auf­trag der Kir­che oder des Kö­nigs, denn Bü­cher schrei­ben zu­las­sen, war aus­ge­spro­chen teuer. Des­halb waren die fer­ti­gen Bü­cher auch klei­ne­re oder grö­ße­re Schät­ze, je nach­dem wie kunst­voll sie ver­ziert waren oder wel­che sel­te­nen Texte sie ver­sam­mel­ten.

Im 14. Jahr­hun­dert mit der Er­fin­dung des Pa­piers wurde es etwas leich­ter. Aber das Schrei­ben und Bil­den der Bü­cher wurde immer noch mit der Hand ge­macht und am Ende wur­den viele fer­ti­gen Hand­schrif­ten mit Holz­ein­bän­den ver­se­hen. Diese Hand­ar­beit mach­te jedes Buch ein­zig­ar­tig.

Quel­len

Nonn, Ul­rich (2012): Mön­che, Schrei­ber und Ge­lehr­ter. Bil­dung und­Wis­sen­schaft im Mit­tel­al­ter. Darm­stadt: Wis­sen­schaft­li­che Buch­ge­sell­schaft(WGB).

Stamm­ber­ger, Ralf M. W.(2003): Scrip­tor und Scrip­to­ri­um­. Das­Buch in Spie­gel mit­tel­al­ter­li­cher Hand­schrif­ten. Graz: Wis­sen­schaft­li­che­Buch­ge­sell­schaft.

E­ber­horn, Jo­han­nes(24.01.2017) On­line:http://www.planet-​wissen.de/ge­schich­te/mit­tel­al­ter/leben_im_mit­tel­al­ter/index.html

Gild­horn,Antje: Von den An­fän­den der Schrift­lich­keit: http://s­ci­do­k.sulb.uni-​saarland.de/voll­tex­te/2004/404/pdf/Von_den_An­faen­gen_der_Schrift­lich­keit.pdf

Video zum Ein­stieg:

http://www.mittelalterliche-​geschichte.de/work/ma­hist/index.php?id=5&lang=de&tpl=2

2. Ein­bin­dung in das nie­der­säch­si­sche Kern­cur­ri­cu­lum

(Me­lis­sa Zieg­ler)

Di­dak­ti­sche Ver­or­tung

Die zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Ma­te­ria­li­en be­inhal­ten The­men aus dem Be­reich der mit­tel­al­ter­li­chen Hand­schrif­ten­pro­duk­ti­on. Jene sind gut zur An­wen­dung in der Grund­schu­le ab Klas­se zwei ge­eig­net. Um dies zu ver­deut­li­chen wird im Fol­gen­den eine Ein­bin­dung in das nie­der­säch­si­sche Kern­cur­ri­cu­lum vor­ge­nom­men.

Die Ma­te­ri­al­samm­lung un­ter­schei­det sich in ei­ni­gen ihrer In­hal­te von den üb­li­chen Sprach­lern­me­tho­den des Deutsch­un­ter­richts und soll da­durch den Schü­lern und Schü­le­rin­nen die Mög­lich­keit bie­ten, ihr bis­her be­reits er­wor­be­nes Wis­sen in neue Kon­tex­te ein­zu­bin­den und es auf diese an­zu­wen­den. Hier­bei wird das Ent­ste­hen von „trä­gem Wis­sen“ ver­hin­dert (Vgl. Nie­der­säch­si­sches Kul­tus­mi­nis­te­ri­um­: 2006, S. 5). Zudem wird durch diese Über­tra­gung des Er­lern­ten in neue Si­tua­tio­nen ku­mu­la­ti­ves, also er­wei­tern­des und auf­bau­en­des Ler­nen er­mög­licht (Vgl. Nie­der­säch­si­sches Kul­tus­mi­nis­te­ri­um­: 2006, S. 9).

Neben einer Sach­ana­ly­se und ver­schie­de­nen in­halt­li­chen Ein­stie­gen in die ein­zel­nen The­men wer­den im Ma­te­ri­al viele prak­ti­sche Ar­beits­wei­sen vor­ge­stellt Des Wei­te­ren bie­ten die Ma­te­ria­li­en die Mög­lich­keit, Be­zü­ge zu wei­te­ren Fä­chern her­zu­stel­len und auch Po­ten­ti­al für fach­über­grei­fen­de Pro­jekt­ar­beit. So kann bei­spiels­wei­se das Thema Buch­her­stel­lung mit dem Kunst­un­ter­richt ver­bun­den oder über das Thema der Tin­ten­her­stel­lung eine Ver­bin­dung zum Sach­un­ter­richt auf­ge­baut wer­den. Durch sol­che Be­zü­ge wird das Be­wusst­sein für Zu­sam­men­hän­ge bei den Schü­lern und Schü­le­rin­nen ge­stärk­t sowie die Nach­hal­tig­keit des Kom­pe­tenz­er­werbs­ ge­för­dert(Vgl. Nie­der­säch­si­sches Kul­tus­mi­nis­te­ri­um­: 2006, S. 8).

Die ge­nann­ten Un­ter­richts­pro­jek­te sowie auch die Pa­pier­her­stel­lung nach mit­tel­al­ter­li­chen Me­tho­den er­öff­nen den Schü­lern und Schü­le­rin­nen ver­schie­de­ne Zu­gangs­wei­sen zu den In­hal­ten. Im nie­der­säch­si­schen Kern­cur­ri­cu­lum ist dies wie folgt ver­an­kert: „Im Rah­men einer för­der­li­chen Lese-, Schreib-​ und Ge­sprächs­kul­tur“ soll­te das Sprach­ler­nen im Deutsch­un­ter­richt auch „mit künstlerisch-​ästhetischen Zu­gangs­wei­sen ver­bun­den“ wer­den (Nie­der­säch­si­sches Kul­tus­mi­nis­te­ri­um­: 2006, S. 9).

Kom­pe­ten­zen, die mit Hilfe die­ser Ma­te­ri­al­samm­lung ge­för­dert wer­den sind unter an­de­rem „das Ver­glei­chen und Un­ter­su­chen von Tex­ten“ (in die­sem Fall mit be­son­de­rem Fokus auf die Schrift) sowie „das Fin­den von Un­ter­schie­den und Ge­mein­sam­kei­ten“ (Nie­der­säch­si­sches Kul­tus­mi­nis­te­ri­um­: 2006, S. 26). Dies ge­schieht durch den Ver­gleich der mit­tel­al­ter­li­chen Schrift mit der ak­tu­el­len den Schü­lern und Schü­le­rin­nen be­kann­ten Schrift. Des Wei­te­ren soll die Kom­pe­tenz des flüs­si­gen Schrei­bens in einer gut les­ba­ren Hand­schrift ge­stärk­t wer­den, wobei der Fer­tig­keit des Un­ter­schei­dens ver­schie­de­ner Schrift­ty­pen eine wich­ti­ge Rolle zu­kommt (Vgl. Nie­der­säch­si­sches Kul­tus­mi­nis­te­ri­um­: 2006, S. 15).

Fol­gen­d eig­net sich diese Ma­te­ri­al­samm­lung zur viel­fäl­ti­gen Kom­pe­tenz­för­de­rung im Deutsch­un­ter­richt, bei der den Schü­lern und Schü­le­rin­nen ver­schie­dens­te Zu­gangs­wei­sen zu den The­men­ge­bie­ten ge­bo­ten wer­den.

3. Pa­pier­her­stel­lung

(Ales­sia Tri­e­ser)

In die­sem Ka­pi­tel wird zu­nächst ein Über­blick über die ge­schicht­li­che Ent­wick­lung, sowie die Her­stel­lung des Pa­piers im Mit­tel­al­ter ge­ge­ben. Für eine prak­ti­sche Um­set­zung wird das Schöp­fen des Pa­piers im Un­ter­richt vor­ge­schla­gen be­zie­hungs­wei­se eine Ar­beits­an­lei­tung er­ar­bei­tet.

De­fi­ni­ti­on

la­tei­nisch pa­py­rus, alt­grie­chisch πάπυρος pápyros

Der Be­griff „Pa­pier“ ist ur­sprüng­lich von dem Pro­dukt der Pa­py­rus­stau­de ab­ge­lei­tet, aus dem man im Al­ter­tum und in der An­ti­ke Schrift­rol­len her­stell­te. Pa­pier ist eine fla­che Ma­te­rie, wel­che im We­sent­li­chen aus Fa­sern meist pflanz­li­cher Her­kunft be­steht und durch Ent­wäs­se­rung einer Fa­ser­sus­pen­si­on auf einem Sieb ge­bil­det wird. Das da­durch ent­ste­hen­de Fa­ser­vlies wird ver­dich­tet und ge­trock­net.

Er­fin­dung des Pa­piers

-      vor ca. 2000 Jah­ren in China (Tsai Lun) →Her­stel­lung des Pa­piers aus Bam­bus­fa­sern

-    das Wis­sen dar­über ge­lang­te über Mit­tel­asi­en­un­d A­ra­bi­en nach Ägyp­ten und schließ­lich von dort aus    nach Va­bria­no in Ita­li­en

-      1390 erste deut­sche Pa­pier­müh­le (Pa­pier­ma­cher­werk­statt­) in Nürn­berg

Vor­stu­fe des Pa­piers: Per­ga­ment

-      ein­zi­ger Be­schreib­stoff

-      sehr hohe Her­stel­lungs­kos­ten

-      kommt aus asia­ti­scher Stadt Per­ga­mon, wo es 200 v.Chr. in Ge­brauch kam

-      ent­steht aus Tier­häu­ten (Käl­ber, Läm­mer, Zie­gen)

-      14. Jahr­hun­dert: mit dem Auf­kom­men des Pa­piers als Schrift­trä­ger ent­fiel der teure und auf­wen­di­ge Her­stel­lungs­pro­zess vom Per­ga­ment

-      dies mach­te die mas­sen­haf­te Her­stel­lung von Bü­cher­n­erst­mals lu­kra­ti­v und fand im Druck­buch ihre stärks­te Aus­prä­gung

nur als Info:http://www.fo­rum­traia­ni.de/pergament-​herstellung/

Her­stel­lung des Pa­piers

1.    völ­li­ge Zer­stü­cke­lung ein­zel­ner Pflan­zen­fa­sern

2.    mit Was­ser zu einem Brei ver­ar­bei­tet

3.    Ent­wäs­se­rung mit Hilfe eines Siebs

4.    Ver­fil­zung der ein­zel­nen Fa­ser­stü­cke mit­ein­an­der in der „Bütte“ (Be­häl­ter, in dem man den wäss­ri­gen Fa­ser­brei her­stellt) → da­durch wird schließ­lich eine sehr gleich­mä­ßi­ge Ober­flä­che des Pa­piers er­zeugt

- Der­Ur­sprung die­ses Ver­fah­rens­ liegt im Fer­nen Osten.

Hand­lungs­ori­en­tier­ter­Un­ter­richt - Pa­pier schöp­fen

Quel­len

-      Hand­schrif­ten­kun­de

-      http://www.mittelalterliche-​geschichte.de/work/ma­hist/index.php?id=5&lang=de&tpl=2

s­lu­kra­ti­v

-      http://www.wellpappe-​wissen.de/wis­sen/pa­pier/pa­pier­her­stel­lung/geschichte-​der-papierherstellung.html

4. Buch­her­stel­lung im Mit­tel­al­ter

(Mi­ri­am Mül­ler)

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen

Im Mit­tel­al­ter ent­stand die Tech­nik, Bü­cher her­zu­stel­len, die aus ver­schie­de­nen Lagen be­stehen, wel­che an­schlie­ßend ge­bun­den wer­den.

Lagen:

Die Lagen wur­den ent­we­der aus Pa­pier oder Per­ga­ment (dies be­stand aus Tier­häu­ten) her­ge­stellt. Ein Bogen Pa­pier oder Per­ga­ment wurde zu­nächst in der Mitte ge­falz­t (ge­fal­tet). Meist wur­den vier bis sechs Dop­pel­blät­ter für eine Lage ver­wen­det, die man in­ein­an­der legte. Es wurde nicht nach Sei­ten, son­dern nach Blät­tern ge­zählt,bei denen Vorder-​ und Rück­sei­te un­ter­schie­den wur­den.

Schrift­spie­gel:

Der Schrift­spie­gel war der Be­reich auf einem Blatt, der für die Schrift und mög­li­cher­wei­se auch Il­lus­tra­tio­nen vor­ge­se­hen war. Er wurde am Sei­ten­rand mar­kiert und an­schlie­ßend mit Li­ne­al und einem Grif­fel, sowie Tinte oder einem Zei­chen­stift Zei­len auf dem Blatt er­stellt. So ent­stan­den Hilfs­li­ni­en, die dem Schrei­ber hel­fen soll­ten.

Schreib­pro­zess:

An­schlie­ßend be­gann­der Schreib­pro­zess. Die Tinte war zu­nächst meist braun, ge­schrie­ben wurde mit einer Vo­gel­fe­der, meist von einer Gans. Mit einem klei­nen schar­fen Mes­ser konn­ten Feh­ler auf dem Pa­pier oder Per­ga­ment ent­fernt, sowie die Feder nach­ge­spitz­t wer­den. Die Un­ter­la­ge, auf der ge­schrie­ben wurde, war etwas schräg, damit nicht zu viel Tinte von der Feder floss. Meist gab es ein Tin­ten­fass mit schwar­zer und eins mit roter Tinte. Beim Schrei­ben ließ der Schrei­ber au­ßer­dem Platz für kunst­vol­le In­itia­len (Groß­buch­sta­ben), sowie für Über­schrif­ten und Il­lus­tra­tio­nen.

Ru­bri­zie­rung und Il­lus­tra­ti­on:

Nach­dem die Blät­ter­be­schrie­ben wor­den waren, kamen sie zum Ru­bri­ka­tor (Rot­ma­cher), wel­cher auch der Schrei­ber sein konn­te, aber nicht muss­te. Der Ru­bri­ka­tor fügte Über­schrif­ten, In­itia­len, Buch­sta­ben­stri­che­lun­gen und Text­glie­de­rungs­zei­chen hinzu. Zudem prüf­te er die Ab­schrift und kor­ri­gier­te sie. Sel­te­ner wurde zu­letzt auch noch die Hand­schrift il­lus­triert, was durch die hohen Kos­ten nur den Wohl­ha­ben­den mög­lich war.

Buch­bin­dung:

Zu­letz­t muss­ten die be­schrie­be­nen Lagen zu­sam­men­ge­fügt wer­den. Der ge­sam­te Buch­block wurde auf eine ein­heit­li­che Größe be­schnit­ten. Für das ab­schlie­ßen­de Bin­den des Bu­ches wur­den die ein­zel­nen Lagen in der Fal­tung durch­sto­chen und 'zu­sam­men­ge­näht'. Die Lagen wur­den dann auf der Heft­la­de zu­sam­men­ge­hef­tet. Nun konn­te man den Ein­ban­d er­stel­len, der teil­wei­se sehr präch­tig aus­fal­len konn­te.

(vgl. Williams-​Krapp2017, Schnei­der 2016)

Ein Buch selbst her­stel­len wie im Mit­tel­al­ter – Mög­li­che Um­set­zung im Un­ter­richt

Ein klei­nes, ein­fa­ches Buch oder Heft kann auch im Un­ter­richt mit den Schü­le­rIn­nen auf ähn­li­che Art, wie es im Mit­tel­al­ter ge­macht wurde, nach­ge­bau­t wer­den. Eine the­ma­ti­sche Ein­füh­rung in das Thema Mit­tel­al­ter zuvor ist sinn­voll und nötig, damit die Her­stel­lung im die­sem Kon­text nach­voll­zieh­bar wird. Die Schü­le­rIn­nen kön­nen dabei aktiv in das Thema ein­stei­gen und die da­ma­li­gen Ver­hält­nis­se nach­emp­fin­den, sowie ein Stück der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Bu­ches ken­nen­ler­nen.

Her­stel­lung eines Bu­ches im Din A5-​Format:

Bei die­ser An­lei­tung wird eine Lage, die dann aus sechs Blät­tern be­steht, her­ge­stellt. diese stellt dann das Buch dar. Meh­re­re Lagen her­zu­stel­len und diese auf einer Heft­la­de zu­bin­den, wäre sehr kom­pli­ziert und zeit­auf­wen­dig.

1. Ein­füh­rung in das Thema und wei­ter­füh­ren­de Li­te­ra­tur

(Sa­man­tha Wöb­cke)

Im Fol­gen­den wer­den die ge­schicht­li­chen Hin­ter­grün­de in zwei In­for­ma­ti­ons­tex­ten um­ris­sen, damit sich Lehr­kraft und Kin­der in die Zeit hin­ein­ver­set­zen kön­nen. Der Leh­rer­text ist etwas aus­führ­li­cher, um auf mög­li­che Schü­ler­fra­gen vor­zu­be­rei­ten. Im Un­ter­richts­kon­text kann die Lehr­kraft den Schü­ler­text vor­le­sen, um in das Thema ein­zu­lei­ten. Die­ser Text ist in­halt­lich etwas ge­kürz­t und ver­ein­facht.  Er ent­hält mög­lichst wenig Fach­be­grif­fe, die zu­sätz­lich er­läu­tert wer­den müss­ten.

Der Leh­rer­text:

Als Mit­tel­al­ter wird in einem weit ge­fass­ten Ver­ständ­nis die Zeit zwi­schen dem 6. und 15. Jahr­hun­dert be­zeich­net. Wie viele an­de­re Epo­chen er­hielt das Mit­tel­al­ter sei­nen Namen rück­wir­ken­d als eine Zu­schrei­bung. Der Be­griff Mit­tel­al­ter ist al­ler­dings ne­ga­tiv be­haf­tet und wird mit Krank­heit, Krieg und Un­ter­drü­ckung as­so­zi­iert. Es gilt als dunk­le Mit­tel­zeit zwi­schen der An­ti­ke und der Neu­zeit. Häu­fig wird bei die­ser ne­ga­ti­ven Be­wer­tung der Zeit ver­ges­sen, dass im Mit­tel­al­ter wich­ti­ge Ge­sell­schafts­be­rei­che, wie Phi­lo­so­phie, Po­li­tik, Re­li­gi­on, Tech­nik, Li­te­ra­tur und Spra­che einen Ent­wick­lungs­hö­he­punk­t hat­ten. (vgl. E­ber­horn)

Wenn man nun vom Mit­tel­al­ter spricht, soll­te man sich be­wusst sein, dass es nicht „Das Mit­tel­al­ter“ gibt. Viel­mehr muss dif­fe­ren­ziert wer­den mit wel­chem Zeit­raum genau man sich be­schäf­tigt, denn im­mer­hin um­fasst der Epo­chen­be­griff, mit dem wir uns be­fas­sen, ca. 900 Jahre. Diese große Zeit­span­ne ist von ganz un­ter­schied­li­che Ge­sell­schafts­struk­tu­ren ge­prägt, die sich in ver­schie­de­nen Denk- und Le­bens­wei­sen nie­der­schla­gen. So wird ein­deu­tig, dass es zu un­ge­nau for­mu­liert ist, von dem Mit­tel­al­ter im All­ge­mei­nen zu­spre­chen. Im Fol­gen­den soll der Epo­chen­be­griff mög­lichst ver­mie­den wer­den, statt­des­sen sol­len sprach­li­che und kom­mu­ni­ka­ti­ve Ent­wick­lungs­li­ni­en eine Ori­en­tie­rung bie­ten.

Das frühe und hohe Mit­tel­al­ter (bis zum 12. Jahr­hun­dert) war von einer ora­len Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­prägt. Die deut­sche Spra­che war al­ler­dings noch nicht ver­ein­heit­licht, statt­des­sen gab es meh­re­re Va­ria­tio­nen des Deut­schen. Texte (häu­fig Epen oder Min­ne­sang) wur­den oft in Rei­men münd­lich wei­ter­ge­ge­ben (ein­präg­sam durch Me­trik). Der Min­ne­sang galt da­mals als hö­fi­sche Form der Un­ter­hal­tung. Die Kon­zep­ti­on der hö­fi­schen Kul­tur wurde hier­durch über­tra­gen und es för­der­te das Zu­sam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl der hö­fi­schen Kul­tur. Hier ergab sich eine erste Ver­ein­heit­li­chung der Spra­che am Hof. Zudem dien­te die Hel­den­dich­tung und deren münd­li­che Auf­füh­run­gen am Hof dazu den Sta­tus des Adels zu de­mons­trie­ren (vgl. Gild­horn: 60).

Im 11. Jahr­hun­dert galt das Schrei­ben noch als nie­de­re Tä­tig­keit. An­ders als das Lesen zähl­te das Schrei­ben nicht zum Bil­dungs­ge­gen­stan­d des Adels. Das frühe Mit­tel­al­ter war von einer vor­wie­gend münd­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­prägt. Auch ohne Lese- und Schreib­kennt­nis­se konn­ten der Adel sich an li­te­ra­ri­schen und re­li­giö­sen Dis­kur­sen be­tei­li­gen, denn die volks­sprach­li­chen (aber auch la­tei­ni­schen) Über­lie­fe­run­gen von Dich­tung, Ge­schich­ten und Sagen wur­den münd­lich wei­ter­ge­ge­ben (vgl. Nonn 2012: 9). Diese per­for­ma­ti­ven Texte wur­den von einem ad­li­gen Kreis re­zi­piert, für den sie auch kon­zi­piert wur­den. Die Mehr­heit der Be­völ­ke­rung hatte kei­nen Zu­gang und Teil­ha­be an li­te­ra­ri­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on, sie waren weder schrift­kun­dig noch be­sa­ßen­ sie die ent­spre­chen­de li­te­ra­ri­sche und re­li­giö­se Bil­dung, um die hö­fi­sche Li­te­ra­tur zu ver­ste­hen und in ihren Tra­di­ti­ons­kon­text ein­ord­nen zu kön­nen.

Für die Dich­ter und Sän­ger be­deu­tet das, dass sie sich sehr­lan­ge epi­sche Texte bzw. viele ly­ri­sche Texte (Sang­spruch, Min­ne­sang) ohne schrift­li­che Me­mo­ri­al­stüt­zen mer­ken muss­ten, um sie vor hö­fi­schen Pu­bli­kum vor­zu­tra­gen. Nonn be­schreibt, dass die­ses „e­nor­me Ge­dächt­nis­po­ten­zi­al“ kaum vor­stell­bar ist, da es heute dem Bil­dungs­ka­non ent­spricht lesen und schrei­ben zu kön­nen und alles auf­zu­schrei­ben oder ggf. nach­zu­schla­gen. Das war im 12.Jahr­hun­dert na­tür­lich nicht mög­lich. (ebd.)

Schrei­ben war eine auf­wen­di­ge Kunst, (Nonn, 2012: 7) die bis ins 12. Jahr­hun­dert (vgl. Trost: 1) über­wie­gend in Klös­tern durch Mön­che und Kle­ri­ker prak­ti­ziert wurde. Sie schrie­ben im Auf­trag des Adels oder der Kir­che. Die Schrei­ber waren nicht die Au­toren der Texte. In den meis­ten Fäl­len schrie­ben sie von Wachs­ta­feln, Per­ga­men­t­res­ten oder fer­tig­ge­stell­ten Hand­schrif­ten das ab, was für wich­tig er­ach­tet wurde. Sel­te­ner schrie­ben sie das, was der Autor ihnen dik­tier­te. (Stamm­ber­ger 2003: 15)

5. Buch­bin­de­tech­ni­ken

(Nina Hiel­scher)

In die­sem Ka­pi­tel wer­den die Buchein­bän­de im Mit­tel­al­ter the­ma­ti­siert. Es soll als In­fo­ma­te­ri­al die­nen und für Lehr­kräf­te die prä­gnan­tes­ten und re­le­van­tes­ten In­for­ma­tio­nen und Hin­ter­grün­de zu­sam­men­fas­sen. Dabei wird ge­schau­t, wel­ches Ma­te­ri­al für Buchein­bän­de ver­wen­det wurde sowie wel­che Be­deu­tung die Be­schlä­ge auf dem Buchein­ban­d haben. Für die prak­ti­sche Um­set­zung ist es mög­lich, selbst ein Buch ein­zu­schla­gen und mit bei­spiels­wei­se Einzel-​ oder Rol­lens­tem­peln zu ver­zie­ren.

Der Buchein­ban­d be­steht aus einem Buch­rü­cken und einem Buch­de­ckel. Oft be­stand der Ein­ban­d da­mals aus Eichen-​ oder Bu­chen­holz­bret­tern. Aber auch Leder oder schlich­tes Per­ga­ment wur­den ver­wen­det. Der Buch­block wurde dafür auf Bünde ge­hef­tet und in Holz- oder Papp­de­ckel ge­bun­den. Da­nach kam eine Hülle aus Leder, Per­ga­ment und spä­ter auch Pa­pier hinzu. Zu Be­ginn band man die Hand­schrif­ten in Klos­ter­werk­stät­ten. Im Laufe der Zeit ent­wi­ckel­te sich das­Buch­bin­der­hand­werk als städ­ti­sches Ge­wer­be. Hand­schrif­ten für den all­täg­li­chen Ge­brauch wur­den mit güns­ti­gen und nicht auf­wän­di­gen De­ckeln aus Pappe oder Schweins­le­der ein­ge­schla­gen. Fas­zi­kel (sehr dünne Bände) hat man le­dig­lich mit einer zu­sätz­li­chen Lage Per­ga­ment statt eines Ein­ban­des­ ge­schützt. Ko­di­zes (Holz- oder Wachs­ta­feln) wur­den oft mit schwe­ren, le­der­nen De­ckeln ge­bun­den und mit Schlie­ßen aus Me­tall oder Leder ver­se­hen. Auch bei Per­ga­ment­hand­schrif­ten wur­den oft­mals Schlie­ßen ver­wen­det, da sie für das Er­hal­ten­blei­ben der Form sor­gen. Per­ga­ment re­agiert stark auf Schwan­kun­gen der Luft­feuch­tig­keit und wel­len­ sich schnell. Die Schlie­ßen tra­gen hier die Funk­ti­on, den Buch­block zu­sam­men­zu­pres­sen, so­dass das Wel­len­ des Per­ga­ments ein­ge­dämmt wird.

Zudem wur­den im Mit­tel­al­ter me­tal­le­ne Be­schlä­ge an den Buch­de­ckeln an­ge­bracht. Diese waren unter an­de­rem: Schlie­ßen, Bu­ckel und Eck­be­schlä­ge zur Zier­de und Ver­stär­kung,ver­zier­te Me­tall­tei­le, um die Ecken zu schüt­zen, Buch­nä­gel und an­de­re Kon­struk­ti­ons­ele­men­te wie bei­spiels­wei­se Ket­ten an Be­schlä­gen, um unter an­de­rem Ko­di­zes an ihrem Stand­ort zu hal­ten. Viele Be­schlä­ge wur­den ent­fernt, als man be­gann, die Bü­cher auf­recht ste­hen ne­ben­ein­an­der statt lie­gen­d zu la­gern. Zu­sätz­lich wur­den die Ein­bän­de de­ko­riert in Form von ein­ge­präg­ten Mus­tern auf dem Leder – bei­spiels­wei­se durch Streich­ei­sen­li­ni­en, Ein­zel­ - oder Rol­lens­tem­peln. Neben ein­fa­chen Ge­brauchs­ein­bän­den gab es auf­wän­di­ge, mit viel hand­werk­li­chem Ge­schick und teu­ren Ma­te­ria­li­en her­ge­stell­te und ver­zier­te Buchein­bän­de. Ei­ni­ge Buchein­bän­de wur­den re­gel­recht zu einem Kunst­werk.

Quel­len

Hau­schild,Ste­pha­nie (2013): Skrip­to­ri­um­. Die mit­tel­al­ter­li­che Buch­werk­statt­. Darm­stadt:WBG.

Jacobi-​Mirwald,Chris­ti­ne (2004): Das mit­tel­al­ter­li­che Buch. Funk­ti­on und Aus­stat­tung. Stutt­gart:Re­clam.

Wiese,Fritz (1983): Der Buchein­ban­d: Eine Ar­beits­kun­de mit Werk­zeich­nun­gen. On­lineun­ter: http://me­di­en­ge­schich­te.dnb.de/DBSMZBN/Con­tent/DE/Buch­druck/04-​bucheinband.html(letz­ter Zu­griff: 30.06.2017).

Williams-​Krapp,Wer­ner: Mit­tel­al­ter­li­che Ge­schich­te. Buch­pro­duk­ti­on. On­line unter:

http://www.mittelalterliche-​geschichte.de/work/ma­hist/index.php?id=5&lang=de&tpl=2(letz­ter

Zu­griff:30.06.2017).

Leder-​Info(2017): Buchein­ban­d. On­line unter: https://www.leder-​info.de/index.php/Buchein­ban­d(letz­ter Zu­griff: 28.06.2017).

6. Die Feder als Schreib­ge­rät

(Me­lis­sa Fre­ver­t)

In die­sem Ka­pi­tel soll es um die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der Schreib­ge­rä­te gehen. Hier­für wird das prä­gnan­te Schreib­ge­rät „die Schreib­fe­der“, in ihrer Her­stel­lung und ihrem ge­schicht­li­chen Kon­text dar­ge­stellt. Als prak­ti­sche Idee er­folgt eine Be­schrei­bung für die Her­stel­lung von Schreib­fe­dern für den Un­ter­richt.

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen:

Im Laufe der Ge­schich­te gab es ei­ni­ge Schreib­werk­zeu­ge derer sich die Men­schen in Eu­ro­pa be­dien­ten. Das Schreib­rohr, auch Rohr­fe­der ge­nannt, wurde im Mit­tel­al­ter immer häu­fi­ger durch eine Schreib­fe­der er­setzt. Diese war bes­ser in der Hand­ha­bung mit dem Per­ga­ment, wel­ches vor allem die Mön­che im Mit­tel­al­ter ver­mehrt nut­zen. Diese Schreib­fe­dern be­stan­den haupt­säch­lich aus gro­ßen Schwung­fe­dern, meis­tens von Gän­sen. Bei der Her­stel­lung wurde dar­auf ge­ach­tet, dass nur die fünf äu­ßers­ten Schwung­fe­dern ver­wen­det wur­den. Die zwei­te und die drit­te Feder eines jeden Flü­gel­s gel­ten hier­bei als am ge­eig­nets­ten für das Schrei­ben, da sie am sta­bils­ten sind. Nach einer ge­wis­sen Zeit stump­fen Schreib­fe­der vom Schrei­ben ab, wes­halb sie öfter nach­ge­spitz­t wer­den müs­sen.

Hand­lungs­ori­en­tier­ter­Un­ter­richt:

Um die Theo­rie der Ent­wick­lung der Schreib­fe­der zu­fes­ti­gen, kann am Ende die­ser Ein­heit eine hand­lungs­ori­en­tier­te Se­quenz fol­gen.In die­ser kann eine Schreib­fe­der von den Schü­le­rin­nen und Schü­lern ei­gen­stän­dig her­ge­stellt wer­den.

Ma­te­ri­al:

Hier­für be­nö­tigt man eine dicke Gän­se­fe­der, eine Sche­re und ein schar­fes Mes­ser.

Die Feder soll­te mög­lichst nicht aus­ge­rupf­t sein, son­dern ab­ge­fal­len. Denn ab­ge­fal­le­ne Fe­dern sind ver­hornt und här­ter und damit leich­ter zu ver­ar­bei­ten. Soll­te die Be­schaf­fung der Fe­dern nicht mög­lich sein, kann man auch aus einem Bam­bus­rohr eine Rohr­fe­der her­stel­len. Die unten be­schrie­be­ne Vor­ge­hens­wei­se bleibt die­sel­be.

Vor­ge­hen:

1.   Mit Hilfe des Mes­sers soll­ten zu­nächst die un­ters­ten Teile an der Feder ent­fernt wer­den. So kann der Schaft bes­ser in der Hand lie­gen.

2. Je nach­dem wie die Feder beim Schrei­ben ge­hal­ten wer­den soll, muss die Seite die beim Schrei­ben nach unten zeigt nun mit der Sche­re schräg ab­ge­schnit­ten wer­den.

3. An­schlie­ßend muss, mit Hilfe eines Mes­sers, die Seele aus dem In­ne­ren des Fe­der­kiels her­aus­ge­zo­gen wer­den.

4. Für den Zu­sam­men­fluss der Tinte, muss die Mitte des Fe­der­kiels ein­ge­schnit­ten wer­den. Mit dem schar­fen Mes­ser reicht eine ge­ra­de Linie mit un­ge­fähr 4 Mil­li­me­ter­ Länge.

5.Nun kann die Feder bei Be­darf nach vorne zu­ge­schnit­ten wer­den. Es kön­nen un­ter­schied­li­che Va­ri­an­ten aus­pro­biert wer­den. Ge­ra­de, die Spit­ze kann aber auch schräg ge­schnit­ten wer­den.

6.Die Fe­der­spit­ze nun in die Tinte ein­tau­chen und los­schrei­ben!

Quel­len und zu­sätz­licheInfor­ma­tio­nen:

Fos­sier, Ro­bert: Das Leben im Mit­tel­al­ter, Pi­per­Ver­lag GmbH, Mün­chen / Ber­lin, 2016

https://www.bmb.gv.at/schu­len/ser­vice/mes/88124_12730.pdf?5te8zb

Li­te­ra­tur­tip zur

http://www.geo.de/geo­li­no/bas­teln/8317-​rtkl-basteltipp-schreibfeder

http://de.wi­kihow.com/Aus-​einer-Feder-eine-Schreibfeder-herstellen

7. Tin­ten­her­stel­lung

(Hier fehlt  etwas, er­gän­zen Sie gern.)

Im Ka­pi­tel Tin­ten­her­stel­lung geht es um einen kur­zen Ab­riss der ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung der Tinte. Dabei wird ins­be­son­de­re auf die Ei­sen­gal­lus­tin­te als do­mi­nie­ren­de Tinte ein­ge­gan­gen. Es wer­den die Zu­sam­men­set­zun­gen, Vor­tei­le und Ei­gen­schaf­ten auf­ge­zeigt und eine prak­ti­sche Idee der Her­stel­lung ge­lie­fert.

Haben Sie in die­sem Be­reich theo­re­ti­sches Wis­sen, Er­fah­run­gen oder Ideen zur Um­set­zung, Er­gän­zen Sie gern hier.

Mit­tel­al­ter­li­ches Al­pha­bet

(Hier fehlt  etwas, er­gän­zen Sie gern.)

In die­sem Be­reich soll er­läu­tert wer­den wie die Schrift ent­stand und in einem be­stimm­ten Zeit­ab­schnitt im Mit­tel­al­ter aus­sah. Für den Un­ter­richt soll eine klei­ne Ideen­samm­lung ent­ste­hen, was mit den Buch­sta­ben aus dem Mit­tel­al­ter im Un­ter­richt er­ar­bei­tet wer­den kann, und wie Schü­le­rin­nen und Schü­ler selbst diese Schrift an­wen­den kön­nen.

Haben Sie in die­sem Be­reich theo­re­ti­sches Wis­sen,Er­fah­run­gen oder Ideen zur Um­set­zung, Er­gän­zen Sie gern hier.

Au­ßer­schu­li­sche Lern­or­te

Es bie­ten sich bei die­sem Thema au­ßer­schu­li­sche Lern­or­te an. An einer me­di­en­di­dak­ti­schen Zu­sam­men­ar­beit sind ört­li­che Mu­se­en, Bi­blio­the­ken und Stadt­ar­chi­ve häu­fig in­ter­es­siert. Für den nord­deut­schen und mit­tel­deut­schen Raum emp­feh­len wir:

1.    Die Ham­bur­ger Staats­bi­blio­thek und ihre Hand­schrif­ten­samm­lung (http://www.sub.uni-​hamburg.de/samm­lun­gen/hand­schrif­ten­samm­lung.html)

2.    Mu­se­um Lü­ne­bur­g (http://www.mu­se­um­lu­e­n­e­bur­g.de/bv_schul_0.htm)

3.    Das Stadt­ar­chi­v in Braun­schweig (https://www.braun­schweig.de/kul­tur/bi­blio­the­ken_ar­chi­ve/stadt­ar­chi­v/kon­takt.html)

4.    Das Sieg­fried­mu­se­um in Xan­ten (http://www.siegfriedmuseum-​xanten.de)

5.    Wi­ki­pe­dia stellt eine Liste von­pa­pier­mu­se­en in Deutschln­d zur Ver­fü­gung (https://de.wi­ki­pe­dia.org/wiki/Liste_von_Pa­pier­mu­se­en)

6.    Das Stadt­ar­chi­v Lü­ne­bur­g (https://www.han­se­stadt­lu­e­n­e­bur­g.de/Home-​Hansestadt-Lueneburg/Gesellschaft-​Soziales-und-Bildung/Bildung-​hansestadt-lueneburg/Stadtarchiv-​hansestadt-lueneburg.aspx)

7.      Der Mu­se­ums­dienst in Ham­burg bucht für Sie An­ge­bo­te in 24 Ham­bur­ger Mu­se­en, seien es Füh­run­gen für Kitas, Schul­klas­sen, Grup­pen,Fe­ri­en­an­ge­bo­te.

(http://www.museumsdienst-​hamburg.de/de/home)

8.    Dar­über hin­aus möch­ten wir das vir­tu­ell e­Mu­se­um in Trier für das Thema Buch­her­stel­lung emp­feh­len.

Haben Sie wei­te­re Emp­feh­lun­gen? Er­gän­zen­Sie diese gern hier

Bei­spiel­pro­jek­te

(Minousch-​Sarai Raabe)

In die­sem Be­reich wird eine Über­sicht über be­reits durch­ge­führ­te Pro­jek­te zum Thema „Mit­tel­al­ter­li­che Hand­schrif­ten“ dar­ge­stellt. Sie soll der Lehr­kraft da­zu­die­nen sich einen Über­blick über Mög­lich­kei­ten einer Pro­jekt­durch­füh­rung zu ver­schaf­fen. Neben kur­zen Be­schrei­bun­gen der Pro­jek­te wer­den An­sprech­part­ne­rIn­nen auf­ge­führt, an die sich die Lehr­kraft ge­ge­be­nen­falls rich­ten kann. Auf diese Weise pro­fi­tiert sie von den Er­fah­run­gen ihrer Kol­le­gIn­nen.

Thema: Kal­li­gra­phie und Schreib­werk­zeug

Be­schrei­bung:

-      Kalligraphie-​Workshopmit au­ßer­ge­wöhn­li­chen Schreib­werk­zeu­gen

-      Wat­te­stäb­chen wur­den in einen Stroh­halm ge­steckt und zu Fa­ser­schrei­bern um­funk­tio­niert

-      Wä­sche­klam­mern aus Holz wur­den in zwei Hälf­ten ge­teilt, es er­ga­ben sich dicke und dünne               Li­ni­en, je nach­dem, wie es ge­hal­ten wurde

-      ver­wen­det wur­den Gou­ache­far­ben

An­sprech­part­ner:

Kunst­grund­schu­le Hai­den­hof

           Bo­ze­ner Str. 11

           94036 Pas­sau

           Te­le­fon: 0851/52180

           E-​Mail: se­kre­ta­ri­at@gs-​haidenhof.de

           Schul­lei­tung: li­ca­ta@gs-​haidenhof.de        

salz­ber­ger@gs-​haidenhof.de

Quel­le:http://www.gs-​haidenhof.de/?page_id=7776 (Stand: 13.06.2017)

Thema: Schrei­ben wie im Mit­tel­al­ter

Be­schrei­bung:

-      Pro­jekt­wo­che einer 6. Klas­se

-      Ent­wick­lung der Schrift und dem Schrei­ben im Mit­tel­al­ter

-      klei­ne kal­li­gra­phi­sche Übun­gen

-      An­fer­ti­gungei­ner Schau­ta­fel

-      kom­plet­ter Pro­jekt­be­richt mit Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen

-      Li­te­ra­tur­an­ga­ben

An­sprech­part­ner:

Mit­tel­schu­le­Weix­dor­f

           Alte Dres­de­ner Str. 22

           01108 Dres­den

           Te­le­fon: 0351 8888457

           E-​Mail: fi­scher.h@gmail.com (Hel­mar­Fi­scher)

Quel­le:https://cms.sach­sen.schu­le/ty­poe­cke/schrift-​in-der-schule/schreiben-​wie-im-mittelalter/(Stand: 17.06.2017)

Thema: Pa­pier schöp­fen

Be­schrei­bung:

-      Ge­nau­e Be­schrei­bung ein­zel­ner Schrit­te zur Her­stel­lung von ei­ge­nem Pa­pier

-      mit Fo­to­do­ku­men­ta­ti­on

-      Vor­schlä­ge­zu­r Wei­ter­ver­ar­bei­tung des her­ge­stell­ten Pa­piers

An­sprech­part­ner:

Grund­schu­le Lotte

           Os­na­brü­cker Stra­ße 9

           49504 Lotte

           Te­le­fon: 05404 3221 (Mag­da­len­aDas­sau)

           E-​Mail: gs-​lotte@os­na­net.de

Quel­le:http://www.grundschule-​lotte.de/node/129/ (Stand: 17.06.2017)

           

Thema: mit­tel­al­ter­li­che Schreib­werk­statt­

Be­schrei­bung:

-      Ko­ope­ra­tion­des Lan­des­mu­se­ums mit Schu­len

-      schrei­ben­an Pul­ten mit Fe­der­kiel und selbst an­ge­rühr­ter Tinte

-      Ein­be­zug­von Re­qui­si­ten für alle Sinne

An­sprech­part­ner:

Dr.Sarah Hoke

           Ba­di­sches Lan­des­mu­se­um Karls­ru­he

           Ko­ope­ra­ti­on Schu­le - Mu­se­um

           Schloss­be­zirk 10

           76131 Karls­ru­he

           Te­le­fon: 0721 9266594

           E-​Mail:schule-​museum@lan­des­mu­se­um.de

Quel­le:http://www.lan­des­mu­se­um.de/web­site/Deutsch/Kul­tur­ver­mitt­lung/Schu­le_und_Mu­se­um/Pro­jek­te/Mit­tel­al­ter.htm(Stand: 17.06.2017)

Thema: Pro­jekt­wo­che „Mit­tel­al­ter“

Be­schrei­bung:

-      Be­schrei­bung einer Pro­jekt­wo­che rund um das Thema „Mit­tel­al­ter“

-      Grund­schü­le­rIn­nen ar­bei­ten in al­ters­ge­misch­ten Grup­pen zu un­ter­schied­li­chen The­men

-      Mit­tel­al­ter­fes­tals Ab­schluss der Pro­jekt­wo­che

-      The­men:Klei­dung im Mit­tel­al­ter, Schrei­ben im Mit­tel­al­ter, Mit der Kräu­ter­he­xe un­ter­wegs beim Töp­fern und Waf­fen­her­stel­ler, Mit­tel­al­ter­bur­gen bauen, Rit­ter­spie­le und Her­stel­len von Rit­ter­rüs­tun­gen

An­sprech­part­ner:

           Staat­li­che Grund­schu­le „As­trid Lind­gren“ Ost­hau­sen

           Schul­stra­ße 99a

           99310 Ost­hau­sen

           Te­le­fon: 036200 / 65676

           E-​Mail: gs.ost­hau­sen@schulen-​ilmkreis.de

Quel­le: http://www.gs-​osthausen.de/index.php?op­ti­on=com_con­tent&view=ca­te­go­ry&id=55&I­temid=165(Stand: 09.08.2017)

Ma­te­ria­li­en für eine/n Schü­le­rIn:

-      drei Pa­pier­bö­gen inder Größe DinA4

-      eine dicke N­äh­na­del

-      Bind­fa­den

Schrit­te für die Durch­füh­rung im Un­ter­richt:

→ Es ist sinn­voll, als Lehr­kraft ein Bei­spiel­ex­em­plar par­al­lel zu den Kin­dern mit her­zu­stel­len, damit die Kin­der sich daran ori­en­tie­ren kön­nen.

1. Fal­ten (Fal­zen) der Pa­pier­bö­gen

Für das Fal­ten der Pa­pier­bö­gen nimmt man jeden ein­zel­nen Bogen und fal­tet die­sen ein­mal quer in der Mitte. Dabei ent­steht ein Din A5-​Format.

2. Er­stel­len der Lage

Die vor­ge­fal­te­ten Blät­ter wer­den in­ein­an­der­ge­leg­t, so­dass die Blät­ter auf­ge­klapp­t genau           über­ein­an­der lie­gen und man diese dann am vor­han­de­nen Knick ge­mein­sam fal­ten, also                   zu­klap­pen­ kann.

3. Bin­den der Lage

Nun wer­den die ge­fal­te­ten Blät­ter­zu­sam­men­ge­näht. Dazu muss man die in­ein­an­der lie­gen­den Blät­ter wie­der leicht auf­klap­pen­. Man fä­del­t einen Faden an eine N­äh­na­del und bil­det am un­te­ren Ende des Fa­dens einen di­cke­ren Kno­ten. Nun sticht man mit der Nadel durch alle Blät­ter am obe­ren oder un­te­ren Ende des Knicks und zieht den Faden so weit durch, bis er am Kno­ten stoppt. An­schlie­ßend wird ein­mal am Knick längs und wie­der zu­rück ge­näht. Zum Schluss wird der Faden ver­kno­tet, so­dass er nicht mehr auf­ge­hen kann.

Er­geb­nis und mög­li­che Wei­ter­füh­rung:

Ent­stan­den ist nun ein klei­nes Heft im Din A5-​Format mit sechs Sei­ten. Man kann die Kin­der zudem noch einen in­di­vi­du­el­len Buch­de­ckel ge­stal­ten las­sen (siehe Ka­pi­tel Buch­de­ckel­ge­stal­tung). So kön­nen die Kin­der ihr Heft noch in­di­vi­du­el­ler ma­chen und ihrer Krea­ti­vi­tät frei­en Lauf las­sen.

Auch das Fül­len des Hef­tes lässt viele Mög­lich­kei­ten offen. Die Kin­der kön­nen bei­spiels­wei­se etwas per­sön­li­ches, Ge­schich­ten oder ähn­li­ches hin­ein­schrei­ben. Oder das Heft wird dazu ge­nutzt, wich­ti­ge Aspek­te des The­mas Mit­tel­al­ter im Un­ter­richt fest­zu­hal­ten.

Quel­len:

Williams-​Krapp,Wer­ner (2017): Buch­pro­duk­ti­on. http://www.mittelalterliche-​geschichte.de/work/ma­hist/index.php?id=5&lang=de&tpl=2 (zu­letzt ab­ge­ru­fen am 15.08.2017).

Schnei­der, Da­ni­el (2016): Her­stel­lung der Buch­er im­mit­tel­al­ter­li­chen Skrip­to­ri­um­. http://dhmu­se­um.uni-​trier.de/node/359 (zu­letzt ab­ge­ru­fen am 15.08.2017).