Balladen

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Die Ballade
Klasse 8
Die Bal­la­de - Das Ur-Ei der Dich­tung

Eine Bal­la­de ist...

Lyrik

  • Stro­phen/ Verse

  • Reimsch­ei­ma

  • Me­trum

  • sprach­li­che Mit­tel (z.B. Me­ta­phern)

Epik

  • Er­zäh­ler

  • Hand­lung

  • Fi­gu­ren

  • Ort und Zeit

  • Span­nungs­auf­bau

Drama

  • Dia­lo­ge/ Mo­no­lo­ge

    (wört­li­che Rede)

  • zen­tra­le Kon­flik­te

1
Wel­che ly­ri­schen, dra­ma­ti­schen und epi­sche Ele­men­te las­sen sich in John May­nard fin­den? Un­ter­strei­che die Ele­men­te in der pas­sen­den Farbe und fülle an­schlie­ßend die Ta­bel­le aus.

Lyrik

Epik

Drama



Die Ballade
Klasse 8
Wer ist John May­nard?

The­o­dor Fon­ta­ne

John May­nard



John May­nard!

„Wer ist John May­nard?“

„John May­nard war unser Steu­er­mann,

Aus hielt er, bis er das Ufer ge­wann,

Er hat uns ge­ret­tet, er trägt die Kron’,

Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.

                                   John May­nard.“



Die „Schwal­be“ fliegt über den Erie­see,

Gischt schäumt um den Bug wie Flo­cken von Schnee;

Von De­troit fliegt sie nach Buf­fa­lo –

Die Her­zen aber sind frei und froh,

Und die Pas­sa­gie­re mit Kin­dern und Fraun

Im Däm­mer­licht schon das Ufer schaun,

Und plau­dernd an John May­nard heran

Tritt alles: „Wie weit noch, Steu­er­mann?“

Der schaut nach vorn und schaut in die Rund’:

„Noch drei­ßig Mi­nu­ten … Halbe Stund’.“



Alle Her­zen sind froh, alle Her­zen sind frei –

Da klingt’s aus dem Schiffs­raum her wie Schrei,

„Feuer!“ war es, was da klang,

Ein Qualm aus Kajüt’ und Luke drang,

Ein Qualm, dann Flam­men lich­ter­loh,

Und noch zwan­zig Mi­nu­ten bis Buf­fa­lo.



Und die Pas­sa­gie­re, bunt ge­mengt,

Am Bugs­priet stehn sie zu­sam­men­ge­drängt,

Am Bugs­priet vorn ist noch Luft und Licht,

Am Steu­er aber la­gert sich’s dicht,

Und ein Jam­mern wird laut: „Wo sind wir? wo?“

Und noch fünf­zehn Mi­nu­ten bis Buf­fa­lo. –



Der Zug­wind wächst, doch die Qualm­wol­ke steht,

Der Ka­pi­tän nach dem Steu­er späht,

Er sieht nicht mehr sei­nen Steu­er­mann,

Aber durchs Sprach­rohr fragt er an:

„Noch da, John May­nard?“

                        „Ja, Herr. Ich bin.“

„Auf den Strand! In die Bran­dung!“

                        „Ich halte drauf hin.“

Und das Schiffs­volk ju­belt: „Halt aus! Hallo!“

Und noch zehn Mi­nu­ten bis Buf­fa­lo. –



„Noch da, John May­nard?“ Und Ant­wort schallt’s

Mit ersterben­der Stim­me: „Ja, Herr, ich halt’s!“

Und in die Bran­dung, was Klip­pe, was Stein,

Jagt er die „Schwal­be“ mit­ten hin­ein.

Soll Ret­tung kom­men, so kommt sie nur so.

Ret­tung: der Strand von Buf­fa­lo!



Das Schiff ge­bors­ten. Das Feuer ver­schwelt.

Ge­ret­tet alle. Nur einer fehlt!



Alle Glo­cken gehn; ihre Töne schwell’n

Him­melan aus Kir­chen und Ka­pell’n,

Ein Klin­gen und Läu­ten, sonst schweigt die Stadt,

Ein Dienst nur, den sie heute hat:

Zehn­tau­send fol­gen oder mehr,

Und kein Aug’ im Zuge, das trä­nen­leer.



Sie las­sen den Sarg in Blu­men hinab,

Mit Blu­men schlie­ßen sie das Grab,

Und mit gold­ner Schrift in den Mar­mor­stein

Schreibt die Stadt ihren Dank­spruch ein:

„Hier ruht John May­nard! In Qualm und Brand

Hielt er das Steu­er fest in der Hand,

Er hat uns ge­ret­tet, er trägt die Kron’,

Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.

                                   John May­nard.“



Quel­le: The­o­dor Fon­ta­ne: John May­nard. In: Unser Bal­la­den­buch. Deut­sche Bal­la­den aus zwei Jahr­hun­der­ten. Hrsg. v. Ernst Stein. Kin­der­buch­ver­lag, Ber­lin 1959, S. 114-117

Der Held auf dem Erie­see (Stich von 1884)

„Noch da, John May­nard?“ Und Ant­wort schallt’s

Mit ersterben­der Stim­me: „Ja, Herr, ich halt’s!“

Und in die Bran­dung, was Klip­pe, was Stein,

Jagt er die „Schwal­be“ mit­ten hin­ein.

Soll Ret­tung kom­men, so kommt sie nur so.

Ret­tung: der Strand von Buf­fa­lo!



Das Schiff ge­bors­ten. Das Feuer ver­schwelt.

Ge­ret­tet alle. Nur einer fehlt!



Alle Glo­cken gehn; ihre Töne schwell’n

Him­melan aus Kir­chen und Ka­pell’n,

Ein Klin­gen und Läu­ten, sonst schweigt die Stadt,

Ein Dienst nur, den sie heute hat:

Zehn­tau­send fol­gen oder mehr,

Und kein Aug’ im Zuge, das trä­nen­leer.



Sie las­sen den Sarg in Blu­men hinab,

Mit Blu­men schlie­ßen sie das Grab,

Und mit gold­ner Schrift in den Mar­mor­stein

Schreibt die Stadt ihren Dank­spruch ein:

„Hier ruht John May­nard! In Qualm und Brand

Hielt er das Steu­er fest in der Hand,

Er hat uns ge­ret­tet, er trägt die Kron’,

Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.

                                   John May­nard.“



Quel­le: The­o­dor Fon­ta­ne: John May­nard. In: Unser Bal­la­den­buch. Deut­sche Bal­la­den aus zwei Jahr­hun­der­ten. Hrsg. v. Ernst Stein. Kin­der­buch­ver­lag, Ber­lin 1959, S. 114-117

Die Ballade
Klasse 8
John May­nard
- ein wah­rer Held oder eine Le­gen­de?
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Quelle: https://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/dko_ab_ball.pdf

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von anonym

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