• Beistrich im zusammengesetzten Satz
  • SC
  • 11.04.2022
  • Sonstige
  • Deutsch
  • 9
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Hinweis zum Einsatz im Unterricht

Was ist mit einem zu­sam­men­ge­setz­ten Satz ge­meint?

Unter einem "zusammengesetzten Satz" verstehen wir die Verbindung aus einem Hauptsatz mit einem oder mehreren anderen Hauptsätzen oder die Verbindung aus einem Hauptsatz mit einem oder mehreren Gliedsätzen:

Carina kam gestern nicht in die Schule, denn sie war krank.

Peter blieb gestern zu Hause, weil er krank war.

Wann set­zen wir einen Bei­strich?

1. Hauptsatzreihe (HSR)


Unter einer Hauptsatzreihe (HSR) verstehen wir die Verbindung aus einem Hauptsatz mit einem oder mehreren anderen Hauptsätzen!


Zwei Hauptsätze:

Sie konnte gestern nicht kommen. Sie hatte Besuch.


Beispiele für eine Hauptsatzreihe:
Sie konnte gestern nicht kommen, sie hatte Besuch.
Sie konnte gestern nicht kommen, denn sie hatte Besuch.


Wie du in den beiden Beispielen sehen kannst, verbindest du die Hauptsätze entweder nur mit einem Beistrich (Komma) oder mit einem Beistrich und einem Bindewort (Konjunktion).

Muss bei jedem Bin­de­wort ein Bei­strich ge­setzt wer­den?

Die Recht­schreib­re­geln er­lau­ben es aber, bei gleich­ran­gi­gen Sät­zen, die durch Kon­junk­tio­nen (Bin­de­wör­ter) wie “und”, “oder”, “wie” usw.  ver­bun­den sind, den Bei­strich weg­zu­las­sen:

Schenkst du mir ein Buch(,) oder schenkst du mir eine CD?

Bei ent­ge­gen­ge­setz­ten Kon­junk­tio­nen (z. B. aber, son­dern, doch...) musst du immer einen Bei­strich set­zen:

Sie woll­te das Kon­zert be­su­chen, aber es war aus­ver­kauft.

Er möch­te ihr seine Liebe ge­ste­hen, doch er traut sich nicht.

2. Satzgefüge


Unter einem Satzgefüge (SG) verstehen wir die Verbindung aus einem Hauptsatz mit einem oder mehreren Gliedsätzen!
Zwischen einem Hauptsatz und einem Gliedsatz kommt immer ein Beistrich!


Beispiele:
Es war so kalt, dass sie die Heizung einschalten musste.
Weil er in Eile war, trat er auf’s Gas.

Woran er­ken­ne ich einen Glied­satz?

Glied­sät­ze kön­nen so­wohl vor als auch nach dem Haupt­satz ste­hen.

  • Ein Glied­satz kann nie al­lei­ne ste­hen.
  • Er wird meist durch eine Kon­junk­ti­on ein­ge­lei­tet.
  • Die Per­so­nal­form des Verbs steht immer an der letz­ten Stel­le.

3. Infinitivgruppen (Nennformgruppen)

Beispiele:
Hör endlich auf(,) so laut zu lachen.
Er beabsichtigte(,) nach der Mittelschule die PTS zu besuchen.
Er verließ den Raum, ohne sich umzudrehen.
Sie hat die Absicht, in den Ferien zu arbeiten.

4. Partizipialgruppen (Mittelwortgruppen)

Beispiele:
Sich ganz der Musik hingebend(,) saß sie in ihrem Stuhl.
Durch die Schritte aufgeweckt(,) horchte er auf jedes Geräusch.
Die Klasse, für die Prüfung gut vorbereitet, schnitt hervorragend ab.
Sie saß in ihrem Stuhl, sich ganz der Musik hingebend.

Hin­weis:

Eine ge­naue­re Er­klä­rung der Re­geln zum Bei­strich bei zu­sam­men­ge­setz­ten Sät­zen, er­fährst du, indem du den QR-​Code rechts ein­scannst!

Und jetzt du

1
Setze in den folgenden Beispielen Beistriche. Schreibe in die Lücke vor dem Satz, die Nummer der Regel (1- 4), die zur Anwendung kommt. Bist du der Meinung, dass kein Beistrich zu setzen ist, schreibe eine 0 in die Lücke!

Sie erzählte mir dass sie bald in den Urlaub fährt.
Peter fuhr in die Schweiz und Franz nach Deutschland.
Das Haus das dort steht ist über 400 Jahre alt.
Er konnte nicht kommen er musste verreisen.
Anstatt zu antworten lief sie wütend aus dem Zimmer.
Inge fuhr um 12 Uhr nachhause aber ich blieb bis 16 Uhr.
Weil sie krank war versäumte sie einige Deutschstunden.
Über sich selbst laut lachend verließ er das Klassenzimmer.
Franz kaufte eine Fahrkarte und fuhr zu seiner Tante.
Sie ging auf das Konzert da sie diese Musik sehr mag.
Sie betrat das Klassenzimmer ohne zu grüßen.
Wenn ich recht verstehe soll der Ball ins Tor hinein.
Das ist das Tor und dort steht der Tormann.
Er muss die Prüfung schaffen um ein Sehr gut zu bekommen.
Sie stürmte auf die Straße die ganze Nachbarschaft zusammenschreiend.
Ich wusste nicht ob ich noch eine Kinokarte bekommen würde.
Die Hände auf dem Rücken verschränkt ging mein Vater vor uns her.
Er verließ die Gesellschaft ohne sich von den Gastgebern zu verabschieden.

2
Ein einziger Satz, aber ganz viele Beistriche! Findest du sie alle?
  • Als sein Sohn der die Firma übernehmen sollte und den ich noch aus meiner Schulzeit kannte wo er wie alle Lehrer stets betonten nicht unbedingt durch Intelligenz wobei ich nie herausfand was die Lehrpersonen im einzelnen darunter verstanden sondern mehr durch sein undiszipliniertes Verhalten auffiel dem Vater mitteilte dass er die Firma nicht zu übernehmen gedenke was mich da ich ihn wie bereits erwähnt gut kannte nicht sonderlich überraschte fiel dieser wie man im Volksmund zu sagen pflegt aus allen Wolken da er wie alle Unternehmerväter seinen Betrieb lieber in Familienhand dazu gehört natürlich auch die Hand des missratenen Sohnes gesehen hätte als sie im Besitz irgendeiner Bank zu wissen die aus seinem Unternehmen möglicherweise binnen kürzester Zeit wie es bei Banken nun einmal da sie nur an nackten Zahlen interessiert sind was im Klartext eben Geld bedeutet üblich eine Aktiengesellschaft machen würden was ganz und gar nicht in seinem Interesse lag da er doch dies sei nicht ohne einen gewissen Stolz erwähnt die letzten Jahre damit verbrachte das Unternehmen auszubauen und zu dem zu machen was es heute ist.
Lösung
Als sein Sohn, der die Firma über­neh­men soll­te und den ich noch aus mei­ner Schul­zeit kann­te, wo er, wie alle Leh­rer stets be­ton­ten, nicht un­be­dingt durch In­tel­li­genz, wobei ich nie her­aus­fand, was die Lehr­per­so­nen im ein­zel­nen dar­un­ter ver­stan­den, son­dern mehr durch sein un­dis­zi­pli­nier­tes Ver­hal­ten auf­fiel, dem Vater mit­teil­te, dass er die Firma nicht zu über­neh­men ge­den­ke, was mich, da ich ihn, wie be­reits er­wähnt, gut kann­te, nicht son­der­lich über­rasch­te, fiel die­ser, wie man im Volks­mund zu sagen pflegt, aus allen Wol­ken, da er, wie alle Un­ter­neh­mer­vä­ter sei­nen Be­trieb lie­ber in Fa­mi­li­en­hand, dazu ge­hört na­tür­lich auch die Hand des miss­ra­te­nen Soh­nes, ge­se­hen hätte, als sie im Be­sitz ir­gend­ei­ner Bank zu wis­sen, die aus sei­nem Un­ter­neh­men mög­li­cher­wei­se bin­nen kür­zes­ter Zeit, wie es bei Ban­ken nun ein­mal, da sie nur an nack­ten Zah­len in­ter­es­siert sind, was im Klar­text eben Geld be­deu­tet, üb­lich, eine Ak­ti­en­ge­sell­schaft ma­chen wür­den, was ganz und gar nicht in sei­nem In­ter­es­se lag, da er doch, dies sei nicht ohne einen ge­wis­sen Stolz er­wähnt, die letz­ten Jahre damit ver­brach­te, das Un­ter­neh­men aus­zu­bau­en und zu dem zu ma­chen, was es heute ist.