• Berliner Blau Reaktion
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  • 09.05.2024
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Berliner-​Blau Re­ak­ti­on

Die von Perls be­reits 1867 ein­ge­führ­te Re­ak­ti­on ist ein histo­che­mi­scher Nach­weis für drei­wer­ti­ges Eisen und kann im Ge­we­be­schnitt noch 2 ng Eisen an­zei­gen.

Am bes­ten eig­nen sich for­ma­lin­fi­xier­te Prä­pa­ra­te. Für Paraffin-​ und Ge­frier­schnit­te ge­eig­net.

Es ist güns­tig, die Re­ak­ti­on bei 37 °C aus­zu­füh­ren, da die Farb­stoff­nie­der­schlä­ge dann schär­fer de­fi­niert sind.

Die Re­ak­ti­ons­lö­sung erst kurz vor Ge­brauch mi­schen und nur ein Mal ver­wen­den.



Hä­mo­si­de­rin, ein zel­lu­lär ge­bun­de­nes Ab­bau­pro­dukt des Hä­mo­glo­bins (hä­ma­to­ge­nes Pig­ment), wird mit die­ser Re­ak­ti­on nach­ge­wie­sen.

Es ent­steht in­tra­zel­lu­lär nach Pha­go­zy­to­se von Hä­mo­glo­bin und wird in form klei­ner brau­ner Körn­chen ge­spei­chert.

Bei Links­herz­in­suf­fi­zi­enz kommt es zu einer Blut­stau­ung vor dem lin­ken Her­zen. Blut tritt in die Alve­o­len der Lunge. Alve­o­lar­ma­kro­pha­gen nehem das Hä­mo­glo­bin auf und wan­deln es zu Hä­mo­si­de­rin um. Die hä­mo­si­de­rin­be­la­de­nen Ma­kro­pha­gen in der Lunge nennt man Herz­feh­ler­zel­len (Sie kön­nen auch aus­ge­hus­tet und somit im Sputum nach­ge­wie­sen wer­den).

Prin­zip der Berliner-​Blau Re­ak­ti­on



Fe III-​Ionen wer­den mit Hexacyanoferrat-​II (gel­bes Blut­lau­gen­salz) im sau­ren Mi­lieu als Ber­li­ner­blau, einem blau­en Farb­kom­plex, nach­ge­wie­sen.



4FeIIICl3 + 3 K4 [FeII(CN)6] = Fe4III[FeII(CN)6]3 + 12 KCl

gel­bes Blut­lau­gen­salz Ber­li­ner­blau



Bei der Durch­füh­rung der Re­ak­ti­on ist un­be­dingt dar­auf zu ach­ten, dass Küvet­ten, Pin­zet­ten, Prä­pa­rier­na­deln und mit den Schnit­ten in Be­rüh­rung kom­men­de Flüs­sig­kei­ten ei­sen­frei sein müs­sen.

Man ver­wen­det Plas­tik­pin­zet­ten!

Es ist immer ein po­si­ti­ver Kon­troll­schnitt mit­zu­füh­ren!

Lö­sun­gen:

Re­ak­ti­ons­lö­sung: 2 % gel­bes Blut­lau­gen­salz (Hexacyanoferrat-​II, Fer­ro­cy­an­ka­li­um) und 1 % HCl zu glei­chen Tei­len.

Kernechtrot-​Aluminiumsulfat: 0,1 g Kernecht­rot in 100 ml 5 % wäss­ri­ger Aluminiumsulfat-​

Lö­sung heiß lösen. Nach Er­kal­ten fil­trie­ren, evtl. 1–2 Trop­fen Eis­essig zu­ge­ben (zum pH-​Ausgleich; Ver­hin­de­rung von Pilz­bil­dung).



Quel­le: Ro­m­eis Mi­kro­sko­pi­sche Tech­nik, 19. Auf­la­ge 2015

Ro­m­eis

Mi­kro­sko­pi­sche

Tech­nik,

19. Auf­la­ge

2015

Turn­bull Blau-​Reaktion

Histo­che­mi­scher Nach­weis von zwei­wer­ti­gem Eisen.

Die Re­ak­ti­on ist von ge­rin­ge­rer Be­deu­tung, da zwei­wer­ti­ges Eisen sel­ten im Or­ga­nis­mus vor­kommt. Hä­mo­si­de­rin re­agiert nicht! (siehe Berlinerblau-​Reaktion). Man kann al­ler­dings drei­wer­ti­ges Eisen re­du­zie­ren und dann als Turn­bull Blau sicht­bar ma­chen.

Die Fi­xie­rung ist be­lie­big, am bes­ten Etha­nol oder For­ma­lin.



Prin­zip der Turn­bull Blau Re­ak­ti­on



Fe II-​Ionen wer­den mit Hexacyanoferrat-​III (rotes Blut­lau­gen­salz) im sau­ren Mi­lieu als Turnbull-​Blau, einem blau­en Farb­kom­plex, nach­ge­wie­sen.



FeIICl2 + 2 K3 [FeIII (CN)6] = Fe3II[FeIII (CN)6]2 + 6 KCl

rotes Blut­lau­gen­salz Turnbull-​Blau



Che­misch sind Turn­bull Blau und Berliner-​Blau gleich.



Lö­sun­gen:

Re­ak­ti­ons­lö­sung: 20 % rotes Blut­lau­gen­salz (Hexacyanoferrat-​III, Fer­ri­cy­an­ka­li­um) und 1 % HCl zu glei­chen Tei­len.

Kernechtrot-​Aluminiumsulfat: Berliner-​Blau Re­ak­ti­on



Quel­le: Ro­m­eis Mi­kro­sko­pi­sche Tech­nik, 19. Auf­la­ge 2015

Ro­m­eis

Mi­kro­sko­pi­sche

Tech­nik,

19. Auf­la­ge

2015

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