Das Leben auf der Burg
Burgen prägen noch heute vielerorts die Landschaften. Allein in Deutschland gibt es etwa 10.000 Burgen und Burgruinen. Jeder von uns hat eine Vorstellung von einer Burg und vom Leben darauf. Überprüfe deine Vorstellung mit dem wirklichen Leben auf der Burg, indem du die Aufgaben nacheinander bearbeitest.
- Welche Burg war es?
- Was ist dir von dem Besuch noch in Erinnerung geblieben?
- Schreibe ein paar Stichpunkte auf.
- Wer, glaubst du, lebte auf der Burg?
- Wie sah der Alltag der Burgherren aus?
- Was hatten sie zu essen?
- Wie war die Burg eingerichtet?


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- Gibt es Übereinstimmungen?
- Stellst du dir das Leben auf der Burg genauso vor?
Ein Zauber umschwebt die Mauern der altersgrauen Burgen, deren Türme allerorten in Deutschlands herrlichen Gauen an die Zeiten der Ritter und Sänger, an [Kämpfen] und Turnier, an holde Burgfrauen und Minnedienst erinnern. Die Steine geschwärzt, von Frost und Regen zerklüftet, von stürmender Kriegerfaust, von zehrenden Feuersgluten zerborsten, dauern sie dennoch durch die Jahrhunderte. Wie für die Ewigkeit gebaut, bilden sie Merkzeichen der Landschaften, Sage und Geschichte schlingen einen immergrünen Kranz darum und lassen sie – als Zeugen längst Zeiten – noch heute vernehmlich zu uns Enkeln reden.
Die Zeit der Kreuzzüge, der Minnesänger, die kaiserlose Zeit, dann die steigende deutsche Zerrissenheit bis hin zur Reformation, der Untergang Ritterschaften und die Bauernkriege, alle haben bei den Burgen deutliche Merkmale hinterlassen […].
In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.
Ein Zauber umschwebt die Mauern der altersgrauen Burgen, deren Türme allerorten in Deutschlands herrlichen Gauen an die Zeiten der Ritter und Sänger, an [Kämpfen] und Turnier, an holde Burgfrauen und Minnedienst erinnern. Die Steine geschwärzt, von Frost und Regen zerklüftet, von stürmender Kriegerfaust, von zehrenden Feuersgluten zerborsten, dauern sie dennoch durch die Jahrhunderte. Wie für die Ewigkeit gebaut, bilden sie Merkzeichen der Landschaften, Sage und Geschichte schlingen einen immergrünen Kranz darum und lassen sie – als Zeugen längst Zeiten – noch heute vernehmlich zu uns Enkeln reden.
Die Zeit der Kreuzzüge, der Minnesänger, die kaiserlose Zeit, dann die steigende deutsche Zerrissenheit bis hin zur Reformation, der Untergang Ritterschaften und die Bauernkriege, alle haben bei den Burgen deutliche Merkmale hinterlassen […].
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Wie es wirklich war, zeigt folgnder Bericht von Ulrich von Hutten.
Lies dir den Text durch und markiere, wie das Leben auf der Burg wirklich war.
Die Burg selbst, mag sie auf dem Berg oder im Tal liegen, ist nicht gebaut um schön, sondern um fest zu sein; von Wall und Graben umgeben, innen eng, da sie durch die Stallungen für Vieh und Herden versperrt wird. Daneben liegen die dunklen Kammern, angefüllt mit Geschützen, Pech, Schwefel und dem übrigen Zubehör der Waffen und Kriegswerkzeuge. Überall stinkt es nach Pulver, dazu kommen die Hunde mit ihrem Dreck, eine liebliche Angelegenheit, wie sich denken lässt und ein feiner
Duft! Reiter kommen und gehen, unter ihnen sind Räuber, Diebe und Banditen. Denn fast für alle sind unsere Häuser offen, entweder weil wir nicht wissen können, wer ein jeder ist, oder weil wir nicht weiter danach fragen.
Man hört das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder, das Hundegebell, das Rufen der Arbeiter auf dem Felde, das Knarren und Rattern von Fuhrwerken und Karren; ja wahrhaftig, auch das Heulen der Wölfe wird im Haus vernehmbar, da der Wald so nahe ist. Der ganze Tag, vom frühen Morgen an, bringt Sorge und Plage,
beständige Unruhe und dauernden Betrieb. Die Äcker müssen gepflügt und gegraben werden; man muss eggen, säen, düngen, mähen und dreschen. Es kommt die Ernte und Weinlese. Wenn es dann einmal ein schlechtes Jahr gewesen ist, wie es bei jener Magerkeit häufig geschieht, so tritt furchtbare Not und Bedrängnis ein, bange Unruhe und tiefe Niedergeschlagenheit ergreift alle.
In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.
Die Burg selbst, mag sie auf dem Berg oder im Tal liegen, ist nicht gebaut um schön, sondern um fest zu sein; von Wall und Graben umgeben, innen eng, da sie durch die Stallungen für Vieh und Herden versperrt wird. Daneben liegen die dunklen Kammern, angefüllt mit Geschützen, Pech, Schwefel und dem übrigen Zubehör der Waffen und Kriegswerkzeuge. Überall stinkt es nach Pulver, dazu kommen die Hunde mit ihrem Dreck, eine liebliche Angelegenheit, wie sich denken lässt und ein feiner
Duft! Reiter kommen und gehen, unter ihnen sind Räuber, Diebe und Banditen. Denn fast für alle sind unsere Häuser offen, entweder weil wir nicht wissen können, wer ein jeder ist, oder weil wir nicht weiter danach fragen.
Man hört das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder, das Hundegebell, das Rufen der Arbeiter auf dem Felde, das Knarren und Rattern von Fuhrwerken und Karren; ja wahrhaftig, auch das Heulen der Wölfe wird im Haus vernehmbar, da der Wald so nahe ist. Der ganze Tag, vom frühen Morgen an, bringt Sorge und Plage,
beständige Unruhe und dauernden Betrieb. Die Äcker müssen gepflügt und gegraben werden; man muss eggen, säen, düngen, mähen und dreschen. Es kommt die Ernte und Weinlese. Wenn es dann einmal ein schlechtes Jahr gewesen ist, wie es bei jener Magerkeit häufig geschieht, so tritt furchtbare Not und Bedrängnis ein, bange Unruhe und tiefe Niedergeschlagenheit ergreift alle.
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- Vergleiche nun unsere heutige Vorstellung von einer Burg mit der Wirklichkeit.
- Fertige dazu eine Tabelle an.
heutige Vorstellung von einer Burg | tatsächliches Leben auf einer Burg |
|---|---|
- Im 19.Jahrhundert gibt es noch kein
Deutschland
, man versucht deshalb herauszufinden, was typischdeutsch
ist. - Man merkt, dass viele Länder eine gloreiche Geschichte haben (z.B. die Italiener und die Griechen), auf die sie stolz sind. Für Deutschland möchte man auch so etwas.
- Man entdeckt die Lieder der Minnesänger und die Geschichte von Drachtöter Siegfried.
- Die Gebrüder Grimm sammeln ihre Hausmärchen.
- Man baut viele Burgruinen (im romantischen Stil) wieder auf und bestehende Burgen in prunkvolle Schlösser um.
- Ludwig II. von Bayern baut seine Märchenschlösser (z.B. Neuschwanstein).
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