• Das Leben auf der Burg
  • anonym
  • 07.10.2020
  • Geschichte
  • 7
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  • Das Leben auf der Burg

    Burgen prägen noch heute vielerorts die Landschaften. Allein in Deutschland gibt es etwa 10.000 Burgen und Burgruinen. Jeder von uns hat eine Vorstellung von einer Burg und vom Leben darauf. Überprüfe deine Vorstellung mit dem wirklichen Leben auf der Burg, indem du die Aufgaben nacheinander bearbeitest.

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    Du warst sicherlich schon einmal auf einer Burg.
    • Welche Burg war es?
    • Was ist dir von dem Besuch noch in Erinnerung geblieben?
    • Schreibe ein paar Stichpunkte auf.
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    Schau dir das Bild einer Burg an.
    • Wer, glaubst du, lebte auf der Burg?
    • Wie sah der Alltag der Burgherren aus?
    • Was hatten sie zu essen?
    • Wie war die Burg eingerichtet?
    Reichsburg Cochem
  • 3
    Lies dir den Text von Bodo Ebhardt durch. Vergleiche seine Vorstellung vom Leben auf der Burg mit deinen Notizen aus Aufgabe 2.
    • Gibt es Übereinstimmungen?
    • Stellst du dir das Leben auf der Burg genauso vor?

    In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.

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    Ein Zauber umschwebt die Mauern der altersgrauen Burgen, deren Türme allerorten in Deutschlands herrlichen Gauen an die Zeiten der Ritter und Sänger, an [Kämpfen] und Turnier, an holde Burgfrauen und Minnedienst erinnern. Die Steine geschwärzt, von Frost und Regen zerklüftet, von stürmender Kriegerfaust, von zehrenden Feuersgluten zerborsten, dauern sie dennoch durch die Jahrhunderte. Wie für die Ewigkeit gebaut, bilden sie Merkzeichen der Landschaften, Sage und Geschichte schlingen einen immergrünen Kranz darum und lassen sie – als Zeugen längst Zeiten – noch heute vernehmlich zu uns Enkeln reden.

    Die Zeit der Kreuzzüge, der Minnesänger, die kaiserlose Zeit, dann die steigende deutsche Zerrissenheit bis hin zur Reformation, der Untergang Ritterschaften und die Bauernkriege, alle haben bei den Burgen deutliche Merkmale hinterlassen […].





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    Ein Zauber umschwebt die Mauern der altersgrauen Burgen, deren Türme allerorten in Deutschlands herrlichen Gauen an die Zeiten der Ritter und Sänger, an [Kämpfen] und Turnier, an holde Burgfrauen und Minnedienst erinnern. Die Steine geschwärzt, von Frost und Regen zerklüftet, von stürmender Kriegerfaust, von zehrenden Feuersgluten zerborsten, dauern sie dennoch durch die Jahrhunderte. Wie für die Ewigkeit gebaut, bilden sie Merkzeichen der Landschaften, Sage und Geschichte schlingen einen immergrünen Kranz darum und lassen sie – als Zeugen längst Zeiten – noch heute vernehmlich zu uns Enkeln reden.

    Die Zeit der Kreuzzüge, der Minnesänger, die kaiserlose Zeit, dann die steigende deutsche Zerrissenheit bis hin zur Reformation, der Untergang Ritterschaften und die Bauernkriege, alle haben bei den Burgen deutliche Merkmale hinterlassen […].

    In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.

    Bodo Ebhardt: Deutsche Burgen (Burgenforscher, Text von 1898)
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    Die Vorstellung, die wir heute von Burgen haben, stammt nicht aus dem Mittelalter, sondern aus dem 19. Jahrhundert. In dieser Zeit verklärte man die Zeit von 1250-1500 als die Zeit des goldenen Mittelalters, voll Ritter, Turniere und Burgfräulein, die von Minnesängern umgarnt wurde. Aus dieser Zeit kommt auch die Vorstellung von prunkvollen Festen auf einer Burg.
    Wie es wirklich war, zeigt folgnder Bericht von Ulrich von Hutten.
    Lies dir den Text durch und markiere, wie das Leben auf der Burg wirklich war.

    In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.

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    Die Burg selbst, mag sie auf dem Berg oder im Tal liegen, ist nicht gebaut um schön, sondern um fest zu sein; von Wall und Graben umgeben, innen eng, da sie durch die Stallungen für Vieh und Herden versperrt wird. Daneben liegen die dunklen Kammern, angefüllt mit Geschützen, Pech, Schwefel und dem übrigen Zubehör der Waffen und Kriegswerkzeuge. Überall stinkt es nach Pulver, dazu kommen die Hunde mit ihrem Dreck, eine liebliche Angelegenheit, wie sich denken lässt und ein feiner
    Duft! Reiter kommen und gehen, unter ihnen sind Räuber, Diebe und Banditen. Denn fast für alle sind unsere Häuser offen, entweder weil wir nicht wissen können, wer ein jeder ist, oder weil wir nicht weiter danach fragen.
    Man hört das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder, das Hundegebell, das Rufen der Arbeiter auf dem Felde, das Knarren und Rattern von Fuhrwerken und Karren; ja wahrhaftig, auch das Heulen der Wölfe wird im Haus vernehmbar, da der Wald so nahe ist. Der ganze Tag, vom frühen Morgen an, bringt Sorge und Plage,
    beständige Unruhe und dauernden Betrieb. Die Äcker müssen gepflügt und gegraben werden; man muss eggen, säen, düngen, mähen und dreschen. Es kommt die Ernte und Weinlese. Wenn es dann einmal ein schlechtes Jahr gewesen ist, wie es bei jener Magerkeit häufig geschieht, so tritt furchtbare Not und Bedrängnis ein, bange Unruhe und tiefe Niedergeschlagenheit ergreift alle.





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    Die Burg selbst, mag sie auf dem Berg oder im Tal liegen, ist nicht gebaut um schön, sondern um fest zu sein; von Wall und Graben umgeben, innen eng, da sie durch die Stallungen für Vieh und Herden versperrt wird. Daneben liegen die dunklen Kammern, angefüllt mit Geschützen, Pech, Schwefel und dem übrigen Zubehör der Waffen und Kriegswerkzeuge. Überall stinkt es nach Pulver, dazu kommen die Hunde mit ihrem Dreck, eine liebliche Angelegenheit, wie sich denken lässt und ein feiner
    Duft! Reiter kommen und gehen, unter ihnen sind Räuber, Diebe und Banditen. Denn fast für alle sind unsere Häuser offen, entweder weil wir nicht wissen können, wer ein jeder ist, oder weil wir nicht weiter danach fragen.
    Man hört das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder, das Hundegebell, das Rufen der Arbeiter auf dem Felde, das Knarren und Rattern von Fuhrwerken und Karren; ja wahrhaftig, auch das Heulen der Wölfe wird im Haus vernehmbar, da der Wald so nahe ist. Der ganze Tag, vom frühen Morgen an, bringt Sorge und Plage,
    beständige Unruhe und dauernden Betrieb. Die Äcker müssen gepflügt und gegraben werden; man muss eggen, säen, düngen, mähen und dreschen. Es kommt die Ernte und Weinlese. Wenn es dann einmal ein schlechtes Jahr gewesen ist, wie es bei jener Magerkeit häufig geschieht, so tritt furchtbare Not und Bedrängnis ein, bange Unruhe und tiefe Niedergeschlagenheit ergreift alle.

    In Front des schon seit Kurfürst Georg Wilhelm von der Familie von Briest bewohnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller Sonnenschein auf die mittagsstille Dorfstraße, während nach der Park- und Gartenseite hin ein rechtwinklig angebauter Seitenflügel einen breiten Schatten erst auf einen weiß und grün quadrierten Fliesengang und dann über diesen hinaus auf ein großes, in seiner Mitte mit einer Sonnenuhr und an seinem Rande mit Canna indica und Rhabarberstauden besetzten Rondell warf.

    Textquelle (1518) - Ulrich von Hutten: Brief an einen Nürnberger Kaufmann aus Otto Borst: Alltagsleben im Mittelalter, Frankfurt/Main 1983, S. 95
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    In einer mittelalterlichen Burg, war es kalt und eng. Galsfenster konnten sich nur die Könige und die Kirchen leisten. Die Burgherren verhängt ihre Fenster mit Pergament oder Vorhängen. In warmen Sommern war es wohl angenehm. Im Winter bitter kalt. So waren die Betten, wenn man denn ein eigenes hatte, mit dicken Vorhängen umgeben, damit es nicht so zieht. Auch schliefen mehrer Personen in einem Bett, um sich gegenseitig wärmen zu können. Möbel gab es nur wenige in einer Burg. Eine Truhe, ein Bett, Tisch und Stühle - das war meist alles. Der Alltag war von Feldarbeit und Instandhaltung der Burg geprägt. Nur die König und hohen Andeligen konnten es sich leisten, nicht arbeiten zu müssen. Ritter, Gutsherren und Grafen mussten wohl auch ran.

    • Vergleiche nun unsere heutige Vorstellung von einer Burg mit der Wirklichkeit.
    • Fertige dazu eine Tabelle an.

    heutige Vorstellung von einer Burg

    tatsächliches Leben auf einer Burg

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    Überlege dir, wieso im 19Jahrhundert ein solches falsches Bild vom Leben auf der Burg erschaffen wurde. Vielleicht helfen dir folgende Informationen:
    • Im 19.Jahrhundert gibt es noch kein Deutschland, man versucht deshalb herauszufinden, was typisch deutsch ist.
    • Man merkt, dass viele Länder eine gloreiche Geschichte haben (z.B. die Italiener und die Griechen), auf die sie stolz sind. Für Deutschland möchte man auch so etwas.
    • Man entdeckt die Lieder der Minnesänger und die Geschichte von Drachtöter Siegfried.
    • Die Gebrüder Grimm sammeln ihre Hausmärchen.
    • Man baut viele Burgruinen (im romantischen Stil) wieder auf und bestehende Burgen in prunkvolle Schlösser um.
    • Ludwig II. von Bayern baut seine Märchenschlösser (z.B. Neuschwanstein).