DDR-Denkmäler - Ausdruck von Erinnerungskultur oder Kontinuität einer Diktaturerzählung im öffentlichen Raum?
21.01.2026
D1 - Denkmäler aus der DDR
Sie zeugen noch heute vom Legitimationsanspruch einer untergegangenen politischen Ordnung: in der DDR errichtete Denkmäler. Die überdimensionierte Thälmannbüste in Berlin oder der erst vor wenigen Jahren restaurierte Karl-Marx-Kopf in Chemnitz sind nur einige der bekanntesten dieser Monumentalplastiken. In jeder Bezirkshauptstadt der DDR, aber auch in Kleinstädten und Dörfern, existierten politische Denkmäler, die ein wichtiges Element in der Präsentation und Inszenierung des politischen Selbstverständnisses der SED-Herrschaft bildeten. Die gesellschaftliche Debatte über den richtigen Umgang mit den Hinterlassenschaften aus Bronze, Stein und Beton hält bis heute an. Sie ist sachlicher geworden, der Umgang gelassener. Ganz anders war die Situation in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung. Viele Menschen fühlten sich von den sichtbaren Zeichen des untergegangenen SED-Staates provoziert, andere wiederum verurteilten die Beseitigung von Denkmälern als politisch motivierten Denkmalsturz.

D2 - Das sowjetische Ehrenmal
Das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park entstand von 1946 bis 1949 auf Initiative des Militärrats der sowjetischen Besatzungstruppen und erinnert an rund 80.000 gefallene sowjetische Soldaten, von denen etwa 7.000 dort begraben sind. Die Einweihung am 9. Mai 1949 stellte den Sieg über den Nationalsozialismus und die Legitimation der neuen sozialistischen Ordnung in den Mittelpunkt. Die Anlage des Ehrenmals besteht aus mehreren Teilen: ein Triumphbogen bildet den Eingang, von dem ein Weg zur Skulptur der „Mutter Heimat“ und weiter durch eine von Trauerbirken gesäumte Allee zu den Grabfeldern führt. Den Abschluss bildet eine über elf Meter hohe Bronzestatue eines sowjetischen Soldaten, der auf einem zerschlagenen Hakenkreuz steht. Entlang der Anlage befinden sich 16 Sarkophage mit Reliefs zum „Großen Vaterländischen Krieg“, ergänzt durch Zitate von Josef Stalin. In der Zeit der DDR, insbesondere am 8. Mai fanden hier regelmäßig Veranstaltungen statt. Nach dem Ende der DDR übernahm die Bundesrepublik Deutschland die Erhaltung und Pflege der sowjetischen Ehrenmale und noch heute finden hier Gedenkveranstaltungen statt.

Q4 - 16.04.1986, S. 3 - Neues Deutschland - Park und Denkmal im Prenzlauer Berg
„Das Denkmal soll ein Symbol des Antifaschismus sein, ein Symbol der roten Fahne und von ,Rot Front', hatte der sowjetische Künstler in dem Gespräch erläutert. „Wir möchten, daß dieses Denkmal künftigen Generationen das Bild Ernst Thälmanns, des mutigen Kämpfers für Freiheit und Unabhängigkeit, für die Arbeitersache, für die Sache von Marx, Engels und Lenin nahebringt

D3 - Das Ernst-Thälmann-Denkmal:
Das Ernst-Thälmann-Denkmal erinnert an den kommunistischen Politiker Ernst Thälmann, der von 1925 bis 1933 Vorsitzender der KPD war und 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde. In der DDR galt Thälmann als zentraler Held des kommunistischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Nach jahrzehntelangen Planungen beschloss das Politbüro 1979 die Errichtung eines Denkmals im heutigen Ernst-Thälmann-Park. Erich Honecker beauftragte 1981 persönlich den sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel. Das Denkmal wurde 1986 zum 100. Geburtstag Thälmanns eingeweiht. Nach 1990 wurde über den Abriss diskutiert und daraufhin die Stelen mit Zitaten von Thälmann und Honecker um die Büste herum entfernt, das Denkmal blieb jedoch erhalten. Heute steht es unter Denkmalschutz und wird von der Stadt Berlin gepflegt.
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