Die Realisierung antisemitischer Ideologie: Die Nürnberger Rassegesetze

Name:
Die Realisierung antisemitischer Ideologie: Die Nürnberger Rassegesetze
12.03.2025

Wie wurde der ideo­lo­gi­sche An­ti­se­mi­tis­mus ge­setz­lich re­a­li­siert?

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Bil­den Sie ein Team mit Ihrem Bank­nach­barn und tei­len Sie die Quell­tex­te auf: Part­ner 1 (Reichs­bür­ger­ge­setz M1, M2), Part­ner 2 (Blut­schutz­ge­setz M3).
  • Fas­sen Sie die Be­stim­mun­gen Ihres Ge­set­zes mit­hil­fe der Ge­set­zes­tex­te zu­sam­men. In­for­mie­ren Sie Ihren Team­part­ner und ver­voll­stän­di­gen Sie das Ta­fel­bild.
  • Nen­nen Sie die Fol­gen, die sich für jü­di­sche Bür­ger aus den Ge­set­zen er­ga­ben.
  • Stel­len Sie Ihre Er­geb­nis­se im Ple­num vor.
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Reichs­bür­ger­ge­setz vom 15. Sep­tem­ber 1935

Der Reichs­tag hat ein­stim­mig das fol­gen­de Ge­setz be­schlos­sen, das hier­mit ver­kün­det wird.

§ 1

(1) Staats­an­ge­hö­ri­ger ist, wer dem Schutz­ver­band des Deut­schen Rei­ches an­ge­hört und ihm dafür be­son­ders ver­pflich­tet ist.

(2) Die Staats­an­ge­hö­rig­keit wird nach den Vor­schrif­ten des Reichs- und Staats­an­ge­hö­rig­keits­ge­set­zes er­wor­ben.

§ 2

(1) Reichs­bür­ger ist nur der Staats­an­ge­hö­ri­ge deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes, der durch sein Ver­hal­ten be­weist, daß er ge­willt und ge­eig­net ist, in Treue dem deut­schen Volk und Reich zu die­nen.

(2) Das Reichs­bür­ger­recht wird durch Ver­lei­hung des Reichs­bür­ger­brie­fes er­wor­ben.

(3) Der Reichs­bür­ger ist der al­lei­ni­ge Trä­ger der vol­len po­li­ti­schen Rech­te nach Maß­ga­be der Ge­set­ze.

§ 3

Der Reichs­mi­nis­ter des In­nern er­läßt im Ein­ver­neh­men mit dem Stell­ver­tre­ter des Füh­rers die zur Durch­füh­rung und Er­gän­zung des Ge­set­zes er­for­der­li­chen Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten.

Reichs­ge­setz­blatt, 1935, Nr. 100, S. 1146.
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Reichs­bür­ger­ge­setz vom 15. Sep­tem­ber 1935

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Reichs­ge­setz­blatt, 1935, Nr. 100, S. 1146.
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Erste Ver­ord­nung zum Reichs­bür­ger­ge­setz vom 14. No­vem­ber 1935

Auf Grund des § 3 des Reichs­bür­ger­ge­set­zes vom 15. Sep­tem­ber 1935 wird fol­gen­des ver­ord­net: [...]

§ 4

(1) Ein Jude kann nicht Reichs­bür­ger sein. Ihm steht ein Stimm­recht in po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten nicht zu; er kann ein öf­fent­li­ches Amt nicht be­klei­den.

(2) Jü­di­sche Be­am­te tre­ten mit Ab­lauf des 31. De­zem­ber 1935 in den Ru­he­stand. Wenn diese Be­am­ten im Welt­krieg an der Front für das Deut­sche Reich oder für seine Ver­bün­de­ten ge­kämpft haben, er­hal­ten sie bis zur Er­rei­chung der Al­ters­gren­ze als Ru­he­ge­halt die vol­len zu­letzt be­zo­ge­nen ru­he­ge­halts­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge; sie stei­gen je­doch nicht in Dienst­al­ters­stu­fen auf. Nach Er­rei­chung der Al­ters­gren­ze wird ihr Ru­he­ge­halt nach den letz­ten ru­he­ge­halts­fä­hi­gen Dienst­be­zü­gen neu be­rech­net.

(3) Die An­ge­le­gen­hei­ten der Re­li­gi­ons­ge­sell­schaf­ten wer­den nicht be­rührt.

(4) Das Dienst­ver­hält­nis der Leh­rer an öf­fent­li­chen jü­di­schen Schu­len bleibt bis zur Neu­re­ge­lung des jü­di­schen Schul­we­sens un­be­rührt. [...]

Reichs­ge­setz­blatt, 1935, Nr. 125, S. 1333f.
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Erste Ver­ord­nung zum Reichs­bür­ger­ge­setz vom 14. No­vem­ber 1935

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Reichs­ge­setz­blatt, 1935, Nr. 125, S. 1333f.
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Ge­setz zum Schut­ze des deut­schen Blu­tes und der deut­schen Ehre vom 15. Sep­tem­ber 1935

Durch­drun­gen von der Er­kennt­nis, daß die Rein­heit des deut­schen Blu­tes die Vor­aus­set­zung für den Fort­be­stand des deut­schen Vol­kes ist, und be­seelt von dem un­beug­sa­men Wil­len, die deut­sche Na­ti­on für alle Zu­kunft zu si­chern, hat der Reichs­tag ein­stim­mig das fol­gen­de Ge­setz be­schlos­sen, das hier­mit ver­kün­det wird.

§ 1

(1) Ehe­schlie­ßun­gen zwi­schen Juden und Staats­an­ge­hö­ri­gen deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes sind ver­bo­ten. Trotz­dem ge­schlos­se­ne Ehen sind nich­tig, auch wenn sie zur Um­ge­hung die­ses Ge­set­zes im Aus­lan­de ge­schlos­sen sind.

(2) Die Nich­tig­keits­kla­ge kann nur der Staats­an­walt er­he­ben.

§ 2

Au­ßer­ehe­li­cher Ver­kehr zwi­schen Juden und Staats­an­ge­hö­ri­gen deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes ist ver­bo­ten.



§ 3

Juden dür­fen weib­li­che Staats­an­ge­hö­ri­ge deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes unter 45 Jah­ren nicht in ihrem Haus­halt be­schäf­ti­gen.

§ 4

(1) Juden ist das His­sen der Reichs- und Na­ti­o­nal­flag­ge und das Zei­gen der Reichs­far­ben ver­bo­ten.

(2) Da­ge­gen ist ihnen das Zei­gen der jü­di­schen Far­ben ge­stat­tet. Die Aus­übung die­ser Be­fug­nis steht unter staat­li­chem Schutz.

§ 5

(1) Wer dem Ver­bot des § 1 zu­wi­der­han­delt, wird mit Zucht­haus be­straft.

(2) Der Mann, der dem Ver­bot des § 2 zu­wi­der­han­delt, wird mit Ge­fäng­nis oder mit Zucht­haus be­straft.

(3) Wer den Be­stim­mun­gen der § 3 oder § 4 zu­wi­der­han­delt, wird mit Ge­fäng­nis bis zu einem Jahr und mit Geld­stra­fe oder mit einer die­ser Stra­fen be­straft. [...]

§ 7

Das Ge­setz tritt am Tage nach der Ver­kün­dung, § 3 je­doch erst am 1. Ja­nu­ar 1936 in Kraft.

Reichs­ge­setz­blatt, 1935, Nr. 100, S. 1146f.
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Ge­setz zum Schut­ze des deut­schen Blu­tes und der deut­schen Ehre vom 15. Sep­tem­ber 1935

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Reichs­ge­setz­blatt, 1935, Nr. 100, S. 1146f.
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Ana­ly­sie­ren Sie das Sche­ma zum Blut­schutz­ge­setz im Hin­blick auf die Frage, wel­che Ehe-​Konstellationen er­laubt sind und wel­che nicht und er­klä­ren Sie den Zweck die­ser Un­ter­schei­dung.
Sprin­ter­auf­ga­be: Wäh­len Sie eine der bei­den vor­be­rei­ten­den Auf­ga­ben aus:
1)
Ar­bei­ten Sie das ma­the­ma­ti­sche Mus­ter, nach dem das Bluts­ver­hält­nis eines Nach­kom­men be­stimmt wird, aus den Bruch­dar­stel­lun­gen in Form von Kreis­dia­gram­men her­aus.
2)
Er­läu­tern Sie die erste und zwei­te Men­del­sche Regel zur Ver­er­bung von Genen aus dem Bio­lo­gie­un­ter­richt. Be­zie­hen Sie sich dafür auf das Bei­spiel der Ver­er­bung “deut­scher” und eines “jü­di­scher Gene”, wie sie von den Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ten be­haup­tet wird.
M4: Er­läu­tern­des Sche­ma zu den Be­stim­mun­gen der Nürn­ber­ger Ge­set­ze.

Die Realisierung antisemitischer Ideologie: Die Nürnberger Rassegesetze

von John David Haack

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