• Emser Depesche (1870)
  • HISTOdigitaLE
  • 30.06.2020
  • Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife, Mittlere Reife, Sonstige
  • Geschichte
  • 8, 9, 11
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Die Emser Depesche - Fake News von gestern?

1. Ursache: Große Männer wollen Krieg?

1
Wiederhole deine Kenntnisse zur Reichseinigung und zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 mit Hilfe
der Videos M1 und M2.

M1 Video: Der Weg
zum Kaiserreich

https://t1p.de/252a

M2 Video: Deutsch-
Französischer-Krieg

https://t1p.de/pnxq

2
Überprüfe dein Wissen zu den Beziehungen und außenpoltischen Zielen der europäischen Akteure der 1860er Jahre mit dem Lückentext M3
3
Partnerarbeit digital:
Erstellt
gemeinsam ein Schaubild zum Beziehungsgefüge zwischen
dem Deutschen Reich und Frankreich am Vorabend des Krieges.
Arbeitet mit der Anwendung M4 und nutzt die Bildquellen Q1-Q4.

M3 Lückentext
https://t1p.de/zpt5

M4: ein Schaubild digital erstellen
www.awwapp.com

Q1: Wilhelm I.
https://t1p.de/3fl8

Q2: Leopold von Hohenzollern
https://t1p.de/xboy

Q4: Napoleon III.
https://t1p.de/1vvx

Q3: Otto von Bismarck
https://t1p.de/tn63

Hinweis

Nutzt für das Schaubild die Bilder Q1-Q4. Ihr könnt diese über den Link unter dem Bild downloaden (Mausklick rechts). Stellt die Beziehungen der Akteure durch Pfeile und Erläuterungen dar.

2. Kriegserklärung per Telegramm? - Die Emser Depesche

1
Vergleiche die beiden Quellen Q5 und Q6 hinsichtlich der vorgenommenen formalen und inhaltlichen Änderungen. Markiere zunächst und notiere deine Analyseergebnisse anschließend in M9.

Ems, den 13. Juli 1870.

Seine Majestät der König schreibt mir:

"Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies ihn, zuletzt etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagement nicht nehmen dürfe, noch könne. – Natürlich sagte ich ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, daß mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei."

Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen. Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihn nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.

Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unseren Gesandten als in der Presse mitgeteilt werden sollte?

Q5 - Telegramm des Geheimrats Heinrich Abeken an den Bundeskanzler Graf von Bismarck. Vom 13. Juli 1870.





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Q5 - Telegramm des Geheimrats Heinrich Abeken an den Bundeskanzler Graf von Bismarck. Vom 13. Juli 1870.

Ems, den 13. Juli 1870.

Seine Majestät der König schreibt mir:

"Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies ihn, zuletzt etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagement nicht nehmen dürfe, noch könne. – Natürlich sagte ich ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, daß mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei."

Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen. Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihn nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.

Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unseren Gesandten als in der Presse mitgeteilt werden sollte?

Berlin, den 13. Juli 1870.

[zur Station: 11.15 nachm.]

Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der französische Botschafter in Ems an Seine Majestät den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.

Seine Majestät der König hat es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.

Q6 - Vom Bundeskanzler Graf von Bismarck redigierte Pressefassung des Abekenschen Telegramms aus Ems. Vom 13. Juli 1870.





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Q6 - Vom Bundeskanzler Graf von Bismarck redigierte Pressefassung des Abekenschen Telegramms aus Ems. Vom 13. Juli 1870.

Berlin, den 13. Juli 1870.

[zur Station: 11.15 nachm.]

Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der französische Botschafter in Ems an Seine Majestät den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.

Seine Majestät der König hat es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.

Ergebnisse digital sichern

Lade das Dokument M9 auf deinen Computer. Du kannst es dann bearbeiten und deine Analyseergebnisse notieren.

2
Partnerarbeit digital:
Beurteilt
die These M10. Diskutiert dazu gemeinsam mit Hilfe der Anwendung M11. Speichert die Diskussion auf eurem PC.

M10 These

Die Emser Depesche ist eine simple Aufbereitung eines sehr umfangreichen Telegramms für die allgemeine Presse. Von einer Manipulation oder gar Instrumentalisierung zum Krieg kann keine Rede sein.

M11 gemeinsam digital diskutieren
https://yopad.eu/

3. Mit Manipulation zum Krieg? Gestern und heute

1
Fake News in Geschichte und Politik?
Spiele M12 um dich über die Funktionsweise und Strategien von Fake News zu informieren.
2
Benenne die im Zuge der Emser Depesche genutzten Kommunikationsstrategien. Kreuze an und erläutere deren Funktionsweise an einem Beispiel aus der Emser Depesche.

Informationen werden verändert durch:
  • Identitätsbetrug

  • Manipulation auf emotionaler Ebene

  • Zuspitzen von Informationen

  • Verschwörung

  • Verruf

  • Ködern von Zuhörern

  • Verkürzung

3
Informiere dich im Online-Artikel M13 die Vorgeschichte der Invasion der USA in den Irak im Jahr 2003.
Erläutere das Vorgehen der USA kurz in eigenen Worten.

M13 Online Artikel
https://t1p.de/r00s

4
Gruppenarbeit digital:
Diskutiert gemeinsam, ob die Vorbereitung zur Invasion in den Irak mit der Emser Depesche und dem Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs vergleichbar ist.
Nutzt die Anwendung M14 und speichert das Ergebnis auf eurem PC.

M14 gemeinsam digital diskutieren
https://yopad.eu/