Ein Mönch kritisiert die Kirche?! - Martin Luther gegen den Ablasshandel

Herunterladen
Name:
Ein Mönch kritisiert die Kirche?! - Martin Luther gegen den Ablasshandel
1
Lies den Text und ver­voll­stän­di­ge den Lü­cken­text.

Im spä­ten Mit­tel­al­ter leb­ten viele Päps­te und Pfar­rer in gro­ßem ___________ und hiel­ten sich nicht mehr an das Vor­bild von _________________. Kir­chen­äm­ter konn­te man kau­fen, wes­halb oft nicht die bes­ten, son­dern die reichs­ten Män­ner zu ______________ wur­den.

Um Geld zu be­kom­men, führ­te die Kir­che den so­ge­nann­ten __________________ ein. Durch den Kauf eines ______________________ soll­te die Zeit im _________________ ver­kürzt wer­den. Die Kir­che ver­sprach also, man könne sich von sei­nen ___________ frei­kau­fen.

Der Mönch _______________________ kri­ti­sier­te die­sen Han­del. Am 31. Ok­to­ber 1517 ver­öf­fent­lich­te er seine 95 ___________. Darin be­ton­te er, dass nur der ___________ an Gott und die Bibel wich­tig seien – nicht das Geld. Diese The­sen konn­ten weit ver­brei­tet wer­den durch die Er­fin­dung des _______________________.

2
De­fi­nie­re fol­gen­de Be­grif­fe: Äm­ter­kauf, Ab­lass­han­del, Sünde und Fe­ge­feu­er
3
Er­klä­re die die drei Grund­sät­ze Lu­thers.

sola gra­tia

sola fide

sola scrip­tu­ra

4
Für Schnel­le: Lies die The­sen Lu­thers (Q3 im Buch, S. 44). Wähle zwei von ihnen aus und gib sie in heu­ti­ger (Jugend-​)Spra­che wie­der.

Bei­spiel: These 27 - Wer was la­bert von­we­gen man kann mit Geld die Seele frei­kau­fen spit­tet mies Fake News. Checkst du?
Name:
Ein Mönch kritisiert die Kirche?! - Martin Luther gegen den Ablasshandel

Die Kir­che ver­nach­läs­sigt ihre Auf­ga­ben

Um die Kir­che war es im spä­ten Mit­tel­al­ter be­son­ders schlecht be­stellt. Die Päps­te han­del­ten nicht mehr nach dem Vor­bild Jesu Chris­ti. Sie leb­ten in gro­ßem Prunk, lie­ßen pracht­vol­le Pa­läs­te und Kir­chen bauen und ver­an­stal­te­ten große Feste, um ihre Macht und ihren Reich­tum zu zei­gen.

Auch die Pfar­rer leb­ten nicht nach der Bibel. Kir­chen­äm­ter lie­ßen sich kau­fen, wes­halb nicht die fromms­ten oder fä­higs­ten Leute Pries­ter wur­den, son­dern die, die das meis­te Geld be­zahl­ten. Ei­ni­ge die­ser Pfar­rer waren wenig mo­ti­viert, er­füll­ten ihre kirch­li­chen Pflich­ten nicht und waren ver­bo­te­ner­wei­se mit Frau­en zu­sam­men. Viele Gläu­bi­ge ver­lo­ren auf­grund sol­cher Ver­hält­nis­se das Ver­trau­en in die Kir­che.



Der Ab­lass­han­del

Der Prunk, in dem die Kir­che lebte, er­for­der­te rie­si­ge Geld­sum­men. Die­ses Geld soll­te von Ver­tre­tern der Kir­che, durch den so­ge­nann­ten Ab­lass­han­del be­schafft wer­den. Die Men­schen im Spät­mit­tel­al­ter waren sehr gläu­big und dach­ten, wenn sie Sün­den be­ge­hen, also Taten, die in der Bibel ver­bo­ten oder kri­ti­siert wer­den, dann lan­den sie in der Hölle. Ihre Seele würde für eine ge­wis­se Zeit im Fe­ge­feu­er lei­den, da­durch wür­den sie für ihre Sün­den büßen und schließ­lich ins Pa­ra­dies ge­lan­gen. Die Kir­che ver­sprach mit dem Ab­lass­han­del nun einen Frei­kauf von den Sün­den. Sün­den könn­ten also durch den Kauf von Ab­lass­brie­fen der Kir­che er­las­sen wer­den, wes­halb die Seele we­ni­ger Zeit im Fe­ge­feu­er ver­brin­gen müss­te. So be­haup­te­ten die Pre­di­ger, die Ab­lass­brie­fe ver­kauf­ten wenn das Geld im Kas­ten klingt, die Seele aus dem Feuer (= Fe­ge­feu­er) springt.

Ein Teil der Ein­nah­men ging di­rekt an die Kir­che, ein an­de­rer Teil an die­je­ni­gen, die den Ab­lass­han­del vor Ort or­ga­ni­sier­ten. So z.B. an den mäch­ti­gen Al­brecht von Bran­den­burg, der Erz­bi­schof und Kur­fürst zu Mainz war. Die­ser för­der­te den Ab­lass­han­del unter Papst Leo X. (1513-1521), der Geld für den Wei­ter­bau der Pe­ters­kir­che in Rom brauch­te. Al­brecht sel­ber hatte Schul­den beim Bank­haus Fug­ger ge­macht, um sich sein Amt als Erz­bi­schof zu kau­fen und woll­te diese Schul­den mit­hil­fe des Ab­lass­han­dels ab­be­zah­len.



Ein Mönch be­tritt die Welt­büh­ne

Im Jahr 1517 übte ein Kir­chen­mann Kri­tik. Am 31. Ok­to­ber schrieb der Wit­ten­ber­ger Mönch Mar­tin Lu­ther einen Brief an Erz­bi­schof Al­brecht und fügte die­sem Brief 95 la­tei­ni­sche The­sen bei, in denen der Ab­lass­han­del kri­ti­siert wurde. Spä­ter wur­den diese The­sen auf deutsch über­setzt und ge­lang­ten an die Öf­fent­lich­keit. Durch die Er­fin­dung des Buch­drucks von Jo­han­nes Gu­ten­berg um 1450 konn­ten diese The­sen tau­send­fach ge­druckt und als Flug­blät­ter im gan­zen Reich ver­teilt wer­den.



Mar­tin Lu­thers Kri­tik

Lu­ther kri­ti­sier­te den Ab­lass­han­del und die Kir­che, wobei er drei Grund­sät­zen folg­te. Diese wer­den auf La­tein be­zeich­net als sola gra­tia (al­lein durch Gnade), sola fide (al­lein durch den Glau­ben) und sola scrip­tu­ra (al­lein durch die Schrift).

So be­haup­te­te Lu­ther, dass Sün­den nur durch die Gnade Got­tes ver­zie­hen wer­den könn­ten sola gra­tia, nicht durch den Ab­lass­han­del der Kir­che. Um diese Gnade zu er­hal­ten würde ein fes­ter Glau­be an Gott ge­nü­gen sola fide. Die­ser Glau­be soll­te sich nicht da­nach rich­ten, was die Kir­che sagt, son­dern nach der hei­li­gen Schrift der Chris­ten, die Bibel sola scrip­tu­ra. Damit die Chris­ten die Bibel auch selbst lesen könn­ten, über­setz­te er sie spä­ter auch ins Deut­sche.

Mit die­sen Aus­sa­gen stell­te Lu­ther die Au­to­ri­tät der Kir­che in Frage, was einen Kon­flikt mit Papst und Kai­ser nach sich zog.

1

2
3
4
5

6
7
8
9
10


11

12
13
14
15
16
17
18
19
20
21

22
23
24
25
26
27


28

29
30
31
32
33
34


35

36
37
38

39
40
41
42
43
44

45
46

Ein Mönch kritisiert die Kirche?! - Martin Luther gegen den Ablasshandel

von anonym

Lizenzhinweis

Alle Bestandteile dieses Materials sind frei oder unlizenziert. Klicken Sie auf einen Baustein, um die Lizenz zu sehen.
x