Einkommensgerechtigkeit- Mann und Frau

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Einkommensgerechtigkeit- Mann und Frau
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Er­läu­te­re die Be­grif­fe: Gen­der Pay Gap, be­rei­nig­ter und un­be­rei­nig­ter Gen­der Pay Gap, Gen­der Hours Gap und Gen­der Em­p­loy­ment Gap.

Ver­dienst­un­ter­schied zwischen Män­nern und Frau­en

Si­mo­ne Schar­fe; Le­o­nie Schrö­der; Klaus Schüß­ler vom 06.11.2024



Der Gen­der Pay Gap, der Ver­dienst­ab­stand pro Stun­de zwi­schen Frau­en und Män­nern, gilt als der zen­tra­le In­di­ka­tor für Ver­dienst­un­gleich­heit. Beim un­be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap wer­den die durch­schnitt­li­chen Brut­to­stun­den­ver­diens­te von Frau­en und Män­nern ohne jeg­li­che An­pas­sung mit­ein­an­der ver­gli­chen. Hier spielt es dem­nach keine Rolle, dass Frau­en häu­fi­ger in schlech­ter be­zahl­ten Be­ru­fen und häu­fi­ger in Teil­zeit ar­bei­ten oder sel­te­ner Füh­rungs­kraft sind als Män­ner. Er zeigt die ge­sam­te Lohn­lü­cke, also auch Un­ter­schie­de, die durch ver­schie­de­ne Be­ru­fe, Bran­chen, Teil­zeit­quo­ten oder Füh­rungs­po­si­ti­o­nen ent­ste­hen.



Beim be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap wird jener Teil des Ver­dienst­un­ter­schieds her­aus­ge­rech­net, der auf un­ter­schied­liche Aus­stat­tungs­merk­ma­le zwi­schen den Ge­schlech­tern zu­rück­zu­füh­ren ist, wie Un­ter­schie­de im Hin­blick auf Beruf, Bran­che, Be­schäf­ti­gungs­um­fang, Qua­li­fi­ka­ti­on oder Kar­ri­e­re­le­vel. Beim be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap wer­den damit die Stun­den­ver­diens­te von Frau­en und Män­nern mit ver­gleich­ba­ren Ei­gen­schaf­ten ge­gen­über­ge­stellt, um so den Teil der Lohn­lü­cke zu schät­zen, der auf Ver­dienst­dis­kri­mi­nie­rung durch den Ar­beit­ge­ber zu­rück­ge­führt wer­den könn­te. Zu be­rück­sich­ti­gen ist hier, dass nicht über alle lohn­re­le­van­ten Ein­fluss­fak­to­ren In­for­ma­ti­o­nen zur Ver­fü­gung ste­hen. Bei­spiels­wei­se feh­len An­ga­ben zu Er­werbs­un­ter­bre­chun­gen (zum Bei­spiel durch El­tern­zeit). Mit die­sen In­for­ma­ti­o­nen würde der be­rei­nig­te Gen­der Pay Gap ge­rin­ger aus­ge­fal­len. Daher gilt er eher als Ober­gren­ze für eine mög­li­che Ver­dienst­dis­kri­mi­nie­rung.



Im Jahr 2023 lag der un­be­rei­nig­te Gen­der Pay Gap bei 18 %. Das heißt, Frau­en ver­dien­ten pro Stun­de 18 % we­ni­ger als Män­ner. Aus­ge­hend vom un­be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap las­sen sich rund 64 % der Ver­dienst­lü­cke durch die für die Ana­ly­se zur Ver­fü­gung ste­hen­den Merk­ma­le er­klä­ren. Dem­nach ist ein Groß­teil der Ver­dienst­lü­cke dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass Frau­en häu­fi­ger als Män­ner in Bran­chen, Be­ru­fen und An­for­de­rungs­ni­veaus ar­bei­ten, in denen schlech­ter be­zahlt wird. Au­ßer­dem sind sie häu­fi­ger in Teil­zeit oder ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt als Män­ner, was eben­falls mit ge­rin­ge­ren durch­schnitt­li­chen Brut­to­stun­den­ver­diens­ten ein­her­geht.



Die ver­blie­be­nen 36 % des Ver­dienst­un­ter­schieds kön­nen nicht durch die im Schätz­mo­dell ver­füg­ba­ren Merk­ma­le er­klärt wer­den. Die­ser un­er­klär­te Teil ent­spricht dem be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap von 6 %. Dem­nach ver­dien­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen im Durch­schnitt auch bei ver­gleich­ba­rer Tä­tig­keit, Qua­li­fi­ka­ti­on und Er­werbs­bio­gra­fie im Be­richts­jahr 2023 pro Stun­de 6 % we­ni­ger als ihre männ­li­chen Kol­le­gen.



Ver­dienst­un­gleich­heit be­grenzt sich je­doch nicht nur auf Brut­to­stun­den­ver­diens­te. Eine wei­te­re we­sent­li­che Ur­sa­che für die Ver­dienst­un­ter­schie­de zwi­schen Frau­en und Män­nern ist die hohe Teil­zeit­quo­te von Frau­en. Wäh­rend Män­ner 2023 im Monat 148 Stun­den einer be­zahl­ten Ar­beit nach­gin­gen, waren es bei Frau­en nur 121 Stun­den. Damit brach­ten Frau­en 18 % we­ni­ger Zeit für be­zahl­te Ar­beit auf als Män­ner (Gen­der Hours Gap). Dies führ­te dazu, dass Frau­en im Monat 32 % we­ni­ger als Män­ner ver­dien­ten.



Dar­über hin­aus neh­men Frau­en auch sel­te­ner am Er­werbs­le­ben teil als Män­ner. Zah­len zur Er­werbs­tä­tig­keit aus dem Mi­kro­zen­sus 2022 zei­gen, dass 73 % aller Frau­en einer be­zahl­ten Ar­beit nach­gin­gen. Bei den Män­nern waren es rund 81 %. Damit lag der Gen­der Em­p­loy­ment Gap im Jahr 2022 bei 9 %.







Einkommensgerechtigkeit- Mann und Frau

von anonym

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