• Erwartungshorizont: Dreißigjähriger Krieg_Tagebuch_Hagendorf, Modul 4 A
  • anonym
  • 09.09.2020
  • Geschichte
  • 7
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anonym

Modul 4: Perspektivwechsel

In diesem Modul erfahrt ihr,

➢ was Perspektive heißt

➢ wie man die Perspektive eines Bildes oder Textes beschreibt.

Im Anschluss wechselt ihr die Perspektive und versucht, einen „neuen“ Text zu schreiben!

Wichtig!

Bildet Kleingruppen von ca. vier bis fünf Schülerinnen und Schülern und bearbeitet die alle  folgenden Aufgaben gemeinsam.

Perspektive(n) kennen lernen

1
Perspektive in Bildlichen Darstellungen
  • Beschreibe mit wenigen Worten den Standort des Zeichners/der Zeichnerin.
  • Trage deine Beschreibung in die rechte Spalte der Tabelle T1 ein.

bildliche Darstellung

Beschreibung


Der Zeichner die Zeichnerin steht mittig vor der Vorderseite des Gebäudes. Er Sie sieht das Gebäude in einer Normalperspektive. Das bedeutet, dass der Horizont etwa in der Mitte des Bildes ist und der Augenpunkt sich ungefähr auf der Höhe eines stehenden Menschen befindet.
Er Sie sieht: Vorderseite des Gebäudes
Er
Sie sieht nicht: Seitenwände, Rückwand


Der Zeichner die Zeichnerin steht in einigem Abstand gegenüber von einer Ecke des Gebäudes. Er Sie sieht mehrere Seiten des Gebäudes aus der Normalperspektive: Auch hier ist der Horizont etwa in der Mitte des Bildes und der Augenpunkt ungefähr auf Höhe eines stehenden Menschen.
Er Sie sieht: Vorderseite u. eine Seitenwand des Gebäudes
Er
Sie sieht nicht: andere Seitenwand u. Rückwand

Der Zeichner die Zeichnerin liegt oder sitzt gegenüber von einer Ecke des Gebäudes. Er Sie sieht mehrere Seiten des Gebäudes aus der Froschperspektive. Das bedeutet, dass der Horizont eher unten im Bild ist und der Augenpunkt sich unterhalb der Höhe eines stehenden Menschen befindet.
Er Sie sieht: Vorderseite u. eine Seitenwand des Gebäudes
Er
Sie sieht nicht: andere Seitenwand u. Rückwand

Der Zeichner die Zeichnerin schwebt über oder steht auf einer Plattform über dem Gebäude und gegenüber von dessen Ecke. Er Sie sieht mehrere Seiten des Gebäudes sowie dessen Dach aus der Vogelperspektive. Das bedeutet, dass der Horizont eher oben im Bild ist und der Augenpunkt sich oberhalb der Höhe eines stehenden Menschen befindet.
Er Sie sieht: Vorderseite, eine Seitenwand u. das Dach des Gebäudes
Er
Sie sieht nicht: andere Seitenwand u. Rückwand

T1 Tabelle: Perspektive bildlicher Darstellungen
Quelle: Frieder Stange: Gebäudeskizzen, eigene Darstellung der „Gebäudeskizzen“ in B. Robertson:
Intensivkurs Zeichnen, Augsburg 1900. | Public Domain.
anonym
2
Formuliert eine Definition für den Begriff „Perspektive“!
  • Nutzt für die Ableitung der Definition eure Erkenntnisse aus der 1. Aufgabe (Tabelle T1).
  • Schreibt eure Definition in das digitale Dokument M1. Wie das funktioniert lest ihr in M1.

M1 digitales Dokument:

t1p.de/k768

Mgl. Lösung: Die Perspektive beschreibt die Betrachtungsweise oder die Möglichkeit der Betrachtung
eines Gegenstands von einem bestimmten Standpunkt aus. Fragt man also nach der Perspektive, so muss man zunächst den Standort / den Blickwinkel / die Sicht bestimmen.

Die Perspektive von Peter Hagendorf

Im Modul 3: "Der konkrete Schrecken des Krieges" habt ihr euch mit der Eroberung und Plünderung Magdeburgs im Jahr 1631 beschäftigt. Ihr findet in Q1 die Stelle aus dem Kriegstagebuch Peter Hagendorfs, in der er die Situation beschreibt. Ihr kennt diese Passage bereits aus dem Hörbeitrag in Modul 3.

1
Beschreibt die Perspektive von Peter Hagendorf in Q1!

Q1 findet ihr ganz unten in der digitalen Tafel M2, die ihr bereits im Modul 2 verwendet habt. (T1 - T9 könnt ihr ignorieren.)

Antwortet dabei, auf die folgenden Fragen:
  • Was berücksichtigt er?
  • Was lässt er unerwähnt?
  • Was gibt ihm zu denken?

M2 digitale Tafel:

t1p.de/mdt8

Peter Hagendorf befindet sich während des Angriffs und der Stürmung Magdeburgs im
Söldnerheer. Er sieht die Stadt vor sich und schließlich sieht er sie auch innerhalb ihrer
Mauern. Er sieht in der Stadt das Neustädter Tor und verbindet dieses mit den zwei
Schüssen, durch welche er stark verwundet worden ist. Sehr genau beschreibt er seine
Wunden und wie diese versorgt worden sind. Auch seinen Zustand (halbtot) lässt er
nicht unerwähnt. Er beschreibt die Ereignisse um Magdeburg aus seiner Perspektive und
mit dem Fokus auf seine eigenen Verletzungen. Er erwähnt weder die anderen
Verwundeten noch die im Söldnerheer während des Angriffs gefallenen Soldaten. Auch
erwähnt er nicht den Schaden der Menschen, die in Magdeburg leben und ebenso wenig
erzählt er von den durch den Angriff verletzten und toten Magdeburgern.
Von seinem Lager aus nimmt Hagendorf Geschrei, Feuer und Verwüstung in der Stadt
wahr. Während er sich keine Gedanken über die unter grausamen Qualen sterbenden
Zivilisten macht, quälen ihn Sorgen über die Soldaten und deren Frauen, welche zum
Plündern in die brennende Stadt gegangen sind. Auch seine eigene Frau ist darunter. Um
deren Rückkehr und Gesundheit und um die ihres Kindes sorgt sich Hagendorf mehr als um
sein eigenes Wohlergehen.