• Ethik, Werte, Normen
  • Simon Brückner
  • 27.09.2021
  • Ethik
  • 11
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Ethik - Die Wissenschaft von Werten und Normen

M1 Ethik als Teil der Philosophie

Die Ethik ist jener Teilbereich der Philosophie, der sich mit den Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns befasst und ist das methodische Nachdenken über die Moral. Im Zentrum der Ethik steht das spezifisch moralische Handeln, insbesondere hinsichtlich seiner Begründbarkeit und Reflexion (Ethik beschreibt und beurteilt Moral kritisch). [...]

Die Ethik und ihre benachbarten Disziplinen (z. B. Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie) werden auch als „praktische Philosophie“ zusammengefasst, da sie sich mit dem menschlichen Handeln befasst. Im Gegensatz dazu steht die „theoretische Philosophie“, zu der als klassische Disziplinen die Logik, die Erkenntnistheorie und die Metaphysik gezählt werden. [...]

Normative Ethik erarbeitet und untersucht allgemeingültige Normen und Werte sowie deren Begründung. Sie ist der Kern der allgemeinen Ethik. Als Reflexionstheorie der Moral wertet und urteilt sie über das Gute und Richtige.

M2 Werte und Normen

Aus Werten (z. B. dem Wert der Achtung des Eigentums) lassen sich soziale Normen (konkrete Vorschriften für das soziale Handeln) ableiten – z. B. „Wer eine fremde bewegliche Sache, in der Absicht, sie sich anzueignen, wegnimmt …“. Allerdings gehen historisch konkrete Gebote wie „Du sollst nicht stehlen!“ oft ihren Wert-Abstraktionen voraus.

Soziale Normen [...] sind konkrete Handlungsanweisungen, die das Sozialverhalten betreffen. Sie definieren mögliche Handlungsformen in einer sozialen Situation. Sie unterliegen immer dem sozialen Wandel, sind gesellschaftlich und kulturell bedingt und sind daher von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden. Normen bringen (äußerliche) Erwartungen der Gesellschaft an das Verhalten von Individuen zum Ausdruck. [...]

In den Sozialwissenschaften sind Normen Regelungen des sittlichen oder konventionellen Verhaltens der Menschen, die innerhalb einer gesellschaftlichen Gruppe gelten. Dazu gehören z. B. Sitten und Gebräuche, Verbote und Gesetze. Sie dienen dem Schutz von Werten, sie ermöglichen dem Individuum, zu leben und in der Gemeinschaft zusammenzuleben. Für den Einzelnen haben sie eine Entlastungsfunktion: Sie geben ihm Orientierung und befreien ihn von dem dauernden Druck sich selbst Verhaltensregeln suchen zu müssen. In einer offenen Gesellschaft sind Normen nicht ein für alle Mal festgelegt, sondern unterliegen einem stetigen Legitimationsdruck.

1
Ordnen Sie die folgenden Fragestellungen den genannten Teildisziplinen der Philosophie zu.
  • Gibt es einen ersten Ursprung der Welt?
    Metaphysik

  • Darf man lügen, um andere nicht zu verletzen?
    Ethik

  • Ist der Satz 'Dieser Satz ist wahr.' wahr?
    Logik

  • Gibt es ein Recht auf Widerstand? Rechtsphilosophie

  • Was darf die Gesellschaft vom Einzelnen verlangen?
    Staats- / Sozialphilosophie

  • Erzeugt eine Explosion, die niemand hört, ein Geräusch?Erkenntnistheorie

2
Definieren Sie die Begriffe „Wert“ und „Norm“ mithilfe von M2 in je einem Satz und ordnen Sie passende Werte und Normen einander zu.
  • Leben
  • Erfolg
  • Familie
  • Gesundheit
  • Am Wochenende wird gemeinsam gefrühstückt.
  • Du sollst nicht töten!
  • Ernähre dich ausgewogen!
  • Fake it 'til you make it.
Ergänzen Sie eigene Beispiele.
3
a) Die Abkürzung „DIN A4“ steht für „Deutsches Institut für Normung A4“. Erklären Sie anhand dieses Beispiels, was eine „technische Norm“ ist. Nennen Sie Gründe für die Einführung technischer Normen.
b) Nennen Sie weitere Arten von Normen.
4
Nennen Sie Werte, die auf die Regeln, für die Sie sich im Einstieg entschieden haben, zurückgeführt werden können.
5
Normen stellen (äußerliche) Erwartungen an den Einzelnen. Veranschaulichen Sie an Beispielen, welche konkreten Handlungsaufforderungen oder Erwartungen an Äußerlichkeiten bestimmte Normen stellen.
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