Fallbeispiel C

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Fallbeispiel C

Kun­den­auf­trag



  • Fahr­zeug: Audi A4 B6 1.8T (Ben­zi­ner mit Tur­bo­la­der), Bau­jahr 2004,  195.000 km.

  • Kun­den­be­an­stan­dung:

    Star­ker Leis­tungs­ver­lust beim Be­schleu­ni­gen, be­son­ders bei mitt­le­ren Dreh­zah­len. Der Motor fühlt sich „zu­ge­schnürt“ an.

    Der Kraft­stoff­ver­brauch ist deut­lich an­ge­stie­gen.

    Die Mo­tor­kon­troll­leuch­te hat spo­ra­disch ge­leuch­tet und ist ak­tu­ell aus.

Be­ar­bei­ten Sie die­sen Fall, indem Sie lo­gi­sche Schlüs­se zie­hen und die fik­ti­ven Mess­wer­te in­ter­pre­tie­ren, um zur Dia­gno­se und Re­pa­ra­tur­lö­sung zu ge­lan­gen.

  1. Hy­po­the­sen­bil­dung (LMM-​Funktion):

    Wel­che Kern­in­for­ma­ti­on lie­fert der Luft­mas­sen­mes­ser an das Mo­tor­steu­er­ge­rät?

    Was pas­siert, wenn der LMM einen zu nied­ri­gen Wert mel­det, ob­wohl der Motor viel Luft an­saugt (z.B. beim Be­schleu­ni­gen)?

  2. Feh­ler­spei­cher:

    An­ga­be: Nach dem Aus­le­sen ist der Feh­ler­code P0101 (Luft­mas­sen- oder Luft­men­gen­schalt­kreis, Bereichs-​/Leis­tungs­pro­blem) als spo­ra­di­scher Feh­ler ge­spei­chert.

    Schluss­fol­ge­rung: Wie be­stä­tigt die­ser Code Ihre Ver­mu­tung zur Feh­ler­quel­le?

  3. Mess­wer­te:

    Ihnen wer­den fol­gen­de fik­ti­ve Mess­wer­te des LMM bei vol­lem Durch­zug (Voll­last) im 3. Gang bei 4000 U/min prä­sen­tiert. Der Motor zieht in die­sem Mo­ment schlecht.

Mess­wer­block

Nor­mal­wert (Ideal)

ge­mes­se­ner Wert

Luft­mas­se (LMM-​Signal)

120 bis 140 g/s

65 g/s

Langzeit-​Gemischadaption

soll­te nahe 0% lie­gen (+-5%)

zeigt +15%

Lamb­da­son­de (Re­gel­son­de) – Span­nung

Pen­delt schnell zwi­schen 0,1V und 0,9V

steht oft bei 0,9V (fett) oder dar­über

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In­ter­pre­ta­ti­on der Mess­wer­te: Was be­deu­tet der zu ge­rin­ge Luft­mas­sen­wert (65 g/s}? Was be­deu­tet der po­si­ti­ve Wert bei der Ge­misch­ad­ap­ti­on (+15 %)? Was ver­sucht das Steu­er­ge­rät zu kor­ri­gie­ren? Wie hän­gen der LMM-​Wert und die po­si­ti­ve Ge­misch­ad­ap­ti­on zu­sam­men? Er­klä­ren Sie den Re­gel­kreis.
2
Be­fund und Ur­sa­che:
Fas­sen Sie die Be­fun­de zu­sam­men. Wel­ches Bau­teil ist die ein­deu­ti­ge Ur­sa­che für den Leis­tungs­ver­lust und den Mehr­ver­brauch?
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Re­pa­ra­tur und Er­folgs­kon­trol­le:
Wel­ches Bau­teil muss ge­tauscht wer­den?
Wel­che Prü­fung ist vor dem Tausch zu­sätz­lich durch­zu­füh­ren, um einen LMM-​Defekt von einem Un­dich­tig­keits­pro­blem zu un­ter­schei­den?
Wie stel­len Sie nach dem hy­po­the­ti­schen Tausch si­cher, dass die Re­pa­ra­tur er­folg­reich war (wel­che der oben ge­nann­ten Mess­wer­te müs­sen sich wie än­dern)?
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Lö­sung

1. Hy­po­the­sen­bil­dung



  • Kern­in­for­ma­ti­on LMM: Misst die tat­säch­lich an­ge­saug­te Luft­mas­se in . Diese In­for­ma­ti­on ist die Basis für das Mo­tor­steu­er­ge­rät, um die pas­sen­de Kraft­stoff­men­ge zu be­rech­nen.

  • Folge zu nied­ri­ger Wert: Das Steu­er­ge­rät in­ji­ziert zu wenig Kraft­stoff für die tat­säch­lich an­ge­saug­te Luft­men­ge. Das Ge­misch wird zu mager (). Die Folge sind Leis­tungs­ver­lust und über­hitz­te Ver­bren­nung.



2. Hy­po­the­ti­sche Dia­gno­se - Feh­ler­spei­cher



  • Schluss­fol­ge­rung: P0101 be­sagt, dass der vom LMM ge­mel­de­te Wert im Ver­hält­nis zur Dros­sel­klap­pen­stel­lung und Mo­tor­dreh­zahl un­plau­si­bel ist. Dies be­stä­tigt die Ver­mu­tung, dass der LMM die Ur­sa­che des Pro­blems ist. Der spo­ra­di­sche Feh­ler deu­tet auf eine Ver­schmut­zung hin, die bei hohen Las­ten (hoher Luft­durch­satz) be­son­ders zum Tra­gen kommt.



3. Hy­po­the­ti­sche Dia­gno­se - Mess­wer­te



  • Zu ge­rin­ger LMM-​Wert (): Die Sen­sor­elek­tro­nik ist ver­schmutzt oder de­fekt und mel­det dem Steu­er­ge­rät nur etwa die Hälf­te der tat­säch­lich an­ge­saug­ten Luft­mas­se.

  • Po­si­ti­ve Ge­misch­ad­ap­ti­on (): Ein po­si­ti­ver Wert be­deu­tet, dass das Steu­er­ge­rät die Ein­spritz­zeit ver­län­gern (an­fet­ten) muss, weil die Lamb­da­son­de ein zu ma­ge­res Ge­misch () mel­det. Das Steu­er­ge­rät ver­sucht, den Feh­ler des LMM zu kor­ri­gie­ren.

  • Zu­sam­men­hang und Re­gel­kreis:

    LMM de­fekt: Mel­det z.B. nur  Luft.

    Steu­er­ge­rät (Basis): Be­rech­net Kraft­stoff­men­ge nur für .

    Re­a­li­tät: Motor saugt  an  Ge­misch zu mager!

    Lamb­da­son­de: Mel­det  (zu mager).

    Steu­er­ge­rät (Kor­rek­tur): Er­höht die Kraft­stoff­men­ge um  (Long-​Term Fuel Trim) bis zur obe­ren Gren­ze, um das Ge­misch zu kor­ri­gie­ren  Mehr­ver­brauch.



4. Be­fund und Ur­sa­che

  • Be­fund: Der Luft­mas­sen­mes­ser (LMM) lie­fert einen zu nied­ri­gen und un­plau­si­blen Wert.

  • Ur­sa­che: Ver­schmut­zung oder De­fekt des LMM-​Sensorelements. Der LMM-​Fehler führt dazu, dass das Ge­misch zu­nächst zu mager ist (Leis­tungs­ver­lust). Die Re­ge­lung ver­sucht dies zu kor­ri­gie­ren (Mehr­ver­brauch).



5. Re­pa­ra­tur und Er­folgs­kon­trol­le

  • Bau­teil: Der Luft­mas­sen­mes­ser (LMM) muss er­neu­ert wer­den.

  • Wich­tigs­te Vor­prü­fung: Sicht­prü­fung der An­saug­stre­cke und des Tur­bo­la­ders auf Un­dich­tig­kei­ten (Risse in Schläu­chen/La­de­luft­küh­ler). Ein Leck nach dem LMM kann ähn­li­che Sym­pto­me ver­ur­sa­chen, führt aber zu einer noch ex­tre­me­ren po­si­ti­ven Ge­misch­ad­ap­ti­on.

  • Er­folgs­kon­trol­le:Der Feh­ler­code P0101 wird ge­löscht. Der LMM-​Wert bei Voll­last muss wie­der in den Norm­be­reich ( bis ) zu­rück­keh­ren.

    Der Wert der Langzeit-​Gemischadaption muss wie­der auf nahe  zu­rück­keh­ren.

    Die Mo­tor­leis­tung ist wie­der vor­han­den.

Fallbeispiel C

von anonym

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