Feldpost im 2. WK

Gander
GESCHICHTE
Feld­post im 2. Welt­krieg
Zen­sur

Wird meis­tens durch eine Re­gie­rung aus­ge­übt. Es wird kon­trol­liert, was z.B. die Me­di­en be­rich­ten oder die Zei­tun­gen schrei­ben.

Feld­post­brie­fe waren für Sol­da­ten im Zwei­ten Welt­krieg eine wich­ti­ge Ver­bin­dung zu ihren Fa­mi­li­en in der Hei­mat. Für His­to­ri­ker sind sie heute wich­ti­ge Quel­len, weil sie zei­gen kön­nen, wie ein­zel­ne Sol­da­ten den Krieg wahr­nah­men.



Die Brie­fe un­ter­la­gen je­doch einer äu­ße­ren Zen­sur durch Feld­post­prüf­stel­len. Ver­bo­ten waren z. B. In­for­ma­ti­o­nen über mi­li­tä­ri­sche Vor­gän­ge, Ge­rüch­te, feind­li­che Pro­pa­gan­da oder Kri­tik an Wehr­macht und Re­gie­rung. Da täg­lich bis zu 25 Mil­li­o­nen Brie­fe ver­schickt wur­den, konn­ten aber nicht alle kon­trol­liert wer­den.

Zu­sätz­lich gab es eine in­ne­re Zen­sur: Viele Sol­da­ten schrie­ben be­wusst nicht alles über ihre Er­leb­nis­se, um ihre Fa­mi­li­en nicht zu be­un­ru­hi­gen oder stell­ten ihre Si­tu­a­ti­on harm­lo­ser dar. Feld­post­brie­fe müs­sen des­halb immer kri­tisch ge­le­sen wer­den.

Ar­beits­auf­ga­ben

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Lies dir die fol­gen­den zwei Aus­schnit­te (M1 und M2) von Feld­post­brie­fen deut­scher Sol­da­ten aus Russ­land durch.
M1

3./4. Au­gust 1941

Diese Schuf­te haben idi­o­ti­sche Hetz­schrif­ten aus ihren Flug­zeu­gen ab­ge­wor­fen und uns auf­ge­for­dert, uns zu er­ge­ben und auf ihre Seite über­zu­lau­fen. Es ist wirk­lich lä­cher­lich, denn diese Lum­pen wis­sen genau, dass ihre Zeit ab­ge­lau­fen ist. Du musst nur ein­mal die rus­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen an­gu­cken. Kaum sieht man ein­mal ein Ge­sicht, das Ver­nunft und In­tel­li­genz aus­strahlt. [...] Und diese Schur­ken, an­ge­führt von Juden und Kri­mi­nel­len, woll­ten Eu­ro­pa ihren Stem­pel auf­drü­cken. Gott sei Dank, daß unser Füh­rer, Adolf Hit­ler, daß ver­hin­dert hat. [...]

Die­ser Krieg gegen diese Un­ter­men­schen ist fast vor­bei. [...] Na­tür­lich sind sie uns deut­schen Sol­da­ten in kei­ner Weise ge­wach­sen.[...]

zit. nach: Fuchs Ri­chard­son, H./Sho­wal­ter, D. (Hg.), Sieg Heil! War let­ters of tank gun­ner Karl Fuchs 1937-1941, Ham­den/Conn 1987, S. 232, 238.
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3./4. Au­gust 1941

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zit. nach: Fuchs Ri­chard­son, H./Sho­wal­ter, D. (Hg.), Sieg Heil! War let­ters of tank gun­ner Karl Fuchs 1937-1941, Ham­den/Conn 1987, S. 232, 238.
zit. nach: Fuchs Ri­chard­son, H./Sho­wal­ter, D. (Hg.), Sieg Heil! War let­ters of tank gun­ner Karl Fuchs 1937-1941, Ham­den/Conn 1987, S. 232, 238.
M2

15. Fe­bru­ar 1943

Gebe Gott, daß das deut­sche Volk jetzt jene See­len­ru­he und Kraft auf­bringt, um dem Füh­rer das Werk­zeug zu geben, das er braucht, um das Abend­land vor dem Un­ter­gang zu be­wah­ren, denn was die asi­a­ti­schen Hor­den nicht zer­stö­ren wür­den, das würde jü­di­scher Haß und Rache ver­nich­ten. Der Glau­be hier an der Front ist un­er­schüt­ter­lich, wir alle hof­fen, [...], daß mit stei­gen­der Sonne das Kriegs­glück wie­der zu uns zu­rück­keh­ren wird. Ohne die äu­ßers­te Kraft­an­stren­gung kann man aber nicht auf Er­folg hof­fen.

zit. nach: Buch­ben­der O./Sterz R. (Hg.), Das an­de­re Ge­sicht des Krie­ges, Mün­chen 1983, S. 113f.
M2

15. Fe­bru­ar 1943

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zit. nach: Buch­ben­der O./Sterz R. (Hg.), Das an­de­re Ge­sicht des Krie­ges, Mün­chen 1983, S. 113f.
zit. nach: Buch­ben­der O./Sterz R. (Hg.), Das an­de­re Ge­sicht des Krie­ges, Mün­chen 1983, S. 113f.
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GESCHICHTE
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Wel­che Ge­füh­le kannst du aus den bei­den Brie­fen her­aus­le­sen? Hoff­nung / Wut...? Er­kennst du un­ter­schie­de zwi­schen dem frü­he­ren und dem spä­te­ren Brief?
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Er­klä­re: Was meint der Schrei­ber mit wir hof­fen, dass mit stei­gen­der Sonne das Kriegs­glück wie­der zu­rück­keh­ren wird?
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Über­le­ge mit dei­nem Sitz­nach­barn / dei­ner Sitz­nach­ba­rin: Wenn die Sol­da­ten an Hit­ler und sei­nem Vor­ha­ben zwei­feln wür­den, hät­ten sie dies in ihre Brie­fe ge­schrie­ben? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Hal­tet eure Ge­dan­ken fest.

Feldpost im 2. WK

von ValentinaGander

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