Name:
Gerechter Friede
Ein gerechter Friede ist ein Prozess, in dem alle Menschen mehr und mehr gleichberechtigt, sicher und in Harmonie zusammenleben. Er bedeutet mehr als nur das Schweigen der Waffen oder das Ende von Konflikten. Gerechter Friede umfasst soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und das Bemühen um ein ausgewogenes, respektvolles Miteinander. Um einen gerechten Frieden zu erreichen, muss man die Ursachen von Konflikten verstehen und beheben. Dazu gehören Armut, Ungleichheit und Diskriminierung.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Länder müssen zusammenarbeiten, um Konflikte durch Dialog und Diplomatie beizulegen, anstatt durch Gewalt. Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle, denn sie fördert das Verständnis zwischen verschiedenen Kulturen und bildet die Grundlage für ein respektvolles Zusammenleben. Ein gerechter Friede bedeutet auch, wirtschaftliche Ungleichheiten zu beseitigen. Alle Menschen sollten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und gerechten Arbeitsbedingungen haben.
Darüber hinaus ist es wichtig, die Umwelt zu schützen. Viele Konflikte haben ihren Ursprung in Ressourcenknappheit. Sauberes Wasser, fruchtbare Böden und saubere Luft sind für ein friedliches Miteinander essenziell. Zusammenfassend ist gerechter Friede ein komplexes Ziel, das eine gemeinsame Anstrengung von allen erfordert. Er beginnt im Kleinen, in der Familie, in der Schule und in der Gemeinschaft, und wirkt sich auf globale Beziehungen aus.
Generalmajor Michael Hochwart war zuletzt von September 2021 bis September 2024 Kommandeur des Ausbildungskommandos in Leipzig. Zudem ist er Christ und beschäftigt sich vor allem nun in seinem Ruhestand mit der evangelischen Theologie. In einem Interview sagt er zum Thema Wehrdienst/-pflicht als Christ
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Sowohl der Hauptmann von Kapernaum (Lk 7) als auch der Hauptmann Kornelius (Apt 10) sind beide Hauptmänner geblieben [...] und der Herr Gott hat mit keinem Wort erwähnt, dass sie vielleicht was ändern müssten. Wenn es denn irgendwie wichtig gewesen wäre, hätte er das ja wohl erwähnt. Ich bringe auch immer gern die praktischen Beispiele, also Srebrencia* und Ruanda**. Da war der Nicht-Einsatz schlimmer als ein Einsatz gewesen. Also kann man einem Völkermord einfach zu sehen? Für meinen Geschmack kann man es nicht. Ist auch biblisch nicht gerechtfertigt.
Ich bin ein Verfechter der Wehrpflicht auch die ganzen Jahre gewesen. [...] Entweder ich will dieses Land verteidigen oder nicht, und das kann man auch gerne gesamtgesellschaftlich sehen. Das bezieht sich ja auch auf andere Bereiche. Es müssen dann ja auch Krankenhäuser, Pflegedienste und so weiter mitspielen. [...] Das sehen wir schon bei größeren Katastrophen, im Kriegsfall natürlich erst recht.
Raten würde ich jedem jungen Menschen, mache irgendwas. Also, wenn ich jetzt das Grundgesetz ändern könnte, würde ich sagen, wir machen mal einen allgemeinen Dienst für Männlein und Weiblein 12 Monate für dieses Land. Leiste deinen Wehrdienst oder leiste eine andere Maßnahme, aber mach was. Mach einfach mal was außerhalb deiner gewahrten Karriere, Ausbildungsplanung, sondern irgendwas für die Gesellschaft.
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* Zwischen dem 11. und 17 Juli 1995 ist es in Srebrencia zu einem Völkermord während des Bosnienkrieges gekommen, bei denen über 8000 Menschen ermordet wurden.
** Die Bundeswehr errichtete einen Luftbrücke zwischen dem 18. Juli und 31. Dezember 1994 zur Versorgung von Flüchtlingen aufgrund von eines Völkermordes während des Bürgerkrieges in Ruanda.
Ziel: Die Schüler können den Begriff „gerechter Friede“ anhand des Textes erschließen, die zentralen Merkmale (soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Bildung, Umwelt, internationale Zusammenarbeit) benennen und diese schriftlich strukturieren.
Stufe: 9.-10.Schuljahr
Zeitbedarf: mind. 1 Schulstunde (45 Minuten), eine Doppelstunde wäre ratsam
Material: je Schüler einmal das Material
Die Schüler können die Unterscheidung zwischen negativem Frieden (Abwesenheit von Krieg) und gerechtem Frieden (umfassende Gerechtigkeit) am Beispiel der Textaussagen herausarbeiten und in Beziehung setzen, indem sie eine vergleichende Gegenüberstellung erarbeiten.
Die Schüler können die im Material benannten Aspekte eines Staates (Politisches System & Rechte, soziale Gerechtigkeit, Umwelt, Wirtschaft, internationale Rolle) diskutieren und deren Bedeutung für einen gerechten Frieden reflektieren, indem sie in Kleingruppen zu einzelnen Bereichen Lösungsvorschläge sammeln und strukturieren.
Die Schüler können ein konsistentes Friedenskonzept für einen fiktiven Staat entwickeln und präsentieren, indem sie kooperativ in Gruppen arbeiten und ihre Ergebnisse im Plenum vorstellen.
Aufgabe 1:
Innerhalb dieser Aufgabe werden die Schüler wahrscheinlich antworten, dass sie unter gerechten Frieden verstehen, dass kein Krieg herrscht. Des Weiteren können Stichwörter wie Gerechtigkeit, Gleichstellung, Meinungsfreiheit, finanzielle Sicherheit, gerechter Zugang zu Bildung, …. Hier ist die Frage wie weit die Schüler ihren Friedensbegriff fassen werden. Dabei kann die Lehrkraft bei der Sicherung weitere Aspekte nennen, die von den Lernenden nicht gesagt wurden, und fragen, ob diese auch zu ihrem gerechten Frieden gehören.
Aufgabe 2:
Gerechter Friede ist ein Prozess (und kein Zustand), in dem alle Menschen mehr und mehr gleichberechtigt, sicher und in Harmonie zusammenleben. Gerechter Friede bedeutet nicht nur, dass kein Krieg herrscht, sondern soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und ein respektvolles Leben miteinander. Schutz der Umwelt, internationale Zusammenarbeit, Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung sind einige wichtige Themen des gerechten Friedens, um einen langfristigen Frieden zu erhalten.
Aufgabe 3:
Die Aufgabe 3, bei der die Schüler*innen einen eigenen Staat gründen sollen, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Zudem gibt es nicht die richtige Lösung. Es ist der Lehrkraft überlassen, wie ausführlich die Klasse die Aufgabe bearbeiten soll und wie viel Zeit sie den Lernenden geben will. Je nachdem wie viel Zeit die Lehrkraft investieren will und wie groß die Klasse ist, kann entweder in Gruppen mehrere Staaten oder nur ein Staat gegründet werden. Wenn die Klasse nur ein Staat gründen soll, können drei Gruppen gebildet werden. Dabei sollen die Gruppen jeweils die Unterpunkte und Fragen zu a), b) und c) bearbeiten. Im Falle, dass mehrere Staaten gegründet werden sollen, bearbeiten die Gruppen alle Unterpunkte. In beiden Fällen sollen die Schüler ihre Ergebnisse der Klasse vorstellen. Dabei kann die Lehrkraft die Schüler*innen dafür sensibilisieren, dass ihre Lösung vielleicht, aufgrund der Zeit, zu kurz gedacht ist und so die Schwierigkeit gerechter Friede umzusetzen deutlich zu machen. Je nachdem, wie sich die Schüler zu der Frage geäußert haben, ob ihr Staat eine Armee hat, müssen sie sich mit dem Thema der Aufgaben 4 und 5 auseinandersetzen.
Aufgabe 4:
In der Aufgabe 4 ist es schwierig zu sagen welche Aussagen die Schüler markieren werden. Hochwart sagt aber deutlich, dass Soldat sein nicht im Widerspruch mit Christ sein steht. Zudem bringt er als Argument, dass zusehen und nichts tun oft die schlechtere Option wäre und dies auch nicht biblisch vereinbar wäre. Ebenfalls spricht er sich sogar stark für eine Wehrpflicht (nicht Wehrdienst) aus. Er bringt zudem an, dass diese in unterschiedlichen Bereichen, wie Krankenhäuser oder auch in Pflegediensten, stattfinden kann. Hier ist angebracht anzumerken, dass er als ehemaliger Generalmajor sich eher positiv zum Wehrdienst/-pflicht äußert. Man kann hier auch mit der Klasse hinterfragen, wie sehr hier der Soldat als der Christ aus ihm spricht.
Aufgabe 5:
Bei dieser Aufgabe ist es auch schwer vorherzusagen, wie die Schüler ihm antworten würden. Die heutige Debatte über den Wehrdienst ist auch sehr zwiegespalten. Ein Gegenargument könnte sein, dass die Jugendlichen eine große Belastung ausgesetzt wären. Ihr Bildungsweg hat schon durch die Coronapandemie gelitten und nun sollen sie auch noch einen Wehrdienst/-pflicht ablegen. Allgemein kann für die aktuelle Thematik des Wehrdienstes eine ganze Unterrichtsstunde eingeplant werden, wenn es die Zeit hergibt.
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