• Handreichung: Europa vor dem Ersten Weltkrieg - der Weg in die Katastrophe
  • anonym
  • 14.12.2020
  • Geschichte
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Hinweis zum Einsatz im Unterricht

  • Europa vor dem Ersten Weltkrieg - der Weg in die Katastrophe

    Handreichung für Lehrkräfte

    Universität Leipzig - HISTOdigitaLE

    M1: Karikatur Rüstungsschwindel in Der wahre Jacob 1913 von Gabriele Galantara,
    UB Heidelberg CC-BY-SA 4.0, https://t1p.de/3l2f
  • Kurzbeschreibung

    Das Lernmaterial ist geeignet für Klassenstufe 8 eines Gymnasiums in Sachsen, sowie mit weiterer Reduktion für die Oberschule. Für die Bearbeitung der gesamten Aufgaben sollte mindestens eine 90 Minuten-Einheit eingeplant werden, plus möglicher Eigenarbeit zuhause. Inhaltlich werden die Ursachen für den Ersten Weltkrieg herausgearbeitet und mittels eines Quiz' und der Interpretation einer Karikatur angewandt. Dabei lernen die Schüler*innen eine Onlinesammlung kennen, welche sie anschließend bewerten. Abschließend positionieren die Schüler*innen sich zu Zitaten zur Kriegsschuldfrage. Methodisch stehen diverse Erklärvideos zur Verfügung, sowie ein gemeinsames Padlet zur Sicherung der Ergebnisse der Klasse.

    Fach Geschichte,

    Gymnasium oder Oberschule,

    8. Klasse

    Ursachen des Ersten Weltkriegs

    +

    Kriegsschuld-frage

    2 x 45 Minuten +

    Arbeitszeit zu Hause

    M2: Karikatur Balkankrise im Punch-Magazine 1912 von Leonard Raven-Hill,
    CC0,
    https://t1p.de/0odo

    M3: Quiz:
    Ursachen Erster
    Weltkrieg
    https://t1p.de/r7pd

    M4: Erklärvideo: Interpretation einer Karikatur

    https://t1p.de/9aoa

    M5: Erklärvideo zur Onlinesammlung von Der wahre Jakob:

    https://t1p.de/p7fq

  • Lehrplanverortung

    Das Lernmaterial "Europa vor dem Ersten Weltkrieg - der Weg in die Katastrophe" ist entsprechend dem Lehrplan des sächsischen Staatsministerium für Kultus für eine 8. Klasse eines Gymnasiums geeignet. Im Lehrplan Geschichte für das Gymnasium lässt sich das Lernmaterial in Lernbereich 4 "Vom übersteigerten Nationalismus zum Ersten Weltkrieg" verorten (Staatsministerium für Kultus, 2019, S. 21). Das Lernmaterial ist in 4 Aufgaben-Settings gegliedert:

    Das erste Aufgaben-Setting widmet sich den Ursachen für den Ersten Weltkrieg und ist Gegenstand des Geschichtsunterrichts der 8. Klasse (Ebd. S. 19). Dabei werden Themen des Lernbereichs 4 behandelt, unter anderem die europäische Bündnispolitik, imperialistische Bestrebungen der Großmächte, Kolonialismus und Wettrüsten (Ebd. S. 21) und in Aufgabe 1 & 2 sowie in Aufgabe 3 in einem Quiz gesichert.

    Im zweiten Aufgaben-Setting lernen die Schüler*innen eine Onlinesammlung zum Ersten Weltkrieg kennen, sodass die Lernenden mit "traditionellen und digitalen Medien" (Ebd. S. 19) arbeiten. Dabei können die Schüler*innen "bereits bekannte Quellenarten und Darstellungsformen" (Ebd. S. 19) analysieren und beurteilen, wie beispielsweise Karikaturen und Zeitungsartikel.

    Anschließend interpretieren die Schüler*innen im dritten Aufgaben-Setting Karikaturen, welche im Lernbereich 4 als Methode vorgeschlagen werden (Ebd. S. 21). Dabei erfolgt eine Arbeit an internationalen Beispielen, indem die Schüler*innen sich zuerst mit einer britischen Karikatur aus dem 'Punch Magazine' beschäftigen und danach eine deutsche Karikatur aus 'der Wahre Jacob' selbstständig interpretieren. Damit lernt die Klasse die "Selbst- und Fremdwahrnehmung verschiedener Großmächte" (Ebd. S. 21) kennen und entwickelt eine Mehrperspektivität. Des Weiteren sind die Schüler*innen zunehmend in der Lage, "Aussagen von Karikaturen zu erarbeiten und in den historischen Zusammenhang einzuordnen" (Ebd. S. 19).

    Letztlich sollen sich die Lernenden im vierten Aufgaben-Setting "zur Kriegsschuldfrage des Ersten Weltkrieges [positionieren]" (Ebd. S. 21). "Die Schüler[*innen] entwickeln historische Urteilsfähigkeit, indem sie den Zusammenhang von Nationalismus, Imperialismus und Krieg erkennen" (Ebd. S. 19).

    In den nachfolgenden Stunden kann die Lehrkraft auf die derzeitig aufkommenden nationalen Bestrebungen in der  (globalen) Politik eingehen, um den Geschichtsunterricht mit der "Gegenwart und Zukunft" (Ebd. S. 1) zu verknüpfen.

    Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Hrsg.), Lehrplan Schulart. Geschichte, Dresden 2019,
    Verfügbar unter: https://t1p.de/xanj

    Mögliche Lernbereichsplanung

    Zur Orientierung über eine mögliche Integration des Lernmaterials in den Lernbereich 4 "Vom übersteigerten Nationalismus zum Ersten Weltkrieg" dient folgende tabellarische Lernbereichsplanung:

    Stunde

    Thema/ Inhalt

    methodischer Schwerpunkt

    1 + 2

    europäische Bündnispolitik zur Zeit Bismarcks

    Geschichtskarten + Konfliktbewältigung

    3 + 4

    Die Vorherrschaft der europäischen Großmächte auf der Welt

    Erkennen von übersteigertem Nationalismus und Rassismus

    5 + 6

    Weltpolitik des Deutschen Kaiserreichs

    Fallstudie: konkurrierende Kolonialpolitik

    7 + 8

    Der Weg in die Katastrophe - Ursachen für den Ersten Weltkrieg

    digitale Medien + Karikatur Interpretation

    9 + 10

    Eine neue Dimension der Kriegsführung

    Feldpostbriefe auswerten

    11 + 12

    Leistungsüberprüfung + Propaganda im Krieg

    Plakate analysieren

    13 + 14

    Vertrag von Versailles und seine Folgen

    Debatte

    T1: Lernbereichsplanung LB 4, Klasse 8 Gymnasium
  • Sachanalyse

    Das Lernmaterial "Der Weg in die Katastrophe" setzt seinen Fokus inhaltlich auf die Ursachen des Ersten Weltkrieges. Das Attentat von Sarajevo durch den "serbischen Nationalist[en] Gavrilo Princip[, der] am 28. Juni 1914 den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau auf offener Straße erschoss, gilt allgemein als Auslöser" (Kruse, S. 5) für den Ersten Weltkrieg. Doch dass dieses lokal begrenzte Ereignis einen "Flächenbrand" entfachte, setzt sich aus vielfältigen Ursachen zusammen.

    Eine erste Ursache ist das Machtvakuum auf dem Balkan aufgrund der Schwäche des Osmanischen Reiches, welches durch die Nationalbewegungen der hier lebenden Völker, insbesondere Serben, Rumänen, Bulgaren, Griechen" (Ebd. S. 5) bedroht wurde. Zeitgleich wollten die konkurrierenden Großmächte Österreich-Ungarn und Russland eigene Machtansprüche auf dem Balkan durchsetzen. Dabei zielte Österreich-Ungarn nach "imperialistischer Expansion und hatte 1908 Bosnien Herzegowina annektiert" (Ebd. S. 5), wodurch nicht zuletzt die slawischen Völker verstärkt die Habsburger als Feind ihrer Nationalbewegungen verstanden. Den slawischen Völkern stand Russland zur Seite, das sich "im Zeichen des Panslawismus als Schutzmacht" (Ebd. S. 5) verstand, um somit seinen Einfluss auf dem Balkan auszudehnen. Aus den beiden Balkankriegen 1912 und 1913 gingen schließlich neue Staaten hervor, insbesondere Serbien als Profiteur, welches nun nach einem großserbischen Staat strebte (Vgl. Unterseher, S. 3). Daher ist das Attentat von Sarajevo durch einen serbischen Nationalisten entscheidend für den Krisenherd Balkan, dem ein Ultimatum von Österreich-Ungarn an Serbien folgte, das sich zum Krieg gedrängt fühlte (Vgl. Weinrich, S. 246).

    Als zweite Ursache sind die europäischen Bündnissysteme zu sehen, wodurch die Großmächte in Europa miteinander eng verzahnt waren. Bismarck als Weichensteller des noch jungen Deutschen Reiches, verbündete sich unter dem Zweibund 1879 mit Österreich-Ungarn und später im Dreibund 1881 mit Italien. Nachdem die Isolation Frankreichs durch Bismarcks Bündnissysteme Ende des 19. Jahrhunderts scheiterte und sich England mit Frankreich 1904 mit dem Entente-Abkommen, 1907 mit dem Triple-Entente-Abkommen zusätzlich mit Russland verbündete (Vgl. Berghahn, S. 24), standen sich "schließlich zwei gegeneinander gerichtete Bündnissysteme der Großmächte" (Kruse, S. 6) gegenüber. "Diese Verfestigung wurde begleitet und z. T. vorangetrieben durch ein Wettrüsten" (Ebd. S. 25), das vom Seewettrüsten zwischen England und Deutschland sich weiter ,nach der zweiten Marokko-Krise 1911, auf die Landheere im „Rüstungswettlauf der europäischen Mächte verschärfte“ (Weinrich, S. 251).

    Als weitere Ursache gilt der Hochimperialismus, welcher besonders deutlich wurde „im 'Scramble for Africa', als die europäischen Großmächte in einem Wettlauf um die Aneignung von Macht- und Einflusssphären“ (Kruse, S. 7) in Afrika eintraten. Während Frankreich, England und Russland bereits ihre Einflussgrenzen abstecken, trat das Deutsche Reich als kolonialistischer Nachzügler „besonders aggressiv in Erscheinung“ (Ebd. S. 7).

    Der mit dem Hochimperialismus einhergehende verstärkte Nationalismus ist als weiterer Punkt entscheidend, welcher durch propagandistische Selbst- und Feindbilder gefestigt wurde. Dieser Nationalismus steigerte sich bis hin zum heroischen Fatalismus, der durch den starken öffentlichen Militarismus zu einer Flut von Rekruten und einer Welle von Kriegsbegeisterung letztlich den Krieg unausweichlich machte (Vgl. Osterhammel).

    Diese hier genannten Ursachen sollen nur die im Lernmaterial thematisierten Ursachen konkretisieren und haben keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgrund dieser Komplexität wird nach wie vor die Kriegsschuldfrage in der Geschichtswissenschaft intensiv diskutiert (Vgl. Weinrich, S. 233). Die Geschichtswissenschaft ist dabei jedoch weit entfernt von einem Konsens entfernt (Vgl. Angelow, 2014, S. 76).

    Literaturhinweise:

    Angelow, J.(2014). Der Kriegsausbruch von 1914. Historiografie und Kriegsschuldfrage. WeltTrends, (94), S. 72-77.
    Berghahn, V. R. (2004). Der Erste Weltkrieg (2. Aufl.). München: Beck.
    Kruse, W. (2009). Der Erste Weltkrieg. Darmstadt: WBG.
    Osterhammel, J. (2012). 1880 bis 1914 | bpb. Bundeszentrale für politische Bildung. t1p.de/52vo
    Unterseher, L. (2014). Der Erste Weltkrieg. Wiesbaden: Springer VS.
    Weinrich, A. (2013). »Großer Krieg«, große Ursachen? Aktuelle Forschungen zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs. Francia, Bd. 40 (2013), S. 233-252.

  • Didaktische Schwerpunktsetzung

    Die Unterrichtseinheit beginnt mit dem ersten thematischen Block Ursachen für den Ersten Weltkrieg und einer Wiederholung zu den Geschehnissen vor dem Ersten Weltkrieg, damit noch einmal die wichtigsten Ereignisse in das Gedächtnis gerufen werden. Dies geschieht anhand einer Zuordnungsaufgabe mit Karikaturen und den jeweiligen Überschriften. Bei dieser Aufgabe wird die historische Sachkompetenz der Schüler*innen gefordert, welche sie befähigt das nötige Wissen für die jeweilige Frage zu besitzen.

    In der nächsten Aufgabe sehen sich die Schüler*innen ein Erklärvideo zu den Ursachen und dem Anlass des Ersten Weltkriegs an und lösen anschließend ein Quiz mithilfe ihrer Aufzeichnungen aus dem Erklärvideo. Diese beiden Aufgaben dienen der Sachanalyse, indem die geschichtlichen Phänomene erklärt und verstanden werden. Durch das Erklärvideo und das Online-Quiz kommt eine neue Lernsituation auf die Schüler*innen zu, welche für Abwechslung sorgt. In dieser Aufgabe liegt eine Differenzierung vor: in Variante B (schwere Variante) des Lernmaterials werden in dieser Aufgabe zusätzlich die Bündnisse und Interessenskonflikte zwischen den Ländern thematisiert.


    Der zweite thematische Block Eine Onlinesammlung zum 1. WK kennen lernen widmet sich dem Prinzip der digitalen Heuristik. Dabei wird in Aufgabe 1 die Sachanalyse durch ein weiteres Erklärvideo zur Onlinesammlung 'Der Wahre Jacob' gegeben. In der zweiten Aufgabe sollen die Schüler*innen eine Tabelle bezüglich der Onlinesammlung ausfüllen, wobei sie den Betreiber, Inhalte, Ziel und auch die politische Ausrichtung analysieren, wobei das Sachurteil des Aufgabensets abgedeckt wird. Das Umgehen mit einer Onlinesammlung erfordert eine Methodenkompetenz diesbezüglich, da in Aufgabe 3 eine bestimmte Karikatur von den Schüler*innen selbstständig gesucht werden soll. Gleichzeitig wird in Grundzügen die Quellenkritik behandelt. In der letzten Aufgabe bewerten die Schüler*innen dieses Onlineangebot anhand ausgewählter Kriterien und begründen dies (Werturteil). In der differenzierten Variante bringen die Schüler*innen außerdem Verbesserungsvorschläge ein.


    Der dritte thematische Block befasst sich schließlich mit dem Interpretieren von Karikaturen. Ein Erklärvideo beinhaltet die Sachanalyse. Nun wird die Karikatur, welche die Schüler*innen in der Onlinesammlung selbstständig fanden, interpretiert. Obwohl das Lernmaterial hier eine Einzelarbeit vorsieht, könnte hier im Unterricht auch eine Gruppenarbeit geschehen, wenn die Schüler*innen noch Probleme mit dem Interpretieren von Karikaturen haben. Die im Erklärvideo verwendete, englische Karikatur bildet dabei einen Kontrast zur deutschen, von den Schüler*innen selbst ermittelten, Karikatur - die unterschiedlichen Ansichten beider Länder werden gegenüber gestellt.

    Die zweite Aufgabe des thematischen Blocks ist insoweit differenziert, dass die Schüler*innen sich eigenständig eine Karikatur in der Onlinesammlung suchen und diese interpretieren. Deshalb liegt für diese Aufgabe kein Erwartungshorizont vor.

    Der letzte und vierte thematische Block beschäftigt sich mit der 'Kriegsschuldfrage'. Hierbei untersuchen die Schüler*innen nach dem Prinzip der Multiperspektivität drei Zitate zur Kriegsschuldfrage nach Argument und möglicher Intention, was die Methodenkompetenz fördert. In der differenzierten Version recherchieren die Schüler*innen selbstständig eine Meinung zur Kriegsschuldfrage eines Historikers im Internet. Durch diese drei verschiedenen Ansichten kann die Dimension des Identitätsbewusstseins nach Pandel aufgegriffen werden.
    Pandel sieht diese Dimension als eine gesellschaftliche, aufbauende Dimension an, welche erworben werden muss, um ein vollständiges Geschichtsbewusstsein zu erlangen.
    Die letzte Aufgabe stellt das Sach- und Werturteil dar, da die Schüler*innen sich nun zur Kriegsschuldfrage positionieren sollen. Dies erfordert auch eine Orientierungskompetenz nach dem FUER-Kompetenzmodell (selbstständiges Ziehen von Schlussfolgerungen). In der Differenzierung positionieren die Schüler*innen sich zum Ausspruch Kein Land hat den Krieg gewollt, die Länder sind hineingeschlittert.. Dies ist schwieriger, da sie nun ihre Argumente anhand eines Zitats formulieren müssen, was wiederum das Sachurteil der Aufgabe verstärkt.


    Eine schriftliche Leistungskontrolle liegt dem Lernmaterial ebenfalls bei und wird am Ende dieser Handreichung näher vorgestellt.

  • Hinweis zu den verwendeten Quellen

    Die im Lernmaterial verwendeten Quellen entstammen hauptsächlich entweder der Onlinedatenbank des Punch Magazine oder der Onlinesammlung der deutschen Satirezeitschrift Der Wahre Jacob.
    Die Karikaturen des Punch-Magazine unterliegen einem Copyright, können aber auf Wikimedia Commons gemeinfrei heruntergeladen werden, da der Autor schon mindestens 70 Jahre verstorben ist.
    Die Onlinesammlung Der wahre Jacob wird von einem Projekt bereitgestellt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem historisch interessierten Nutzer drei Wochenzeitschriften, die im deutschen Kaiserreich gegründet wurden und darüber hinaus Bestand hatten, zur Verfügung zu stellen. Unter anderem sind die Klassikstiftung Weimar und das Deutsche Literaturarchiv Marbach daran beteiligt.

    Das im Lernmaterial unter M1 verwendete Erklärvideo stammt aus dem Youtube-Kanal MrWissen2Go Geschichte. Alternativ kann die Lehrkraft aber auch (z.B. beim Einsatz des Materials im analogen Schulunterricht) ein Erklärvideo aus dem von Educ'ARTE veröffentlichten Programm verwenden. Hier bietet sich das Video Mit offenen Karten an. Es kann auf arte.de oder direkt mittels einer Schullizenz verwendet werden. Die kostenlose Nutzung auf arte.de schließt jedoch nur aktuelle Folgen ein.

    M6: Online-Datenbank
    des Punch-Magazine
    https://www.punch.co.uk/index

    M7: Online-sammlung zur Zeitschrift Der wahre Jakob
    https://t1p.de/3824

    M8: Programm von Educ'ARTE
    https://www.educarte.de/

    Literaturhinweise
    • Baumgärtner, Ulrich: Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule, Paderborn 2015, S. 17 - 46 und S. 57-87
    • Henke-Brockschatz, Gerhard: Forschend-entdeckendes Lernen, In: Mayer, Ulrich/Pandel, Hans-Jürgen/Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht, Schwalbach 2007, S. 15-29.
    • Lücke, Martin: Multiperspektivität, Kontroversität, Pluralität, In: Barricelli, Michele/Lücke, Martin (Hrsg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts, Bd. 1, Schwalbach 2012, S. 281-88.
    • Schlotheuber, Eva/ Bösch, Frank: Quellenkritik im digitalen Zeitalter: Die Historischen Grundwissenschaftenals zentrale Kompetenz der Geschichtswissenschaft und benachbarter Fächer, In: Hohls, Rüdiger/ Prinz, Claudia/ Schlotheuber, Eva (Hrsg.): Historische Grundwissenschaften und die digitale Herausforderung, Historisches Forum 18, 2016, S. 16-21.
  • Lernzielformulierung

    In der folgenden Übersicht werden die Lernziele zum Material vorgestellt. Die Lernzielformulierung orientiert sich am in Sachsen gebräuchlichen WKW-Modell, das die drei Anforderungsbereiche umfasst.

    Wissen
    Die Schüler*innen kennen...

    Können
    Die Schüler*innen können...

    Werten
    Die Schüler*innen beurteilen...

    - die Ursachen (Balkankriege, Wettrüsten, Bündnissysteme, Imperialismus, Kolonialismus, Nationalismus, Imperialismus) und den Anlass (Attentat von Sarajevo) des 1. Weltkriegs.

    - einem Erklärvideo Informationen entnehmen.

    - begründet das Onlineangebot Der wahre Jacob in Bezug auf ausgewählte Kriterien (Übersichtlichkeit, Funktionalität, Nutzen für hist. Lernen).

    - die Onlinezeitschriftensammlung Der wahre Jacob.

    - selbstständig eine Karikatur unter Vorgaben in einer Onlinesammlung finden.

    - die Kriegsschuldfrage und können sich dazu positionieren.

    - die Schritte zur Interpretation einer Karikatur.

    - eine Onlinesammlung kriterienorientiert analysieren.

    - drei verschiedene Positionen zur Kriegsschuldfrage.

    - eine Karikatur mit Hilfe eines Erklärvideos interpretieren.

    - Zitate zur Kriegsschuldfrage in Bezug auf Argumente und Intention analysieren.

    T2: Lernziele des Lernmaterials Europa vor dem Ersten Weltkrieg - der Weg in die Katastrophe
  • Vorschlag Leistungsüberprüfung

    Die Leistungsüberprüfung liegt in Form einer Leistungskontrolle vor, da sich dadurch sowohl Wissen über die historischen Entwicklungen, als auch die Fähigkeit eine Karikatur zu interpretieren, gut überprüfen lässt. Der Test ist für eine Bearbeitungsdauer von rund 45 Minuten konzipiert. Die Aufgaben lassen sich alle mit dem Wissen aus der Bearbeitung des Lernmaterials lösen. Der Fokus liegt auf den Ursachen für den Ersten Weltkrieg, speziell auf den Bündnissystemen. Es ist somit sinnvoll, die Leistungskontrolle schreiben zu lassen, bevor das eigentliche Kriegsgeschehen behandelt wird.

    Die erste Aufgabe gehört zum Anforderungsbereich I. Hier definieren die Schüler*innen drei Begriffe, die die Vorzeit (ab 1873) des Ersten Weltkrieges charakterisieren.

    In der zweiten Aufgabe (AFB II)  interpretieren die Schüler*innen eine Karikatur und zeigen somit, dass sie die dazu nötigen Schritte kennen und beherrschen.

    Die folgenden zwei Aufgaben sind wiederum dem AFB I zuzuordnen. Es wird Wissen zu den Bündnissen, sowie zum Anlass und den Ursachen des Krieges abgefragt.

    In der fünften Aufgabe erläutern die Schüler*innen mögliche Gründe für die Kriegsbegeisterung in großen Teilen der deutschen Bevölkerung. Diese Aufgabe baut teilweise auf die vorherige Aufgabe (Ursachen für den Ersten Weltkrieg) auf. Zusätzlich erläutern die Schüler*innen jedoch, wie einzelne Faktoren, beispielsweise die Militarisierung der Gesellschaft, zustande kamen und auf die Bevölkerung wirkten. Aufgrund der Erläuterung von Zusammenhängen gehört diese Aufgabe zum AFB II.

    Die letzte Aufgabe wird dem AFB III zugeordnet. Die Schüler*innen werden aufgefordert, sich selbst zur Kriegsschuldfrage zu positionieren. Wichtig ist hierbei, dass die beschriebene eigene Meinung mit passenden historischen Fakten und Entwicklungen untermauert wird.

    Hinter jeder Aufgabenstellung ist die erreichbare Höchstpunktzahl für die betreffende Aufgabe angegeben. So wird den Schüler*innen eine Orientierungshilfe gegeben, sodass sie sich ihre Arbeitszeit effektiv einteilen können.

    Es liegt außerdem ein Erwartungshorizont zur Korrektur bei.