• Handreichung Zuckerbrot und Peitsche
  • anonym
  • 22.12.2020
  • Geschichte
  • 8
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Hinweis zum Einsatz im Unterricht

  • Zuckerbrot und/oder Peitsche?
    Die Innenpolitik Bismarcks

    Handreichung für Lehrkräfte

    Universität Leipzig - HISTOdigitaLE

    M1: Otto von Bismarck 1871,
    Bundesarchiv, Bild 183-R68588, P. Loescher & Petsch, CC-BY-SA 3.0, https://t1p.de/bc78
  • Kurzbeschreibung

    In diesem Material für die 8. Klasse des Gymnasiums in Sachsen erkunden die Schüler*innen mittels schriftlicher Quellen die Innenpolitik Bismarcks - im Besonderen den Umgang mit "Reichsfeinden”. Es werden der Kulturkampf, die Sozialistengesetze und die Sozialgesetze erarbeitet.
    Zunächst lernen die SchülerInnen den Kulturkampf kennen. Dafür steht ihnen ein Lernvideo bereit. Im zweiten Schritt analysieren und interpretieren die Schüler*innen das Sozialistengesetz. Als Wiederholung und Festigung der Quellenarbeit wird ein Erklärvideo angeboten. Im dritten Schritt werden den Schüler*innen die Sozialgesetze näher gebracht. Auch dafür steht eine schriftliche Quelle zur Verfügung. Abschließend beurteilen die Schüler*innen die Errichtung der Bismarcktürmeals ein Ausdruck von Geschichtskultur. Dazu sollen die SchülerInnen einen Online-Kommentar zu einem Bismarckturm verfassen.

    Zusätzlich ist eine schriftliche Leistungskontrolle beigefügt, welche den Inhalt des Materials übeprüft.

    Kaiserreich unter Bismarck, Kulturkampf, Sozialgesetze, Sozialistengesetz,

    Geschichtskultur

    2 x 45 min

    +

    45 min Leistungs-überprüfung

    8. Klasse,

    Geschichte,

    Gymnasium

    M2: Zuckerbrot und Peitsche? - Die Innenpolitik Bismarcks
    Auerswald, CC0, https://t1p.de/IPBM1
  • Lehrplanverortung

    Das vorliegende Lernmaterial beschäftigt sich mit dem Thema Zuckerbrot und/oder Peitsche - Die Innenpolitik Bismarcks. Dabei soll diese Doppelstunde einen vertiefenden Blick auf die Innenpolitik des Reichskanzlers Otto von Bismarck ermöglichen. Das Wissen um die Innenpolitik Bismarcks ist nötig, um die gesellschaftlichen und innenpolitischen Strukturen im Kaiserreich von 1871-1890 zu kennen und bewerten zu können. Es dient außerdem als Basis für den weiterführenden Unterricht im Hinblick auf die Ausgestaltung der Innenpolitik und Außenpolitik unter Wilhelm II. (Sächsisches Staatsministerium für Kultus, S. 20).


    Der zu behandelnde Stoff Umgang mit `Reichsfeinden´ (ebd. S. 20) ist im Sächsischen Lehrplan Geschichte für das Gymnasium in der 8. Klassenstufe im ersten Lernbereich Vorstellungen des deutschen Bürgertums von Einheit und Freiheit (ebd. S. 20) zu verorten und gehört in den Teilbereich Anwenden der Kenntnisse zu nationalen und liberalen Zielstellungen auf das Kaiserreich (ebd. S. 20).
    Damit behandelt vorliegende das Lernmaterial das letzte Teilthema der Einheit. Es schließt die Ausführungen zum Kaiserreich ab, bevor diese im Lernbereich 3 des Lehrplanes wieder aufgenommen werden (Vgl. ebd. S. 21).

    Dieses lernmaterial wird dem Anspruch des Lehrplanes auf das Kennen von Besonderheiten der Quellenarten […] [wie] Denkmal (ebd. S. 20) gerecht.

    Außerdem verfolgt es die Grobziele der 8. Klasse, Wissen über den Charakter des Nationalstaates zu erlangen (Vgl. ebd. S. 19), sowie die Fähigkeit zu entwickeln, "Denkmäler zu erschließen und dabei die Zeitebenen des Erinnerten, der Denkmalsetzung und der heutigen Rezeption zu unterscheiden” (ebd. S. 19).


    In diesem Lernmaterial erlernen die SchülerInnen auch fachspezifische Arbeitsmethoden bzw. wiederholen diese. Sie analysieren und interpretieren dabei Quellen und arbeiten mit traditionellen und digitalen Medien (Vgl. ebd. S. 19).

    Auch die Entwicklung der historischen Urteilsfähigkeit wird durch das Lernmaterial gefördert, indem die Schüler*innen die begrenzte Wirksamkeit eines Lösungsversuches der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts erfassen und den modernen, aber obrigkeitsstaatlichen Charakter des Kaiserreiches erkennen (Vgl. ebd. S. 19).

    Literaturhinweis

    Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Hrsg.), Lehrplan Gymnasium. Geschichte, Dresden 2019, Verfügbar unter: https://t1p.de/xanj

  • Mögliche Lernbereichsplanung
    Lernbereich 1: Die Vorstellungen des deutschen Bürgertums von Einheit und Freiheit

    Zur Orientierung über eine mögliche Integration des Lernmaterials folgende tabellarische Lernbereichsplanung:

    Stunde

    Thema/Inhalt

    methodischer Schwerpunkt

    1+2

    Restauration – alles wieder auf Anfang? – Die Umgestaltung Europas durch den Wiener Kongress

    Umgang mit (histor.) Geschichtskarten

    3

    Der Deutsche Bund

    Gesetzestext analysieren

    4

    „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ – der Vormärz, eine explosive Zeit?

    politische Lyrik

    5+6

    „Mehr politische Mitsprache!“ – liberale und nationale Bewegungen in Deutschland

    Streitgespräch

    7+8

    Schwarz-Rot-Gold – ein Demokratie-Märchen? – das Wartburgfest und das Hambacher Fest

    historische Orte heute betrachtet

    9

    „Einigkeit und Recht und Freiheit“ – die Märzrevolution 1848

    politische Lieder

    Exkurs
    (10)

    Die Revolution ist weiblich – Frauen in der Märzrevolution 1848

    Arbeit mit Biografien

    11+12

    Auf dem Weg zur Verfassung – die Paulskirchenversammlung

    Bildinterpretation

    13+14

    Die Einigungskriege

    Zeitstrahl

    15

    „Lang lebe der Kaiser“ – Reichsgründung im Spiegelsaal von Versailles

    Vgl. Bild+Karikatur

    16

    Die Reichsverfassung und Parteien

    Schaubild

    17+18

    Zuckerbrot und/oder Peitsche? – Die Innenpolitik Bismarcks

    schriftliche Quelle,
    Denkmalanalyse

    T1: Lernbereichsplanung LB1, Klasse 8 Gymnasium
  • Sachanalyse

    Nach der Ausrufung des Königs von Preußen zum deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 reglementierte die Innenpolitik des Kaiserreiches zumeist der zum Reichskanzler ernannte Otto von Bismarck. Er gestaltete eine konservative Innenpolitik, die sich vor allem im ständigen Misstrauen gegen liberale Parteien und die katholische Zentrumspartei äußerte.
    Als sich die innenpolitischen Gegensätze im Reichstag verschärften, setzte Bismarck in den Jahren von 1871 bis 1878 im Reichstag Gesetze gegen die katholische Zentrumspartei und die Katholische Kirche durch. Dabei handelte es sich um Maßnahmen zur Eindämmung des Einflusses der Katholischen Kirche. So wurde beispielsweise die Zivilehe eingeführt und die Aufsicht über die Schulen der Kirche entzogen und dem Staat übertragen. Geistliche durften in ihren Predigten nicht von politischen Entscheidungen reden oder politische Meinungen äußern. Dieser Konflikt wird als Kulturkampf bezeichnet.1878 wurden die Gesetze wieder aufgehoben, da Bismarck den Rückhalt für seine politischen Bestrebungen in der Bevölkerung verlor.
    Eine weitere innenpolitische Auseinandersetzung führte Bismarck gegen die erstarkende Arbeiterbewegung und die Sozialdemokatische Partei Deutschlands (SPD). Bismarck betrachtete diese als Gefahr für den inneren Frieden und setzte 1878 das Sozialistengesetz durch. Es verbot beispielsweise politische Vereine und Parteien, die sozialdemokratisch waren. Um das Volk positiv zu stimmen und die Arbeiter für seine Politik zu gewinnen, wurden von 1883 bis 1889 die Sozialgesetze auf den Weg gebracht. Dazu gehörten die Kranken- und Altersversicherung, aber auch die Invalidenversicherung und die Hinterbliebenenfürsorge.
    Der Kulturkampf und das Sozialistengesetz werden als sogenannte "Peitsche” betitelt. Die Sozialgesetze hingegen als "Zuckerbrot” für das Volk. Diese Gegensätze sollen in diesem Material gegenübergestellt und abschließend bewertet werden. Dazu dienen die Bismarcktürme, die nach der Reichsgründung 1871 bis zum Ersten Weltkrieg zu Ehren Bismarcks errichtet wurden. Diese sollen Anlass bieten für eine Kontroverse, ob die Vielzahl von Bismarcktürmen seiner Innenpolitik gerecht werden.


    Die für dieses Material benutzten Quellen dienen als Basis für die Analyse und Beurteilung der Innenpolitik Bismarcks. Die Quelle Q1 zu den Sozialistengesetzen findet man im online verfügbaren Dokumentenarchiv. Für das vertiefte Üben der Textbeschreibung, -analyse und -interpretation wurde die Quelle für dieses Material eingekürzt. Im Dokumentenarchiv findet man sie jedoch vollständig vor. Das Plakat Die deutsche Sozialversicherung” (Quelle Q2) kann als Digitalisat des Museums Weißenfels auf der Internetseite museum digital angeschaut werden. Bei dieser Quelle Q2 handelt es sich um ein Plakat, welches 1913/1914 in der Werkstatt der Vereinigte Kunstinstitute AG vormals Otto Troitzsch” in Berlin hergestellt wurde.

    Literaturtipp

    Juranek, Christian u.a.: Otto von Biscmarck und die Innenpolitik. Positive und organische Reformen. Stekovics, Wettin-Löbejün, 2015.

    M4: Museum Digital
    https://t1p.de/9i6b


    Diese Seite museum digital des Bundeslandes Sachsen Anhalt bietet, ebenfalls als digitale Sammlung, Museen eine Plattform, Objekte zu zeigen, die sonst nur aufbewahrt werden und nicht gerade in einer Ausstellung Platz finden.

    M3: Dokumentenarchiv
    http://www.documentarchiv.de/


    Das Dokumentenarchiv als digitale Sammlung und bietet Einsicht in Dokumente der Deutschen Geschichte ab dem 19. Jhd. bis hin zu zeitgeschichtlichen Doku-menten der Bundes-regierung bis 2003 an.

  • Didaktische Schwerpunktsetzung

    Im Folgenden wird die didaktische Schwerpunktsetzung näher erläutert. Da das Lernmaterial insbesondere für den Fern-/Online-Unterricht konzipiert wurde, beinhaltet es keinen Sozialformenwechsel, alle Aufgaben sind in Einzelarbeit auszuführen. Ein weiterer Grund für die Einzelarbeit ist, dass die SchülerInnen neue digitale Tools in einem individuellen Lerntempo kennenlernen können. Wenn das Lernmaterial für den Präsenzunterricht genutzt wird, können einzelne Arbeitsphasen auch als Partnerarbeit oder Gruppenarbeit durchgeführt werden.
    Dieses Lernmaterial basiert auf dem genetisch-chronologischen Verfahren (Vgl. Hilke Günther-Arndt) und soll das politische Geschichtsbewusstsein (Vgl. Hans-Jürgen Pandel) nach Pandel fördern.

    Zunächst wird geklärt, wer Reichsfeinde waren und welche Nachteile diese zu erleiden hatten. Dazu werden die Ziele, Maßnahmen und Folgen des Kulturkampfes vorgestellt. Darauf folgend analysieren die Schüler*innen eine Textquelle zu den Sozialistengesetzen 1878 (Q1) festigen dabei ihre Texterschließungskompetenz. Nachdem die Beispiele für die sogenannte Peitsche Bismarcks gezeigt wurden, werden anschließend die von Bismarck initiierten Sozialgesetze mittels eines Plakats (Q2) behandelt. Bis zu diesem Schritt handelt es sich um die Sachanalyse. Danach folgt das Sachurteil mit einer Aufgabe, in der die Schüler*innen aus der Sicht eines Bürgers der Zeit eine Sprechblase füllen. Abschließend wird mittels der Bismarcktürme ein Werturteil formuliert und auf die Geschichtskultur aufmerksam gemacht. Somit wird die von Karl-Ernst Jeismann entworfene Einteilung einer Geschichtsunterrichtsstunde in Sachanalyse, Sachurteil und Werturteil berücksichtigt.

    In der ersten Aufgabewiederholen die Schüler*innen ihr Wissen zum Deutschen Kaiserreich, um für die nachfolgenden Aufgaben vorbereitet zu sein. Gleichzeitig wird nach Gautschi die Wahrnehmungskompetenz gefördert, da die Schüler*innen die zeitliche Distanz zur Jetztzeit begreifen und eventuell erste Fragen zum Thema entwickeln. Als Tool dient dabei ein digitales Quiz.

    Danach folgt ein Input seitens der Lehrkraft - im Lernmaterial realisiert als ein Erklärvideo. Dies soll den Einstieg für das komplexe Themengebiet der Innenpolitik des Deutschen Kaiserreiches zur Zeit Bismarcks erleichtern. Dabei deckt das Video und die anschließende Aufbereitung der Informationen durch die SchülerInnen einen Aspekt der sogenannten Peitsche” ab.
    Ein weiterer Input erfolgt durch die Arbeit an einer schriftlichen Quelle, dem Sozialistengesetz von 1878. Historische Quellen helfen uns bei der
    Rekonstruktion von historischen Ereignissen, Tatsachen und Zuständen” (Saskia Handro). Aufgrund dessen ist dieses Lernmaterial quellenbasiert. Da die Quelle in einer digitalen Sammlung (Dokumentenarchiv) zur Verfügung steht, sollen die SchülerInnen sich zunächst einen Überblick über das Angebot der Seite verschaffen (um diese evtl. auch kritisch einzuordnen). Damit fördern sie ihre digitale Kompetenz und lernen über digitale Medien (vgl. Kühberger). Darüber hinaus fördert diese Aufgabe die Erschließungskompetenz der Schüler*innen, da sie sich nun eingehender mit dem Thema beschäftigen und Informationen erlangen.
    Im Anschluss an diesen Themenkomplex folgt eine kurze Wissensüberprüfung. Diese ist wichtig, da das erworbene Wissen Ausgangspunkt für den nächsten Teilbereich, das Sachurteil, sein wird.


    Im zweiten Abschnitt beschäftigen sich die Schüler*innen mit den Sozialgesetzen. In der Aufgabe nehmen die Schüler*innen die Sichtweise eines Bürgers der Zeit ein und bringen die Sozialgesetze aus dessen Sichtweise in einem kurzen Satz zum Ausdruck. So wird die Interpretationskompetenz (nach Gautschi) der Schüler und Schülerinnen gefördert. Zugleich füllen die Schüler*innen zwei Sprechblasen aus und nehmen damit zwei unterschiedliche Sichtweisen ein Das fördert die Multiperspektivitätserfahrung (Vgl. Martin Lücke).

    Abschließend nutzen die Schüler*innen ihre erworbene Kenntnisse, um aus der heutigen Perspektive in einem fiktiven Online-Kommentar die Errichtung von Bismarcktürmen in Hinblick auf die Innenpolitik Bismarcks zu beurteilen. Bevor die Schüler*innen den Kommentar verfassen, recherchieren sie zunächst selbstständig den Turm im Internet und filtern wichtige Informationen. Damit erlangen sie einen Teil der digitalen Kompetenz, sie lernen mit digitalen Medien (Vgl. Kühberger).
    Um neben der Multiperspektivität auch Pluralität (Vgl. Martin Lücke) zu ermöglichen, tauschen die Schüler*innen sich über ihre (Online-)Kommentare im Anschluss aus. Allerdings ist das nur in einem Präsenz-Unterricht möglich.

  • Das Lernmaterial weist zudem eine Handlungsorientierung auf. Zunächst wird den SchülerInnen mit Aufgabe 2, 5 und 6 sachlogisch der Inhalt sowie in Aufgabe 9 das Medium der folgenden Handlung vorgestellt. Auf die sachlogische Darstellung der Methode Verfassen eines Online-Kommentars wurde hierbei verzichtet. Danach folgt lernlogisch Aufgabe 19 mit der Ausführung dieser. Hierbei handelt es sich um ein produktives Gestalten eines historischen Zusammenhangs (nach Bärbel Völkel).


    Zudem wurde das Lernmaterial differenziert gestaltet und liegt somit in zwei Ausführungen vor. Niveau A bietet einen höheren Schwierigkeitsgrad und Niveau B ist für leistungsschwächere Schüler*innen geeignet. Im Folgenden werden die Differenzierungen des Niveaus B erläutert:
    Wiederholung, Aufgabe 2: vorangestellte Aufgabe welche die Schüler*innen nach unklaren Begriffen fragt und diese definieren lässt. Außerdem wird nach den Gründen des Kulturkampfes gefragt. Die eigentliche Aufgabe 2 wird dann in weitere 3 kleinere Teilaufgaben zerlegt. Damit werden aus Aufgabe 2 in Niveau A die Aufgaben 2-6 in Niveau B. Aufgabe 2 in Niveau A, in der die Schüler*innen Bildquellen Titel zuordnen, entfällt.

    Sozialistengesetz, Aufgabe 3: ist in einer ganz ähnlichen Art vereinfacht. Die Tabelle wird hier durch 5 kleinschrittige Aufgaben ersetzt, die den Schüler*innen eine bessere Anleitung geben. Außerdem bearbeiten die Schüler*innen nicht mehr den kompletten Gesetzestext, sondern nur noch ausgewählte und gekürzte Passagen.

    Sozialgesetzgebung, Aufgabe 2: Hierbei füllen die Schüler*innen in Variante B nicht zwei, sondern eine Sprechblase aus. Damit nehmen sie auch nur eine Perspektive ein, was dazu führt, dass die Multiperspektivitätserfahrung verloren geht. Um das zu kompensieren, ist ein Austausch innerhalb der Klasse nötig.

    Beurteilung der Innenpolitik, Aufgabe 2: Hier steht den Schüler*innen eine Hilfe bereit, die noch einmal erklärt, wie man einen Turm "googelt”.

    Beurteilung der Innepolitik, Aufgabe 3: bietet einen einen "Formulierungskasten”, in dem Satzanfänge vorgegeben werden.


    Das Lernmaterial bietet, um den Lernbereich abschließen zu können, auch eine Leistungsüberprüfung an. Dabei zeigen die SchülerInnen ihr Wissen, welches sie über die Innenpolitik Bismarcks erlangt haben. Gleichzeitig wenden sie das über das Lernmaterial gefestigte wissen über die Methode der Analyse und Interpretation anhand einer schriftlichen Quelle an. Somit werden alle drei Anforderungsbereiche abgedeckt. Die Leistungsüberprüfung wird am Ende der vorliegenden Handreichung näher erläutert.

    Literaturhinweise
    • Strukturierungskonzepte: Günther-Arndt, Hilke: Strukturierungskonzepte. In: Geschichtsdidaktik. Praxishandbuch. Hrsg. von Günther-Arndt, Hilke/Zülsdorf-Kersting, Meik. 8. Auflage. Berlin: Cornelsen 2014. S.166-171.
    • Geschichtsbewusstsein: Hans-Jürgen Pandel: Dimensionen des Geschichtsbewusstseins. Ein Versuch, seine Struktur für Empirie und Pragmatik diskutierbar zu machen, 1987. <https://t1p.de/3l4m>
    • Quellenbasiertheit: Handro, Saskia: Quellen interpretieren. In: Günter/Arndt, Hilke; Handro, Saskia: Geschichtsmethodik, Berlin, 2015, S. 150.
    • Handlungsanalyse: Völkel, Bärbel: Handlungsorientierung. In: Mayer/ Pandel/ Schneider (Hrsg.): Handbuch Methoden im GU, Schwalbach 2007, S. 49-64.
    • Multiperspektivität/Pluralität: Lücke, Martin: Multiperspektivität, Kontroversität, Pluralität. Schwalbach 2012.
    • Geschichtsunterricht digital: Kühberger, Christoph: Radikal digital?! Herausforderungen und Wege für das historische und politische Lernen, In: Barsch/Lutter/Meyer-Heidemann (Hrsg.) Fake und Filter. Historisches Lernen in Zeiten der Digitalität, Frankfurt 2019,S. 27-28.
    • Jeismanns Einteilung: Jeismann, Karl-Ernst: “Geschichtsbewusstsein”. Überlegungen zu einer zentralen Kategorie eines neuen Ansatzes der Geschichtsdidaktik, Paderborn u.a. 1980, S. 204 ff.
    • Gautschis Einteilung: Baumgärtner, Ulrich: Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule, Paderborn, 2015, S. 81, Abb.17.
  • Lernzielformulierung

    In der folgenden Übersicht werden die Lernziele zum Material vorgestellt. Die Lernzielformulierung orientiert sich am in Sachsen gebräuchlichen WKW-Modell, das die drei Anforderungsbereiche umfasst.

    Wissen
    Die Schüler*innen kennen...

    Können
    Die Schüler*innen können...

    Werten
    Die Schüler*innen beurteilen...

    … die Sozialistengesetze und den Kulturkampf als „Peitsche“ in der Innenpolitik des Deutschen Kaiserreichs unter dem Reichskanzler Bismarck.

    … aus einer historischen Bildquelle (Plakat) Informationen entnehmen.

    …die Bedeutung staatlicher Eingriffe in Wirtschaft und Gesellschaft am Beispiel der Innenpolitik Bismarcks.

    … die Sozialgesetzgebung als „Zuckerbrot“ in der Innenpolitik des Deutschen Kaiserreiches unter dem Reichskanzler Bismarcks.

    … historische Textquellen (Gesetzestext) analysieren und interpretieren.

    … die Bismarcktürme als Teil der Geschichtskultur.

    … einen Online-Kommentar verfassen.

    T2: Lernziele nach dem WKW-Modell
  • Leistungsüberprüfung

    Als Form der Leistungskontrolle wird in diesem Lernmaterial eine schriftliche Leistungskontrolle über einen Zeitraum von 45 Minuten angeboten. Diese umfasst möglichst viele der behandelten Themen und geht dabei sowohl auf die Inhalte als auch auf die erlernten bzw. gefestigten Techniken historischen Arbeitens ein. Sie weist die drei Anforderungsbereiche auf. Zudem erhalten die Schüler*innen die Möglichkeit, ihre Stärken zu zeigen.


    Die ersten beiden Aufgaben decken dabei den Hauptteil des Anforderungsbereiches I ab. Hier werden Wissen über den Begriff Reichsfeind und Informationen zum Kulturkampf abgefragt. Die Schüler*innen nenne die Fakten lediglich bzw. erläutern kurz den Begriff Reichsfeind.

    Die Aufgabe 3 entspricht den Anforderungsbereichen II und III. Die Schüler*innen analysieren und interpretieren dabei eine schriftliche Quelle. Diese Technik historischen Arbeitens haben sie im Lernmaterial wiederholt, deshalb bietet sie sich für die schriftliche Leistungskontrolle an. Um den Schüler/innen eine Hilfe zu geben, wird die Aufgabe 3 noch einmal unterteilt, allerdings wird auf Erschließungsfragen, die im Material zusätzlich unterstützen, verzichtet. Somit müssen die Schüler*innen das im Material erworbene Wissen auf die Quelle zu den Sozialgesetzen transferieren. Diese Leistung entspricht dem Anforderungsbereich II. Die Teilaufgabe d) ist eher dem Anforderungsbereich III zuzuordnen, da die Schüler*innen sich eigenständig weiterführend Gedanken machen, wie man diese Quelle betiteln könnte - deshalb ist d) als Zusatzaufgabe konstruiert.


    Die letzte Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich III. Die Schüler*innen nehmen eigenständig Stellung zum Umgang mit Bismarckdenkmälern in der heutigen BRD, indem sie zu zwei Standpunkten eine Stellungnahme formulieren. Damit werden nicht nur Orientierungsfunktion und Gegenwartsbezug angesprochen, sondern die Lösung dieser Aufgabe fordert von den Schüler*innen umfassendes Wissen über Bismarcks innenpolitisches Wirken, sowie die Fähigkeit, die eigene Meinung verständlich und nachvollziehbar artikulieren zu können. Gleichzeitig fordert diese Aufgabe ein kritisches Auseinandersetzen mit zeitgenössischen Phänomenen.


    Nach Anforderungsbereichen ist das Material demzufolge im groben Verhältnis 35:45:20 erstellt.