Holzernte in Finnland: Der Harvester

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Holzernte in Finnland: Der Harvester

High-​Tech im hohen Nor­den: Die in­dus­tri­el­le Holz­ern­te in Finn­land



Finn­land im Nor­den Eu­ro­pas ist ein ech­tes Wald­land: Fast drei Vier­tel der ge­sam­ten Lan­des­flä­che sind von dich­ten Wäl­dern aus Kie­fern, Fich­ten und Bir­ken be­deckt. Für die fin­ni­sche Wirt­schaft ist die­ser Wald eine wahre Gold­gru­be, denn Holz, Zell­stoff und Pa­pier ge­hö­ren zu den wich­tigs­ten Ex­port­gü­tern des Lan­des und wer­den in die ganze Welt ver­kauft. Um diese rie­si­gen Wald­flä­chen ren­ta­bel zu be­wirt­schaf­ten, setzt Finn­land heute fast aus­schließ­lich auf die mo­derns­te Forst­tech­nik der Welt. Die Haupt­ar­beit er­le­di­gen dabei zwei ton­nen­schwe­re Ma­schi­nen: der Har­ve­s­ter (Holz­voll­ern­ter), der die Bäume in Se­kun­den­schnel­le fäl­len und ent­as­ten kann, und der For­war­der (Tra­ge­schlep­per), der die rie­si­gen Baum­stäm­me an­schlie­ßend aus dem Di­ckicht ab­trans­por­tiert. Doch die­ser mas­si­ve Ein­satz von Groß­ma­schi­nen sorgt in Finn­land für eine hef­ti­ge Dis­kus­si­on zwi­schen der mäch­ti­gen Holz­in­dus­trie und be­sorg­ten Na­tur­schüt­zern.



Die Be­für­wor­ter der ma­schi­nel­len Holz­ern­te be­to­nen vor allem die wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le und die Si­cher­heit für die Wald­ar­bei­ter. Frü­her war die Holz­fäl­le­rei in den eis­kal­ten, fin­ni­schen Win­tern ein ex­trem har­ter und le­bens­ge­fähr­li­cher Kno­chen­job. Heute sitzt der Fah­rer in einer war­men, rund­um ge­schütz­ten Ka­bi­ne und steu­ert den Greif­arm des Har­ve­s­ters ganz be­quem und si­cher per Joy­stick. Zudem ar­bei­ten die Ma­schi­nen mit einer un­glaub­li­chen Ge­schwin­dig­keit, wo­durch große Men­gen Holz kos­ten­güns­tig und pünkt­lich an die Pa­pier­fa­bri­ken ge­lie­fert wer­den kön­nen. Das si­chert Tau­sen­de Ar­beits­plät­ze und Wohl­stand für das ganze Land. Ein wei­te­rer Vor­teil zeigt sich im tie­fen fin­ni­schen Win­ter: Wenn der Wald­bo­den stein­hart ge­fro­ren und von einer di­cken Schnee­schicht be­deckt ist, hin­ter­las­sen selbst die schwers­ten Ma­schi­nen kaum Spu­ren, da das Eis den Boden wie ein Schutz­schild vor Schä­den be­wahrt.



Na­tur­schüt­zer sehen die Ent­wick­lung im hohen Nor­den je­doch mit gro­ßer Sorge und ver­wei­sen auf die schwe­ren öko­lo­gi­schen Schä­den. Das größ­te Pro­blem ent­steht im Früh­ling und Som­mer, wenn der Wald­bo­den durch Regen und Schmelz­was­ser weich und nass ist. Rollt dann ein 20 Ton­nen schwe­rer Har­ve­s­ter über den Boden, kommt es zu einer ex­tre­men Bo­den­ver­dich­tung. Der emp­find­li­che Un­ter­grund wird wie ein feuch­ter Schwamm un­um­kehr­bar zu­sam­men­ge­drückt. Dabei wer­den die win­zi­gen Hohl­räu­me zer­stört, die der Boden ei­gent­lich braucht, um Was­ser und Luft zu spei­chern. In der Folge kön­nen die Wur­zeln der um­lie­gen­den Bäume nicht mehr atmen und ster­ben ab. Zudem ar­bei­ten die Har­ve­s­ter so gründ­lich, dass oft rie­si­ge Flä­chen auf ein­mal kahl­ge­schla­gen wer­den. Da­durch ver­lie­ren ge­schütz­te Tier­ar­ten wie Vögel und Elche von heute auf mor­gen ihre Hei­mat. Viele alte, wilde Ur­wäl­der wur­den in Finn­land be­reits in schnur­ge­ra­de, ein­tö­ni­ge Holz-​Plantagen um­ge­wan­delt, die weit­aus an­fäl­li­ger für hef­ti­ge Stür­me und Bor­ken­kä­fer­pla­gen sind als ein na­tür­li­cher Misch­wald.

Holzernte in Finnland: Der Harvester

von PauladeBuhr

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