• Karl Marx und die Revolution
  • FrauForester
  • 22.02.2023
  • Geschichte
  • 8, 9
Um die Lizenzinformationen zu sehen, klicken Sie bitte den gewünschten Inhalt an.

Karl Marx for­dert die Re­vo­lu­ti­on

Die so­zia­le Frage

Der Be­griff so­zia­le Frage be­zeich­net die ge­sell­schaft­li­chen Pro­ble­me, die von der in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on aus­ge­löst wur­den, wie das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum, die schlech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen, Woh­nungs­not und große Un­ter­schie­de im Be­sitz­tum.

Eine Ant­wort auf die so­zia­le Frage ver­such­te in der Mitte des 19. Jh. Karl Marx zu fin­den.

Er nann­te die Wirt­schafts­ord­nung sei­ner Zeit Ka­pi­ta­lis­mus, weil die Be­sit­zer von Ka­pi­tal (Geld), die Ka­pi­ta­lis­ten, nach sei­ner An­sicht die größ­te Macht hat­ten. Nach Marx beu­ten die Ka­pi­ta­lis­ten die be­sitz­lo­se Masse der Ar­bei­ter aus. Die Waren, die die Ar­bei­ter pro­du­zie­ren, seien nach Marx näm­lich mehr wert, als der Lohn, der ihnen be­zahlt wurde. Nach Marx waren die Rei­chen und aber nicht be­reit ihren Be­sitz zu tei­len. Des­halb sei ein Kampf zwi­schen den Klas­sen (der Ka­pi­ta­lis­ten und der Ar­bei­ter) un­ver­meid­bar. Die Pro­le­ta­ri­er (Ar­bei­ter) soll­ten sich laut Marx zu­sam­men­schlie­ßen und in einer Re­vo­lu­ti­on den Ka­pi­ta­lis­ten alles mit Ge­walt weg­neh­men. Nach der Re­vo­lu­ti­on soll­te es dann kein Pri­vat­ei­gen­tum mehr geben - alle Fa­bri­ken soll­ten ge­mein­sa­mer Be­sitz sein und der Staat soll diese ver­wal­ten - Diese Idee nennt Marx So­zia­lis­mus.

Wenn die Men­schen nach ei­ni­ger Zeit fried­lich zu­sam­men­le­ben, bräuch­ten sie laut Marx auch den Staat nicht mehr - das nennt Marx dann Kom­mu­nis­mus.

1
Gib mit ei­ge­nen Wor­ten wie­der, warum Marx den Klas­sen­kampf als un­ver­meid­bar ansah und wel­ches Ziel die­ser haben soll­te. Ver­wen­de dazu die fett ge­druck­ten Be­grif­fe.
2
Über­legt mit eurem Bank­nach­barn, wie die Fa­brik­be­sit­zer (die Ka­pi­ta­lis­ten) wohl auf die For­de­run­gen von Marx re­agiert haben.
3
Er­läu­te­re warum die Pro­le­ta­ri­er nur Ket­ten ver­lie­ren, aber eine Welt ge­win­nen kön­nen, mit­hil­fe von Q1.

Q1: Aus dem Ma­ni­fest der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei

Mögen die herr­schen­den Klas­sen vor einer kom­mu­nis­ti­schen Re­vo­lu­ti­on zit­tern. Die Pro­le­ta­ri­er haben nichts zu ver­lie­ren als ihre Ket­ten. Sie haben eine Welt zu ge­win­nen. Pro­le­ta­ri­er aller Län­der; ver­ei­nigt euch!

Aus: Das waren Zei­ten 1; S. 347.

Mögen die herr­schen­den Klas­sen vor einer kom­mu­nis­ti­schen Re­vo­lu­ti­on zit­tern. Die Pro­le­ta­ri­er haben nichts zu ver­lie­ren als ihre Ket­ten. Sie haben eine Welt zu ge­win­nen. Pro­le­ta­ri­er aller Län­der; ver­ei­nigt euch!

Q1: Aus dem Ma­ni­fest der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei




Aus: Das waren Zei­ten 1; S. 347.
Aus: Das waren Zei­ten 1; S. 347.

Die Ar­bei­ter­be­we­gung for­dert die Re­form

Die so­zia­le Frage

Der Be­griff so­zia­le Frage be­zeich­net die ge­sell­schaft­li­chen Pro­ble­me, die von der in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on aus­ge­löst wur­den, wie das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum, die schlech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen, Woh­nungs­not und große Un­ter­schie­de im Be­sitz­tum.

Mitte des 19. Jh. bil­de­te sich die so­zia­lis­ti­sche Ar­bei­ter­be­we­gung. Es wur­den über­re­gio­na­le Zu­sam­men­schlüs­se ins Leben ge­ru­fen, die sich an den Ideen von Marx ori­en­tier­ten (Ar­bei­ter soll­ten den Ka­pi­ta­lis­ten alles ge­walt­sam ent­rei­ßen und Be­sitz soll­te allen ge­hö­ren). Die 1875 ge­grün­de­te So­zia­lis­ti­sche Ar­bei­ter­par­tei Deutsch­lands wurde zur größ­ten Ar­bei­ter­par­tei Deutsch­lands und nennt sich seit 1890 SPD. In­ner­halb der So­zi­al­de­mo­kra­tie gab es zwei Strö­mun­gen. Die eine woll­te im Sinne von Marx den Staat grund­le­gend än­dern.(Die Ra­di­ka­len So­zia­lis­ten) Für die an­de­re war es zu­nächst wich­ti­ger. das im be­stehen­den Staat die Ar­bei­ter mehr Rech­te und bes­se­re Le­bens­be­din­gun­gen er­hal­ten.

Im Deut­schen Reich ent­stan­den au­ßer­dem ein­zel­ne Be­rufs­ver­bän­de, wie die der Dru­cker, Berg­ar­bei­ter etc. Sie ver­folg­ten die sel­ben po­li­ti­schen Ziele wie die Ar­bei­ter­par­tei und ver­such­ten vor allem bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen zu er­rei­chen. Dar­aus ent­stan­den die Ge­werk­schaf­ten. Die so­zia­lis­ti­schen Ge­werk­schaf­ten gin­gen auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs mit dem Staat. Dabei waren Streiks ein wich­ti­ges Mit­tel. Da Strei­ken­de kei­nen Lohn von den Un­ter­neh­mern er­hiel­ten wur­den sie von den Ge­werk­schaf­ten be­zahlt. Dafür muss­ten die Ge­werk­schafts­mit­glie­der re­gel­mä­ßi­ge Bei­trä­ge zah­len.

Gegen Ende des 19. Jh. wuchs die Zahl der Streiks und immer mehr Ar­bei­ter be­tei­lig­ten sich. Die Ar­bei­ter konn­ten ihre For­de­run­gen meist nicht durch­set­zen, aber ins­ge­samt ver­bes­ser­ten sich die Le­bens­be­din­gun­gen, da die Ar­beit­ge­ber Streiks mög­lichst ver­mei­den woll­ten.

1
Gib in ei­ge­nen Wor­ten wie­der, wie sich die So­zi­al­de­mo­kra­ten und Ge­werk­schaf­ten ent­wi­ckelt haben und mit wel­chen Mit­teln sie ihre Ziele ver­wirk­li­chen woll­ten.
2
Ar­bei­te die For­de­run­gen der So­zia­lis­ti­schen Ar­bei­ter­par­tei aus Q1 her­aus.

Q1: Aus einem Wahl­pro­gramm der SPD 1875

1. all­ge­mei­nes, glei­ches Wahl­recht, mit ge­hei­mer und ob­li­ga­to­ri­scher Stimm­ab­ga­be aller Staats­an­ge­hö­ri­gen vom zwan­zigs­ten Le­bens­jahr an. Der Wahl­tag muss ein Sonn­tag sein

2. Di­rek­te Ge­setz­ge­bung durch das Volk. Ent­schei­dung über Krieg und Frie­den durch das Volk.

3. Volks­wehr an­stel­le der ste­hen­den Heere.

4. Ab­schaf­fung aller Aus­nah­me­ge­set­ze, über­haupt aller Ge­set­ze, wel­che die freie Mei­nungs­äu­ße­rung be­schrän­ken.

5. Recht­spre­chung durch das Volk.

6. All­ge­mei­ne Schul­pflicht

7. Un­be­schränk­tes Recht auf die Grün­dung von Ge­werk­schaf­ten

8. Einen den ge­sell­schaft­li­chen Be­dürf­nis­sen ent­spre­chen­den Nor­mal­ar­beits­tag. Ver­bot der Sonn­tags­ar­beit.

9. Ver­bot der Kin­der­ar­beit.

10. Schutz­ge­set­ze für Leben und Ge­sund­heit der Ar­bei­ter.

Das Waren Zei­ten 1, S. 349

1. all­ge­mei­nes, glei­ches Wahl­recht, mit ge­hei­mer und ob­li­ga­to­ri­scher Stimm­ab­ga­be aller Staats­an­ge­hö­ri­gen vom zwan­zigs­ten Le­bens­jahr an. Der Wahl­tag muss ein Sonn­tag sein

2. Di­rek­te Ge­setz­ge­bung durch das Volk. Ent­schei­dung über Krieg und Frie­den durch das Volk.

3. Volks­wehr an­stel­le der ste­hen­den Heere.

4. Ab­schaf­fung aller Aus­nah­me­ge­set­ze, über­haupt aller Ge­set­ze, wel­che die freie Mei­nungs­äu­ße­rung be­schrän­ken.

5. Recht­spre­chung durch das Volk.

6. All­ge­mei­ne Schul­pflicht

7. Un­be­schränk­tes Recht auf die Grün­dung von Ge­werk­schaf­ten

8. Einen den ge­sell­schaft­li­chen Be­dürf­nis­sen ent­spre­chen­den Nor­mal­ar­beits­tag. Ver­bot der Sonn­tags­ar­beit.

9. Ver­bot der Kin­der­ar­beit.

10. Schutz­ge­set­ze für Leben und Ge­sund­heit der Ar­bei­ter.

Q1: Aus einem Wahl­pro­gramm der SPD 1875





5




10




15




20



Das Waren Zei­ten 1, S. 349
Das Waren Zei­ten 1, S. 349
x