• Kinderarbeit zur Zeit der Industrialisierung
  • anonym
  • 12.02.2023
  • Geschichte
  • 9
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Kurt: Fa­mi­li­en­va­ter und Fa­brik­ar­bei­ter

Kurt, 37 Jahre
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Nenne die Ar­gu­men­te, die im vor­lie­gen­den Text für und gegen Kin­der­ar­beit auf­ge­führt wer­den.
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Ana­ly­sie­re au­ßer­dem wel­che Al­ter­na­ti­ven zur ak­tu­el­len Si­tua­ti­on auf­ge­zeigt wer­den und wel­che Wün­sche die Per­son hat.

Ich möch­te be­schei­den wün­schen...



Ein 37-​jähriger Berg­mann, Vater von 9 Kin­dern, 9 1/2 Stun­den Ar­beit pro Tag, 30 Mark Wo­chen­ver­dienst



Jeden Tag stehe ich an den neuen Ma­schi­nen in der Fa­brik. Das ist aus­zu­hal­ten, aber die dau­ern­de Lärm- und Ge­ruchs­be­läs­ti­gung ma­chen mir zu schaf­fen. Die Kon­kur­renz ist groß und des­halb be­schwe­re ich mich nicht, bevor ich von einem der neuen Kol­le­gen, die täg­lich vor der Fa­brik Schlan­ge ste­hen, um eine Ar­beit zu be­kom­men, er­setzt werde.

Ich hoffe nur, dass ich mich nicht an den schwe­ren Ma­schi­nen ver­let­ze, denn wenn ich aus­fal­le, dann kann ich meine Fa­mi­lie nicht mehr er­näh­ren und ich weiß wirk­lich nicht, was dann wer­den soll. Bei mei­nem nied­ri­gen Ge­halt, reicht es ja oh­ne­hin nicht Frau und Kin­der al­lein zu ver­sor­gen. Ein Wo­chen­lohn reicht ja ge­ra­de mal für 1 kg Kar­tof­feln und davon wer­den die hung­ri­gen Mäu­ler si­cher nicht satt.

Hoff­nung habe ich nicht viele, aber desto mehr hätte ich Wün­sche. Ich will aber sehr be­schei­den sein. Ich wäre froh, wenn ich so­viel ver­dien­te, dass meine Frau und meine Kin­der nicht mehr in die Fa­brik gehen brauch­ten und zu­hau­se si­cher auf­ge­ho­ben wären. Aber ohne deren Ar­beit wür­den wir wohl alle ver­hun­gern.

Im­mer­hin haben wir hier in der Stadt eine Chan­ce - durch die stän­di­gen Miss­ern­ten der letz­ten Jahre, wären wir auf dem Land schon lange mau­se­tot.

frei nach­er­zählt nach Ger­hard A. Rit­ter (Hrsg.): Deut­sche So­zi­al­ge­schich­te, Bd.2, Mün­chen 1974, S. 283ff.



Ein 37-​jähriger Berg­mann, Vater von 9 Kin­dern, 9 1/2 Stun­den Ar­beit pro Tag, 30 Mark Wo­chen­ver­dienst



Jeden Tag stehe ich an den neuen Ma­schi­nen in der Fa­brik. Das ist aus­zu­hal­ten, aber die dau­ern­de Lärm- und Ge­ruchs­be­läs­ti­gung ma­chen mir zu schaf­fen. Die Kon­kur­renz ist groß und des­halb be­schwe­re ich mich nicht, bevor ich von einem der neuen Kol­le­gen, die täg­lich vor der Fa­brik Schlan­ge ste­hen, um eine Ar­beit zu be­kom­men, er­setzt werde.

Ich hoffe nur, dass ich mich nicht an den schwe­ren Ma­schi­nen ver­let­ze, denn wenn ich aus­fal­le, dann kann ich meine Fa­mi­lie nicht mehr er­näh­ren und ich weiß wirk­lich nicht, was dann wer­den soll. Bei mei­nem nied­ri­gen Ge­halt, reicht es ja oh­ne­hin nicht Frau und Kin­der al­lein zu ver­sor­gen. Ein Wo­chen­lohn reicht ja ge­ra­de mal für 1 kg Kar­tof­feln und davon wer­den die hung­ri­gen Mäu­ler si­cher nicht satt.

Hoff­nung habe ich nicht viele, aber desto mehr hätte ich Wün­sche. Ich will aber sehr be­schei­den sein. Ich wäre froh, wenn ich so­viel ver­dien­te, dass meine Frau und meine Kin­der nicht mehr in die Fa­brik gehen brauch­ten und zu­hau­se si­cher auf­ge­ho­ben wären. Aber ohne deren Ar­beit wür­den wir wohl alle ver­hun­gern.

Im­mer­hin haben wir hier in der Stadt eine Chan­ce - durch die stän­di­gen Miss­ern­ten der letz­ten Jahre, wären wir auf dem Land schon lange mau­se­tot.

Ich möch­te be­schei­den wün­schen...





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frei nach­er­zählt nach Ger­hard A. Rit­ter (Hrsg.): Deut­sche So­zi­al­ge­schich­te, Bd.2, Mün­chen 1974, S. 283ff.
frei nach­er­zählt nach Ger­hard A. Rit­ter (Hrsg.): Deut­sche So­zi­al­ge­schich­te, Bd.2, Mün­chen 1974, S. 283ff.
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