Krieg und Frieden in der Bibel

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Krieg und Frieden in der Bibel

Was sagt die Bibel?

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Er­läu­te­re deine Mei­nung zum Thema Re­li­gi­o­nen und Kon­flik­te, auch in heu­ti­ger Zeit. In­wie­fern siehst du Re­li­gi­o­nen als Quel­le oder Lö­sung für Kon­flik­te?

Altes Tes­ta­ment:



Jedes Er­eig­nis, alles auf der Welt hat seine Zeit: Ge­bo­ren­wer­den und Ster­ben, Pflan­zen und Aus­rei­ßen, Töten und Hei­len, Nie­der­rei­ßen und Auf­bau­en, Wei­nen und La­chen, Kla­gen und Tan­zen, Stei­ne­wer­fen und Stei­ne­sam­meln, Um­ar­men und Los­las­sen, Su­chen und Fin­den, Auf­be­wah­ren und Weg­wer­fen, Zer­rei­ßen und Zu­sam­men­nä­hen, Schwei­gen und Reden, Lie­ben und Has­sen, Krieg und Frie­den. (Pre­di­ger 3:1-8 Hfa)



Ge­prie­sen sei der Herr! Er ist mein schüt­zen­der Fels. Er lehrt meine Hände zu kämp­fen und zeigt mir, wie ich die Waf­fen ge­brau­chen muss. Wie gut ist Gott zu mir! Er ist meine Fes­tung, meine Burg auf un­be­zwing­ba­rer Höhe, mein Er­ret­ter und mein Schild, der mich vor Bösem be­wahrt. Er hat mich zum Herr­scher über mein Volk ge­macht. (Psalm 144:1-2 Hfa)



Gott selbst schlich­tet den Streit zwi­schen den Völ­kern, und den mäch­ti­gen Na­ti­o­nen in wei­ter Ferne spricht er Recht. Dann schmie­den sie ihre Schwer­ter zu Pflug­scha­ren um und ihre Spee­re zu Win­zer­mes­sern. Kein Volk wird mehr das an­de­re an­grei­fen; nie­mand lernt mehr, Krieg zu füh­ren. (Micha 4:3 Hfa)



Wen­det euch ab von allem Bösen und tut Gutes! Setzt euch un­er­müd­lich und mit gan­zer Kraft für den Frie­den ein! (Psalm 34:15 Hfa)

Neues Tes­ta­ment:



So­weit es ir­gend mög­lich ist und von euch ab­hängt, lebt mit allen Men­schen in Frie­den. (Römer 12:18 Hfa)



»Glück­lich sind, die über diese Welt trau­ern, denn sie wer­den Trost fin­den. Glück­lich sind, die auf Frie­den be­dacht sind, denn sie wer­den die ganze Erde be­sit­zen. Glück­lich sind, die Hun­ger und Durst nach Ge­rech­tig­keit haben, denn sie sol­len satt wer­den. Glück­lich sind, die Barm­her­zig­keit üben, denn sie wer­den Barm­her­zig­keit er­fah­ren. Glück­lich sind, die Frie­den stif­ten, denn Gott wird sie seine Kin­der nen­nen. Glück­lich sind, die ver­folgt wer­den, weil sie nach Got­tes Wil­len leben; denn ihnen ge­hört sein himm­li­sches Reich. (Mat­thä­us 5:4-7, 9-10 Hfa)



Es heißt bei euch: ›Liebe dei­nen Mit­men­schen und hasse dei­nen Feind!‹ Doch ich sage euch: Liebt eure Fein­de und betet für die, die euch ver­fol­gen! So er­weist ihr euch als Kin­der eures Va­ters im Him­mel. Denn er lässt seine Sonne für Böse wie für Gute auf­ge­hen, und er lässt es reg­nen für From­me und Gott­lo­se. Wollt ihr etwa noch dafür be­lohnt wer­den, dass ihr die Men­schen liebt, die euch auch lie­ben? Das tun sogar die Zoll­ein­neh­mer, die sonst bloß auf ihren Vor­teil aus sind! Wenn ihr nur euren Freun­den lie­be­voll be­geg­net, ist das etwas Be­son­de­res? Das tun auch die, die von Gott nichts wis­sen. Ihr aber sollt in eurer Liebe voll­kom­men sein, wie es euer Vater im Him­mel ist.« (Mat­thä­us 5:43-48 Hfa)

2
Part­ner­ar­beit: Ein Part­ner liest die Bi­bel­stel­len aus dem Alten Tes­ta­ment, der an­de­re die aus dem Neues Tes­ta­ment.
  • Be­schreib, wie über Krieg und Frie­den in dei­nem Text ge­schrie­ben wird.
  • Tau­sche deine Er­geb­nis­se mit dei­nem Part­ner aus. No­tie­re dir seine Er­geb­nis­se. Dis­ku­tiert wel­che Ge­mein­sam­kei­ten und Un­ter­schie­de euch auf­fal­len.
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Krieg und Frieden in der Bibel

Grup­pe 1: Die Kreuz­zü­ge - Krieg im Namen Got­tes?

„Gott will es!“: Papst Urban II. ruft am 27. No­vem­ber 1095 auf der Syn­ode von Cler­mont zum Kreuz­zug auf; Holz­stich 19.Jh; www.picture-​alliance.de

Die Kreuz­zü­ge waren eine Reihe von re­li­gi­ös mo­ti­vier­ten Krie­gen, die zwi­schen dem 11. und 13. Jahr­hun­dert statt­fan­den. Ur­sprüng­lich von Papst Urban II. im Jahr 1095 aus­ge­ru­fen, war ihr er­klär­tes Ziel die Rück­erobe­rung des Hei­li­gen Lan­des, ins­be­son­de­re Je­ru­sa­lems, von den mus­li­mi­schen Seljuk-​Türken. Der christ­li­che Glau­be spiel­te hier­bei eine zen­tra­le Rolle.

Viele Men­schen be­trach­te­ten die Kreuz­zü­ge als eine hei­li­ge Pflicht. Der Papst ver­sprach den Teil­neh­mern, die als Kreuz­fah­rer be­kannt wur­den, den Er­lass ihrer Sün­den. Diese Aus­sicht auf Ver­ge­bung, zu­sam­men mit dem Ruf nach Aben­teu­ern und ir­di­schen Be­loh­nun­gen, mo­ti­vier­te viele Män­ner, sich den Kriegs­zü­gen an­zu­schlie­ßen. Die Rit­ter sahen im Kampf die Mög­lich­keit, ihren Glau­ben aktiv zu leben und gleich­zei­tig Ehre zu er­lan­gen.

Der christ­li­che Glau­be be­ein­fluss­te nicht nur die Mo­ti­va­ti­on der Teil­neh­mer, son­dern auch die Art, wie sie ihre Auf­ga­ben wahr­nah­men. Die Vor­stel­lung, Got­tes Wil­len zu er­fül­len, recht­fer­tig­te aus ihrer Sicht viele der er­grif­fe­nen Maß­nah­men, auch wenn diese oft grau­sam und ge­walt­tä­tig waren.

Ob­wohl die Kreuz­zü­ge letzt­end­lich das Hei­li­ge Land nicht dau­er­haft für die Chris­ten zu­rück­ge­win­nen konn­ten, hin­ter­lie­ßen sie nach­hal­ti­ge Spu­ren in Eu­ro­pa und dem Nahen Osten. Sie führ­ten zum kul­tu­rel­len Aus­tausch, aber auch zu lan­gen Pha­sen re­li­gi­ö­ser Feind­se­lig­kei­ten zwi­schen Chris­ten und Mus­li­men, die bis in die heu­ti­ge Zeit nach­wir­ken.

1
Lest euch den Text durch. Be­schreibt worin es in eurem Text geht.
2
Ar­bei­tet her­aus, wel­che Rolle der christ­li­che Glau­be in eurem Fall spielt. No­tiert eure Er­geb­nis­se.
3
Dis­ku­tiert, ob die Hand­lun­gen in eurem Fall mit der Bot­schaft Jesu (NT) ver­ein­bar sind. Be­grün­det eure Mei­nung.
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Grup­pe 2: Lu­ther und die Bau­ern­krie­ge

Wenn es recht­mä­ßig zu­geht, hat die Ob­rig­keit mit ihren Un­ter­ta­nen nichts an­de­res zu tun, als das Recht zu be­wah­ren, Ge­richt zu hal­ten und Ur­tei­le zu fäl­len. Wenn sie sich aber em­pö­ren und auf­leh­nen, wie es jüngst die Bau­ern taten, ist es recht und bil­lig, gegen sie mit Ge­walt vor­zu­ge­hen.

Mar­tin Lu­ther

Der Bau­ern­krieg von 1524 bis 1526 war ein be­deu­ten­des Er­eig­nis in der Ge­schich­te des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches, das durch so­zi­a­le Un­ge­rech­tig­kei­ten und die Last der Ab­ga­ben an den Adel aus­ge­löst wurde. Viele Bau­ern be­rie­fen sich auf die re­for­ma­to­ri­schen Ideen von Mar­tin Lu­ther, um ihre Re­vol­te zu recht­fer­ti­gen. Sie hoff­ten, dass Lu­thers Kri­tik an der ka­tho­li­schen Kir­che auch ihre welt­li­chen An­lie­gen un­ter­stüt­zen würde.



Lu­thers Ein­stel­lung zum Bau­ern­krieg war je­doch am­bi­va­lent. An­fangs zeig­te er Ver­ständ­nis für die Kla­gen der Bau­ern und kri­ti­sier­te die bru­ta­le Be­hand­lung durch den Adel. Doch als die Re­vol­ten ge­walt­tä­tig wur­den, wand­te er sich gegen die Auf­stän­di­schen. In sei­ner Schrift „Wider die Mor­di­schen und Reu­bi­schen Rot­ten der Baw­ren“ for­der­te er den Adel auf, die Auf­stän­de mit aller Härte nie­der­zu­schla­gen.



Lu­thers Po­si­ti­on spie­gel­te sein Ver­ständ­nis des christ­li­chen Glau­bens wider, das eine klare Tren­nung zwi­schen geist­li­chen und welt­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten vor­sah. Er glaub­te, dass die christ­li­che Bot­schaft nicht zur Recht­fer­ti­gung von Ge­walt ge­nutzt wer­den soll­te.

Aus­schnitt des Bau­ern­kriegs­ge­mäl­des von Wer­ner Tübke in Bad Fran­ken­hau­sen; www.mdr.de
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Lest euch den Text und das Zitat durch. Be­schreibt worin es in eurem Text geht.
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Ar­bei­tet her­aus, wel­che Rolle der christ­li­che Glau­be in eurem Fall spielt. No­tiert eure Er­geb­nis­se.
3
Dis­ku­tiert, ob die Hand­lun­gen in eurem Fall mit der Bot­schaft Jesu (NT) ver­ein­bar sind. Be­grün­det eure Mei­nung.
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Grup­pe 3: Frie­den­be­we­gun­gen in den Kir­chen im 20 Jh.

Sym­bol der DDR Frie­dens­be­we­gung

Im 20. Jahr­hun­dert spiel­ten Frie­dens­be­we­gun­gen in­ner­halb der Kir­chen eine be­deu­ten­de Rolle, be­son­ders an­ge­sichts der bei­den Welt­krie­ge und des Kal­ten Krie­ges. Viele christ­li­che Ge­mein­schaf­ten er­kann­ten die Not­wen­dig­keit, sich für Frie­den und Ge­rech­tig­keit stark zu ma­chen. Eine der be­kann­tes­ten Be­we­gun­gen war die Öku­me­ni­sche Frie­dens­de­ka­de in den 1980er Jah­ren, die von der evan­ge­li­schen Kir­che in der DDR in­iti­iert wurde. Diese Be­we­gung setz­te sich für Ab­rüs­tung und die Wah­rung der Men­schen­rech­te ein.



Be­son­ders her­vor­zu­he­ben ist die Ak­ti­on der „Schwer­ter zu Pflug­scha­ren“, die das bi­bli­sche Ideal des Frie­dens be­ton­te (Micha 4:3) und ein Sym­bol gegen die Mi­li­ta­ri­sie­rung wurde. Die Kir­chen boten einen Raum für Dis­kus­si­on und Re­fle­xi­on und en­ga­gier­ten sich aktiv in Anti-​Kriegs-​Protesten. Sie luden zum Dia­log zwi­schen Kon­flikt­par­tei­en ein und för­der­ten in­ter­re­li­gi­ö­se Zu­sam­men­ar­beit, um Frie­den und Ver­söh­nung zu er­mög­li­chen.



Auch die ka­tho­li­sche Kir­che spiel­te eine Schlüs­sel­rol­le. Papst Jo­han­nes XXIII. ver­öf­fent­lich­te 1963 die En­zy­kli­ka „Pacem in Ter­ris“, die den Welt­frie­den und die in­ter­na­ti­o­na­le Zu­sam­men­ar­beit be­ton­te. Diese In­iti­a­ti­ven stell­ten nicht nur die mo­ra­li­sche Ver­ant­wor­tung der Kir­chen in den Vor­der­grund, son­dern in­spi­rier­ten viele Men­schen, sich für eine fried­li­che Welt ein­zu­set­zen.

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Lest euch den Text durch. Be­schreibt worin es in eurem Text geht.
2
Ar­bei­tet her­aus, wel­che Rolle der christ­li­che Glau­be in eurem Fall spielt. No­tiert eure Er­geb­nis­se.
3
Dis­ku­tiert, ob die Hand­lun­gen in eurem Fall mit der Bot­schaft Jesu (NT) ver­ein­bar sind. Be­grün­det eure Mei­nung.
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Leh­rer­hand­rei­chung

Krieg und Frie­den in der Bibel
  • Ziel: Die Schü­ler kön­nen bi­bli­sche Texte zum Thema Krieg und Frie­den be­schrei­ben und auf his­to­ri­sche Er­eig­nis­se be­zie­hen, indem sie Text­ar­beit und his­to­ri­sche Fall­ana­ly­sen durch­füh­ren.

  • Stufe: 9.-10.Schul­jahr

  • Zeit­be­darf: mind. 1 Schul­stun­de (45 Mi­nu­ten)

  • Ma­te­ri­al: je Schü­ler ein­mal die erste Seite; jedes Grup­pen­mit­glied eine Blatt sei­nes The­mas

Teil­lern­zie­le
  • Die Schü­ler kön­nen Bi­bel­stel­len aus dem Alten und Neuen Tes­ta­ment (z. B. Pre­di­ger 3; Micha 4; Römer 12; Mat­thä­us 5) be­schrei­ben und Ge­mein­sam­kei­ten/Un­ter­schie­de her­aus­ar­bei­ten, indem sie in Part­ner­ar­beit Texte ana­ly­sie­ren und ver­glei­chen.

  • Die Schü­ler kön­nen his­to­ri­sche Bei­spie­le für den Um­gang mit Krieg und Frie­den (Kreuz­zü­ge, Bau­ern­krie­ge, Frie­dens­be­we­gun­gen des 20. Jh.) skiz­zie­ren und be­ur­tei­len, ob diese mit der Bot­schaft Jesu ver­ein­bar sind, indem sie in Grup­pen Fall­bei­spie­le er­ar­bei­ten und dis­ku­tie­ren.

  • Die Schü­ler kön­nen die Rolle von Re­li­gi­o­nen in Bezug auf Kon­flik­te und Frie­dens­för­de­rung be­ur­tei­len und eine ei­ge­ne be­grün­de­te Po­si­ti­on ent­wi­ckeln, indem sie Er­geb­nis­se aus Dis­kus­si­o­nen und Re­fle­xi­ons­pha­sen zu­sam­men­füh­ren.

Lö­sun­gen und An­mer­kun­gen

Auf­ga­be 1:

Die Ein­stiegs­auf­ga­be ist eine sehr of­fe­ne Auf­ga­be, bei der die Schü­ler ihre Ein­drü­cke und Mei­nung äu­ßern kön­nen. Dabei ist zu er­war­ten, dass Re­li­gi­o­nen eher als Quel­le von Kon­flik­ten ge­se­hen wer­den, da Bei­spie­le wie die Kreuz­zü­ge oder der Drei­ßig­jäh­ri­ger Krieg prä­sen­ter in den Köp­fen der Schü­ler sein wer­den. Die Lehr­kraft soll­te dabei nicht in der Aus­wer­tung ver­su­chen an­de­re Bei­spie­le fin­den, die das Bild der Schü­ler*innen ver­su­chen zu re­la­ti­vie­ren. Am Ende der Un­ter­richts­stun­de kann näm­lich die erste Auf­ga­be noch ein­mal auf­ge­grif­fen wer­den, um zu schau­en, ob sich das Bild der Schü­ler durch die Grup­pen­ar­beit ge­än­dert hat.

Auf­ga­be 2:

a)

Altes Tes­ta­ment: Krieg wird eher als etwas Nor­ma­les ge­se­hen. Es ge­hört zum Leben dazu, wie auch Frie­den. Auch wird die Vor­stel­lung an­ge­deu­tet, dass Gott mit einem kämpft und diese Kampf­hand­lun­gen be­für­wor­tet. Gott wird aber auch als Rich­ter dar­ge­stellt, der am Ende alle Strei­tig­kei­ten zwi­schen allen Völ­kern schlich­ten wird und Frie­den kom­men lässt. Eben­falls wird an die Gläu­bi­gen ap­pel­liert sich für den Frie­den un­er­müd­lich ein­zu­set­zen.

Neues Tes­ta­ment: Im Neues Tes­ta­ment wer­den die Men­schen dazu auf­ge­ru­fen mit allen in Frie­den zu leben. Jesus spricht sogar von Fein­des­lie­be. Es wer­den somit ein eher pa­zi­fis­ti­sches Den­ken ge­för­dert und von Ge­walt und Krieg gänz­lich ab­ge­ra­ten.



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b)

Den Schü­ler kann auf­fal­len, dass in den Bi­bel­stel­len des Alten Tes­ta­men­tes von Krieg und Ge­walt in einem neu­tra­len oder sogar po­si­ti­ven Ton ge­spro­chen wird. In den Bi­bel­stel­len des Neues Tes­ta­men­tes fin­det Krieg und Ge­walt gar keine Be­deu­tung mehr. Im Neuen Tes­ta­ment wird an viele häu­fi­ge­ren Stel­len zum Frie­den auf­ge­ru­fen als im Alten Tes­ta­ment. Man könn­te sagen, dass es in­ner­halb der Bibel einen Wan­del vom Krieg, der als nor­mal emp­fun­den wird, hin zum Frie­den, den alle Gläu­bi­gen als Ziel haben, gibt.

Grup­pe 1:

Die Kreuz­zü­ge waren eine Reihe von re­li­gi­ös mo­ti­vier­ten Krie­gen, die zwi­schen dem 11. Und 13. Jahr­hun­dert statt­fan­den. Im Jahr 1095 wur­den diese vom da­ma­li­gen Papst Urban II. aus­ge­ru­fen mit dem Ziel das Hei­li­ge Land, ins­be­son­de­re Je­ru­sa­lem, zu­rück­zu­er­obern. Sie führ­ten zu einer lan­gen Phase re­li­gi­ö­ser Feind­se­lig­keit zwi­schen Chris­ten und Mus­li­men.

Viele Teil­neh­mer der Kreuz­zü­ge fühl­ten sich da­durch in ihrem Glau­ben be­stä­tigt und es war eine Mög­lich­keit ihn aktiv zu leben. Zudem ver­sprach der Papst den Män­nern den Er­lass der Sün­den. Sie dach­ten da­mals, dass die Kreuz­zü­ge die Er­fül­lung Got­tes Wil­len sind und er mit ihnen kämpft.

Die Hand­lun­gen sind eher nicht mit der Bot­schaft des Neuen Tes­ta­men­tes ver­ein­bar. Der Glau­be dien­te hier als Grund­la­ge um Krie­ge zu füh­ren und damit grau­sam und ge­walt­tä­ti­ge Hand­lun­gen zu recht­fer­ti­gen. Es wird im Neuen Tes­ta­ment ge­sagt, dass man mit allen Men­schen in Frie­den leben soll, und nicht nur unter Chris­ten. Selbst wenn man da­mals die Mus­li­me als Fein­de an­ge­se­hen hat, hat man hier keine Fein­des­lie­be prak­ti­ziert. Es scheint so, als hätte man sich da­mals eher auf die Bi­bel­stel­len des Alten Tes­ta­men­tes be­zo­gen und dem Ge­dan­ken, Gott kämpft mit einem.

Grup­pe 2:

Der Aus­lö­ser der Bau­ern­krie­ge von 1524 bis 1526 waren die Un­ge­rech­tig­keit und die Las­ten der Ab­ga­ben der Bau­ern an den Adel. Die Bau­ern nutz­ten Lu­thers Er­kennt­nis­se der Re­for­ma­ti­on, um ihre An­lie­gen zu recht­fer­ti­gen. Lu­ther war An­fangs auf der Seite der Bau­ern und konn­te ihren Unmut ver­ste­hen. Doch als die Auf­stän­de ge­walt­tä­tig wur­den, sprach er sich dafür aus Ge­walt gegen die Bau­ern ein­zu­set­zen. An­zu­mer­ken be­züg­lich des Zi­ta­tes hier­bei wäre, dass Mar­tin Lu­ther ei­ni­ge Sa­chen ge­sagt hat, die wir wahr­schein­lich heut­zu­ta­ge nicht mehr so sagen würde, da es auch da­mals in einem an­de­ren zeit­li­chen Kon­text ge­sche­hen ist. Man kann zudem dis­ku­tie­ren, wie die Ob­rig­keit hätte an­ders re­agie­ren kön­nen.

Die neuen Er­kennt­nis­se und Über­le­gun­gen der Re­for­ma­ti­on wur­den ge­nutzt, um ge­walt­vol­le Re­vol­te zu recht­fer­ti­gen. Dabei waren die ei­gent­li­chen Grün­de für den Be­ginn der Bau­ern­krie­ge nicht eine Sache des Glau­bens. Der Glau­be wurde hier ge­nutzt um, Ge­walt zu recht­fer­ti­gen.

All­ge­mein sind die Er­eig­nis­se eher nicht mit der Bot­schaft des Neuen Tes­ta­men­tes ver­ein­bar. Es ist auf Grund­la­ge von Re­li­gi­on zu einem ge­walt­vol­len Kon­flikt ge­kom­men. Auch Lu­thers Ein­stel­lung lässt sich schwer dem Bot­schaft Jesu zu­ord­nen. Zum einen lehnt er es ab, dass der Glau­be zur Recht­fer­ti­gung von Ge­walt ge­nutzt wird, zum an­de­ren aber be­für­wor­tet eher die ge­walt­vol­le Un­ter­drü­ckung die­ser Re­vol­te.

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Grup­pe 3:

Im 20. Jahr­hun­dert gab es viele Frie­dens­in­iti­a­ti­ven der christ­li­chen Kir­chen. Vor allem auf­grund der bei­den Welt­krie­ge und des Kal­ten Krie­ges. Zu­sätz­lich er­wäh­nen kann man hier die be­ken­nen­de Kir­che im Zwei­ten Welt­krieg, die sich aktiv gegen das Na­zi­re­gime aus­ge­spro­chen haben und Wi­der­stand ge­leis­tet haben. Einer der be­kann­tes­ten An­hän­ger war Diet­rich Bon­hoef­fer, der wegen sei­nes Wi­der­stan­des letzt­end­lich er­mor­det wurde. Eine der be­kann­tes­ten Ak­ti­o­nen war „Schwer­ter zu Pflug­scha­ren“, die sich an die Bi­bel­stel­le Micha 4,3 an­knüpft, und zu einem Sym­bol gegen die Mi­li­ta­ri­sie­rung war. Die Kir­chen boten einen Raum für Dis­kus­si­o­nen und en­ga­gier­ten sich aktiv an Anti-​Kriegs-​Protesten. Auch der da­ma­li­ge Papst Jo­han­nes XXIII. setz­te sich öf­fent­lich für den Frie­den ein. So wur­den da­mals viele Men­schen in­spi­riert sich für den Frie­den ein­zu­set­zen. An der Stel­le kann man auch die ge­schicht­li­che nähe the­ma­ti­sie­ren, wobei die Ni­ko­lai­kir­che in Leip­zig einen gro­ßen Bei­trag zur fried­li­chen Re­vo­lu­ti­on in der DDR bei­trug. 

Der christ­li­che Glau­be war hier Grund­la­ge für viele Men­schen sich für den Welt­frie­den ein­zu­set­zen. Die Tat­sa­che, dass die Ak­ti­on „Schwer­ter zu Pflug­scha­ren“ in­spi­riert von einer Bi­bel­stel­le ist, zeigt die Be­deu­tung des Glau­bens zum Bei­trag des Frie­dens.

Die Hand­lun­gen las­sen sich sehr gut mit der Bot­schaft Jesu in Ver­bin­dung brin­gen. Die Kir­chen haben sich aktiv für den Frie­den ein­ge­setzt, ob­wohl sogar schwer Fol­gen dro­hen konn­ten. Vor allem haben sich die Chris­ten da­mals zu Her­zen ge­nom­men, dass alle Men­schen in Frie­den leben sol­len (Römer 12,18).



An­schlie­ßend sol­len die Grup­pen sich ihre Er­geb­nis­se ge­gen­sei­tig vor­stel­len. Zum Schluss kann noch­mal ein Bezug auf die Ein­stieg­fra­ge ge­zo­gen wer­den, um sie neu ein­zu­schät­zen.

Krieg und Frieden in der Bibel

von anonym

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