Name:
Krieg und Frieden in der Bibel
Altes Testament:
Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit: Geborenwerden und Sterben, Pflanzen und Ausreißen, Töten und Heilen, Niederreißen und Aufbauen, Weinen und Lachen, Klagen und Tanzen, Steinewerfen und Steinesammeln, Umarmen und Loslassen, Suchen und Finden, Aufbewahren und Wegwerfen, Zerreißen und Zusammennähen, Schweigen und Reden, Lieben und Hassen, Krieg und Frieden. (Prediger 3:1-8 Hfa)
Gepriesen sei der Herr! Er ist mein schützender Fels. Er lehrt meine Hände zu kämpfen und zeigt mir, wie ich die Waffen gebrauchen muss. Wie gut ist Gott zu mir! Er ist meine Festung, meine Burg auf unbezwingbarer Höhe, mein Erretter und mein Schild, der mich vor Bösem bewahrt. Er hat mich zum Herrscher über mein Volk gemacht. (Psalm 144:1-2 Hfa)
Gott selbst schlichtet den Streit zwischen den Völkern, und den mächtigen Nationen in weiter Ferne spricht er Recht. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr das andere angreifen; niemand lernt mehr, Krieg zu führen. (Micha 4:3 Hfa)
Wendet euch ab von allem Bösen und tut Gutes! Setzt euch unermüdlich und mit ganzer Kraft für den Frieden ein! (Psalm 34:15 Hfa)
Neues Testament:
Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden. (Römer 12:18 Hfa)
»Glücklich sind, die über diese Welt trauern, denn sie werden Trost finden. Glücklich sind, die auf Frieden bedacht sind, denn sie werden die ganze Erde besitzen. Glücklich sind, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden. Glücklich sind, die Barmherzigkeit üben, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. Glücklich sind, die Frieden stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen. Glücklich sind, die verfolgt werden, weil sie nach Gottes Willen leben; denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. (Matthäus 5:4-7, 9-10 Hfa)
Es heißt bei euch: ›Liebe deinen Mitmenschen und hasse deinen Feind!‹ Doch ich sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen! So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne für Böse wie für Gute aufgehen, und er lässt es regnen für Fromme und Gottlose. Wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, dass ihr die Menschen liebt, die euch auch lieben? Das tun sogar die Zolleinnehmer, die sonst bloß auf ihren Vorteil aus sind! Wenn ihr nur euren Freunden liebevoll begegnet, ist das etwas Besonderes? Das tun auch die, die von Gott nichts wissen. Ihr aber sollt in eurer Liebe vollkommen sein, wie es euer Vater im Himmel ist.« (Matthäus 5:43-48 Hfa)

Die Kreuzzüge waren eine Reihe von religiös motivierten Kriegen, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert stattfanden. Ursprünglich von Papst Urban II. im Jahr 1095 ausgerufen, war ihr erklärtes Ziel die Rückeroberung des Heiligen Landes, insbesondere Jerusalems, von den muslimischen Seljuk-Türken. Der christliche Glaube spielte hierbei eine zentrale Rolle.
Viele Menschen betrachteten die Kreuzzüge als eine heilige Pflicht. Der Papst versprach den Teilnehmern, die als Kreuzfahrer bekannt wurden, den Erlass ihrer Sünden. Diese Aussicht auf Vergebung, zusammen mit dem Ruf nach Abenteuern und irdischen Belohnungen, motivierte viele Männer, sich den Kriegszügen anzuschließen. Die Ritter sahen im Kampf die Möglichkeit, ihren Glauben aktiv zu leben und gleichzeitig Ehre zu erlangen.
Der christliche Glaube beeinflusste nicht nur die Motivation der Teilnehmer, sondern auch die Art, wie sie ihre Aufgaben wahrnahmen. Die Vorstellung, Gottes Willen zu erfüllen, rechtfertigte aus ihrer Sicht viele der ergriffenen Maßnahmen, auch wenn diese oft grausam und gewalttätig waren.
Obwohl die Kreuzzüge letztendlich das Heilige Land nicht dauerhaft für die Christen zurückgewinnen konnten, hinterließen sie nachhaltige Spuren in Europa und dem Nahen Osten. Sie führten zum kulturellen Austausch, aber auch zu langen Phasen religiöser Feindseligkeiten zwischen Christen und Muslimen, die bis in die heutige Zeit nachwirken.
Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen.
Der Bauernkrieg von 1524 bis 1526 war ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches, das durch soziale Ungerechtigkeiten und die Last der Abgaben an den Adel ausgelöst wurde. Viele Bauern beriefen sich auf die reformatorischen Ideen von Martin Luther, um ihre Revolte zu rechtfertigen. Sie hofften, dass Luthers Kritik an der katholischen Kirche auch ihre weltlichen Anliegen unterstützen würde.
Luthers Einstellung zum Bauernkrieg war jedoch ambivalent. Anfangs zeigte er Verständnis für die Klagen der Bauern und kritisierte die brutale Behandlung durch den Adel. Doch als die Revolten gewalttätig wurden, wandte er sich gegen die Aufständischen. In seiner Schrift „Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren“ forderte er den Adel auf, die Aufstände mit aller Härte niederzuschlagen.
Luthers Position spiegelte sein Verständnis des christlichen Glaubens wider, das eine klare Trennung zwischen geistlichen und weltlichen Angelegenheiten vorsah. Er glaubte, dass die christliche Botschaft nicht zur Rechtfertigung von Gewalt genutzt werden sollte.


Im 20. Jahrhundert spielten Friedensbewegungen innerhalb der Kirchen eine bedeutende Rolle, besonders angesichts der beiden Weltkriege und des Kalten Krieges. Viele christliche Gemeinschaften erkannten die Notwendigkeit, sich für Frieden und Gerechtigkeit stark zu machen. Eine der bekanntesten Bewegungen war die Ökumenische Friedensdekade in den 1980er Jahren, die von der evangelischen Kirche in der DDR initiiert wurde. Diese Bewegung setzte sich für Abrüstung und die Wahrung der Menschenrechte ein.
Besonders hervorzuheben ist die Aktion der „Schwerter zu Pflugscharen“, die das biblische Ideal des Friedens betonte (Micha 4:3) und ein Symbol gegen die Militarisierung wurde. Die Kirchen boten einen Raum für Diskussion und Reflexion und engagierten sich aktiv in Anti-Kriegs-Protesten. Sie luden zum Dialog zwischen Konfliktparteien ein und förderten interreligiöse Zusammenarbeit, um Frieden und Versöhnung zu ermöglichen.
Auch die katholische Kirche spielte eine Schlüsselrolle. Papst Johannes XXIII. veröffentlichte 1963 die Enzyklika „Pacem in Terris“, die den Weltfrieden und die internationale Zusammenarbeit betonte. Diese Initiativen stellten nicht nur die moralische Verantwortung der Kirchen in den Vordergrund, sondern inspirierten viele Menschen, sich für eine friedliche Welt einzusetzen.
Ziel: Die Schüler können biblische Texte zum Thema Krieg und Frieden beschreiben und auf historische Ereignisse beziehen, indem sie Textarbeit und historische Fallanalysen durchführen.
Stufe: 9.-10.Schuljahr
Zeitbedarf: mind. 1 Schulstunde (45 Minuten)
Material: je Schüler einmal die erste Seite; jedes Gruppenmitglied eine Blatt seines Themas
Die Schüler können Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament (z. B. Prediger 3; Micha 4; Römer 12; Matthäus 5) beschreiben und Gemeinsamkeiten/Unterschiede herausarbeiten, indem sie in Partnerarbeit Texte analysieren und vergleichen.
Die Schüler können historische Beispiele für den Umgang mit Krieg und Frieden (Kreuzzüge, Bauernkriege, Friedensbewegungen des 20. Jh.) skizzieren und beurteilen, ob diese mit der Botschaft Jesu vereinbar sind, indem sie in Gruppen Fallbeispiele erarbeiten und diskutieren.
Die Schüler können die Rolle von Religionen in Bezug auf Konflikte und Friedensförderung beurteilen und eine eigene begründete Position entwickeln, indem sie Ergebnisse aus Diskussionen und Reflexionsphasen zusammenführen.
Aufgabe 1:
Die Einstiegsaufgabe ist eine sehr offene Aufgabe, bei der die Schüler ihre Eindrücke und Meinung äußern können. Dabei ist zu erwarten, dass Religionen eher als Quelle von Konflikten gesehen werden, da Beispiele wie die Kreuzzüge oder der Dreißigjähriger Krieg präsenter in den Köpfen der Schüler sein werden. Die Lehrkraft sollte dabei nicht in der Auswertung versuchen andere Beispiele finden, die das Bild der Schüler*innen versuchen zu relativieren. Am Ende der Unterrichtsstunde kann nämlich die erste Aufgabe noch einmal aufgegriffen werden, um zu schauen, ob sich das Bild der Schüler durch die Gruppenarbeit geändert hat.
Aufgabe 2:
a)
Altes Testament: Krieg wird eher als etwas Normales gesehen. Es gehört zum Leben dazu, wie auch Frieden. Auch wird die Vorstellung angedeutet, dass Gott mit einem kämpft und diese Kampfhandlungen befürwortet. Gott wird aber auch als Richter dargestellt, der am Ende alle Streitigkeiten zwischen allen Völkern schlichten wird und Frieden kommen lässt. Ebenfalls wird an die Gläubigen appelliert sich für den Frieden unermüdlich einzusetzen.
Neues Testament: Im Neues Testament werden die Menschen dazu aufgerufen mit allen in Frieden zu leben. Jesus spricht sogar von Feindesliebe. Es werden somit ein eher pazifistisches Denken gefördert und von Gewalt und Krieg gänzlich abgeraten.
b)
Den Schüler kann auffallen, dass in den Bibelstellen des Alten Testamentes von Krieg und Gewalt in einem neutralen oder sogar positiven Ton gesprochen wird. In den Bibelstellen des Neues Testamentes findet Krieg und Gewalt gar keine Bedeutung mehr. Im Neuen Testament wird an viele häufigeren Stellen zum Frieden aufgerufen als im Alten Testament. Man könnte sagen, dass es innerhalb der Bibel einen Wandel vom Krieg, der als normal empfunden wird, hin zum Frieden, den alle Gläubigen als Ziel haben, gibt.
Gruppe 1:
Die Kreuzzüge waren eine Reihe von religiös motivierten Kriegen, die zwischen dem 11. Und 13. Jahrhundert stattfanden. Im Jahr 1095 wurden diese vom damaligen Papst Urban II. ausgerufen mit dem Ziel das Heilige Land, insbesondere Jerusalem, zurückzuerobern. Sie führten zu einer langen Phase religiöser Feindseligkeit zwischen Christen und Muslimen.
Viele Teilnehmer der Kreuzzüge fühlten sich dadurch in ihrem Glauben bestätigt und es war eine Möglichkeit ihn aktiv zu leben. Zudem versprach der Papst den Männern den Erlass der Sünden. Sie dachten damals, dass die Kreuzzüge die Erfüllung Gottes Willen sind und er mit ihnen kämpft.
Die Handlungen sind eher nicht mit der Botschaft des Neuen Testamentes vereinbar. Der Glaube diente hier als Grundlage um Kriege zu führen und damit grausam und gewalttätige Handlungen zu rechtfertigen. Es wird im Neuen Testament gesagt, dass man mit allen Menschen in Frieden leben soll, und nicht nur unter Christen. Selbst wenn man damals die Muslime als Feinde angesehen hat, hat man hier keine Feindesliebe praktiziert. Es scheint so, als hätte man sich damals eher auf die Bibelstellen des Alten Testamentes bezogen und dem Gedanken, Gott kämpft mit einem.
Gruppe 2:
Der Auslöser der Bauernkriege von 1524 bis 1526 waren die Ungerechtigkeit und die Lasten der Abgaben der Bauern an den Adel. Die Bauern nutzten Luthers Erkenntnisse der Reformation, um ihre Anliegen zu rechtfertigen. Luther war Anfangs auf der Seite der Bauern und konnte ihren Unmut verstehen. Doch als die Aufstände gewalttätig wurden, sprach er sich dafür aus Gewalt gegen die Bauern einzusetzen. Anzumerken bezüglich des Zitates hierbei wäre, dass Martin Luther einige Sachen gesagt hat, die wir wahrscheinlich heutzutage nicht mehr so sagen würde, da es auch damals in einem anderen zeitlichen Kontext geschehen ist. Man kann zudem diskutieren, wie die Obrigkeit hätte anders reagieren können.
Die neuen Erkenntnisse und Überlegungen der Reformation wurden genutzt, um gewaltvolle Revolte zu rechtfertigen. Dabei waren die eigentlichen Gründe für den Beginn der Bauernkriege nicht eine Sache des Glaubens. Der Glaube wurde hier genutzt um, Gewalt zu rechtfertigen.
Allgemein sind die Ereignisse eher nicht mit der Botschaft des Neuen Testamentes vereinbar. Es ist auf Grundlage von Religion zu einem gewaltvollen Konflikt gekommen. Auch Luthers Einstellung lässt sich schwer dem Botschaft Jesu zuordnen. Zum einen lehnt er es ab, dass der Glaube zur Rechtfertigung von Gewalt genutzt wird, zum anderen aber befürwortet eher die gewaltvolle Unterdrückung dieser Revolte.
Gruppe 3:
Im 20. Jahrhundert gab es viele Friedensinitiativen der christlichen Kirchen. Vor allem aufgrund der beiden Weltkriege und des Kalten Krieges. Zusätzlich erwähnen kann man hier die bekennende Kirche im Zweiten Weltkrieg, die sich aktiv gegen das Naziregime ausgesprochen haben und Widerstand geleistet haben. Einer der bekanntesten Anhänger war Dietrich Bonhoeffer, der wegen seines Widerstandes letztendlich ermordet wurde. Eine der bekanntesten Aktionen war „Schwerter zu Pflugscharen“, die sich an die Bibelstelle Micha 4,3 anknüpft, und zu einem Symbol gegen die Militarisierung war. Die Kirchen boten einen Raum für Diskussionen und engagierten sich aktiv an Anti-Kriegs-Protesten. Auch der damalige Papst Johannes XXIII. setzte sich öffentlich für den Frieden ein. So wurden damals viele Menschen inspiriert sich für den Frieden einzusetzen. An der Stelle kann man auch die geschichtliche nähe thematisieren, wobei die Nikolaikirche in Leipzig einen großen Beitrag zur friedlichen Revolution in der DDR beitrug.
Der christliche Glaube war hier Grundlage für viele Menschen sich für den Weltfrieden einzusetzen. Die Tatsache, dass die Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ inspiriert von einer Bibelstelle ist, zeigt die Bedeutung des Glaubens zum Beitrag des Friedens.
Die Handlungen lassen sich sehr gut mit der Botschaft Jesu in Verbindung bringen. Die Kirchen haben sich aktiv für den Frieden eingesetzt, obwohl sogar schwer Folgen drohen konnten. Vor allem haben sich die Christen damals zu Herzen genommen, dass alle Menschen in Frieden leben sollen (Römer 12,18).
Anschließend sollen die Gruppen sich ihre Ergebnisse gegenseitig vorstellen. Zum Schluss kann nochmal ein Bezug auf die Einstiegfrage gezogen werden, um sie neu einzuschätzen.
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