• L1 - Literaturgeschichte
  • SC
  • 02.01.2023
  • Deutsch
  • 9
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Klei­ne Li­te­ra­tur­ge­schich­te für Schü­le­rIn­nen der PTS

L 1

Zu­nächst liest wohl ein jeder von uns ein Buch der Un­ter­hal­tung wegen und denkt kaum bis wenig daran, in wel­cher Zeit der Autor ge­lebt hat und wie sich diese Zeit in den Tex­ten wi­der­spie­gelt. Doch oft er­mög­licht uns erst die­ses Wis­sen über die Zeit, einen Text und das, was er uns mit­tei­len möch­te zu ver­ste­hen - bes­ser zu ver­ste­hen.

Die klei­ne Li­te­ra­tur­ge­schich­te ver­steht sich in die­sem Sinne als klei­ne Hilfe, etwas mehr über diese Zei­ten und deren Au­toren zu er­fah­ren.

Doch im Vor­der­grund steht na­tür­lich wei­ter der „Spaß am Lesen“.

Über­sicht über die Epo­chen

Epoche

Zeitraum

I.

Antike Literatur

800 v. Chr. - 500 v. Chr.

II.

Altgermanische Dichtung

500 v. Chr. - 500 n. Chr.

III.

Althochdeutsche Literatur

500 - 1050 n. Chr.

IV.

Mittelhochdeutsche Literatur

1050 - 1450/1500 n. Chr.

V.

Neuhochdeutsche Literatur:

ab Martin Luther

1. Humanismus-Renaissance-Reformation

1450 - 1600

2. Barock

1600 - 1700

3. Aufklärung / Sturm und Drang

1700 - 1790

4. Klassik

1780 - 1805

5. Romantik

1795 - 1830

6. Biedermeier

1830 - 1850

7. Realismus

1840 - 1870

8. Naturalismus

1870 - 1900

VI.

Literatur des 20. Jahrhunderts:

9. Impressionismus

1890 - 1910

10. Symbolismus

1890 - 1910

11. Expressionismus

1910 - 1930

Epoche / Zeitraum

Zeitraum

12. Exilliteratur

1933 - 1945

13. Trümmerliteratur

1945 - 1959

14. Literatur der BRD/DDR

1950 - 1990

15. Postmoderne / Gegenwartsliteratur

ab 1980

Hin­weis zum Ur­he­ber­recht

Die meis­ten ver­wen­de­ten Text­bei­spie­le stam­men von Au­toren, deren To­des­tag be­reits mehr als 70 Jahre zu­rück­liegt. Das Zi­tie­ren die­ser Text­bei­spie­le soll­te daher kei­nen Ver­stoß gegen das Ur­he­ber­recht dar­stel­len. Au­toren­an­ga­ben sind je­weils beim Text­bei­spiel ver­merkt.

Aus­nah­me: Das Ge­dicht von Gott­fried Benn ist noch bis 2027 ur­he­ber­recht­lich ge­schützt und darf daher nur für schu­li­sche Zwe­cke ein­ge­setzt wer­den!

I. An­ti­ke Li­te­ra­tur

800 v. Chr. bis 500 v. Chr.

In ers­ter Linie ist damit die Li­te­ra­tur der Grie­chen ge­meint. Du kennst si­cher noch die Sagen der grie­chi­schen My­tho­lo­gie aus dem Geschichte-​ und dem Deutsch­un­ter­richt. Was sich in eurem Le­se­buch so leicht lesen lässt, be­rei­tet im Ori­gi­nal aber lei­der große Schwie­rig­kei­ten. Der Text­aus­schnitt zeigt dies recht gut.

Be­kann­te Ver­fas­ser:

  • HOMER:Ilias“ und „Odys­see“.
  • AISCHI­LOS:Ores­tie“.
  • SO­PHO­KLES:An­ti­go­ne“ oder „Ödi­pus“.
  • EU­RI­PI­DES:Medea“ , „Iphi­ge­nie auf Tau­ris“.

Singe den Zorn, o Göt­tin des Pe­lei­a­den

Achil­leus,

Ihn der ent­brannt den Achai­ern un­nenn­ba­ren

Jam­mer er­reg­te

Und viele tap­fe­re See­len der Hel­den­söh­ne zum

Ais

Sen­de­te, aber sie selbst zum Raub dar­stell­te

den Hun­den...“

Aus: „Ilias“ von Homer

Die "Ilias" von Homer be­han­delt den Tro­ja­ni­schen Krieg, die zehn­jäh­ri­ge Be­la­ge­rung von Troja und wie es den Grie­chen durch die List von Odys­seus ge­lingt, Troja doch noch ein­zu­neh­men.

In der "Odys­see" be­schreibt Homer die Irr­fahr­ten von Odys­seus, die er auf sei­ner Rück­fahrt von Troja, die ins­ge­samt 10 Jahre dau­ert, er­lebt.

Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Die Grie­chen er­fin­den die De­mo­kra­tie + Zur Ver­eh­rung der Göt­ter wer­den die Olym­pi­schen Spie­le ab­ge­hal­ten + Rom ist in­zwi­schen zu einem gro­ßen Reich an­ge­wach­sen + Der Limes soll die Römer von den „wil­den“ Ger­ma­nen schüt­zen, über die du im nächs­ten Ka­pi­tel etwas er­fährst +

II. Alt­ger­ma­ni­sche Dich­tung

500 v. Chr. bis 500 n. Chr.

Aus der äl­tes­ten ger­ma­ni­schen Zeit gibt es lei­der nur we­ni­ge schrift­li­che Über­lie­fe­run­gen. Ähn­lich wie bei den Mär­chen wur­den die Ge­schich­ten münd­lich wei­ter­erzählt und erst viel spä­ter auf­ge­schrie­ben.

Be­kann­tes­ter Text:

  • Bi­bel­über­set­zung ins Go­ti­sche von Bi­schof WUL­FI­LA (Hin­weis auf die Chris­tia­ni­sie­rung der Ger­ma­nen).

Atta unsar þu in hi­mi­nam weih­nai

nama þein qui­mai þiudinassus þeins

wai­ro­ei wilja þeins sue in hi­mi­na

jak ana airþai hlaif un­s­a­ra­na þana

sint­einan gif uns himma daga

Aus: Bi­bel­über­set­zung Bi­schof Wul­fi­la
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Die Hun­nen fal­len in Eu­ro­pa ein, und ver­trei­ben die Ger­ma­nen aus ihren Ge­bie­ten + Die Völ­ker­wan­de­rung be­ginnt + Das rö­mi­sche Reich zer­fällt in das West- und Ost­rö­mi­sche Reich + Neue Staa­ten ent­ste­hen + Eine neue Zeit bricht an, das Mit­tel­al­ter +

III. Alt­hoch­deut­sche Li­te­ra­tur

500 n. Chr. bis 1050 n. Chr.

Die Li­te­ra­tur die­ser Zeit wird ganz von den Klös­tern ge­tra­gen. Die meis­ten Werke die­ser Zeit wer­den von Mön­chen für Mön­che ver­fasst, daher sind diese Texte zu einem Groß­teil in la­tei­ni­scher Spra­che ver­fasst.

Aus die­sem Grun­de bleibt euch dies­mal ein Text­bei­spiel er­spart!

Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Karl der Große ord­net sein Fran­ken­reich und führt unter an­de­rem die Drei­fel­der­wirt­schaft ein + Ba­ben­ber­ger er­wer­ben ein Ge­biet na­mens „Os­t­ari­chi“ +

IV. Mit­tel­hoch­deut­sche Li­te­ra­tur

1050 - 1450/1500

Neben den Geist­li­chen waren es nun vor allem die Rit­ter und fah­ren­den Sän­ger, die zur Ver­brei­tung der Li­te­ra­tur bei­tru­gen. Das spie­gel­te sich na­tür­lich auch in den The­men wie­der: Aben­teu­er, Ehre, Kampf...

Vor allem drei Li­te­ra­tur­gat­tun­gen kenn­zeich­nen diese Zeit:

.

  • Das hö­fi­sche Epos („Par­zi­val“ von WOLF­RAM VON ESCHEN­BACH).
  • Das Volks­epos („Ni­be­lun­gen“ - Ver­fas­ser un­be­kannt)
  • Min­ne­sang (Wich­tigs­ter Ver­tre­ter: WALT­HER VON DER VO­GEL­WEI­DE).

Re­pan­se de Schoye sie hieß,

die sich der Grâl tra­gen ließ.

Der Grâl was von söl­cher Art:

wol muose ir Kü­sche sîn be­wart;

dü sîn ze Rech­te soll­de pfle­gen,

dü muose Fal­sches sich be­we­gen.

Aus: „Par­zi­val“ von Wolf­ram von Eschen­bach

Si­cher­lich sind dir die Ni­be­lun­gen und damit die Aben­teu­er von Sieg­fried, der durch sein Bad im Dra­chen­blut (fast) un­ver­wund­bar war, be­kannt, doch hast du ge­wusst, dass eine Hand­schrift der Ni­be­lun­gen in Ho­hen­ems ent­deckt wurde?

Ne­ben­an und un­ter­halb fin­dest du je ein Text­bei­spiel zu den 3 Gat­tun­gen!

Uns ist in alten mæren wun­ders viel ge­seit

von hel­den lobebæren von grôzer are­beit,

von fröu­den, hôchgezîten,

von wei­nen und von kla­gen,

von küener re­cken strîten muget ir nun wun­der hoe­r­en sagen.

Aus: „Ni­be­lun­gen“ von un­be­kann­tem Ver­fas­ser

Ich saz ûf eime stei­ne,

und dahte bein mit beine:

dar ûf satzt ich den el­len­bo­gen:

ich hete in mîn hant ges­mo­gen

daz kinne und ein mîn wange.

dô dâhte ich mir vil ange,

wie man zer welte solte leben.“

Walt­her von der Vo­gel­wei­de
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Zeit der Rit­ter und Bur­gen + Christ­li­cher Glau­be steht im Mit­tel­punkt + Bau­ern lit­ten unter dem Le­hens­we­sen + In Ös­ter­reich be­ginnt der Auf­stieg der Habs­bur­ger (Ru­dolf I.) +

V. Neu­hoch­deut­sche Li­te­ra­tur

ab 1450/1500

Die Neu­hoch­deut­sche Li­te­ra­tur um­fasst einen um­fas­sen­den Zeit­raum, der vom Be­ginn der Neu­zeit bis hin­auf ins 20. Jhdt. reicht. Da aus die­sem Zeit­raum na­tür­lich eine Viel­zahl von Tex­ten vor­liegt, be­schränkt sich die „Klei­ne Li­te­ra­tur­ge­schich­te“ im fol­gen­den nur auf die al­ler­wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen (Ger­ma­nis­ten mögen diese Ober­fläch­lich­keit ver­zei­hen!).

1. Humanismus-​Renaissance-Reformation

1450 - 1600

Mit der Er­fin­dung des Buch­dru­ckes durch Jo­hann Gu­ten­berg war es nun einer brei­te­ren Be­völ­ke­rungs­schicht mög­lich, sich zu bil­den. Die Men­schen woll­ten nicht mehr län­ger auf das Leben nach dem Tode hof­fen, son­dern das „Jetzt“ ge­nie­ßen. Die neuen Ge­dan­ken ver­brei­te­ten sich von Ita­li­en aus über ganz Eu­ro­pa. Vor allem die Kir­che wurde mas­siv kri­ti­siert.

Dies fand sei­nen Hö­he­punkt in MAR­TIN LU­THER: Er über­setz­te die Bibel ins Deut­sche

und er­reich­te somit, dass nun alle Men­schen die Texte der Bibel ver­ste­hen konn­ten. Doch nicht je­der­mann war mit die­ser Ent­wick­lung zu­frie­den Kir­chen­spal­tung in Ka­tho­li­ken und Pro­tes­tan­ten.

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts

man­geln. Er wei­det mich auff einer grü­nen Awen und füret mich zum fri­schen Was­ser.

Er er­qui­cket meine Seele. Er füret mich auf rech­ter Stra­ße, umb sei­nes na­mens wil­len.“

Aus­zug aus Bi­bel­über­set­zung von Mar­tin Lu­ther
Martin Luther (1483–1546)
CC0: Lucas Cranach the Elder

Ein wei­te­rer be­deu­ten­der Text aus die­ser Zeit war „Der Acker­mann von Böh­men“ von JO­HAN­NES VON SAAZ; in dem es zwi­schen dem Acker­mann und dem Tod zu einem Streit­ge­spräch kommt! Ge­ra­de die­ser Text zeigt sehr gut auf, dass sich die Men­schen der Neu­zeit nicht län­ger ihrem Schick­sal er­ge­ben wol­len und die Leh­ren der Kir­che offen hin­ter­fra­gen.

Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Ko­lum­bus ent­deckt Ame­ri­ka + Das Schieß­pul­ver wird er­fun­den + Die Bau­ern leh­nen sich gegen die Ob­rig­keit auf + Es kommt zu den be­rüch­tig­ten Bau­ern­krie­gen +

2. Ba­rock

1600 - 1700

Das Ba­rock war die Zeit des Ab­so­lu­tis­mus, das heißt der Kai­ser oder König herrsch­te un­um­schränkt. Der be­kann­tes­te Herr­scher die­ser Zeit war Lud­wig XIV. von Frank­reich (=Son­nen­kö­nig). Von ihm stammt der Satz „Der Staat bin ich“. Prunk­vol­le Bau­ten wie das Schloss Ver­sailles oder Schloss Schön­brunn soll­ten die­ses Macht­be­wusst­sein nach außen hin auf­zei­gen.

Gleich­zei­tig litt die Be­völ­ke­rung unter der immer grö­ßer wer­den­den Steu­er­last und viele Men­schen muss­ten hun­gern. Nicht zu­letzt der 30jäh­ri­ge Krieg (1618-1648) ver­stärk­te die­ses Elend. Die Li­te­ra­tur die­ser Zeit griff na­tür­lich auch die­ses Thema auf.

Wich­ti­ger Ver­tre­ter:

  • AN­DRE­AS GRY­PHI­US

Trä­nen des Va­ter­lan­des


Wir sind doch nun­mehr ganz, ja mehr denn ganz ver­hee­ret!

Der fre­chen Völ­ker Schar, die ra­sen­de Po­saun,

Das vom Blut fette Schwert, die don­nern­de Kar­taun

Hat aller Schweiß und Fleiß und Vor­rat auf­ge­zeh­ret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist um­ge­keh­ret.

Das Rat­haus liegt im Graus; die Star­ken sind zer­haun,

Die Jung­fraun sind ge­schändt; und wo wir hin nur schaun,

ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durch­fäh­ret.

An­dre­as Gry­phi­us
Schloss Schönbrunn

CC-BY-SA: Dr. Korom

An­sons­ten waren die Dich­ter des Ba­rocks aber mehr damit be­schäf­tigt, dass sich ihre Ge­dich­te rei­men, als dass sie etwas aus­sa­gen. Diese Auf­fas­sung von Dich­tung ver­trat vor allem MAR­TIN OPITZ, der mit sei­nem „Buch von der deut­schen Poe­te­rey“ ein Lehr­buch der Dicht­kunst ver­fass­te (Dich­tung ist er­lern­bar, etwa wie eine ma­the­ma­ti­sche For­mel!).

Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg tobt in Eu­ro­pa + Auch Vor­arl­berg wird von den Schwe­den heim­ge­sucht + Die Fol­gen sind Elend, Hun­ger und Pest + Zur sel­ben Zeit ge­nießt Lud­wig XIV. sein üp­pi­ges Leben am Hofe von Ver­sailles +

3. Auf­klä­rung / Sturm und Drang

1700 - 1790

Wich­tigs­te Ver­tre­ter:

  • GOTT­HOLD EPHRA­IM LES­SING (1729 - 1781): „Na­than der Weise“ , „Emi­lia Ga­lot­ti“.
  • JO­HANN WOLF­GANG VON GOE­THE (1749 - 1832): „Götz von Ber­li­chin­gen“ , „Die
  • Lei­den des jun­gen Wert­her“.
  • FRIED­RICH SCHIL­LER (1759 - 1805): „Die Räu­ber“ , „Ka­ba­le und Liebe“.

Die Auf­klä­rung ver­trat die Auf­fas­sung, dass jeder Mensch das Recht auf Leben, Frei­heit und Ei­gen­tum be­sit­ze, was im Wi­der­spruch zur ba­ro­cken Le­bens­auf­fas­sung stand.

Ihr obers­tes Ziel war die Ver­brei­tung der Bil­dung und Er­zie­hung des Men­schen (René Des­car­tes: „Ich denke, also bin ich“). Im Sturm und Drang wurde die­ser Ge­dan­ke wei­ter­ver­folgt und aus­ge­wei­tet (Jean-​Jacques Rous­seau: Zu­rück zur Natur).

Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Die Tür­ken ste­hen vor Wien und wer­den von Prinz Eugen ge­schla­gen + Maria The­re­sia führt die Schul­pflicht ein + Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart kom­po­niert eine Reihe be­rühm­ter Werke + In Frank­reich bricht 1789 die Fran­zö­si­sche Re­vo­lu­ti­on aus +

4. Klas­sik

1780 - 1805

Die deut­sche Klas­sik ist un­trenn­bar mit zwei gro­ßen Namen ver­bun­den: JO­HANN WOLF­GANG VON GOE­THE (1749 - 1832) und FRIED­RICH SCHIL­LER (1759 - 1805).

Die bei­den schrie­ben eine Reihe be­rühm­ter Werke, die aber wegen ihrer zum Teil schwie­ri­gen Spra­che vor allem bei Schü­lern hö­he­rer Schu­len (die gerne ge­zwun­gen wer­den, diese Werke zu lesen) nicht son­der­lich be­liebt sind.

Die Klas­sik ori­en­tier­te sich an der grie­chi­schen und rö­mi­schen An­ti­ke, da die An­ti­ke als idea­le Zeit an­ge­se­hen wurde. Ei­ni­ge be­kann­te Werke der an­ti­ken Li­te­ra­tur, z. B. von Aischi­los, So­pho­kles und Eu­ri­pi­des (Vgl. mit "I. An­ti­ke Li­te­ra­tur") wur­den in die­ser Zeit neu ver­fasst.

Johann Wolfgang von Goethe

Public Domain: Joseph Karl Stieler
Friedrich Schiller

Public Domain: Ludovike Simanowiz

Werke von Goe­the:

  • "Iphi­ge­nie auf Tau­ris".
  • "Tor­qua­to Tasso".
  • "Faust".

Werke von Schil­ler:

  • "Maria Stuart".
  • "Die Jung­frau von Or­leans".
  • "Wil­helm Tell".

Faust: Habe nun, ach! Phi­lo­so­phie, Ju­ris­te­rei und Me­di­zin

Und lei­der auch Theo­lo­gie

Durch­aus stu­diert, mit hei­ßem Be­mühn.

Da steh ich nun, ich armer Tor,

Und bin so klug als wie zuvor!

Heiße Ma­gis­ter, heiße Dok­tor gar

Und ziehe schon an die zehen Jahr

Her­auf, herab und quer und krumm

Meine Schü­ler an der Nase herum -

Und sehe, dass wir nichts wis­sen kön­nen!

Das will mir schier das Herz ver­bren­nen.

Zwar bin ich ge­schei­ter als alle die Laf­fen,

Dok­to­ren, Ma­gis­ter, Schrei­ber und Pfaf­fen;

Mich pla­gen keine Skru­pel noch Zwei­fel,

Fürch­te mich weder vor Hölle noch Teu­fel -

Dafür ist mir auch alle Freud ent­ris­sen,

Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wis­sen,

Bilde mir nicht ein, ich könn­te was leh­ren,

Die Men­schen zu bes­sern und zu be­keh­ren...

Aus­zug aus „Faust I.“ von Jo­hann Wolf­gang von Goe­the.





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Faust I.

Aus­zug aus „Faust I.“ von Jo­hann Wolf­gang von Goe­the.

Faust: Habe nun, ach! Phi­lo­so­phie, Ju­ris­te­rei und Me­di­zin

Und lei­der auch Theo­lo­gie

Durch­aus stu­diert, mit hei­ßem Be­mühn.

Da steh ich nun, ich armer Tor,

Und bin so klug als wie zuvor!

Heiße Ma­gis­ter, heiße Dok­tor gar

Und ziehe schon an die zehen Jahr

Her­auf, herab und quer und krumm

Meine Schü­ler an der Nase herum -

Und sehe, dass wir nichts wis­sen kön­nen!

Das will mir schier das Herz ver­bren­nen.

Zwar bin ich ge­schei­ter als alle die Laf­fen,

Dok­to­ren, Ma­gis­ter, Schrei­ber und Pfaf­fen;

Mich pla­gen keine Skru­pel noch Zwei­fel,

Fürch­te mich weder vor Hölle noch Teu­fel -

Dafür ist mir auch alle Freud ent­ris­sen,

Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wis­sen,

Bilde mir nicht ein, ich könn­te was leh­ren,

Die Men­schen zu bes­sern und zu be­keh­ren...

Faust I.
Faust I.
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Ge­or­ge Wa­shing­ton wird ers­ter Prä­si­dent der USA + In Frank­reich rol­len die Köpfe von Lud­wig XVI., Marie An­toi­net­te und Dan­ton + Der Auf­stieg Na­po­le­ons ist un­auf­halt­bar + 1804 krönt er sich selbst zum Kai­ser von Frank­reich + Beet­ho­ven kom­po­niert seine 3. Sym­pho­nie +

5. Ro­man­tik

1795 - 1830

Der Name die­ser Epo­che sagt be­reits sehr viel über die Li­te­ra­tur die­ser Zeit aus, die vor allem die Sehn­sucht, ro­man­ti­sche Ge­füh­le und die Ein­heit von Geist und

Natur aus­zu­drü­cken ver­such­te. Man be­sann sich auf alte Volks­lie­der, Sagen und Mär­chen und be­gann, diese zu sam­meln:

z. B. die Mär­chen­samm­lung der GE­BRÜ­DER GRIMM.

Wich­tigs­te Ver­tre­ter:

  • JO­SEPH FREI­HERR VON EI­CHEN­DORFF (1788 - 1857).
  • E.T.A. HOFF­MANN (1776 - 1822).
  • HEIN­RICH VON KLEIST (1777 - 1811).

MOND­NACHT


Es war, als hätt der Him­mel

Die Erde still­ge­küsst,

Dass sie im Blü­ten­schim­mer

Von ihm nur träu­men müsst.

Die Luft ging durch die Fel­der,

Die Ähren wog­ten sacht,

Es rausch­ten leis die Wäl­der,

So stern­klar war die Nacht.

Und meine Seele spann­te

Weit ihre Flü­gel aus,

Flog durch die stil­len Lande,

Als flöge sie nach Haus.

Jo­seph Frei­herr von Ei­chen­dorff

An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sech­zehn­ten Jahr­hun­derts, ein Roß­händ­ler, na­mens Mi­cha­el Kohl­haas, Sohn eines Schul­meis­ters, einer der recht­schaf­fens­ten zu­gleich und ent­setz­lichs­ten Men­schen sei­ner Zeit. - Die­ser au­ßer­or­dent­li­che Mann würde, bis in sein drei­ßigs­tes Jahr für das Mus­ter eines guten Staats­bür­gers haben gel­ten kön­nen. Er besaß in einem Dorfe, das noch von ihm den Namen führt, einen Mei­er­hof, auf wel­chem er sich durch sein Ge­wer­be ruhig er­nähr­te; die Kin­der, die ihm sein Weib schenk­te, erzog er, in der Furcht Got­tes, zur Ar­beit­sam­keit und Treue; nicht einer war unter sei­nen Nach­barn, der sich nicht sei­ner Wohl­tä­tig­keit, oder sei­ner Ge­rech­tig­keit er­freut hätte; kurz, die Welt würde sein An­denken haben seg­nen müs­sen, wenn er in einer Tu­gend nicht aus­ge­schweift hätte. Das Recht­ge­fühl aber mach­te ihn zum Räu­ber und Mör­der.

Aus: "Mi­cha­el Kohl­haas" von Hein­rich von Kleist
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Na­po­le­on ver­liert die Schlacht bei Wa­ter­loo und wird auf die Insel St. He­le­na ver­bannt + Fürst Met­ter­nich prak­ti­ziert seine Un­ter­drü­ckungs­po­li­tik + Der Re­clam­ver­lag wird ge­grün­det + In Eng­land fährt die Ei­sen­bahn von Li­ver­pool bis Man­ches­ter +

6. Bie­der­mei­er

1830 - 1850

Nach dem Wie­ner Kon­gress ge­lang es den Mon­ar­chen mit der Hilfe des ös­ter­rei­chi­schen Staats­kanz­lers Fürst Met­ter­nich den Ab­so­lu­tis­mus wie­der her­zu­stel­len (Vgl. mit "2. Ba­rock").

Er er­rich­te­te in Ös­ter­reich einen Po­li­zei­staat und ein gut funk­tio­nie­ren­des Spit­zel­we­sen. Li­te­ra­ri­sche Werke, Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten wur­den von der Zen­sur kon­trol­liert.

Die Men­schen zogen sich daher in ihre 4 Wände zu­rück, schmück­ten ihre Woh­nun­gen (heute würde man sagen mit Kitsch) und sonn­tags ließ man sich im Park beim Spa­zier­gang oder Pick­nick sehen.

Wich­tigs­te Ver­tre­ter:

  • FRANZ GRILL­PAR­ZER (1791 - 1872): „König Ot­to­kars Glück und Ende“.
  • FER­DI­NAND RAI­MUND (1790 - 1836): „Der Ver­schwen­der“ , „Der Bauer als Mil­lio­när“.
  • JO­HANN NES­TROY (1801 - 1862): über 80 Stü­cke, z. B. „Der Ta­lis­man“.
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Ent­wick­lung der In­dus­trie dank der Dampf­ma­schi­ne + Un­zu­frie­den­heit der Men­schen wächst + Ar­beits­nie­der­le­gun­gen + 1848 Re­vo­lu­ti­on +

7. Rea­lis­mus

1840 - 1870

Mit der bür­ger­li­chen Re­vo­lu­ti­on von 1848 waren die Pro­ble­me in­ner­halb der Ge­sell­schaft noch lange nicht ge­löst. Der Ge­gen­satz zwi­schen arm und reich wurde immer grö­ßer. In der Li­te­ra­tur wurde ver­sucht, das wirk­li­che Leben dar­zu­stel­len, ohne es zu be­schö­ni­gen.

Wich­tigs­te Ver­tre­ter:

  • GEORG BÜCH­NER (1813 - 1837): „Woy­zeck“ , „Dan­tons Tod“.
  • HEIN­RICH HEINE (1797 - 1856): „Deutsch­land, ein Win­ter­mär­chen“.
  • CON­RAD FER­DI­NAND MEYER (1825 - 1898): „Die Füße im Feuer“.
  • Au­ßer­dem noch: Theo­dor Storm, Theo­dor Fon­ta­ne, Adal­bert Stif­ter, Marie von Ebner-​Eschenbach, Peter Ro­seg­ger.
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ In den USA tobt der ame­ri­ka­ni­sche Bür­ger­krieg zwi­schen Nord- und Süd­staa­ten + Präsi-​dent Lin­coln wird er­mor­det + Sieg­fried Mar­cus baut das erste Au­to­mo­bil mit Ben­zin­mo­tor + Charles Dar­win ent­wi­ckelt die Evo­lu­ti­ons­theo­rie +

8. Na­tu­ra­lis­mus

1870 - 1900

Der Na­tu­ra­lis­mus rich­te­te sich gegen das ka­pi­ta­lis­ti­sche Bür­ger­tum, gegen das Ob­rig­keits­den­ken und gegen die so­zia­len Miss­stän­de die­ser Zeit.

Das Ziel in der Li­te­ra­tur war es, die Wirk­lich­keit so dar­zu­stel­len, wie sie ist. Also auch mit Ein­be­zie­hung des Häss­li­chen.

Die be­vor­zug­ten The­men waren: Elend der Ar­bei­ter, zer­rüt­te­te Fa­mi­li­en, Au­ßen­sei­ter der Ge­sell­schaft sowie die Si­tua­ti­on der Frau.

Wich­tigs­te Ver­tre­ter:

  • GER­HART HAUPT­MANN (1862 - 1946): „Die Weber“ (Drama) ; „Bahn­wär­ter Thiel“ (Er­zäh­lung).
  • ARNO HOLZ (1863 - 1929): Er­zäh­lun­gen und Ge­dich­te
  • Im Aus­land: Hen­rik Ibsen, Leo Tol­stoi, Fjo­dor Dos­to­jew­ski
Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Zeit­al­ter des Im­pe­ria­lis­mus + 1896 ruft Pierre de Cou­ber­tin die Olym­pi­schen Spie­le wie­der ins Leben + Ent­de­ckung der Rönt­gen­strah­len + Be­ginn der So­zi­al­ge­setz­ge­bung in Deutsch­land + Be­ginn der Atom­kern­phy­sik + Otto Li­li­en­thal ab­sol­viert den ers­ten Se­gel­flug +

VI. Li­te­ra­tur des 20. Jahr­hun­derts

1901 - 2000

Die Li­te­ra­tur des 20. Jhdts. über­schau­bar dar­zu­stel­len ist schier un­mög­lich, da es eine un­über­seh­ba­re Zahl von Wer­ken, Stil­rich­tun­gen und Au­toren gibt, die zu einem Groß­teil in schar­fem Ge­gen­satz zu­ein­an­der ste­hen. Doch seien auch hier ei­ni­ge be­deu­ten­de Namen ge­nannt:

  • BER­TOLD BRECHT:Die Drei­gro­schen­oper“ , „Das Leben des Ga­li­lei“, „Mut­ter Cou­ra­ge und ihre Kin­der“.
  • MAX FRISCH:An­dor­ra“ , „Bie­der­mann und die Brand­stif­ter“.
  • FRIED­RICH DÜR­REN­MATT:Der Be­such der alten Dame“ , „Die Phy­si­ker“.

Auch im 20. Jhdt. wur­den ver­su­che un­ter­nom­men, die Li­te­ra­tur in Grup­pen ein­zu­tei­len. Drei Ab­schnit­te der Li­te­ra­tur, die du viel­leicht auch aus der Ma­le­rei kennst, seien im fol­gen­den bei­spiel­haft er­wähnt!

9. Im­pres­sio­nis­mus (1890 - 1910)

Im­pres­si­on be­deu­tet „Ein­druck“.

AUTUM­NUS

Der Schwä­ne Schnee­weiß. Glanz der blau­en Flut.

Des brei­ten Stan­des Gelb, das flach ver­läuft.

Ge­lärm­der Ba­den­den und Freu­de laut

Der brau­nen schlan­ken Lei­ber, die mit Zwei­gen

Sich peitsch­ten blan­kes Was­ser auf das Haupt.

Doch auf­wärts steigt der Wald in blau­en Far­ben

Des Nach­mit­tags. Sein brei­tes grü­nes Haupt

Ist sanft ge­run­det in den blas­sen Him­mel,

Der zit­ternd aus­streut frü­hen Herbs­tes Licht.

Weit an dem Strom­tal zieht das Hü­gel­land

Sich fern hinab, mit bun­ten Wäl­dern voll

Und voll von Sonne, bis es hin­ten weit

Ver­schwim­mend tief in blaue Schat­ten taucht.

Georg Heym

Wich­tigs­ter Ver­tre­ter:

  • GEORG HEYM

Im Ge­dicht „Autum­nus“ (=Herbst)

ver­sucht Heym zu be­schrei­ben,

wel­chen Ein­druck der Herbst bei

ihm hin­ter­lässt.

10. Sym­bo­lis­mus (1890 - 1910)

Ein Sym­bol ist ein bild­haf­tes Zei­chen.

DER TOD DER GE­LIEB­TEN

Er wuss­te nur vom Tod, was alle wis­sen:

dass er uns nimmt und in das Stum­me stößt.

Als aber sie, nicht von ihm fort­ge­ris­sen,

nein, leis aus sei­nen Augen aus­ge­löst,

hin­über­g­litt zu un­be­kann­ten Schat­ten,

und als er fühl­te, dass sie drü­ben nun

wie einen Mond ihr Mäd­chen­lä­cheln hat­ten

und ihre Weise wohl­zu­tun:

Da wur­den ihm die Toten so be­kannt,

als wäre er durch sie mit einem jeden

ganz nah ver­wandt; er ließ die an­de­ren reden

und glaub­te nicht und nann­te jenes Land

das gut­ge­le­ge­ne, das im­mer­sü­ße -

und tas­te­te es ab für ihre Füße.

Rai­ner Maria Rilke

Wich­ti­ge Ver­tre­ter:

  • RAI­NER MARIA RILKE
  • HUGO VON HOF­MANNS­THAL

Rilke ver­sucht in sei­nem Ge­dicht

das Thema „Tod“ in Worte (Bil­der,

Sym­bo­le) zu fas­sen, was das Ge-

dicht nicht un­be­dingt leicht verständ-​

lich macht.

11. Ex­pres­sio­nis­mus (1910 - 1930)

Ex­pres­si­on be­deu­tet „Aus­druck“.

NACHT­CA­FE


824: Der Frau­en Liebe und Leben.

Das Cello trinkt rasch mal. Die Flöte

rülpst tief drei Takte lang: das schö­ne Abend­brot.

Die Trom­mel liest den Kri­mi­nal­ro­man zu Ende.

Grüne Zähne, Pi­ckel im Ge­sicht

winkt einer Lid­rand­ent­zün­dung.

Fett im Haar

spricht zu of­fe­nem Mund mit Ra­chen­man­del

Glau­be Liebe Hoff­nung um den Hals.

Jun­ger Kropf ist Sat­tel­na­se gut.

Er be­zahlt für sie drei Biere.

Bart­flech­te kauft Nel­ken,

Dop­pel­kinn zu er­wei­chen.

B-​moll: die 35. So­na­te.

Zwei Augen brül­len auf:

Spritzt nicht das Blut von Cho­pin in den Saal,

damit der Pack drauf rum­latscht!

Schluss! He, Gigi! -

Die Tür fließt hin: Ein Weib.

Wüste aus­ge­dörrt. Ka­naa­ni­tisch braun.

Keusch. Höh­len­reich. Ein Duft kommt mit. Kaum Duft.

Es ist nur die süße Vor­wöl­bung der Luft

gegen mein Ge­hirn.

Eine Fett­lei­big­keit trip­pelt hin­ter­her.

Gott­fried Benn

Wich­ti­ge Ver­tre­ter:

  • GOTT­FRIED BENN
  • GEORG TRAKL

Benn war Fach­arzt für Haut- und

Ge­schlechts­krank­hei­ten, was ihn

die Men­schen aus einem ande-

ren Blick­win­kel sehen ließ. Vor

allem in die­sem Ge­dicht lässt er

aus­drucks­stark die Men­schen in

ihrer gan­zen Schwä­che und

Häss­lich­keit er­ken­nen.

Zur Er­klä­rung:

Ka­na­an = Ge­biet im Raum Sy­ri­en -

Pa­läs­ti­na der vor­bi­bli­schen und bi­bli­schen Zeit.

12. Exil­li­te­ra­tur (1933 - 1945)

Wie es der Name die­ser Epo­che be­reits ver­mu­ten lässt, han­delt es sich um Schrift­stel­le­rIn­nen, die wegen des Nazi-​Regimes aus Deutsch­land ge­flo­hen sind/flie­hen muss­ten und ihre Texte, Ro­ma­ne, Thea­ter­stü­cke im Exil ge­schrie­ben haben.

Wich­ti­ge Ver­tre­ter:

  • BER­TOLT BRECHT
  • KURT TU­CHOL­SKY
  • HEIN­RICH MANN

Exil, das (lat.) = lang­fris­ti­ger Auf­ent­halt au­ßer­halb des Hei­mat­lan­des, das auf­grund von Ver­ban­nung, Aus­bür­ge­rung, Ver­fol­gung durch den Staat oder Ähn­li­ches ver­las­sen wurde.

13. Trüm­mer­li­te­ra­tur (1945 - 1959)

Wich­ti­ge Ver­tre­ter:

  • WOLF­GANG BOR­CHERT
  • BER­TOLT BRECHT
  • CARL ZUCK­MAY­ER

Nach dem 2. Welt­krieg lagen Deutsch­land und Ös­ter­reich in Trüm­mern. Ziel die­ser Epo­che war es, ein rea­lis­ti­sches Bild die­ser Zeit auf­zu­zei­gen, das Aus­maß der Zer­stö­rung durch den Krieg und die fol­gen für die Men­schen.

Das wahr­schein­lich be­kann­tes­te Werk die­ser Zeit ist das Heim­kehr­erdra­ma “Drau­ßen vor der Tür” (1947) von Wolf­gang Bor­chert.

14. Li­te­ra­tur der BRD/DDR (1950 - 1990)

Wich­ti­ge Ver­tre­ter (BRD):

  • HEIN­RICH BÖLL
  • GÜN­TER GRASS
  • MAX FRISCH
  • FRIED­RICH DÜR­REN­MATT
  • HEIN­RICH BÖLL

Wich­ti­ge Ver­tre­ter (DDR):

  • BER­TOLT BRECHT
  • ANNA SEG­HERS
  • STE­FAN HEYM
  • CHRIS­TA WOLF
  • UL­RICH PLENZ­DORF

Mit der Grün­dung der bei­den deut­schen Staa­ten BRD (Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land) und DDR (Deut­sche De­mo­kra­ti­sche Re­pu­blik) ent­ste­hen zwei un­ter­schied­li­che Rich­tun­gen in der deut­schen Li­te­ra­tur.

Zu den The­men der BRD-​Literatur ge­hör­ten die Aufar­bei­tung der NS-​Zeit, aber auch die teil­wei­se Ver­drän­gung in der Be­völ­ke­rung. Es wer­den po­li­ti­sche und mo­ra­li­sche Fra­gen auf­ge­grif­fen und Ein­zel­schick­sa­le ge­schil­dert.

In der DDR waren die The­men an­ti­fa­schis­tisch, links­po­li­tisch und so­zia­lis­tisch ge­prägt. Das all­täg­li­che Leben wurde be­schrie­ben, aber auch Kon­flik­te zwi­schen den Men­schen und in der Ge­sell­schaft.

Schlag­zei­len aus die­ser Zeit:

+ Der 1. Welt­krieg+ Ös­ter­reich wird von einer Mon­ar­chie zur Re­pu­blik, al­ler­dings nur für kurze Zeit + Der 2. Welt­krieg mit all dem Leid, dass wir Adolf Hit­ler und dem Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ver­dan­ken + Grün­dung der 2. Re­pu­blik in Ös­ter­reich, die bis heute be­steht + Deutsch­land wird in zwei Staa­ten ge­teilt + Der erste Mensch be­tritt den Mond + Das Kern­kraft­werk Tscher­no­byl zeigt, wie si­cher die Atom­kraft ist und dass ra­dio­ak­ti­ve Strah­len kei­nen Rei­se­pass brau­chen, um die Gren­zen zu über­schrei­ten + Ju­go­sla­wi­en und die UdSSR gibt es nicht mehr, dafür noch mehr Elend + Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands+ Ös­ter­reich wird Mit­glied der EU + Krie­ge am Bal­kan +

15. Post­mo­der­ne / Ge­gen­warts­li­te­ra­tur

ab 1980

Wich­ti­ge Ver­tre­ter:

  • ERICH FRIED
  • THO­MAS BERN­HARD
  • BERN­HARD SCHLINK
  • PA­TRICK SÜS­KIND...

Die deut­sche Li­te­ra­tur der Post­mo­der­ne reicht bis zur heu­ti­gen Ge­gen­warts­li­te­ra­tur. Sie zeich­net sich da­durch aus, dass sie sich an allen Stil­mit­teln be­dient, die es in der Li­te­ra­tur gibt. Die Post­mo­der­ne Li­te­ra­tur ist der Mei­nung, dass Kunst nicht etwas “kom­plett Neues” sein muss. Zi­ta­te und Quer­ver­wei­se auf an­de­re li­te­ra­ri­sche Werke sind be­lieb­te Stil­mit­tel.

Wel­che Bü­cher liest du ge­ra­de?
Bis­he­ri­ge Schlag­zei­len:

+ Der Ter­ror­an­schlag vom 11. Sep­tem­ber 2001 auf die zwei Türme des World Trade Cen­ters scho­ckiert die ganze Welt  + 2004 ster­ben rund 300.000 Men­schen durch  einen Tsu­na­mi + Eu­ro­pa wird von einer noch nie da­ge­we­se­nen Ter­ror­wel­le heim­ge­sucht (An­schlä­ge in Frank­reich, Spa­ni­en, Deutsch­land und auch Ös­ter­reich) + 2020 bringt eine welt­wei­te Pan­de­mie (Covid-​19) das Leben aller Men­schen kom­plett durch­ein­an­der +  Krieg in der Ukrai­ne +