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Lese-Training – Tandemlesen | Freundschaft & Zusammenhalt
Die 5b der Realschule Siegen hatte eine besondere Einladung erhalten: Sie durften an einer Jugendversammlung im Rathaus teilnehmen. Das Thema lautete: Wie wollen wir in Zukunft in Siegen leben?
Lena war aufgeregt. Sie wollte ihre Idee vorstellen: mehr Fahrradwege in Siegen. Ihr Freund Karim hatte eine andere Idee: mehr Sportplätze für Jugendliche.
Ich finde, Fahrradwege sind wichtiger
, sagte Lena auf dem Weg zum Rathaus. Damit schützen wir die Umwelt und die Luft wird sauberer.
Aber Sportplätze sind auch wichtig
, widersprach Karim. Viele Jugendliche haben keinen Ort, wo sie Sport machen können.
Beides kostet Geld
, gab Lena zu bedenken. Die Stadt kann nicht alles auf einmal machen.
Im großen Sitzungssaal des Rathauses saßen etwa 50 Jugendliche aus verschiedenen Schulen. Vorne saßen der Bürgermeister, einige Stadträte und Vertreter von Greenpeace Siegen.
Der Bürgermeister eröffnete die Versammlung: Liebe Jugendliche, heute seid ihr die Experten[15]. Wir wollen eure Ideen hören. Jeder darf seine Meinung sagen, und wir nehmen eure Vorschläge ernst.
Nacheinander stellten die Jugendlichen ihre Ideen vor: Mehr Mülleimer, ein Jugendcafé, bessere Busverbindungen, mehr Grünflächen und kostenlose Schwimmbadbesuche.
Dann kam Lena an die Reihe. Ihr Herz klopfte, aber sie sprach laut und deutlich:
Ich bin Lena aus der 5b. Ich schlage vor, dass Siegen mehr Fahrradwege bekommt. Viele Kinder würden gerne mit dem Fahrrad zur Schule fahren, aber die Straßen sind zu gefährlich. Sichere Fahrradwege wären gut für die Umwelt und für unsere Gesundheit.
Es gab Applaus. Dann war Karim dran:
Ich bin Karim, auch aus der 5b. Wir brauchen mehr Sportplätze für Jugendliche. Viele haben keine Möglichkeit, Sport zu machen, weil die Vereine zu teuer sind. Ein öffentlicher Sportplatz wäre kostenlos und für alle zugänglich.
Auch für Karim gab es Applaus.
Nach allen Präsentationen begann die Diskussion. Eine Stadträtin meldete sich: Alle Ideen sind gut, aber wir haben nur ein begrenztes Budget[16]. Wir müssen Prioritäten[17] setzen.
Herr Müller von Greenpeace Siegen unterstützte Lenas Vorschlag: Fahrradwege sind nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch eine Investition in die Zukunft.
Ein Stadtrat unterstützte Karim: Sportplätze sind wichtig für die soziale Gerechtigkeit. Ein öffentlicher Sportplatz gibt allen die gleichen Chancen.
Der Bürgermeister schlug vor: Lasst uns abstimmen. Jeder hat zwei Stimmen.
Lena überlegte. Beide Ideen waren gut. Sie gab eine Stimme für Fahrradwege und eine für Sportplätze. Karim dachte dasselbe.
Nach der Auszählung[18] stand fest:
Fahrradwege (28 Stimmen)
Sportplätze (25 Stimmen)
Mehr Grünflächen (22 Stimmen)
Der Bürgermeister verkündete: Wir fangen mit den Fahrradwegen an. Im nächsten Jahr folgen die Sportplätze.
Lena und Karim waren beide zufrieden. Auf dem Heimweg sprachen sie über die Versammlung.Am Anfang dachte ich, nur meine Idee wäre wichtig
, sagte Lena. Aber jetzt sehe ich, dass auch andere gute Ideen haben.
Mir geht es genauso
, gab Karim zu. Und es ist gut, dass wir abstimmen konnten. So war es fair.
Das ist Demokratie
, sagte Lena. Jeder darf seine Meinung sagen, und dann entscheiden wir gemeinsam.
Drei Monate später wurde der erste neue Fahrradweg eingeweiht. Lena und Karim waren zur Eröffnung eingeladen.
Der Bürgermeister dankte ihnen: Ihr habt gezeigt, dass junge Menschen wichtige Ideen haben. Eure Stimmen zählen, und starke Institutionen wie unsere Stadt hören euch zu.
Lena und Karim fühlten sich stolz. Sie hatten gelernt: In einer Demokratie hat jeder eine Stimme. Manchmal bekommt man nicht alles, was man will, aber wenn wir zusammenarbeiten und Kompromisse eingehen, können wir gemeinsam etwas bewegen.
Demokratie bedeutet, dass jeder mitreden darf. Starke Institutionen sorgen dafür, dass alle Stimmen gehört werden und Entscheidungen fair getroffen werden. Manchmal müssen wir Kompromisse eingehen, aber gemeinsam können wir viel erreichen.
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(15) Experten
Menschen, die sich besonders gut mit einem Thema auskennen oder eine wichtige Meinung dazu haben.
(16) begrenztes Budget
Eine festgelegte Menge an Geld, die zur Verfügung steht und nicht überschritten werden kann.
(17) Prioritäten
Die wichtigsten Dinge, die zuerst gemacht werden sollen, wenn man nicht alles auf einmal machen kann.
(18) Auszählung
Das Zählen aller abgegebenen Stimmen bei einer Abstimmung, um zu sehen, welche Idee die meisten Stimmen bekommen hat.
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