Name:
M11: Familiengesundheitspflege
Thema 1: Familie im Fokus & Erziehungsstile
Thema 2: Elterliche Kompetenzen stärken & Bindungsaufbau zu Kindern und Eltern
Thema 3: Lebensgestaltung & Alltagsrhythmen von Kindern
Thema 4: Gesundheitspolitik & Versorgung
Thema 5: Unterstützungsnetzwerke & niedrigschwellige Angebote
🎯 Lernziele
•Bedeutung der Familie als System und Bezugspunkt erkennen
•Unterschiedliche Erziehungsstile und deren Auswirkungen beschreiben können
•Familienzentrierte Pflege definieren
•Familie als ein System, das in den Pflegeprozess einbezogen wird.
• Zielt nicht nur auf das Individuum, sondern auf das gesamte familiäre Umfeld ab.
Gesundheitsressourcen der Familie aktivieren
„Systemisch“ heißt, einzelne Personen oder Elemente als Teil eines größeren Gesamtsystems zu betrachten, dessen Elemente in wechselseitigem Zusammenhang miteinander stehen.
Aspekte
•Rollenverteilung (z. B. wer übernimmt welche Pflegeaufgabe?)
•Kommunikationsmuster (offen, konfliktscheu, direktiv)
•Familiendynamik (z. B. generationenübergreifende Spannungen)
Jede Gruppe erhält ein Fallbeispiel
•Beschreibe die Familiendynamik
•Welche Rollen nehmen Familienmitglieder ein?
•Welche Unterstützung braucht die Familie?
•Welche Pflegeansätze sind familienzentriert?
Fallbeispiel 1: Lisa (8 Jahre) Mukoviszidose
Lisa ist ein aufgewecktes 8-jähriges Mädchen mit der genetischen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose. Sie muss mehrmals täglich inhaliert werden, benötigt regelmäßig Physiotherapie und ist häufig krankheitsbedingt im Krankenhaus. Ihre Mutter hat ihre Arbeitszeit stark reduziert, um Lisa zu Hause zu betreuen. Der Vater arbeitet im Schichtdienst und ist oft erschöpft. Lisas Bruder Tim (12 Jahre) zieht sich immer mehr zurück. Er fühlt sich übersehen und ist eifersüchtig, weil sich fast alles um Lisa dreht.
Fallbeispiel 2: Herr Meier
Pflegebedürftiger im Mehrgenerationenhaushalt
Meier (70) lebt nach einem schweren Schlaganfall bei seiner Tochter Susanne (39) und ihren drei Kindern (6, 10, 14). Er ist teilweise gelähmt und benötigt umfassende Hilfe beim Waschen, Anziehen, Toilettengang und Essen. Susanne arbeitet Teilzeit, versucht Familie und Pflege unter einen Hut zu bringen – sie ist sichtbar überfordert. Die Kinder sind zunehmend auffällig: eines verweigert die Schule, ein anderes entwickelt Ängste. Herr Meier fühlt sich zunehmend als „Last“, spricht kaum noch und lehnt Hilfe ab.
Fallbeispiel 3: Familie Ali
Frühgeborenes auf der Intensivstation
Familie Ali hat ein Frühgeborenes in der 28. Schwangerschaftswoche bekommen. Das Neugeborene liegt auf der Intensivstation. Die Mutter ist täglich viele Stunden am Bett, weint viel und spricht kaum. Der Vater ist bei der Arbeit sehr angespannt und fühlt sich machtlos. Das zweijährige Geschwisterkind wird von der Oma betreut, zeigt aber ebenfalls Stressreaktionen (Schlafprobleme, Rückzug). Die Eltern wissen nicht, was sie für ihr Frühchen tun können, fühlen sich ausgeliefert.
👩👧👦 Fallbeispiel 4: Frau K. alleinerziehend mit MS
Frau K. (35) lebt mit ihren beiden Kindern (5 und 9) in einer kleinen Wohnung. Sie leidet an Multipler Sklerose mit Schüben, die sie teilweise komplett ans Bett fesseln. In diesen Phasen übernehmen die Kinder Aufgaben wie Essen machen, sich selbst anziehen und ruhig sein, damit die Mutter schlafen kann. Im Kindergarten wird auffällig, dass der jüngere Sohn oft müde, traurig und still ist. Die ältere Tochter wirkt „erwachsen“, hat aber keine Freunde.
🎯 Lernziele
• Merkmale elterlicher Kompetenz benennen
• Pflegekräfte als Begleitende elterlicher Entwicklung verstehen
• Bindungstheorie nach Bowlby/Ainsworth erklären können
• Förderung elterlicher Kompetenzen durch Pflege
Die Bindungstheorie ist für Pflegefachkräfte essenziell, weil sie hilft zu verstehen, wie frühere Bindungserfahrungen das Verhalten und die Bedürfnisse von Patienten beeinflussen. In der Pflege erleben viele Patienten Stress, Angst und Unsicherheit. Emotionen, die oft durch ihre individuellen Bindungsstile verstärkt werden. Ein Bewusstsein für diese Bindungsdynamiken ermöglicht es Pflegekräften, Vertrauen und Sicherheit aufzubauen, angemessen auf die Bedürfnisse einzugehen und besser auf Verhaltensweisen wie Rückzug oder Unsicherheiten zu reagieren.
🟡 Bindungstyp 2: Unsicher-vermeidend
Verhalten
•Wirken unbeteiligt, vermeiden Blickkontakt
•Zeigen wenig Emotionen, selbst bei Trennung
•Lehnen Nähe oft ab – obwohl sie innerlich gestresst sind. Diese Kinder brauchen Nähe, können sie aber schwer zulassen. Sie wirken „pflegeleicht“, sind innerlich aber oft belastet.
Pflege
•Sanfter Kontaktaufbau, kein „Überstülpen“ von Nähe
•Geduld und stille Präsenz signalisieren
•Verlässlichkeit
🔴Bindungstyp 3: Desorganisiert
🟠 Bindungstyp 4: Unsicher-ambivalent
Verhalten
•Klammert sich stark an Bezugsperson
•Zeigt widersprüchliches Verhalten (will Nähe, lehnt sie dann ab)
•Weint intensiv, lässt sich schwer beruhigen
Pflege
•Feste Rituale, klare Worte und ruhiges Verhalten
•Pflegekraft als sicherer Hafen – liebevoll und konsequent
Fähigkeit von Eltern, die emotionalen, körperlichen und sozialen Bedürfnisse ihrer Kinder zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
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