"Nürnberger Rassegesetze"

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Gaisböck
GESCHICHTE
Nürn­ber­ger Ras­se­ge­set­ze

1935 er­ließ Nazi-​Deutschland die Nürn­ber­ger Ras­se­ge­set­ze. Sie teil­ten Men­schen nach ihrer „Rasse“ ein und be­nach­tei­lig­ten be­son­ders Juden. Ehe und Se­xu­al­kon­tak­te zwi­schen Juden und „Ari­ern“ wur­den ver­bo­ten. Juden ver­lo­ren viele Rech­te, z. B. Be­ru­fe oder Staats­bür­ger­schaft. Die Ge­set­ze soll­ten die Nazi-​Ideologie von einer „rei­nen deut­schen Rasse“ durch­set­zen.

Die Nazis be­grün­de­ten diese Ge­set­ze mit der Evo­lu­ti­ons­the­o­rie von Charles Dar­win und be­haup­te­ten es gäbe „Men­schen­ras­sen“. Man nennt diese Vor­ge­hens­wei­se So­zi­al­dar­wi­nis­mus. Die Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ten leg­ten 1935 mit den Nürn­ber­ger Ge­set­zen eine recht­li­che Grund­la­ge für die spä­te­re Er­mor­dung der Juden. Mit Gra­fi­ken wie die­sen ver­such­ten sie ihren Vor­stel­lun­gen einen wis­sen­schaft­li­chen An­schein zu ver­lei­hen.

Ar­beits­auf­ga­ben

1.  Ver­glei­che die bei­den Zei­tungs­ar­ti­kel.



- Wann & wo wur­den die Ar­ti­kel ver­öf­fent­licht?

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- Worum geht es in den Tex­ten?

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2.  Be­ur­tei­le, ob die Ar­ti­kel NS-​Propaganda (Wer­bung für die Nazis) waren oder nicht?



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Gaisböck
GESCHICHTE

Tran­skrip­ti­on des roten Käst­chen

Die neue Ju­den­ge­setz­ge­bung

Der Reichs­tag hat ein­stim­mig ein Ge­setz be­schlos­sen, das Ehe­li­chun­gen zwi­schen Juden und Staats­an­ge­hö­ri­gen deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes unter An­dro­hung der Zucht­haus­stra­fe ver­bie­tet. Trotz­dem ge­schlos­se­ne Ehen sind nich­tig, auch wenn sie zur Um­ge­bung die­ses Ge­set­zes im Aus­land ge­schlos­sen wor­den sind. [...] Au­ßer­ehe­li­cher Ver­kehr zwi­schen Juden und Staats­an­ge­hö­ri­gen deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes ist ver­bo­ten. Zu­wi­der­han­deln­de wer­den mit Ge­fäng­nis oder Zucht­haus be­straft. Juden dür­fen weib­li­che Staats­an­ge­hö­ri­gen deut­schen oder art­ver­wand­ten Blu­tes unter fünf­und­vier­zig Jah­ren nicht in ihrem Haus­halt be­schäf­ti­gen. Juden ist das his­sen der Reichs- oder Na­ti­o­nal­flag­ge und das Zei­gen der Reichs­far­ben ver­bo­ten. Da­ge­gen ist ihnen das Zei­gen jü­di­scher Far­ben ge­stat­tet. [...]

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GESCHICHTE

Tran­skrip­ti­on des roten Käst­chen

Aber diese Ju­den­schu­len sind noch nichts im Ver­hält­nis zu der Schur­ke­rei die am Nürn­ber­ger Par­tei­tag gegen die Ju­den­heit be­gan­gen wurde. Ich will die Frage des Ver­bo­tes der Misch­ehen nicht be­han­deln. Das tritt in den Schat­ten ge­gen­über, das die Ju­den­ge­set­ze zur Ver­tei­di­gung des deut­schen Blu­tes und der deut­schen Ehre ge­schaf­fen wur­den. [...] Diese Ge­set­ze haben von Staats wegen fast eine halbe Mil­li­on Men­schen ihrer Bür­ger­eh­re ent­klei­det und zu Men­schen min­de­ren Gra­des und min­de­rer Rech­te ge­stem­pelt. [...] Ich habe oft genug zu­letzt in mei­nem Buche Sein Kampf- Ant­wort an Hit­ler nach­ge­wie­sen, daß die Be­haup­tung des Ha­ken­kreu­zes, die jü­di­sche Rasse wäre dem Blute nach min­der­wer­tig, eine in­fa­me Lüge. Ich wie­der­ho­le es heute, an die­ser Stel­le in mei­ner Ei­gen­schaft als Chris­tin, Deut­sche und Mensch. Moses, Chris­tus, die hei­li­ge Mut­ter Got­tes, die Apos­tel, die der Mensch­heit die schöns­ten Tu­gen­den bei­brach­ten, waren jü­di­schen Blu­tes.

"Nürnberger Rassegesetze"

von Magdalena Gaisböck

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