Pandemien in der Zeit: ein Vergleich von Pest und Corona Gruppe alle Gruppen

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Pandemien in der Zeit
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Grup­pe 1: Pest als Stra­fe Got­tes

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Lies M1–M3 und mar­kie­re alle Stel­len, an denen die Pest re­li­gi­ös er­klärt wird.
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Er­klä­re das Zitat aus M2 in ei­ge­nen Wor­ten.
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Er­klärt in ei­ge­nen Wor­ten auf eurer Taskcard:
  • Warum sahen viele Men­schen die Pest als Stra­fe Got­tes an? (M3)
  • Liste die re­li­gi­ö­sen Maß­nah­men gegen die Pest auf. (M1+ M3)
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Ver­glei­che mit der Corona-​Pandemie:
a) Wel­che Er­klä­run­gen gibt es heute bei Krank­hei­ten?


b) Was hat sich ver­än­dert?


c) Wel­che Un­ter­schie­de und Ge­mein­sam­kei­ten der Pest und Corona-​Pandemie in Bezug zum Thema Krank­hei­ten und Glau­be gibt es?
mög­li­che Satz­an­fän­ge:
  • So­wohl bei der Pest als auch bei der Corona-​Pandemie zeig­te sich, dass...

  • Ein ge­mein­sa­mer Aspekt be­steht darin, dass re­li­gi­ö­se Vor­stel­lun­gen …

  • In bei­den Fäl­len spiel­te der Glau­be eine Rolle, indem …

  • Im Ge­gen­satz zur Pest wurde die Corona-​Pandemie …

  • Ein deut­li­cher Un­ter­schied zwi­schen bei­den Krank­hei­ten liegt darin, dass …

  • Die re­li­gi­ö­se Deu­tung war bei der Pest stär­ker aus­ge­prägt, da …

  • Dies zeigt, wie eng Krank­hei­ten mit re­li­gi­ö­sen Vor­stel­lun­gen ver­knüpft sein kön­nen, weil …

  • Daran lässt sich er­ken­nen, dass Glau­bens­vor­stel­lun­gen das Ver­hal­ten der Men­schen in Pan­de­mien …

  • Die Bei­spie­le der Pest und Co­ro­na ma­chen deut­lich, dass Glau­bens­for­men …

  • Aus bei­den Pan­de­mien lässt sich ab­lei­ten, dass der Um­gang mit Krank­heit häu­fig durch … be­ein­flusst wird.

Pandemien in der Zeit
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Grup­pe 1: Pest als Stra­fe Got­tes

M1

Krank­hei­ten und Glau­be im Mit­tel­al­ter

Im Mit­tel­al­ter glaub­ten die Men­schen, dass Krank­hei­ten eine Stra­fe von Gott seien. Wenn viele Leute gleich­zei­tig krank wur­den, be­te­ten sie noch mehr zu Hei­li­gen. Be­son­ders oft wand­ten sie sich an die Jung­frau Maria und an den Hei­li­gen Se­bas­ti­an, den man auch „Pest­hei­li­gen“ nann­te.

Viele Men­schen mach­ten auch Pil­ger­rei­sen zu hei­li­gen Orten. Man­che gläu­bi­ge Leute schlu­gen sich sogar selbst, um für ihre Sün­den zu büßen – das nennt man „Gei­ßeln“. Sie hoff­ten, dass sie dafür nach dem Tod be­lohnt wür­den.

Au­ßer­dem kauf­ten viele Men­schen Ab­läs­se bei der Kir­che. Ein Ab­lass war ein Do­ku­ment, das an­geb­lich ihre Sün­den für eine be­stimm­te Zeit „ver­gab“ und sie vor dem Fe­ge­feu­er ret­te­te. Be­son­ders wäh­rend der Pest woll­te jeder Men­schen so seine Schuld ver­rin­gern.

Peith­mann, Na­net­te. Der Schwar­ze Tod – Die Pest wütet in Eu­ro­pa. Pla­net Wis­sen, 09. März 2018.
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Krank­hei­ten und Glau­be im Mit­tel­al­ter

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Peith­mann, Na­net­te. Der Schwar­ze Tod – Die Pest wütet in Eu­ro­pa. Pla­net Wis­sen, 09. März 2018.
Peith­mann, Na­net­te. Der Schwar­ze Tod – Die Pest wütet in Eu­ro­pa. Pla­net Wis­sen, 09. März 2018.
Pil­ger­rei­se

Eine Pil­ger­rei­se ist eine Reise zu einem hei­li­gen Ort, die Men­schen aus re­li­gi­ö­sen Grün­den un­ter­neh­men.

Pest­hei­li­ge

„Pest­hei­li­ge“ nennt man Hei­li­ge, zu denen die Men­schen wäh­rend der Pest ge­be­tet haben, weil sie sich von ihnen Schutz und Hilfe er­hoff­ten.

Fe­ge­feu­er

Im Mit­tel­al­ter glaub­ten die Men­schen, dass man nach dem Tod zu­erst ins Fe­ge­feu­er kommt. Dort muss­ten die See­len für ihre Feh­ler „büßen“, bevor sie in den Him­mel durf­ten.

M2

Mat­thi­as von Neu­en­burg schrieb 1348 über mög­li­che Er­klä­run­gen der Seu­che:

„Die Pest zog über die Län­der hin­weg; und ob­wohl die Ge­lehr­ten al­ler­lei re­de­ten, hat­ten sie keine ver­nünf­ti­ge Er­klä­rung für die Heim­su­chung, außer dass es Got­tes Wille sei.“

M2

Mat­thi­as von Neu­en­burg schrieb 1348 über mög­li­che Er­klä­run­gen der Seu­che:

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Ge­lehr­te

Ge­lehr­te im Mit­tel­al­ter waren Men­schen, die lesen, schrei­ben und viel Wis­sen hat­ten. Sie be­schäf­tig­ten sich mit Re­li­gi­on, Me­di­zin, Stern­kun­de oder Natur und ar­bei­te­ten oft an Klös­tern oder Uni­ver­si­tä­ten.

Pandemien in der Zeit
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M3

Glau­ben und Angst: Die re­li­gi­ö­se Sicht auf die Pest

Im Mit­tel­al­ter glaub­ten viele Men­schen, die Pest sei eine Stra­fe Got­tes für die Sün­den der Mensch­heit. Geist­li­che ver­wie­sen dabei be­son­ders auf das Alte Tes­ta­ment, in dem Gott die Men­schen hart be­straft, etwa durch die Sint­flut oder die Zer­stö­rung von Sodom und Go­mor­ra. So wurde auch das große Ster­ben des 14. Jahr­hun­derts als Zei­chen des gött­li­chen Zorns ge­deu­tet. In ihren Pre­dig­ten er­klär­ten die Geist­li­chen, Gott habe die Pest ge­schickt, weil die Men­schen zu sel­ten be­te­ten, die Got­tes­diens­te ver­nach­läs­sig­ten, zu viel fluch­ten oder all­ge­mein ein sün­di­ges Leben führ­ten. Auch be­stimm­te Grup­pen wie Bett­ler oder Pro­sti­tu­ier­te wur­den be­schul­digt, durch ihr Ver­hal­ten Got­tes Zorn her­vor­ge­ru­fen zu haben.

Um die Stra­fe zu min­dern, setz­ten viele Men­schen auf re­li­gi­ö­se Me­tho­den. Geist­li­che rie­fen zu Buße und Um­kehr auf und hiel­ten Buß­pre­dig­ten, in denen sie die Gläu­bi­gen auf­for­der­ten, ihre Sün­den zu er­ken­nen und zu be­reu­en. Es fan­den öf­fent­li­che Ge­be­te, Fast­ta­ge und Buß­um­zü­ge statt, bei denen die Men­schen ge­mein­sam um Ver­ge­bung baten. Man­che such­ten nach Sün­den­bö­cken, um den Aus­bruch der Pest zu er­klä­ren, und deu­te­ten dies eben­falls re­li­gi­ös. Viele glaub­ten au­ßer­dem, dass Gott seine Stra­fe durch Vor­zei­chen an­kün­di­ge. So wur­den Erd­be­ben, schwe­re Un­wet­ter, un­ge­wöhn­li­che Ge­stirn­stel­lun­gen oder große Heu­schre­cken­pla­gen als Hin­wei­se ver­stan­den, dass Gott zor­nig sei und die Pest brin­gen werde.

Durch all diese Vor­stel­lun­gen ent­stand das Bild einer Welt, in der die Pest als di­rek­te Folge gött­li­cher Stra­fe galt.

De­me­tri, Peter Chris­ti­an.Die Pest. Di­ä­te­ti­sche Er­klä­rungs­ver­su­che im re­li­gi­ö­sen Kon­text. In: EPI­KUR - Jour­nal für Gastro­so­phie, 02/2011
M3

Glau­ben und Angst: Die re­li­gi­ö­se Sicht auf die Pest

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De­me­tri, Peter Chris­ti­an.Die Pest. Di­ä­te­ti­sche Er­klä­rungs­ver­su­che im re­li­gi­ö­sen Kon­text. In: EPI­KUR - Jour­nal für Gastro­so­phie, 02/2011
De­me­tri, Peter Chris­ti­an.Die Pest. Di­ä­te­ti­sche Er­klä­rungs­ver­su­che im re­li­gi­ö­sen Kon­text. In: EPI­KUR - Jour­nal für Gastro­so­phie, 02/2011
Geist­li­che

Geist­li­che im Mit­tel­al­ter waren Men­schen, die in der Kir­che ar­bei­te­ten, zum Bei­spiel Pries­ter oder Mön­che. Sie lei­te­ten Got­tes­diens­te, be­te­ten für die Men­schen und er­klär­ten den Glau­ben.

Die Sin­flut

Im Alten Tes­ta­ment er­zählt die Bibel, dass Gott eine große Flut schick­te, weil die Men­schen schlecht ge­wor­den waren. Nur Noah und seine Fa­mi­lie über­leb­ten in einer gro­ßen Arche.



Die Zer­stö­rung von Sodom und Go­mor­ra

Sodom und Go­mor­ra waren zwei Städ­te, die laut Bibel sehr „sün­dig“ waren. Des­halb wur­den sie von Gott zer­stört. Nur die Fa­mi­lie von Lot wurde ge­ret­tet.

Pre­dig­ten

Pre­dig­ten sind An­spra­chen von Pries­tern wäh­rend des Got­tes­diens­tes, in denen sie den Men­schen den Glau­ben er­klä­ren und sagen, wie sie nach christ­li­chen Re­geln leben sol­len.

Buße

be­deu­tet, dass man seine Feh­ler oder Sün­den be­reut und ver­sucht, sich zu bes­sern.

Pandemien in der Zeit
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Grup­pe 2: Me­di­zin, Heil­mit­tel und Um­gang mit der Pest

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Lies M1 - M4 und mar­kie­re das Aus­se­hen und die Werk­zeu­ge der Pe­st­ärz­te und den (me­di­zi­ni­schen) Um­gang mit der Pest.
  • Ver­mu­te, wofür diese Klei­dungs­stü­cke gut waren. Schrei­be auf. (M3)
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Finde im Text (M1) drei Stel­len, die zei­gen, dass die Men­schen da­mals nicht si­cher wuss­ten, wie sich die Pest ver­brei­tet.
Mar­kie­re sie in einer an­de­ren Farbe und er­klä­re in 2 Sät­zen:
Warum waren die Men­schen so un­si­cher?
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Er­klärt in ei­ge­nen Wor­ten auf eurer Taskcard:
  • Was glaub­te man über die An­ste­ckung der Pest? (M1)
  • Wel­che Ver­hal­tens­tipps wer­den in Bezug auf den Um­gang mit der Pest ge­nannt? (M2)
  • Wel­che Heil­mit­tel be­nutz­ten die Ärzte im Mit­tel­al­ter? (M4)
  • Warum hal­fen Ader­lass und Brech­mit­tel nicht? Wel­che Fol­gen hatte das für die Kran­ken? (M4)
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Ver­glei­che mit der Corona-​Pandemie:
a) Wel­che Schutz­maß­nah­men gab es in der Corona-​Zeit?


b) Was ist gleich ge­blie­ben (z. B. Maske)?


c) Was ist völ­lig an­ders (z. B. me­di­zi­ni­sche Kennt­nis­se)?


d) No­tie­re die Un­ter­schie­de und Ge­mein­sam­kei­ten der Pest und Corona-​Pandemie in Bezug auf den me­di­zi­ni­schen Um­gang mit der Pest.

mög­li­che Satz­an­fän­ge

mög­li­che Satz­an­fän­ge:

„Da­mals schütz­ten sich die Men­schen vor allem mit­hil­fe von… Heute ver­hal­ten wir uns bei Krank­hei­ten und Pan­de­mien…“

Pandemien in der Zeit
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Grup­pe 2: Me­di­zin, Heil­mit­tel und Um­gang mit der Pest

M1

Me­di­zin und Schutz vor der Pest

Als sich die Pest im Mit­tel­al­ter schnell über Eu­ro­pa aus­brei­te­te, waren die Men­schen völ­lig über­for­dert. In­ner­halb kur­zer Zeit star­ben in vie­len Städ­ten Tau­sen­de Men­schen. Da nie­mand wuss­te, woher die Krank­heit kam, such­te man nach Er­klä­run­gen – und ver­such­te, sich ir­gend­wie zu schüt­zen.

Viele glaub­ten, die Pest werde durch ver­dor­be­ne Luft über­tra­gen. Diese schlech­te Luft nann­te man Mi­as­ma oder Pest­hauch. Man stell­te sich vor, dass ge­fähr­li­che Dämp­fe aus dem Osten her­über­zo­gen und Men­schen krank mach­ten. An­de­re Be­ob­ach­tun­gen zeig­ten je­doch, dass die Krank­heit auch durch Ge­gen­stän­de oder Waren, die von Stadt zu Stadt trans­por­tiert wur­den, wei­ter­ge­ge­ben wer­den konn­te. Diese Idee nann­te man Con­ta­gio: Die Vor­stel­lung, dass „etwas Stoff­li­ches“ an Klei­dung, Schif­fen oder Waren haf­tet und die Krank­heit wei­ter­trägt. Man­che Men­schen glaub­ten au­ßer­dem, der An­blick eines Pest­kran­ken könne die Krank­heit über­tra­gen, doch diese Idee war we­ni­ger ver­brei­tet.

Die Maß­nah­men gegen die Pest folg­ten di­rekt aus die­sen Vor­stel­lun­gen. Wenn man glaub­te, die Luft sei ver­gif­tet, ver­such­te man sie zu rei­ni­gen. In vie­len Städ­ten zün­de­te man große Feuer an, weil man dach­te, der Rauch würde die Krank­heit ver­trei­ben. Men­schen hiel­ten sich Duft­schwäm­me, Kräu­ter oder in Essig ge­tränk­te Tü­cher vor die Nase, um „gute Luft“ gegen die schlech­te aus­zu­tau­schen. An­de­re tru­gen Räu­cher­werk mit sich, um sich zu schüt­zen. Gegen die Vor­stel­lung der „stoff­li­chen An­ste­ckung“ soll­ten glat­te, ge­wachs­te oder le­der­ne Klei­dungs­stü­cke hel­fen. An ihnen soll­te nichts haf­ten blei­ben, wenn man sich in die Nähe eines Pest­kran­ken be­ge­ben muss­te. An­fangs wur­den die Pest­kran­ken ohne be­son­de­re Vor­keh­run­gen in die ört­li­chen Hos­pi­tä­ler ge­bracht und die Toten wur­den nor­mal be­er­digt. Spä­ter kenn­zeich­ne­te man die Häu­ser von Pest­kran­ken mit einem Kreuz und die Be­trof­fe­nen muss­ten in Zwangs­un­ter­künf­te au­ßer­halb der Städ­te zie­hen.



Mit der zu­neh­men­den Zahl der Toten ver­brei­te­te die Pest Angst und Schre­cken unter den Men­schen. Das führ­te dazu, dass die Er­krank­ten oft von ihren ei­ge­nen Fa­mi­li­en und Freun­den im Stich ge­las­sen wur­den. Selbst Geist­li­che ver­wei­ger­ten ihren Bei­stand. Erst nach­dem meh­re­re Hun­dert­tau­send Men­schen ge­stor­ben waren, wurde man­chen klar, dass die Aus­brei­tung der Seu­che durch die Iso­la­ti­on der Kran­ken ein­ge­dämmt wer­den konn­te. Stadt­to­re wur­den ge­schlos­sen und Waren streng kon­trol­liert. 1377 zum Bei­spiel er­ließ die Stadt Ra­gusa (heute Du­brov­nik) ein Ge­setz, wo­nach es Schif­fen ver­bo­ten war, in den Hafen ein­zu­lau­fen, wenn diese aus einem von der Pest be­trof­fe­nen Ge­biet kamen. Die Be­sat­zung soll­te zu­erst 30 Tage auf einer na­he­ge­le­ge­nen Insel ver­brin­gen. Etwa zu die­ser Zeit führ­ten auch an­de­re eu­ro­päi­sche Städ­te der­ar­ti­ge Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men ein, zum Bei­spiel Ve­ne­dig, wobei sie die Dauer der Iso­la­ti­on teils auf 40 Tage ver­län­ger­ten. Warum sie die Zeit­span­ne aus­dehn­ten, kön­nen His­to­ri­ker bis heute nicht genau be­ant­wor­ten. Wer reich genug war, ver­ließ die Stadt, um nicht an­ge­steckt zu wer­den.

Heute den­ken viele beim Wort „Pest“ an den be­rühm­ten Pest­arzt mit der Schna­bel­mas­ke. Diese Maske hatte vorne einen lan­gen Schna­bel, in den Duft­stof­fe ge­legt wur­den, damit der Arzt keine „schlech­te Luft“ ein­at­men muss­te. So hatte er beide Hände frei, um Kran­ke zu un­ter­su­chen.

Trotz der Angst und der fal­schen Vor­stel­lun­gen ver­än­der­te die Pest das Ge­sund­heits­we­sen nach­hal­tig. Viele Städ­te rich­te­ten ärzt­li­che Räte ein, die den Stadt­her­ren in Ge­sund­heits­fra­gen hel­fen soll­ten. Stu­dier­te Ärzte er­hiel­ten mehr Be­deu­tung und be­ka­men feste Auf­ga­ben. Man er­ließ Re­geln zum Um­gang mit Seu­chen und baute Pest­häu­ser und Pest­fried­hö­fe au­ßer­halb der Stadt­mau­ern, die in Kri­sen­zei­ten schnell ge­nutzt wer­den konn­ten. Diese Struk­tu­ren be­ein­fluss­ten das Ge­sund­heits­we­sen noch lange Zeit – auch für an­de­re Krank­hei­ten, die nach der Pest auf­tra­ten.



Quel­le: ab­ge­än­dert „Leben im Mit­tel­al­ter. Der Schwar­ze Tod – die Pest in Eu­ro­pa“ von An­drea Böhn­ke, Mar­ti­na Jan­ning, Na­net­te Peith­mann (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2010. Letz­te Ak­tu­a­li­sie­rung 05.12.2022). WDR.
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Me­di­zin und Schutz vor der Pest

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Quel­le: ab­ge­än­dert „Leben im Mit­tel­al­ter. Der Schwar­ze Tod – die Pest in Eu­ro­pa“ von An­drea Böhn­ke, Mar­ti­na Jan­ning, Na­net­te Peith­mann (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2010. Letz­te Ak­tu­a­li­sie­rung 05.12.2022). WDR.
Quel­le: ab­ge­än­dert „Leben im Mit­tel­al­ter. Der Schwar­ze Tod – die Pest in Eu­ro­pa“ von An­drea Böhn­ke, Mar­ti­na Jan­ning, Na­net­te Peith­mann (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2010. Letz­te Ak­tu­a­li­sie­rung 05.12.2022). WDR.
Geist­li­che

Geist­li­che im Mit­tel­al­ter waren Men­schen, die in der Kir­che ar­bei­te­ten, zum Bei­spiel Pries­ter oder Mön­che. Sie lei­te­ten Got­tes­diens­te, be­te­ten für die Men­schen und er­klär­ten den Glau­ben.

Räu­cher­werk

sind duf­ten­de Kräu­ter oder Harze, die man ver­brennt, damit ihr Rauch die Luft rei­ni­gen oder einen an­ge­neh­men Ge­ruch ver­brei­ten soll. 

Hos­pi­tä­ler

waren im Mit­tel­al­ter Ein­rich­tun­gen, in denen kran­ke, arme oder rei­sen­de Men­schen Be­treu­ung und Un­ter­kunft be­ka­men. Sie waren die Vor­läu­fer un­se­rer heu­ti­gen Kran­ken­häu­ser.

Pandemien in der Zeit
Name:
Datum:
M2

Um­gang mit der Pest

„Sei nicht trau­rig, är­ge­re dich nicht, strei­te nicht, flu­che nicht, sei nicht nei­disch und ziehe kei­nen Neid auf dich, mache dir keine un­nö­ti­gen Sor­gen, denke nicht an den Tod und rede nicht über die Pest, son­dern sei froh im Geis­te. Zur Zer­streu­ung suche die Ge­sell­schaft gleich­ge­sinn­ter Freun­de, ver­brin­ge mit ihnen die Zeit bei Würfel-​, Schach- und Kar­ten­spiel, aber spie­le nicht um Geld, damit du deine gute Laune nicht mit Geld ver­lierst. Suche Ab­len­kung in Musik und bei einem Schluck Wein. Söhne dich mit Gott aus und ordne die Dinge so, dass du mit Frie­den er­war­ten kannst, was Gott für dich be­reit­hält. Wenn du nach mei­nem Rat han­delst, kannst du deine An­ge­le­gen­hei­ten auch wäh­rend der Pest ohne Angst re­geln ...“



Aus­zug aus dem Trak­tat des Arz­tes Jan Černý Spis o ne­mocech morních, kter­ak se mají lidé cho­va­ti před tím i po tom času (deutsch etwa: Schrift über Pest­krank­hei­ten, wie sich die Men­schen vor und nach die­ser Zeit ver­hal­ten sol­len) vom Be­ginn des 16. Jahr­hun­derts
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Aus­zug aus dem Trak­tat des Arz­tes Jan Černý Spis o ne­mocech morních, kter­ak se mají lidé cho­va­ti před tím i po tom času (deutsch etwa: Schrift über Pest­krank­hei­ten, wie sich die Men­schen vor und nach die­ser Zeit ver­hal­ten sol­len) vom Be­ginn des 16. Jahr­hun­derts
Aus­zug aus dem Trak­tat des Arz­tes Jan Černý Spis o ne­mocech morních, kter­ak se mají lidé cho­va­ti před tím i po tom času (deutsch etwa: Schrift über Pest­krank­hei­ten, wie sich die Men­schen vor und nach die­ser Zeit ver­hal­ten sol­len) vom Be­ginn des 16. Jahr­hun­derts
M3

Pe­st­ärz­te

Die Men­schen wuss­ten im Mit­tel­al­ter noch nicht, wel­che Re­geln ein­zu­hal­ten waren, um eine An­ste­ckung mit der Pest zu ver­mei­den. Gleich­wohl war ihnen be­wusst, dass man im Um­gang mit In­fi­zier­ten vor­sich­tig sein muss­te. „Pe­st­ärz­te“ tru­gen zu ihrem Schutz eine spe­zi­el­le Maske, einen Hut und einen lan­gen Man­tel. In der Maske be­fan­den sich Kräu­ter, die den Ge­stank der Kran­ken über­tün­chen soll­ten. So zogen sie von Stadt zu Stadt und ver­such­ten zu hel­fen. In Wirk­lich­keit waren die „Pe­st­ärz­te“ oft selbst schon in­fi­ziert und tru­gen zur ra­schen Ver­brei­tung des Pest­er­re­gers bei.

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Heil­mit­tel gegen die Pest

Da die Men­schen im Mit­tel­al­ter sich nicht über den Ur­sprung der Krank­heit im Kla­ren waren, konn­ten Ärzte auch keine si­che­re Be­hand­lungs­me­tho­de für Pest­kran­ke be­stim­men. Ein gän­gi­ges Mit­tel war je­doch der Ader­lass. Dazu ent­nahm man Blut, indem man dem Pa­ti­en­ten in eine Vene schnitt und damit ver­such­te, die Pest­er­re­ger aus dem Kör­per zu holen.

An­de­re Er­krank­te be­ka­men Brech­mit­tel, um die gif­ti­gen Er­re­ger aus dem Kör­per zu be­för­dern. Heute ist be­kannt, dass diese Me­tho­den im Mit­tel­al­ter den schwa­chen Pa­ti­en­ten eher noch mehr zu­setz­ten als nütz­ten.



Quel­le: „Seu­chen. Die Pest: Der schwar­ze Tod des Mit­tel­al­ters“ von Sol­vejg Hoff­mann. https://www.geo.de/geolino/mensch/13515-rtkl-die-pest-der-schwarze-tod-des-mittelalters
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Heil­mit­tel gegen die Pest

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Quel­le: „Seu­chen. Die Pest: Der schwar­ze Tod des Mit­tel­al­ters“ von Sol­vejg Hoff­mann. https://www.geo.de/geolino/mensch/13515-rtkl-die-pest-der-schwarze-tod-des-mittelalters
Quel­le: „Seu­chen. Die Pest: Der schwar­ze Tod des Mit­tel­al­ters“ von Sol­vejg Hoff­mann. https://www.geo.de/geolino/mensch/13515-rtkl-die-pest-der-schwarze-tod-des-mittelalters
Pandemien in der Zeit
Name:
Datum:

Grup­pe 3: Ge­rüch­te gegen die jü­di­sche Be­völ­ke­rung

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Lies M1 und M2 und mar­kie­re die Text­stel­len, die er­klä­ren, warum Juden im Mit­tel­al­ter be­schul­digt wur­den, im Zu­sam­men­hang mit Ge­rüch­ten oder Ge­füh­len/Ängs­ten der christ­li­chen Be­völ­ke­rung.
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Fasst in ei­ge­nen Wor­ten in eurer Taskcard zu­sam­men:
  • Wel­che Ge­rüch­te gab es über die jü­di­sche Be­völ­ke­rung im Mit­tel­al­ter?
    (Be­ach­te: M1, Zeile 7-9, M2, Zeile 1-7)

  • Wel­che Me­tho­de wurde ver­wen­det um diese Ge­rüch­te zu si­chern und zu be­wei­sen?
    (Be­ach­te. M1, Zeile 11-15)

  • Be­schrei­be zwei Fol­gen, die Ge­rüch­te im Mit­tel­al­ter für jü­di­sche Ge­mein­den hat­ten.
    (Be­ach­te: M2, Zeile: 18-27)
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Ver­glei­che mit der Co­ro­na Pan­de­mie:
  • a) Nenne ein Bei­spiel für Ge­rüch­te oder Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen aus der Corona-​Zeit.




  • b) Ver­glei­che die Fol­gen der Ge­rüch­te im Mit­tel­al­ter und in der Corona-​Zeit.







  • c) Wel­che Maß­nah­men oder Ge­gen­stra­te­gien könn­te es da­mals ge­ge­ben haben und wel­che gibt es heute, um Ge­rüch­te zu stop­pen?
Pandemien in der Zeit
Name:
Datum:

Grup­pe 3: Ge­rüch­te gegen die jü­di­sche Be­völ­ke­rung

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Wer ist schuld an der Pest? – Ge­rüch­te gegen die jü­di­sche Be­völ­ke­rung

Aus vie­len Dör­fern und Städ­ten rund um Köln kom­men im Jahr 1349 schlim­me Nach­rich­ten. Immer mehr Men­schen ster­ben an einer un­be­kann­ten Krank­heit. Es sind so viele Tote, dass man sie kaum noch be­stat­ten kann. Viele Men­schen fra­gen sich: Ist die Pest eine Stra­fe Got­tes? Oder hat je­mand die­ses Un­glück ab­sicht­lich ver­ur­sacht?

Seit vie­len Jahr­hun­der­ten wer­den Juden für Ver­bre­chen, Seu­chen und Un­glü­cke ver­ant­wort­lich ge­macht. Bis heute wer­den sie zum Opfer von aber­wit­zi­gen Ge­rüch­ten, die sich teil­wei­se seit dem Mit­tel­al­ter hal­ten. Man­che Chris­ten be­haup­te­ten im Mit­tel­al­ter, Juden wür­den christ­li­che Kin­der er­mor­den oder ge­weih­te Hos­ti­en be­schä­di­gen. Diese fal­schen An­kla­gen hat­ten dazu ge­führt, dass viele Men­schen Juden miss­trau­ten.

Als dann die Pest aus­brach und in man­chen Orten über zwei Drit­tel der Be­völ­ke­rung star­ben, such­ten die Men­schen nach Er­klä­run­gen. In einem be­rühm­ten Pro­zess am Gen­fer See wur­den jü­di­sche An­ge­klag­te ge­fol­tert. Unter der har­ten Fol­ter wur­den von ein­zel­nen Juden an­geb­li­che Ge­ständ­nis­se er­presst, die deren ver­bre­che­ri­sche Taten be­wei­sen soll­ten. Auf die­sem Wege be­gann das Ge­rücht, dass Juden an der Pest Schuld seien, sich in Eu­ro­pa schnell zu ver­brei­ten.

In der Nacht vom 23. auf den 24. Au­gust 1349 kam es in Köln zu einem ge­walt­tä­ti­gen Über­fall: Eine große Menge christ­li­cher Ein­woh­ner stürm­te das Ju­den­vier­tel. Die Pest stand kurz davor, die Stadt zu er­rei­chen, und viele Men­schen hat­ten große Angst. Aus Ge­rüch­ten wurde für sie „Ge­wiss­heit“: Die Juden seien Schuld und müss­ten be­straft wer­den.

Doch neben Angst spiel­ten auch Wut, Hab­gier und per­sön­li­che Grün­de eine Rolle. Viele glaub­ten, im Ju­den­vier­tel wären wert­vol­le Schät­ze ver­steckt. An­de­re woll­ten Schul­den los­wer­den, die sie bei jü­di­schen Geld­ver­lei­hern hat­ten. Wäh­rend des An­griffs wur­den Häu­ser – sogar ei­ni­ge christ­li­che Häu­ser ver­wüs­tet, weil die Menge außer Kon­trol­le ge­riet.

Nur we­ni­ge jü­di­sche Men­schen konn­ten sich in die Syn­ago­ge (Ge­bets­haus der jü­di­schen Ge­mein­de) ret­ten. Man­che Be­rich­te sagen, dass auch Kin­der dort Schutz such­ten. Am Ende wurde das Got­tes­haus ge­stürmt und brann­te nie­der. Spä­ter ver­brei­te­te sich die Le­gen­de, die jü­di­sche Ge­mein­de hätte die Syn­ago­ge selbst an­ge­zün­det – eine wei­te­re fal­sche Be­haup­tung, die ihre Si­tu­a­ti­on nur noch schlim­mer mach­te.

Quel­le: ab­ge­än­dert „Leben im Mit­tel­al­ter. Der Schwar­ze Tod – die Pest in Eu­ro­pa“ von An­drea Böhn­ke, Mar­ti­na Jan­ning, Na­net­te Peith­mann (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2010. Letz­te Ak­tu­a­li­sie­rung 05.12.2022). WDR.
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Quel­le: ab­ge­än­dert „Leben im Mit­tel­al­ter. Der Schwar­ze Tod – die Pest in Eu­ro­pa“ von An­drea Böhn­ke, Mar­ti­na Jan­ning, Na­net­te Peith­mann (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2010. Letz­te Ak­tu­a­li­sie­rung 05.12.2022). WDR.
Quel­le: ab­ge­än­dert „Leben im Mit­tel­al­ter. Der Schwar­ze Tod – die Pest in Eu­ro­pa“ von An­drea Böhn­ke, Mar­ti­na Jan­ning, Na­net­te Peith­mann (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2010. Letz­te Ak­tu­a­li­sie­rung 05.12.2022). WDR.
Hos­ti­en

klei­ne, runde Brot­schei­ben aus un­ge­säu­er­tem Teig, die in der Kir­che beim Got­tes­dienst ver­wen­det wer­den.

Im Mit­tel­al­ter glaub­ten die Men­schen, dass die Hos­tie wäh­rend der Messe zu Leib Chris­ti wird. Des­halb war sie etwas Hei­li­ges und wurde sehr sorg­fäl­tig be­han­delt.

Ge­rücht vs. Ge­wiss­heit

Eine Be­haup­tung, von der man nicht si­cher weiß, ob sie stimmt. Sie wird oft wei­ter­erzählt, ohne ge­prüft zu wer­den.

Ge­wiss­heit:

Eine ge­si­cher­te Tat­sa­che, bei der man genau weiß, dass sie stimmt.

Pandemien in der Zeit
Name:
Datum:
M2

Brun­nen­ver­gif­tung und Pest­po­gro­me

Den Vor­wurf, dass Epi­de­mien durch Brun­nen­ver­gif­tun­gen ver­ur­sacht wer­den, gibt es schon seit der An­ti­ke. Das Wis­sen darum, wie Krank­hei­ten über­tra­gen wer­den und warum sie sich teil­wei­se so schnell aus­brei­ten konn­ten, fehl­te den Men­schen da­mals. Die spe­zi­fi­sche Be­schul­di­gung von Jü­din­nen und Juden als Brun­nen­ver­gif­ter ist erst­mals 1321 in Süd­frank­reich do­ku­men­tiert. Seit dem Mit­tel­al­ter ist der Vor­wurf ein weit ver­brei­te­tes an­ti­se­mi­ti­sches Ste­reo­typ. Ins­be­son­de­re im Zuge der Aus­brei­tung der Pest Mitte des 14. Jahr­hun­derts wurde der jü­di­schen Be­völ­ke­rung vor­ge­wor­fen, sie wür­den Brun­nen ver­gif­ten und da­durch die Pest ver­brei­ten, um christ­li­che Men­schen zu töten. Die­ser Vor­wurf führ­te zur Ver­fol­gung und Aus­gren­zung von Jü­din­nen und Juden und gip­fel­te in einer Po­grom­wel­le, den so­ge­nann­ten Pest­po­gro­men. Durch diese Pest­po­gro­me wur­den ganze jü­di­sche Ge­mein­den und ein Groß­teil der jü­di­schen Be­völ­ke­rung zer­stört.

Bis heute taucht die­ser Vor­wurf immer wie­der auf. 2016 etwa be­schwor der Prä­si­dent der pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de, Mah­mud Abbas, die­ses Ste­reo­typ in einer Rede im EU-​Parlament.

Quel­le: Jes­si­ca Hoyer, So­zi­al­wis­sen­schaft­le­rin und So­zi­al­ar­bei­te­rin, ist wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der OTH Re­gens­burg im Rah­men des bay­e­ri­schen For­schungs­ver­bunds „For­GeRex“.
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Quel­le: Jes­si­ca Hoyer, So­zi­al­wis­sen­schaft­le­rin und So­zi­al­ar­bei­te­rin, ist wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der OTH Re­gens­burg im Rah­men des bay­e­ri­schen For­schungs­ver­bunds „For­GeRex“.
an­ti­se­mi­ti­sche Ste­reo­ty­pe

Fal­sche, ne­ga­ti­ve Vor­stel­lun­gen oder Vor­ur­tei­le über Juden, die immer wie­der ver­brei­tet wur­den.

Po­grom­wel­le

Meh­re­re auf­ein­an­der­fol­gen­de ge­walt­tä­ti­ge An­grif­fe auf eine be­stimm­te Grup­pe, meist auf jü­di­sche Ge­mein­den.

Pest­po­gro­me

Ge­walt oder An­grif­fe gegen Juden wäh­rend der Pest, oft weil man ihnen die Krank­heit fälsch­li­cher­wei­se schuld gab.

Pandemien in der Zeit
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Datum:

Grup­pe 4: Die Aus­brei­tung der Pest

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Lies M1-M3 und mar­kie­re die Ur­sa­chen der Aus­brei­tung der Pest in den mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten.
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Er­klä­re in ei­ge­nen Wor­ten, wes­halb die Men­schen im Mit­tel­al­ter ver­schmutz­te Ab­was­ser­ka­nal­sys­te­me hat­ten.
  • Be­ach­te dabei den Zu­stand der Stra­ßen, die enge Be­bau­ung und das dich­te Zu­sam­men­le­ben der Men­schen.
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Fasst in ei­ge­nen Wor­ten in eurer Taskcard zu­sam­men:
  • Wie konn­te sich die Pest im Mit­tel­al­ter so schnell in der Stadt aus­brei­ten?
    Nenne fünf Ur­sa­chen.
    (Be­ach­te: M1 und M3)

  • Er­klä­re, wie der Be­griff Qua­ran­tä­ne ent­stand.
    (Be­ach­te: M2)
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Ver­glei­che mit der Co­ro­na Pan­de­mie:
  • a) Warum ver­brei­ten sich Krank­hei­ten heute oft schnel­ler?






  • b) Warum ster­ben heute viel we­ni­ger Men­schen?







  • c) No­tiert auf eurer Taskcard die Un­ter­schie­de der Aus­brei­tung von Krank­hei­ten da­mals und von heute. (z.B. in einer Ta­bel­le)

    Da­mals: Ab­fall auf den Stra­ßen, ...

    Heute: Mehr Me­di­zin, ...
Pandemien in der Zeit
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Grup­pe 4: Die Aus­brei­tung der Pest

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Hy­gie­ne in der Stadt

Be­son­ders die Städ­te waren von der Pest be­trof­fen. In den wach­sen­den Städ­ten im Jahre 1400 wurde der Ab­fall auf die Stra­ßen ge­kippt. Der Ab­fall bot will­kom­me­ne Nah­rung für frei her­um­lau­fen­de Schwei­ne, Hunde und Kat­zen, auch Mäuse und Rat­ten pro­fi­tier­ten davon. Neben dem vie­len Dreck, der über­all herum lag, blie­ben sogar die Ka­da­ver (toten Kör­per) der Tiere auf der Stra­ße lie­gen. Im Ab­stand von ei­ni­gen Wo­chen gab es eine Rei­ni­gung der Stra­ßen, indem man ein­fach Was­ser durch die Stra­ßen lei­te­te. Das Was­ser, das man nutz­te, um die Stra­ßen zu rei­ni­gen, konn­te je­doch nicht ab­flie­ßen, da die Men­schen da­mals nicht über unser heu­ti­ges Ab­was­ser­ka­nal­sys­tem ver­füg­ten.



Der Ge­stank muss un­vor­stell­bar ge­we­sen sein. Klo­a­ken lagen oft in der Nähe von Was­ser­quel­len. Auch Fried­hö­fe, die um die Kir­chen herum an­ge­legt waren, spiel­ten eine wich­ti­ge Rolle. Ihre Ent­fer­nung zu den städ­ti­schen Was­ser­quel­len wurde in der städ­ti­schen Pla­nung nicht be­rück­sich­tigt.

Durch die Nähe von Grä­bern, Klo­a­ken und Ab­was­ser konn­ten daher krank­heits­er­re­gen­de Bak­te­ri­en und Ge­rü­che leich­ter in die Um­ge­bung ge­lan­gen und die Men­schen in­fi­zie­ren.



Dazu kam noch die Enge in den Städ­ten. Auf einem Hekt­ar ( = un­ge­fähr so groß wie ein Fuß­ball­feld) wohn­ten im spä­ten Mit­tel­al­ter bei­spiels­wei­se in Köln 100 Men­schen. Zum Ver­gleich: Im Durch­schnitt woh­nen heute in den Städ­ten 29 Ein­woh­ner auf einem Hekt­ar, im Stadt­zen­trum 40.

Die Stadt­ob­rig­kei­ten er­kann­ten, an­ders als die Ärzte, dass die Enge und der Kon­takt der Men­schen un­ter­ein­an­der, eine große Ge­fahr für die Ge­sund­heit dar­stell­te. Sie er­lie­ßen zahl­rei­che Ver­bo­te und Ge­bo­te, um den Kon­takt zwi­schen Kran­ken und Ge­sun­den zu ver­hin­dern.

Auch Frem­de wur­den nicht mehr in die Stadt ein­rei­sen oder erst nach einer Qua­ran­tä­ne.

Quel­le:
Ge­schich­te und Ge­sche­hen – Ober­stu­fe Rhein­land‑Pfalz. „Die Pest – eine Ka­ta­stro­phe für Men­schen und Ge­sell­schaft.“ Klett Ver­lag. On­line: https://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/DO01430019_AB_Kap03_02.pdf
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Ge­schich­te und Ge­sche­hen – Ober­stu­fe Rhein­land‑Pfalz. „Die Pest – eine Ka­ta­stro­phe für Men­schen und Ge­sell­schaft.“ Klett Ver­lag. On­line: https://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/DO01430019_AB_Kap03_02.pdf
Quel­le:
Ge­schich­te und Ge­sche­hen – Ober­stu­fe Rhein­land‑Pfalz. „Die Pest – eine Ka­ta­stro­phe für Men­schen und Ge­sell­schaft.“ Klett Ver­lag. On­line: https://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/DO01430019_AB_Kap03_02.pdf
Ab­was­ser­ka­nal­sys­tem

Unser heu­ti­ges Ab­was­ser­ka­nal­sys­tem ist ein un­ter­ir­di­sches Rohr­netz, das Ab­was­ser und Re­gen­was­ser sau­ber ab­lei­tet, damit es nicht auf den Stra­ßen bleibt.



Ein mit­tel­al­ter­li­ches Ab­was­ser­sys­tem be­stand meist aus of­fe­nen Grä­ben oder ein­fa­chen Rin­nen, durch die Ab­was­ser, Müll und Re­gen­was­ser von den Stra­ßen ge­lei­tet wurde, oft ohne Ka­na­li­sa­ti­on.

Klo­a­ken

sind of­fe­ne oder un­ter­ir­di­sche Ab­was­ser­grä­ben, in denen Fä­ka­li­en, Ab­was­ser und Müll aus der Stadt ab­flos­sen.

Pandemien in der Zeit
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M2 Der Pest­brief:

Ins­be­son­de­re in Ha­fen­städ­ten ver­brei­te­te sich die töd­li­che Krank­heit. Des­halb wurde 1375 der so­ge­nann­te Pest­brief ein­ge­führt. Das war eine Art Ge­sund­heits­pass. Rei­sen­de mit ihren Waren muss­ten 40 Tage (= ital. qua­ran­ta gior­ni) war­ten, bevor sie wie­der in eine Stadt ein­rei­sen durf­ten. In die­ser Zeit be­ob­ach­te­te man. Ob sie ge­sund blie­ben. So ent­stand der Be­griff Qua­ran­tä­ne.

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Warum gab es in mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten so oft Krank­hei­ten und Seu­chen?

Die Men­schen wu­schen sich da­mals sehr sel­ten. Es gab keine ei­ge­nen Du­schen oder flie­ßen­des Was­ser. In den we­ni­gen öf­fent­li­chen Ba­de­häu­sern hat­ten Ge­sun­de di­rek­ten Kon­takt mit Kran­ken.











Auf den Stra­ßen wim­mel­te es von Rat­ten, wil­den Hun­den und Kat­zen. Diese er­nähr­ten sich vom her­um­lie­gen­den Müll. Oft wur­den die Be­woh­ner*innen von den Tie­ren ge­kratzt oder ge­bis­sen.











Die we­nigs­ten Städ­te ver­füg­ten über eine Ka­na­li­sa­ti­on oder Ab­fall­be­sei­ti­gung. Der Müll wurde auf die Stra­ße oder in die Flüs­se ge­wor­fen. In Folge wurde das Trink­was­ser in den Brun­nen ver­gif­tet.

RAA­bits Ge­schich­te Mitt­le­re Schul­for­men (2018): „Warum gab es in den mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten sehr oft Krank­hei­ten und Seu­chen?“, in: Seu­chen im Mit­tel­al­ter (Kl. 7/8), S. 9. On­line: mein­Un­ter­richt.de – Dokument-​ID 65927ee6b618c2f7436f7757.
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Warum gab es in mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten so oft Krank­hei­ten und Seu­chen?

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RAA­bits Ge­schich­te Mitt­le­re Schul­for­men (2018): „Warum gab es in den mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten sehr oft Krank­hei­ten und Seu­chen?“, in: Seu­chen im Mit­tel­al­ter (Kl. 7/8), S. 9. On­line: mein­Un­ter­richt.de – Dokument-​ID 65927ee6b618c2f7436f7757.
RAA­bits Ge­schich­te Mitt­le­re Schul­for­men (2018): „Warum gab es in den mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten sehr oft Krank­hei­ten und Seu­chen?“, in: Seu­chen im Mit­tel­al­ter (Kl. 7/8), S. 9. On­line: mein­Un­ter­richt.de – Dokument-​ID 65927ee6b618c2f7436f7757.

Pandemien in der Zeit: ein Vergleich von Pest und Corona Gruppe alle Gruppen

von anonym

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