Pandemien in der Zeit
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Sowohl bei der Pest als auch bei der Corona-Pandemie zeigte sich, dass...
Ein gemeinsamer Aspekt besteht darin, dass religiöse Vorstellungen …
In beiden Fällen spielte der Glaube eine Rolle, indem …
Im Gegensatz zur Pest wurde die Corona-Pandemie …
Ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Krankheiten liegt darin, dass …
Die religiöse Deutung war bei der Pest stärker ausgeprägt, da …
Dies zeigt, wie eng Krankheiten mit religiösen Vorstellungen verknüpft sein können, weil …
Daran lässt sich erkennen, dass Glaubensvorstellungen das Verhalten der Menschen in Pandemien …
Die Beispiele der Pest und Corona machen deutlich, dass Glaubensformen …
Aus beiden Pandemien lässt sich ableiten, dass der Umgang mit Krankheit häufig durch … beeinflusst wird.
Krankheiten und Glaube im Mittelalter
Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass Krankheiten eine Strafe von Gott seien. Wenn viele Leute gleichzeitig krank wurden, beteten sie noch mehr zu Heiligen. Besonders oft wandten sie sich an die Jungfrau Maria und an den Heiligen Sebastian, den man auch „Pestheiligen“ nannte.
Viele Menschen machten auch Pilgerreisen zu heiligen Orten. Manche gläubige Leute schlugen sich sogar selbst, um für ihre Sünden zu büßen – das nennt man „Geißeln“. Sie hofften, dass sie dafür nach dem Tod belohnt würden.
Außerdem kauften viele Menschen Ablässe bei der Kirche. Ein Ablass war ein Dokument, das angeblich ihre Sünden für eine bestimmte Zeit „vergab“ und sie vor dem Fegefeuer rettete. Besonders während der Pest wollte jeder Menschen so seine Schuld verringern.
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Eine Pilgerreise ist eine Reise zu einem heiligen Ort, die Menschen aus religiösen Gründen unternehmen.
Pestheilige
„Pestheilige“ nennt man Heilige, zu denen die Menschen während der Pest gebetet haben, weil sie sich von ihnen Schutz und Hilfe erhofften.
Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass man nach dem Tod zuerst ins Fegefeuer kommt. Dort mussten die Seelen für ihre Fehler „büßen“, bevor sie in den Himmel durften.
Matthias von Neuenburg schrieb 1348 über mögliche Erklärungen der Seuche:
„Die Pest zog über die Länder hinweg; und obwohl die Gelehrten allerlei redeten, hatten sie keine vernünftige Erklärung für die Heimsuchung, außer dass es Gottes Wille sei.“
Matthias von Neuenburg schrieb 1348 über mögliche Erklärungen der Seuche:
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Gelehrte im Mittelalter waren Menschen, die lesen, schreiben und viel Wissen hatten. Sie beschäftigten sich mit Religion, Medizin, Sternkunde oder Natur und arbeiteten oft an Klöstern oder Universitäten.
Glauben und Angst: Die religiöse Sicht auf die Pest
Im Mittelalter glaubten viele Menschen, die Pest sei eine Strafe Gottes für die Sünden der Menschheit. Geistliche verwiesen dabei besonders auf das Alte Testament, in dem Gott die Menschen hart bestraft, etwa durch die Sintflut oder die Zerstörung von Sodom und Gomorra. So wurde auch das große Sterben des 14. Jahrhunderts als Zeichen des göttlichen Zorns gedeutet. In ihren Predigten erklärten die Geistlichen, Gott habe die Pest geschickt, weil die Menschen zu selten beteten, die Gottesdienste vernachlässigten, zu viel fluchten oder allgemein ein sündiges Leben führten. Auch bestimmte Gruppen wie Bettler oder Prostituierte wurden beschuldigt, durch ihr Verhalten Gottes Zorn hervorgerufen zu haben.
Um die Strafe zu mindern, setzten viele Menschen auf religiöse Methoden. Geistliche riefen zu Buße und Umkehr auf und hielten Bußpredigten, in denen sie die Gläubigen aufforderten, ihre Sünden zu erkennen und zu bereuen. Es fanden öffentliche Gebete, Fasttage und Bußumzüge statt, bei denen die Menschen gemeinsam um Vergebung baten. Manche suchten nach Sündenböcken, um den Ausbruch der Pest zu erklären, und deuteten dies ebenfalls religiös. Viele glaubten außerdem, dass Gott seine Strafe durch Vorzeichen ankündige. So wurden Erdbeben, schwere Unwetter, ungewöhnliche Gestirnstellungen oder große Heuschreckenplagen als Hinweise verstanden, dass Gott zornig sei und die Pest bringen werde.
Durch all diese Vorstellungen entstand das Bild einer Welt, in der die Pest als direkte Folge göttlicher Strafe galt.
Glauben und Angst: Die religiöse Sicht auf die Pest
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Geistliche im Mittelalter waren Menschen, die in der Kirche arbeiteten, zum Beispiel Priester oder Mönche. Sie leiteten Gottesdienste, beteten für die Menschen und erklärten den Glauben.
Im Alten Testament erzählt die Bibel, dass Gott eine große Flut schickte, weil die Menschen schlecht geworden waren. Nur Noah und seine Familie überlebten in einer großen Arche.
Sodom und Gomorra waren zwei Städte, die laut Bibel sehr „sündig“ waren. Deshalb wurden sie von Gott zerstört. Nur die Familie von Lot wurde gerettet.
Predigten sind Ansprachen von Priestern während des Gottesdienstes, in denen sie den Menschen den Glauben erklären und sagen, wie sie nach christlichen Regeln leben sollen.
bedeutet, dass man seine Fehler oder Sünden bereut und versucht, sich zu bessern.
mögliche Satzanfänge:
„Damals schützten sich die Menschen vor allem mithilfe von… Heute verhalten wir uns bei Krankheiten und Pandemien…“
Medizin und Schutz vor der Pest
Als sich die Pest im Mittelalter schnell über Europa ausbreitete, waren die Menschen völlig überfordert. Innerhalb kurzer Zeit starben in vielen Städten Tausende Menschen. Da niemand wusste, woher die Krankheit kam, suchte man nach Erklärungen – und versuchte, sich irgendwie zu schützen.
Viele glaubten, die Pest werde durch verdorbene Luft übertragen. Diese schlechte Luft nannte man Miasma oder Pesthauch. Man stellte sich vor, dass gefährliche Dämpfe aus dem Osten herüberzogen und Menschen krank machten. Andere Beobachtungen zeigten jedoch, dass die Krankheit auch durch Gegenstände oder Waren, die von Stadt zu Stadt transportiert wurden, weitergegeben werden konnte. Diese Idee nannte man Contagio: Die Vorstellung, dass „etwas Stoffliches“ an Kleidung, Schiffen oder Waren haftet und die Krankheit weiterträgt. Manche Menschen glaubten außerdem, der Anblick eines Pestkranken könne die Krankheit übertragen, doch diese Idee war weniger verbreitet.
Die Maßnahmen gegen die Pest folgten direkt aus diesen Vorstellungen. Wenn man glaubte, die Luft sei vergiftet, versuchte man sie zu reinigen. In vielen Städten zündete man große Feuer an, weil man dachte, der Rauch würde die Krankheit vertreiben. Menschen hielten sich Duftschwämme, Kräuter oder in Essig getränkte Tücher vor die Nase, um „gute Luft“ gegen die schlechte auszutauschen. Andere trugen Räucherwerk mit sich, um sich zu schützen. Gegen die Vorstellung der „stofflichen Ansteckung“ sollten glatte, gewachste oder lederne Kleidungsstücke helfen. An ihnen sollte nichts haften bleiben, wenn man sich in die Nähe eines Pestkranken begeben musste. Anfangs wurden die Pestkranken ohne besondere Vorkehrungen in die örtlichen Hospitäler
gebracht und die Toten wurden normal beerdigt. Später kennzeichnete man die Häuser von Pestkranken mit einem Kreuz und die Betroffenen mussten in Zwangsunterkünfte außerhalb der Städte ziehen.
Mit der zunehmenden Zahl der Toten verbreitete die Pest Angst und Schrecken unter den Menschen. Das führte dazu, dass die Erkrankten oft von ihren eigenen Familien und Freunden im Stich gelassen wurden. Selbst Geistliche verweigerten ihren Beistand. Erst nachdem mehrere Hunderttausend Menschen gestorben waren, wurde manchen klar, dass die Ausbreitung der Seuche durch die Isolation der Kranken eingedämmt werden konnte. Stadttore wurden geschlossen und Waren streng kontrolliert. 1377 zum Beispiel erließ die Stadt Ragusa (heute Dubrovnik) ein Gesetz, wonach es Schiffen verboten war, in den Hafen einzulaufen, wenn diese aus einem von der Pest betroffenen Gebiet kamen. Die Besatzung sollte zuerst 30 Tage auf einer nahegelegenen Insel verbringen. Etwa zu dieser Zeit führten auch andere europäische Städte derartige Quarantänemaßnahmen ein, zum Beispiel Venedig, wobei sie die Dauer der Isolation teils auf 40 Tage verlängerten. Warum sie die Zeitspanne ausdehnten, können Historiker bis heute nicht genau beantworten. Wer reich genug war, verließ die Stadt, um nicht angesteckt zu werden.
Heute denken viele beim Wort „Pest“ an den berühmten Pestarzt mit der Schnabelmaske. Diese Maske hatte vorne einen langen Schnabel, in den Duftstoffe gelegt wurden, damit der Arzt keine „schlechte Luft“ einatmen musste. So hatte er beide Hände frei, um Kranke zu untersuchen.
Trotz der Angst und der falschen Vorstellungen veränderte die Pest das Gesundheitswesen nachhaltig. Viele Städte richteten ärztliche Räte ein, die den Stadtherren in Gesundheitsfragen helfen sollten. Studierte Ärzte erhielten mehr Bedeutung und bekamen feste Aufgaben. Man erließ Regeln zum Umgang mit Seuchen und baute Pesthäuser und Pestfriedhöfe außerhalb der Stadtmauern, die in Krisenzeiten schnell genutzt werden konnten. Diese Strukturen beeinflussten das Gesundheitswesen noch lange Zeit – auch für andere Krankheiten, die nach der Pest auftraten.
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Geistliche im Mittelalter waren Menschen, die in der Kirche arbeiteten, zum Beispiel Priester oder Mönche. Sie leiteten Gottesdienste, beteten für die Menschen und erklärten den Glauben.
sind duftende Kräuter oder Harze, die man verbrennt, damit ihr Rauch die Luft reinigen oder einen angenehmen Geruch verbreiten soll.
Hospitäler
waren im Mittelalter Einrichtungen, in denen kranke, arme oder reisende Menschen Betreuung und Unterkunft bekamen. Sie waren die Vorläufer unserer heutigen Krankenhäuser.
Umgang mit der Pest
„Sei nicht traurig, ärgere dich nicht, streite nicht, fluche nicht, sei nicht neidisch und ziehe keinen Neid auf dich, mache dir keine unnötigen Sorgen, denke nicht an den Tod und rede nicht über die Pest, sondern sei froh im Geiste. Zur Zerstreuung suche die Gesellschaft gleichgesinnter Freunde, verbringe mit ihnen die Zeit bei Würfel-, Schach- und Kartenspiel, aber spiele nicht um Geld, damit du deine gute Laune nicht mit Geld verlierst. Suche Ablenkung in Musik und bei einem Schluck Wein. Söhne dich mit Gott aus und ordne die Dinge so, dass du mit Frieden erwarten kannst, was Gott für dich bereithält. Wenn du nach meinem Rat handelst, kannst du deine Angelegenheiten auch während der Pest ohne Angst regeln ...“
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Pestärzte
Die Menschen wussten im Mittelalter noch nicht, welche Regeln einzuhalten waren, um eine Ansteckung mit der Pest zu vermeiden. Gleichwohl war ihnen bewusst, dass man im Umgang mit Infizierten vorsichtig sein musste. „Pestärzte“ trugen zu ihrem Schutz eine spezielle Maske, einen Hut und einen langen Mantel. In der Maske befanden sich Kräuter, die den Gestank der Kranken übertünchen sollten. So zogen sie von Stadt zu Stadt und versuchten zu helfen. In Wirklichkeit waren die „Pestärzte“ oft selbst schon infiziert und trugen zur raschen Verbreitung des Pesterregers bei.
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Heilmittel gegen die Pest
Da die Menschen im Mittelalter sich nicht über den Ursprung der Krankheit im Klaren waren, konnten Ärzte auch keine sichere Behandlungsmethode für Pestkranke bestimmen. Ein gängiges Mittel war jedoch der Aderlass. Dazu entnahm man Blut, indem man dem Patienten in eine Vene schnitt und damit versuchte, die Pesterreger aus dem Körper zu holen.
Andere Erkrankte bekamen Brechmittel, um die giftigen Erreger aus dem Körper zu befördern. Heute ist bekannt, dass diese Methoden im Mittelalter den schwachen Patienten eher noch mehr zusetzten als nützten.
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sichern und zu beweisen?
Wer ist schuld an der Pest? – Gerüchte gegen die jüdische Bevölkerung
Aus vielen Dörfern und Städten rund um Köln kommen im Jahr 1349 schlimme Nachrichten. Immer mehr Menschen sterben an einer unbekannten Krankheit. Es sind so viele Tote, dass man sie kaum noch bestatten kann. Viele Menschen fragen sich: Ist die Pest eine Strafe Gottes? Oder hat jemand dieses Unglück absichtlich verursacht?
Seit vielen Jahrhunderten werden Juden für Verbrechen, Seuchen und Unglücke verantwortlich gemacht. Bis heute werden sie zum Opfer von aberwitzigen Gerüchten, die sich teilweise seit dem Mittelalter halten. Manche Christen behaupteten im Mittelalter, Juden würden christliche Kinder ermorden oder geweihte Hostien beschädigen. Diese falschen Anklagen hatten dazu geführt, dass viele Menschen Juden misstrauten.
Als dann die Pest ausbrach und in manchen Orten über zwei Drittel der Bevölkerung starben, suchten die Menschen nach Erklärungen. In einem berühmten Prozess am Genfer See wurden jüdische Angeklagte gefoltert. Unter der harten Folter wurden von einzelnen Juden angebliche Geständnisse
erpresst, die deren verbrecherische Taten beweisen sollten. Auf diesem Wege begann das Gerücht, dass Juden an der Pest Schuld seien, sich in Europa schnell zu verbreiten.
In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1349 kam es in Köln zu einem gewalttätigen Überfall: Eine große Menge christlicher Einwohner stürmte das Judenviertel. Die Pest stand kurz davor, die Stadt zu erreichen, und viele Menschen hatten große Angst. Aus Gerüchten wurde für sie „Gewissheit“: Die Juden seien Schuld und müssten bestraft werden.
Doch neben Angst spielten auch Wut, Habgier und persönliche Gründe eine Rolle. Viele glaubten, im Judenviertel wären wertvolle Schätze versteckt. Andere wollten Schulden loswerden, die sie bei jüdischen Geldverleihern hatten. Während des Angriffs wurden Häuser – sogar einige christliche Häuser verwüstet, weil die Menge außer Kontrolle geriet.
Nur wenige jüdische Menschen konnten sich in die Synagoge (Gebetshaus der jüdischen Gemeinde) retten. Manche Berichte sagen, dass auch Kinder dort Schutz suchten. Am Ende wurde das Gotteshaus gestürmt und brannte nieder. Später verbreitete sich die Legende, die jüdische Gemeinde hätte die Synagoge selbst angezündet – eine weitere falsche Behauptung, die ihre Situation nur noch schlimmer machte.
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kleine, runde Brotscheiben aus ungesäuertem Teig, die in der Kirche beim Gottesdienst verwendet werden.
Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass die Hostie während der Messe zu Leib Christi wird. Deshalb war sie etwas Heiliges und wurde sehr sorgfältig behandelt.
Eine Behauptung, von der man nicht sicher weiß, ob sie stimmt. Sie wird oft weitererzählt, ohne geprüft zu werden.
Gewissheit:
Eine gesicherte Tatsache, bei der man genau weiß, dass sie stimmt.
Brunnenvergiftung und Pestpogrome
Den Vorwurf, dass Epidemien durch Brunnenvergiftungen verursacht werden, gibt es schon seit der Antike. Das Wissen darum, wie Krankheiten übertragen werden und warum sie sich teilweise so schnell ausbreiten konnten, fehlte den Menschen damals. Die spezifische Beschuldigung von Jüdinnen und Juden als Brunnenvergifter ist erstmals 1321 in Südfrankreich dokumentiert. Seit dem Mittelalter ist der Vorwurf ein weit verbreitetes antisemitisches Stereotyp. Insbesondere im Zuge der Ausbreitung der Pest Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der jüdischen Bevölkerung vorgeworfen, sie würden Brunnen vergiften und dadurch die Pest verbreiten, um christliche Menschen zu töten. Dieser Vorwurf führte zur Verfolgung und Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden und gipfelte in einer Pogromwelle, den sogenannten Pestpogromen. Durch diese Pestpogrome wurden ganze jüdische Gemeinden und ein Großteil der jüdischen Bevölkerung zerstört.
Bis heute taucht dieser Vorwurf immer wieder auf. 2016 etwa beschwor der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, dieses Stereotyp in einer Rede im EU-Parlament.
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Falsche, negative Vorstellungen oder Vorurteile über Juden, die immer wieder verbreitet wurden.
Mehrere aufeinanderfolgende gewalttätige Angriffe auf eine bestimmte Gruppe, meist auf jüdische Gemeinden.
Gewalt oder Angriffe gegen Juden während der Pest, oft weil man ihnen die Krankheit fälschlicherweise schuld gab.
Quarantäne entstand.
Hygiene in der Stadt
Besonders die Städte waren von der Pest betroffen. In den wachsenden Städten im Jahre 1400 wurde der Abfall auf die Straßen gekippt. Der Abfall bot willkommene Nahrung für frei herumlaufende Schweine, Hunde und Katzen, auch Mäuse und Ratten profitierten davon. Neben dem vielen Dreck, der überall herum lag, blieben sogar die Kadaver (toten Körper) der Tiere auf der Straße liegen. Im Abstand von einigen Wochen gab es eine Reinigung der Straßen, indem man einfach Wasser durch die Straßen leitete. Das Wasser, das man nutzte, um die Straßen zu reinigen, konnte jedoch nicht abfließen, da die Menschen damals nicht über unser heutiges Abwasserkanalsystem verfügten.
Der Gestank muss unvorstellbar gewesen sein. Kloaken lagen oft in der Nähe von Wasserquellen. Auch Friedhöfe, die um die Kirchen herum angelegt waren, spielten eine wichtige Rolle. Ihre Entfernung zu den städtischen Wasserquellen wurde in der städtischen Planung nicht berücksichtigt.
Durch die Nähe von Gräbern, Kloaken und Abwasser konnten daher krankheitserregende Bakterien und Gerüche leichter in die Umgebung gelangen und die Menschen infizieren.
Dazu kam noch die Enge in den Städten. Auf einem Hektar ( = ungefähr so groß wie ein Fußballfeld) wohnten im späten Mittelalter beispielsweise in Köln 100 Menschen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt wohnen heute in den Städten 29 Einwohner auf einem Hektar, im Stadtzentrum 40.
Die Stadtobrigkeiten erkannten, anders als die Ärzte, dass die Enge und der Kontakt der Menschen untereinander, eine große Gefahr für die Gesundheit darstellte. Sie erließen zahlreiche Verbote und Gebote, um den Kontakt zwischen Kranken und Gesunden zu verhindern.
Auch Fremde wurden nicht mehr in die Stadt einreisen oder erst nach einer Quarantäne.
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Unser heutiges Abwasserkanalsystem ist ein unterirdisches Rohrnetz, das Abwasser und Regenwasser sauber ableitet, damit es nicht auf den Straßen bleibt.
Ein mittelalterliches Abwassersystem bestand meist aus offenen Gräben oder einfachen Rinnen, durch die Abwasser, Müll und Regenwasser von den Straßen geleitet wurde, oft ohne Kanalisation.
sind offene oder unterirdische Abwassergräben, in denen Fäkalien, Abwasser und Müll aus der Stadt abflossen.
M2 Der Pestbrief:
Insbesondere in Hafenstädten verbreitete sich die tödliche Krankheit. Deshalb wurde 1375 der sogenannte Pestbrief eingeführt. Das war eine Art Gesundheitspass. Reisende mit ihren Waren mussten 40 Tage (= ital. quaranta giorni) warten, bevor sie wieder in eine Stadt einreisen durften. In dieser Zeit beobachtete man. Ob sie gesund blieben. So entstand der Begriff Quarantäne.
Warum gab es in mittelalterlichen Städten so oft Krankheiten und Seuchen?
Die Menschen wuschen sich damals sehr selten. Es gab keine eigenen Duschen oder fließendes Wasser. In den wenigen öffentlichen Badehäusern hatten Gesunde direkten Kontakt mit Kranken.
Auf den Straßen wimmelte es von Ratten, wilden Hunden und Katzen. Diese ernährten sich vom herumliegenden Müll. Oft wurden die Bewohner*innen von den Tieren gekratzt oder gebissen.
Die wenigsten Städte verfügten über eine Kanalisation oder Abfallbeseitigung. Der Müll wurde auf die Straße oder in die Flüsse geworfen. In Folge wurde das Trinkwasser in den Brunnen vergiftet.
Warum gab es in mittelalterlichen Städten so oft Krankheiten und Seuchen?
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