• Perspektive Großbritanniens vor dem Ersten Weltkrieg
  • anonym
  • 06.12.2021
  • Geschichte
  • 5, 8, 9
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Die Perspektive Großbritanniens vor dem Ersten Weltkrieg

Innenpolitische Lage

Großbritannien war bereits früh eine der führenden Kolonialmächte.

Viele Länder, beispielsweise in Afrika, waren politisch und wirtschaftlich von Großbritannien abhängig. Um auch zu den Kolonien zu gelangen, besaß der Staat eine riesige Schiffsflotte. Großbritannien war zu dieser Zeit die führende Macht auf den Weltmeeren. Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. ankündigte, den Bau einer Kriegsflotte anzustreben, fühlte sich besonders Großbritannien durch diese Flottenpolitik des Deutschen Reiches bedroht. Großbritannien hatte zu dieser Zeit das Ziel, eine Kriegsflotte zu besitzen, die so groß war wie die beiden größten Flotten anderer Großmächte zusammen. Aufgrund dieses Wunsches begann ein kostspieliges Wettrüsten mit Deutschland. Da sich Großbritannien herausgefordert fühlte, begann es mit dem Bau neuer Großkampfschiffe, welche in der Seekriegsführung in Sachen Schnelligkeit, Panzerung und Waffenausstattung völlig neue Maßstäbe setzten. Organisationen wie die „Navy League“ oder die „Imperial Maritime League“ sorgten für eine entsprechende Lobby der Flottenrüstung. Trotz der enormen Ausgaben für das Wettrüsten hatte Großbritannien im Vergleich mit den anderen europäischen Mächten eine recht geringe Staatsverschuldung. Im Gegensatz zu den anderen blieb die Wirtschaft stark und anpassungsfähig.

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Fasse die wichtigsten Aussagen zusammen.
  • Wie war die Stimmung in Großbritannien vor dem Ersten Weltkrieg 1914?
  • Welche Ziele und Wünsche hatte Großbritannien vermutlich zu dieser Zeit?

Bündnispolitik

In Großbritannien beobachteten viele Menschen mit wachsender Sorge, dass das Deutsche Reich vermehrt eine Großmachtpolitik betrieb. Großbritannien bemühte sich, Konflikte als Streitschlichter zu lösen. Mehrmals versuchten Politiker mit Deutschland in einen friedvollen Kontakt zu kommen. Da das Deutsche Reich für sich jedoch eine führende Rolle beanspruchte, lehnte der deutsche Kaiser jegliche Annäherungen ab.  Nachdem sich Deutschland zunehmend aggressiv zeigte, näherte Großbritannien sich 1904 Frankreich an. Die beiden Länder hatten zuvor große Streitigkeiten. In Afrika war es zwischen den Koloniemächten immer wieder zu Konflikten gekommen. Angesichts ähnlicher europäischer Interessen sowie Sorgen vor dem Deutschen Reich, vertrugen sich die Länder. Nur drei Jahre später wurde ein Beistandsvertrag, die sogenannte ‚Triple Entente‘, geschlossen. Dies war das Dreierbündnis zwischen Großbritannien, Frankreich und Russland. In diesem Beistandsvertrag sicherten sich die drei Mächte zu, dass sie sich im Falle eines Konflikts gegenseitig unterstützen würden. Dieses Bündnis richtete sich für Großbritannien zu Beginn nicht unbedingt gegen Deutschland. Vielmehr versuchten Großbritannien und Frankreich das militärisch erstarkende Russland an sich zu binden. Österreich-Ungarn hatte einen Zweibund mit Deutschland. Aufgrund der geographischen Lage bezeichnete man die zwei Mächte als Mittelmächte. Großbritannien war es wichtig Frieden zu wahren. Es wollte eine Balance zwischen den Mächten in Europa.

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Suche die passenden Informationen im Text und fülle die Lücken.


Vor dem Ersten Weltkrieg existierten zwei verschiedene Bündnisse.
Im Jahr schlossen die drei Mächte Großbritannien, sowie einen Beistandsvertrag.
Dieser Beistandsvertrag trug den Namen .
Dem Dreierbündnis gegenüber, stand ein Zweibund aus Deutschland und . Durch die besondere geografische Lage, werden die zwei Großmächte heute als die bezeichnet.

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Schaue dir die geografische Lage der Länder auf einer Karte näher an.
  • Betrachte die geografische Lage der verschiedenen Verbündeten.
  • Welches Bündnis hatte deiner Meinung nach die geografisch bessere Ausgangssituation? Begründe deine Meinung.
  • Wie glaubst du hat sich diese Situation für die Führung des Deutschen Reiches angefühlt?
  • Wie schätzt du das Kräfteverhältnis ein? Welches Bündnis wirkt auf dich stärker?

Balkan als "Pulverfass"

Lange Zeit wurden die Balkanvölker vom Osmanischen Reich regiert. (Weite Teile des ehemaligen Osmanischen Reiches gehören heute zur Türkei.) Ende des 19. Jahrhundert herrscht dort jedoch ein schwacher Sultan. Die Staaten Bulgarien, Albanien, Makedonien und Serbien befreiten sich von der osmanischen Herrschaft und strebten nun ihre Unabhängigkeit an.

Nachdem das Osmanische Reich zerfallen war, bildete sich auf dem Balkan ein Machtvakuum. Die Länder hatten erhebliche Streitereien um ihre Staatsgrenzen.

Österreich-Ungarn und Serbien verfeindeten sich. Beide Länder wollten Bosnien einnehmen. Österreich-Ungarn annektierte 1908 Bosnien und verärgerte hierdurch Serbien. Serbien hätte Bosnien gerne selbst eingenommen, da es das sogenannte „Großserbische Reich“ gründen wollte. In seinem Großserbischen Reich wollte Serbien alle Menschen mit slavischen Wurzeln vereinen. Da Österreich-Ungarn jedoch seinen deutschen Verbündeten im Rücken hatte, traute sich Serbien erst nichts zu unternehmen. Russland, welches selbst Interesse am Balkan besaß, bezeichnete sich als Schützer aller Slaven und stellt sich hinter Serbien. Dies war jedoch nicht ganz uneigennützig. Russland wollte Österreich-Ungarn gerne schwächen, um seinen eigenen Einfluss auf dem Balkan weiter auszubauen. 1912/13 führten die Balkanstaaten mehrere Kriege gegen das Osmanische Reich und auch untereinander brodelt es gehörig. Die ersten Auseinandersetzungen konnten jedoch immer wieder lokal eingegrenzt werden. Die Stimmung blieb jedoch angespannt.

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Lies den Text und sichere die Informationen.
  • Erläutere, warum der Balkan als Pulverfass bezeichnet wurde.
  • Begründe, warum die Feindschaft zwischen Österreich-Ungarn und Serbien besonders gefährlich war.