• Raubbau-Syndrom
  • anonym
  • 04.12.2023
  • Geographie
  • 11
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Ama­zo­ni­en -
Ein­griff in den tro­pi­schen Re­gen­wald

Sta­ti­ons­ar­beit

Sie be­ar­bei­ten in den nächs­ten 60 Mi­nu­ten drei Sta­ti­o­nen.



Jede Sta­ti­on be­steht aus einem Ar­beits­blatt sowie ver­schie­de­nem In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al.



Be­ant­wor­ten Sie stich­punkt­ar­tig die Auf­ga­ben­stel­lun­gen und ver­voll­stän­di­gen Sie wäh­rend der Be­ar­bei­tung das Be­zie­hungs­ge­flecht (Seite 2).



Die Ma­te­ri­a­li­en wer­den Ihnen zu­ge­teilt.

Hin­weis

Als Hil­fe­stel­lung die­nen Ihnen:



- eine Glo­ba­le Symptom-​Sammlung,



- die Er­läu­te­rung der ein­zel­nen Sym­pto­me, sowie



- die Über­set­zun­gen von eng­li­schen In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­a­li­en

Lö­sun­gen

Nach voll­stän­di­ger Be­ar­bei­tung der ein­zel­nen Sta­ti­o­nen, kön­nen Sie Ihre Er­geb­nis­se selbst­stän­dig mit den Lö­sungs­kar­ten ab­glei­chen.

Syn­drom­spe­zi­fi­sches Be­zie­hungs­ge­flecht des Raubbau-​Syndroms

Sta­ti­on 1: Ama­zo­ni­en im Über­blick

1
Na­tur­räum­li­che Aus­stat­tung
  • Be­schrei­ben Sie die Lage und die na­tur­räum­li­che Aus­stat­tung Ama­zo­ni­ens.
    (Atlas, S. 212 - 219)
Lösung1
Na­tur­räum­li­che Aus­stat­tung
- Lage: Süd­ame­ri­ka, Zen­tral Bra­si­li­en
- Re­li­ef: weit ver­zweig­tes Fluss­sys­tem, z.B. Ma­dei­ra, Ama­zo­nas, Ta­pa­jos; Land­hö­he zwi­schen 0-200 m im Wes­ten und 200-1000m nach Osten hin, meh­re­re Hoch­pla­teaus und Ge­birgs­zü­ge (z.B. Mato Grosso, Serra das Pa­re­cis)
- Klima: tro­pi­sches Wech­sel­kli­ma und Äqua­to­ri­al­zo­ne; Tem­pe­ra­tur (20-25° im Ja­nu­ar, 15-25° im Juli, nach Süden ab­neh­mend). Nie­der­schlag (be­stän­dig re­gen­reich, 1500-2000 mm/Jahr)
- Ve­ge­ta­ti­on: tro­pi­scher Re­gen­wald, ver­ein­zelt Kul­tur­land (land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che)
2
Öko­sys­tem Tro­pi­scher Re­gen­wald
  • Be­ur­tei­len Sie den Stel­len­wert der Öko­fak­to­ren Klima und Boden für eine land­wirt­schaft­li­che Nut­zung in den feuch­ten Tro­pen.
  • Er­klä­ren Sie, wel­che Aus­wir­kun­gen die Zer­stö­rung des tro­pi­schen Re­gen­wal­des auf das Öko­sys­tem hat. Wieso ist der tro­pi­sche Re­gen­wald ein an­fäl­li­ges Öko­sys­tem?
Lösung2
Öko­sys­tem Tro­pi­scher Re­gen­wald
Klima und Boden:
Stel­len­wert des Kli­mas sehr hoch: Durch­ge­hend hohe Tem­pe­ra­tu­ren, aus­rei­chen­de Nie­der­schlä­ge = gute Vor­aus­set­zun­gen für hohe Net­to­pri­mär­pro­duk­ti­on, üp­pi­ges
Pflan­zen­wachs­tum
Boden = li­mi­tie­ren­de Fak­tor: ge­rin­ge Kat­io­nen­aus­tausch­ka­pa­zi­tät, in­ten­si­ven Ver­wit­te­rung, durch­si­ckern­den Nie­der­schlag­was­sers
Stellt kaum Pflan­zen­nähr­stof­fe zur Ver­fü­gung

An­fäl­li­ges Öko­sys­tem:
- an­fäl­li­ge Kreis­lauf­sys­te­me (Nähr­stoff­kreis­lauf)
- ab­hän­gig vom Vor­han­den­sein eines be­stimm­ten Pil­zes (My­kor­rhi­za)
- Ein­grif­fe in den Re­gen­wald, groß­flä­chi­ge Ro­dun­gen ver­ur­sa­chen Zu­sam­men­bruch Nähr­stoff­haus­halts
- sehr hohe Ero­si­ons­ge­fahr durch ent­blöß­te Böden
- hohen Nie­der­schlä­ge kön­nen kurz­fris­tig zu star­ken Bo­den­ver­lus­ten führt, Ver­än­de­run­gen des Was­ser­haus­halts,
- ver­rin­ger­ten Land­schafts­ver­duns­tung,
- ab­neh­men­der Wol­ken­bil­dung und sin­ken­den Nie­der­schlä­gen

Sta­ti­on 2: Auf dem Holz­weg...

3
Ent­wick­lung der tro­pi­schen Re­gen­wald­be­stän­de
  • Be­schrei­ben Sie die Ver­än­de­run­gen des Wald­be­stan­des in Ama­zo­ni­en.
  • Er­läu­tern Sie die Ur­sa­chen von Wald­de­gra­da­ti­on und Ent­wal­dung.
Lösung3
Ent­wick­lung der tro­pi­schen Re­gen­wald­be­stän­de
- Ent­wal­dungs­ra­te hat be­ängs­ti­gen­de Maße an­ge­nom­men
- groß­räu­mi­ge Ro­dun­gen
- Wäl­der muss Stra­ßen, Sied­lun­gen und An­bau­flä­chen wei­chen

Ur­sa­chen von Wald­de­gra­da­ti­on und Ent­wal­dung:
Nut­zung der Land­flä­chen für
- (in­dus­tri­el­le) Land­wirt­schaft
- Ge­win­nung von Holz
- In­fra­struk­tur
Glo­ba­li­sie­rung der Märk­te
In­dus­trie­län­der: hohe Nach­fra­ge an Tro­pen­höl­zern
Schwellen-​ und Ent­wick­lungs­län­der: hoher be­darf an Holz als En­er­gie­quel­le
4
Lo­ka­le und glo­ba­le Aus­wir­kun­gen
  • Stel­len Sie dar, wes­halb die Ver­nich­tung der tro­pi­schen Re­gen­wäl­der lo­ka­le und glo­ba­le Aus­wir­kun­gen hat.
Lösung4
Lo­ka­le und glo­ba­le Aus­wir­kun­gen
lo­ka­le Aus­wir­kun­gen:
- Ver­lust Ar­ten­viel­falt
- Land­flucht, Be­dro­hung des Le­bens­rau­mes der Ur­ein­woh­ner
- Stö­rung des Öko­sys­tems
- Frag­men­tie­rung der Wäl­der
- er­höh­te Rate an Bo­den­ver­dich­tung und -​erosion
- Stö­rung von Wasser-​ und Nähr­stoff­kreis­läu­fen

glo­ba­le Aus­wir­kun­gen:
- Ver­lust der CO2- Spei­cher­funk­ti­on der Wäl­der
- Ver­stär­kung des Treib­haus­ef­fekts (Tem­pe­ra­tur­an­stieg)
- Bei­trag zum Kli­ma­wan­del

Sta­ti­on 3: Agrar­ko­lo­ni­sa­ti­on

5
Land­wirt­schaft­li­che Nut­zungs­for­men
  • Ver­glei­chen Sie Wan­der­feld­bau und Plan­ta­gen­wirt­schaft nach öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Kri­te­ri­en.
Lösung5
Land­wirt­schaft­li­che Nut­zungs­for­men
Öko­lo­gisch:
- Wan­der­feld­bau:
Asche dient als Dün­ger, steht aber nur kurz­fris­tig zur Ver­fü­gung, Anbau von Misch­kul­tu­ren, star­ke Bo­den­ero­si­on (daher land­wirt­schaft­li­che Nut­zung nur we­ni­ge Jahre mög­lich), Bio­mas­se nach 10-12 Jah­ren wie­der an­ge­rei­chert, Ge­biet kann sich er­ho­len
-​Plantagenwirtschaft
Mo­no­kul­tu­ren, An­fäl­lig­keit für Schäd­lin­ge und Krank­hei­ten (mög­li­cher Ein­satz von Pes­ti­zi­den)

Öko­no­misch:
-​Plantagenwirtschaft:
hoch­tech­ni­siert und hoch­pro­duk­tiv, we­ni­ge und preis­wer­te Ar­beits­kräf­te, Pro­duk­ti­on hoch­wer­ti­ger Pro­duk­te für den Welt­markt und Ex­port, Spe­zi­a­li­sie­rung auf Mo­no­kul­tu­ren, von aus­län­di­schen Ma­na­ger*innen ge­führt, Ge­win­ne kön­nen ins Aus­land ab­flie­ßen
- Wan­der­feld­bau:
teil­wei­se Sub­sis­tenz­wirt­schaft, klei­ne­re Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men, viele Ar­bei­te­rIn­nen auf einer ver­hält­nis­mä­ßig klei­nen Agrar­flä­che, wenig bis kaum tech­ni­siert, Ver­schul­dung bei Miss­ern­ten und Ab­hän­gig­keit vom Markt

6
Soja-​Anbau
  • Er­klä­ren Sie die Ent­wick­lung der So­ja­boh­nen­pro­duk­ti­on und deren Be­deu­tung für Bra­si­li­en.
  • Er­läu­tern Sie die Re­le­vanz des Soja Mo­ra­to­ri­ums.
Lösung6
Soja-​Anbau
- An­bau­flä­che für die So­ja­pro­duk­ti­on stark an­ge­stie­gen
- größ­te An­stieg ab dem Jahr 2003
- 2009 Aus­wei­tung von 180.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter auf über 350.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter

Ur­sa­che:
- stei­gen­der Be­darf an Soja für Tier­hal­tung (durch bei­spiels­wei­se ge­stie­ge­nen Fleisch­kon­sum in den In­dus­trie­na­ti­o­nen)
- hohe Ex­por­t­ra­ten in die EU (5,5 Ton­nen So­ja­boh­nen und 18,4 Ton­nen So­ja­schrot) und nach China (66,9 Ton­nen)

Fol­gen:
- Mas­si­ve Ab­hol­zung des tro­pi­schen Re­gen­walds
- Ver­lust an Bio­di­ver­si­tät (bspw. Le­bens­raum sel­te­ner Tiere und Pflan­zen
-​gerodeten Flä­chen für Anbau von Soja ge­nutzt

- Re­le­vanz zeigt sich durch die zu­neh­men­de Zer­stö­rung/Ab­hol­zung der Re­gen­wald­flä­che auf­grund des stei­gen­den Be­darfs an Soja
- Da­durch geht der Le­bens­raum sel­te­ner Tiere und Pflan­zen ver­lo­ren
- Zen­tral ist, dass der Han­del und Er­werb von Soja in Ge­bie­ten, die nach 2008 ge­ro­det wur­den, ver­bo­ten ist
- „Soja aus Bra­si­li­en ist nach­hal­tig“
- Diese Ent­schei­dung führt auch zu einer Stär­kung von In­di­a­ner­schutz­ge­bie­ten und einer Ver­bes­se­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen auf den Plan­ta­gen

Sta­ti­on 4: Aus­stieg aus dem Raub­bau­syn­drom? Lö­sungs­mög­lich­kei­ten

7
Hoff­nung für die tro­pi­schen Re­gen­wäl­der
  • Er­läu­tern Sie, wes­halb der Schutz tro­pi­scher Re­gen­wäl­der eine wich­ti­ge glo­ba­le Auf­ga­be ist und wie sie um­ge­setzt wer­den könn­te.
  • Be­ur­tei­len Sie die Wirk­sam­keit an­ge­pass­ter, nach­hal­ti­ger For­men der Nut­zung in den Tro­pen.
  • Ent­wi­ckeln Sie Ideen, mit wel­chen Hand­lun­gen Sie zur Er­hal­tung der tro­pi­schen Re­gen­wäl­der bei­tra­gen kön­nen.
Lösung7
Hoff­nung für die tro­pi­schen Re­gen­wäl­der
- Der glo­ba­le Nor­den mit den In­dus­trie­na­ti­o­nen ist der größ­te Im­por­teur von ver­schie­dens­ten Pro­duk­ten aus den Re­gen­wäl­dern, des­halb sind diese maß­geb­lich und glei­cher­ma­ßen an der Auf­ga­be be­tei­ligt
- Kon­zer­ne haben bei­spiels­wei­se Ab­hän­gig­kei­ten der lo­ka­len Be­völ­ke­rung ge­schaf­fen, ge­mein­sam muss Auf­klä­rungs­ar­beit ge­leis­tet wer­den und die Le­bens­grund­la­gen der lo­ka­len Be­völ­ke­rung ver­bes­sert wer­den
- Es muss einen in­ter­na­ti­o­na­len Aus­tausch auf ver­schie­de­nen Ebe­nen zwi­schen allen In­sti­tu­ti­o­nen geben

- Der öko­lo­gisch an­ge­pass­te Anbau durch Misch­kul­tu­ren eig­net sich für den tro­pi­schen Re­gen­wald äu­ßerst gut
- Lang­fris­ti­ge und nach­hal­ti­ge Nut­zungs­form
- In­ten­si­ves Bo­den­le­ben und ge­rin­ge Nähr­stoff­ver­lus­te
- We­ni­ger Schäd­lings­be­fall, we­ni­ger Ein­satz von Pes­ti­zi­den
- An­pas­sung an na­tür­li­che und so­zi­a­le Vor­aus­set­zun­gen
- Be­trifft je­doch nur die lo­ka­le Maß­stabs­ebe­ne, Kann diese An­ge­passt­heit mit dem Glo­ba­li­sie­rungs­druck stand­hal­ten?

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