Revolution in Deutschland - Märzforderungen 1848

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Revolution in Deutschland - Märzforderungen 1848
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Lies die Flug­blät­ter mit den März­for­de­run­gen aus Mann­heim (M1) und Dres­den (M2).
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Ent­schei­de mit dei­nem Part­ner, wer wel­che Quel­le ge­nau­er be­han­delt.
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Er­ar­bei­te aus dei­ner Quel­le...
  • ...wel­che Grün­de ein Han­deln nötig ma­chen.
  • ...wel­che For­de­run­gen ge­nannt wer­den.
  • ...an wen sich der Text rich­tet und wer Ver­än­de­rung be­wir­ken soll.
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Ver­glei­che deine Er­geb­nis­se mit dei­nem Part­ner und dis­ku­tiert, wel­che der For­de­run­gen ex­tre­mer sind, also wel­che stär­ker mit dem ak­tu­el­len Zu­stand bre­chen und sich mehr gegen Staat und Fürs­ten rich­ten.
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Flug­blatt mit der Mann­hei­mer Pe­ti­ti­on vom 27. Fe­bru­ar 1848.

Hohe zwei­te Kam­mer!

Pe­ti­ti­on vie­ler Bür­ger und Ein­woh­ner der Stadt Mann­heim, be­tref­fend die end­li­che Er­fül­lung der ge­rech­ten For­de­run­gen des Vol­kes.



Eine un­ge­heu­re Re­vo­lu­ti­on hat Frank­reich um­ge­stal­tet. Viel­leicht in we­ni­gen Tagen ste­hen fran­zö­si­sche Heere an un­se­ren Grenz­mar­ken, wäh­rend Ruß­land die sei­ni­gen im Nor­den zu­sam­men­zieht. Ein Ge­dan­ke durch­zuckt Eu­ro­pa. Das alte Sys­tem wankt und zer­fällt in Trüm­mer. Aller Orten haben die Völ­ker mit kräf­ti­ger Hand die Rech­te sich selbst ge­nom­men, wel­che ihre Macht­ha­ber ihnen vor­ent­hiel­ten. Deutsch­land darf nicht län­ger ge­dul­dig zu­se­hen, wie es mit Füßen ge­tre­ten wird. Das deut­sche Volk hat das Recht zu ver­lan­gen:

Wohl­stand, Bil­dung und Frei­heit für alle Klas­sen der Ge­sell­schaft, ohne Un­ter­schied der Ge­burt und des Stan­des.

Die Zeit ist vor­über, die Mit­tel zu die­sen Zwe­cken lange zu be­rathen. Was das Volk will, hat es durch seine ge­setz­li­chen Ver­tre­ter, durch die Pres­se und durch Pe­ti­ti­o­nen deut­lich genug aus­ge­spro­chen. Aus der gro­ßen Zahl von Maß­re­geln, durch deren Er­grei­fung al­lein das deut­sche Volk ge­ret­tet wer­den kann, heben wir her­vor:

  1. Volks­be­waff­nung mit frei­en Wah­len der Of­fi­zie­re.

  2. Un­be­ding­te Preß­frei­heit.

  3. Schwur­ge­rich­te nach dem Vor­bil­de Eng­lands.

  4. So­for­ti­ge Her­stel­lung eines deut­schen Par­la­men­tes.

Diese vier For­de­run­gen sind so drin­gend, daß mit deren Er­fül­lung nicht län­ger ge­zö­gert wer­den kann und darf.

Ver­tre­ter des Volks! Wir ver­lan­gen von Euch, daß Ihr diese For­de­run­gen zu un­ge­säum­ter Er­fül­lung bringt. Wir ste­hen für die­sel­ben mit Gut und Blut ein und mit uns, davon sind wir durch­drun­gen, das ganze deut­sche Volk.

Mann­heim, den 27. Fe­bru­ar 1848.

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Flug­blatt mit der Mann­hei­mer Pe­ti­ti­on vom 27. Fe­bru­ar 1848.

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Revolution in Deutschland - Märzforderungen 1848
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Flug­blatt vom 07. März 1848, wel­ches die Wün­sche der Bür­ger und Ein­woh­ner Dres­dens ver­kün­det.

Die dro­hen­den Zeit­er­eig­nis­se ma­chen jedem ech­ten Deut­schen die ru­hi­ge, aber un­ver­hüll­te Kund­ge­bung des­sen, was nach sei­ner Über­zeu­gung die Ein­tracht des Va­ter­lan­des im In­nern und nach Außen er­heischt,1 zur hei­ligs­ten Pflicht.

[...] Von die­ser Über­zeu­gung be­seelt spre­chen wir, die un­ter­zeich­ne­ten Bür­ger und Ein­woh­ner Dres­dens, die Er­war­tung aus, daß auch von der säch­si­schen hohen Staats­re­gie­rung den For­de­run­gen der Zeit, deren Ge­wäh­rung teils für die Ruhe und das Wohl­erge­hen un­se­res Sach­sen­lan­des, teils für die ein­heit­li­che Ent­wick­lung Deutsch­lands und seine Er­he­bung auf die unter den Na­ti­o­nen Eu­ro­pas ihm ge­büh­ren­de Stufe, un­er­läß­lich und un­ab­weis­bar ist, die­sel­be schleu­ni­ge Er­fül­lung werde zu Teil wer­den, wel­che ihnen in an­de­ren deut­schen Staa­ten teils ver­hei­ßen, teils schon ge­folgt ist.

Diese Wün­sche sind:

1. Frei­heit der Pres­se, Weg­fall des Kon­zes­si­ons­zwangs für Zeit­schrif­ten und Über­wei­sung der Preß­ver­ge­hen an die or­dent­li­chen Ge­rich­te;

2. Frei­heit des re­li­gi­ö­sen Be­kennt­nis­ses und der kirch­li­chen Ver­ei­ni­gung.

3. Frei­heit des Ver­samm­lungs- und Ver­eins­rech­tes.

4. Ge­setz­li­che Si­cher­stel­lung der Per­son gegen will­kür­li­che Ver­haf­tung, Haus­su­chung und Un­ter­su­chungs­haft.

5. Ver­bes­se­rung des Wahl­ge­set­zes na­ment­lich durch Her­ab­set­zung des Zen­sus und Aus­deh­nung der Wähl­bar­keit auf das ganze Land.

6. Öf­fent­lich­keit und Münd­lich­keit der Rechts­pfle­ge mit Schwur­ge­richt.

7. Ver­ei­di­gung des Mi­li­tärs auf die Ver­fas­sung.

8. Ver­min­de­rung des ste­hen­den Hee­res, Um­bil­dung des Mi­li­tär­we­sens und der Bür­ger­be­waff­nung. [...]

Wir zwei­feln nicht an dem lan­des­vä­ter­li­chen Sinne des all­ver­ehr­ten, all­ge­lieb­ten Kö­nigs, wir geben uns sei­ner Huld und Weis­heit mit Ver­trau­en hin, wir er­war­ten aber eben­so zu­ver­sicht­lich von den Rat­ge­bern der Krone, daß sie klare Ein­sicht und auf­rich­ti­gen Wil­len genug haben wer­den, jenen drin­gen­den For­de­run­gen der Neu­zeit zu ent­spre­chen, oder da­fern dies mit ihren Über­zeu­gun­gen nicht im Ein­klang ste­hen soll­te, dies offen be­ken­nen und durch frei­wil­li­gen Rück­tritt von ihrem Amte das ge­setz­li­che Zu­stan­de­kom­men zeit­ge­mä­ßer Re­for­men er­mög­li­chen und sich da­durch der Ach­tung und des Bei­falls aller Par­tei­en ver­si­chern wer­den.

Es lebe der König! Es lebe die Ver­fas­sung! Es lebe die Ein­tracht zwi­schen Re­gie­rung und Volk!

Dres­den, den 7. März 1848.

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Flug­blatt vom 07. März 1848, wel­ches die Wün­sche der Bür­ger und Ein­woh­ner Dres­dens ver­kün­det.

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Revolution in Deutschland - Märzforderungen 1848

von anonym

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