Sozialpädagogik

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Sozialpädagogik
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Struk­tur­mo­dell des päd­ago­gi­schen Han­delns

Be­ob­ach­tung>Ana­ly­se>Ziel­set­zung>Pla­nung>Durch­füh­rung>Re­fle­xi­on

Ziel des Auf­ga­ben­blatts: Du lernst, wie man von einer be­ob­ach­te­ten Si­tu­a­ti­on (Fall­bei­spiel) sys­te­ma­tisch zu einer päd­ago­gi­schen Hand­lung ge­langt.
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Das Fall­bei­spiel (Die Aus­gangs­si­tu­a­ti­on)
Kon­text: Kin­der­ta­ges­stät­te „Son­nen­schein“, Grup­pe der „Erd­männ­chen“ (Kin­der im Alter von 3 bis 4 Jah­ren). It­zi­ar (3 Jahre und 4 Mo­na­te) be­sucht die Ein­rich­tung seit vier Mo­na­ten.
Be­ob­ach­tung: In den letz­ten zwei Wo­chen fällt der Grup­pen­lei­tung auf, dass It­zi­ar wäh­rend der frei­en Spiel­pha­se meis­tens al­lei­ne in der Bau­e­cke sitzt. Sie baut dort sehr aus­dau­ernd und kon­zen­triert hohe Türme aus Holz­klöt­zen. So­bald sich ein an­de­res Kind der Bau­e­cke nä­hert oder mit­spie­len möch­te, bricht It­zi­ar das Spiel ab, packt ihre Klöt­ze zu­sam­men oder stellt sich schüt­zend vor ihren Turm. Wenn ein Kind sie an­spricht, schaut sie auf den Boden und ant­wor­tet nicht. Beim ge­mein­sa­men Sing­kreis hin­ge­gen singt sie leise mit, mei­det aber auch dort den di­rek­ten Blick­kon­takt zu den an­de­ren Kin­dern.
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Schritt-​für-​Schritt-​Aufgaben
Be­ar­bei­te die fol­gen­den Auf­ga­ben nach­ein­an­der, um dein ei­ge­nes klei­nes Hand­lungs­kon­zept für It­zi­ar zu ent­wi­ckeln.
Schritt 1: Ana­ly­se der Si­tu­a­ti­on (Si­tu­a­ti­ons­ana­ly­se)
Bevor man han­delt, muss man ver­ste­hen, was los ist. Es geht darum, Res­sour­cen (Stär­ken) und De­fi­zi­te (Ent­wick­lungs­fel­der) zu er­ken­nen.

Auf­ga­be 1a: Wel­che Res­sour­cen (Fä­hig­kei­ten, po­si­ti­ve Ei­gen­schaf­ten) zeigt It­zi­ar in der Be­ob­ach­tung? Nenne min­des­tens zwei.

Auf­ga­be 1b: Wel­ches Ent­wick­lungs­feld (wo braucht sie Un­ter­stüt­zung?) lässt sich aus der Si­tu­a­ti­on ab­lei­ten?

Schritt 2: Päd­ago­gi­sche Ziel­set­zung (Smart-​Ziele)
Ein päd­ago­gi­sches Ziel be­schreibt einen Zu­stand, den man er­rei­chen möch­te. Wir un­ter­schei­den zwi­schen dem gro­ben Richt­ziel und einem kon­kre­ten Fein­ziel.

Auf­ga­be 2: For­mu­lie­re ein re­a­lis­ti­sches Fein­ziel für It­zi­ar.

Tipp: Das Ziel soll­te po­si­tiv for­mu­liert sein (Was soll sie tun, nicht was soll sie nicht tun?) und in­ner­halb der nächs­ten Wo­chen er­reich­bar sein.

For­mu­lie­rungs­hil­fe: „It­zi­ar ist in der Lage, ...“
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Schritt 3: Me­tho­di­sche Pla­nung (Das Hand­lungs­an­ge­bot)
Jetzt über­legst du dir eine kon­kre­te päd­ago­gi­sche Ak­ti­vi­tät oder Maß­nah­me, um das Ziel aus Schritt 2 zu er­rei­chen. Du bist hier die päd­ago­gi­sche Fach­kraft!


Auf­ga­be 3: Ent­wirf ein klei­nes An­ge­bot (z. B. ein ge­ziel­tes Spiel, eine Klein­grup­pen­ak­ti­vi­tät oder eine Raum­ge­stal­tung). Be­ant­wor­te dabei fol­gen­de Fra­gen:


-Was machst du? (Name/Art der Ak­ti­vi­tät)



-Wer nimmt teil? (Nur It­zi­ar? Ein wei­te­res Kind? Wel­che Kri­te­ri­en hat die Aus­wahl?)




-​Welche Rolle über­nimmst du als an­ge­hen­de Fach­kraft dabei?


Schritt 4: Re­fle­xi­on (Nach­be­rei­tung)
Päd­ago­gi­sches Han­deln muss immer hin­ter­fragt wer­den, um dar­aus für die Zu­kunft zu ler­nen.


Auf­ga­be 4: Stell dir vor, du hast dein An­ge­bot durch­ge­führt. It­zi­ar hat sich mit­ten im Spiel weg­ge­dreht und woll­te nicht mehr mit­ma­chen.

Wie re­agierst du in der Si­tu­a­ti­on kurz­fris­tig?

Wel­che Frage stellst du dir am Abend bei der schrift­li­chen Re­fle­xi­on, um her­aus­zu­fin­den, woran es ge­le­gen haben könn­te?

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Teil 3: Lö­sungs­hil­fe & Leit­fa­den zur Selbst­ein­schät­zung
Nutze die­sen Teil erst, wenn du die Auf­ga­ben für dich ge­löst hast, um deine Ge­dan­ken­gän­ge zu über­prü­fen.
Ein­ord­nung & Muster-​Lösungsansätze:




Zu Schritt 1 (Ana­ly­se): * Res­sour­cen: Hohe Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, Aus­dau­er, Fein­mo­to­rik (Turm­bau), mu­si­ka­li­sche Teil­ha­be (Sing­kreis).
Ent­wick­lungs­feld: Sozial-​emotionale Ent­wick­lung, Kon­takt­auf­nah­me zu Gleich­alt­ri­gen, Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz/Tei­len des Spiel­be­reichs.



Zu Schritt 2 (Ziel­set­zung):
Gutes Fein­ziel: „It­zi­ar lässt in­ner­halb der nächs­ten zwei Wo­chen zu, dass ein aus­ge­wähl­tes Kind in ihrer Nähe (Bau­e­cke) par­al­lel an einem ei­ge­nen Turm baut, ohne ihr Spiel ab­zu­bre­chen.“ (Das ist re­a­lis­ti­scher, als zu ver­lan­gen, dass sie so­fort in­ten­siv zu­sam­men spie­len).




Zu Schritt 3 (Pla­nung):
Mög­li­che Maß­nah­me: Ein „Parallel-​Bau-​Projekt“. Du nimmst ein zwei­tes, eher ru­hi­ges und ein­fühl­sa­mes Kind hinzu. Du be­glei­test die Si­tu­a­ti­on in der Bau­e­cke mo­de­rie­rend, gibst bei­den Kin­dern genug ei­ge­nes Ma­te­ri­al, damit kein Streit ent­steht, und lobst It­zi­ar für ihre Aus­dau­er. Deine Rolle ist hier die des Im­puls­ge­bers und Si­cher­heits­stif­ters.




Zu Schritt 4 (Re­fle­xi­on):
Si­tu­a­ti­ve Re­ak­ti­on: Kei­nen Zwang aus­üben. It­zi­ars Gren­ze ak­zep­tie­ren, ihr si­gna­li­sie­ren, dass es okay ist, und das An­ge­bot po­si­tiv be­en­den.
Re­fle­xi­ons­fra­ge: „War die Grup­pen­grö­ße zu groß, war das an­de­re Kind zu do­mi­nant, oder war der Zeit­punkt am Tag (z. B. vor dem Mit­tag­essen/Mü­dig­keit) un­pas­send?“

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von anonym

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