• Stationsarbeit: Die Geschichte der Christen, Juden und Muslime
  • Siegeldi
  • 29.08.2025
  • Geschichte
  • 7
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Aus dem Wir­ken des jü­di­schen Pre­di­gers Jesus von Na­za­reth ent­stand eine neue Re­li­gi­on: Das Chris­ten­tum

Im Jahr 64 n. Chr. legte ein Groß­brand Rom in Asche, wor­auf­hin Kai­ser Nero die Chris­ten als Brand­stif­ter brand­mark­te und viele hin­rich­ten ließ. In den An­fangs­jah­ren muss­ten Chris­ten im Ver­bor­ge­nen ihren Glau­ben prak­ti­zie­ren, be­son­ders wäh­rend der Krise im 3. Jahr­hun­dert, als Kai­ser Di­o­kle­ti­an sie für das Reichs­ri­si­ko hielt, christ­li­che Texte ver­brann­te und Kir­chen zer­stör­te. Die Wende kam unter Kai­ser Kon­stan­tin im Jahr 313 n. Chr., der re­li­gi­ö­se Frei­heit ge­währ­te und das Chris­ten­tum för­der­te. Letzt­end­lich er­klär­te Kai­ser The­o­dosi­us 391 n. Chr. das Chris­ten­tum zur Staats­re­li­gi­on, was zu einer grund­le­gen­den Um­struk­tu­rie­rung der re­li­gi­ö­sen Land­schaft des Rö­mi­schen Reichs führ­te, ein­schließ­lich der Eta­blie­rung von Bi­schö­fen in jeder Pro­vinz und der Er­hö­hung des Bi­schofs von Rom, be­kannt als der Papst, zur zen­tra­len re­li­gi­ö­sen Au­to­ri­tät.

Q1 Brief­wech­sel zwi­schen Pli­ni­us und Kai­ser Tra­jan (53-117 n. Chr.)



"Pli­ni­us an Tra­jan:Vor­läu­fig habe ich bei denen, die mir als Chris­ten an­ge­zeigt wur­den, fol­gen­des Ver­fah­ren an­ge­wandt: Ich frag­te sie, ob sie Chris­ten seien. Wenn sie es zu­ga­ben, wie­der­hol­te ich die Frage zwei­mal unter An­dro­hung von Stra­fen. Blie­ben sie stand­haft, ließ ich sie hin­rich­ten.

Tra­jans Ant­wort:Du hast das rich­ti­ge Ver­fah­ren bei der Prü­fung der An­kla­ge gegen die Per­so­nen, die dir als Chris­ten vor­ge­führt wur­den, an­ge­wandt." (zit. nach: Aus dem alten Rom: Aus­ge­wähl­te Brie­fe über­setzt von Mau­ritz Schus­ter, Re­clam:Stutt­gart 1953 )

Q2 Über den Tod ihres Bi­schofs Po­ly­karp schrieb die Ge­mein­de in Smyr­na (heute
Izmir) im 2. Jahr­hun­dert:

Über den Tod ihres Bi­schofs Po­ly­karp schrieb die Ge­mein­de in Smyr­na (heute Izmir) im 2. Jahr­hun­dert: Als die Ver­fol­ger kamen, um ihn ab­zu­ho­len, emp­fing er sie mit den Wor­ten: Der Wille des Herrn ge­sche­he! Die, die ihn sahen, wun­der­ten sich über seine Ge­las­sen­heit. Er bot ihnen Spei­se und Trank an und bat um eine Stun­de zum Beten. Da­nach wurde er in die Arena ge­bracht. Der Pro­kon­sul for­der­te ihn auf, Chris­tus zu läs­tern, um frei­ge­las­sen zu wer­den. Po­ly­karp ant­wor­te­te: 86 Jahre habe ich ihm ge­dient, und er hat mir nie Leid zu­ge­fügt. Wie könn­te ich mei­nen König läs­tern, der mich er­löst hat? Dar­auf­hin ließ der Pro­kon­sul aus­ru­fen: Po­ly­karp hat sich als Christ be­kannt! Sie be­schlos­sen, Po­ly­karp le­ben­dig zu ver­bren­nen. (An­ger­mey­er, H. (1966). Do­ku­men­te der Kir­chen­ge­schich­te,Bd1,(J.P.Peter).Ro­then­burg, S.172.)

Un­ter­su­che die Op­ti­o­nen, die Chris­ten zur Ver­fü­gung stan­den, um einer Tö­tung zu ent­ge­hen (Q2, Q3).

Die Ex­pan­si­on des Is­lams

Rund um das Jahr 600 be­grün­de­te Mo­ham­med eine neue Glau­bens­rich­tung, den Islam, der sich ab 622 rasch über Ara­bi­en ver­brei­te­te. Nach dem Ab­le­ben Mo­ham­meds dehn­ten die Ara­ber ihr Ter­ri­to­ri­um noch wei­ter aus. Die is­la­mi­sche Macht er­streck­te sich bald von Spa­ni­en bis China. Die Aus­brei­tung des Is­lams und der Hei­li­ge Krieg

Mo­ham­med grün­de­te eine neue Re­li­gi­on, den Islam, und er­ober­te damit Ara­bi­en. Nach sei­nem Tod mach­ten seine Nach­fol­ger, die Ka­li­fen, wei­ter und brach­ten den Islam in weit ent­fern­te Ge­gen­den, bis nach Eu­ro­pa und Asien. Aber ir­gend­wann konn­ten sie nicht wei­ter vor­rü­cken. Im Osten hiel­ten chi­ne­si­sche Sol­da­ten am Fluss Syr-​Darja stand, und im Wes­ten wehr­ten sich die Fran­ken. Auch die by­zan­ti­ni­schen Trup­pen blo­ckier­ten den Weg nach Klein­asi­en.

Mo­ham­med hatte ge­sagt, dass es wich­tig sei, für den Islam zu kämp­fen, den so­ge­nann­ten Hei­li­gen Krieg. Er glaub­te, dass Gott die­je­ni­gen be­loh­nen würde, die den Islam ver­brei­ten, mit Schät­zen und einem Platz im Pa­ra­dies für die, die im Kampf ster­ben.



Leben unter is­la­mi­scher Herr­schaft

Die Mus­li­me woll­ten, dass die Men­schen, die sie er­ober­ten, auch Mus­li­me wer­den, aber sie zwan­gen sie nicht. Sie waren be­son­ders nach­sich­tig mit Juden und Chris­ten, weil Mo­ham­med ge­sagt hatte, dass diese Re­li­gi­o­nen dem Islam ähn­lich sind. Alle drei glau­ben an nur einen Gott. Juden und Chris­ten durf­ten ihre Re­li­gi­on und ihr Ei­gen­tum be­hal­ten, muss­ten aber eine Steu­er zah­len und die is­la­mi­sche Herr­schaft an­er­ken­nen. Sie wur­den ge­schützt, so­lan­ge sie sich an die Re­geln hiel­ten.

Wer zum Islam kon­ver­tie­ren woll­te, muss­te Ara­bisch ler­nen, die Spra­che des Ko­rans, und war dann auch ver­pflich­tet, am Hei­li­gen Krieg teil­zu­neh­men.

Mo­ham­med im Krieg über den „Hei­li­gen Krieg“

Wenn ihr im Krieg mit den Un­gläu­bi­gen zu­sam­men­ge­trof­fen, dann schlagt ihnen die Köpfe ab, bis ihr eine große Nie­der­la­ge unter ihnen an­ge­rich­tet habt (...). Die für Al­lahs Re­li­gi­on ge­kämpft und ster­ben, (...) wird Allah be-​glücken und in das Pa­ra­dies füh­ren, wel­ches er ihnen an­ge­kün­digt hat. (Sure 47,4-6)
Be­kämpft die­je­ni­gen Juden und Chris­ten, wel­che nicht an Allah und den Jüngs­ten Tag glau­ben und die das nicht ver­bie­ten, was Allah und sein Pro­phet ver­bo­ten haben (...) so lange, bis sie ihre Steu­er in Demut ent­rich­ten und sich un­ter­wer­fen (...). Wenn ihr nicht zum Kampf aus­zieht, wird euch Allah mit schwe­rer Stra­fe be­le­gen. (Sure 9,29 und 39)
(zit.n. Der Koran.Das hei­li­ge Buch des Islam, neu bearb.u.erl.v.Win­ter, L. (1959).Gold­mann: Mün­chen.

Q2 Aus einem Schutz­ver­trag der Ka­li­fen mit Juden und Chris­ten (8./9. Jahr­hun­dert):

Wir wer­den eure Ge­schäf­te mit den Mus­li­men über­wa­chen (...). Wenn ihr einem Mus­lim etwas Ver­bo­te­nes ver­kauft, wie Wein, Schwei­ne­fleisch, Blut, Aas oder der­glei­chen, wer­den wir den Ver­kauf für un­gül­tig er­klä­ren (...).
Die Ge­schäf­te, wel­che ihr mit einem von euch be­treibt, wer­den wir nicht über­wa­chen und keine Frage da­nach stel­len, so­lan­ge ihr euch un­ter­ein­an­der ver­stän­digt.
Wenn einer von euch sich mit der Bitte um ein Ur­teil an uns wen­det, wer­den wir ihm ein sol­ches nach is­la­mi­schem Recht geben. Doch wenn kei­ner zu uns kommt, wer­den wir uns nicht in eure An­ge­le­gen­hei­ten mi­schen.
(zit.n.Fähn­dirch,H. (1982).
Der Islam von den An­fän­gen bis zur Er­obe­rung von Kon­stan­ti­no­pel./ Ar­te­mis: Zü­rich.S. 274ff.

Er­klä­re, wie die Mus­li­me Juden und Chris­ten im Un­ter­schied zu an­de­ren Nicht­mus­li­men be­han­del­ten.
Be­ur­tei­le, ob die Vor­schrif­ten des Schutz­ver­tra­ges Q2 rück­sichts­voll zu nen­nen sind.



Wir be­nut­zen in un­se­rer Spra­che zahl­rei­che Wör­ter, die aus dem Ara­bi­schen stam­men, ohne dass uns das be­wusst ist. Hier sind ei­ni­ge davon:

Al­che­mie – Al­ge­bra – Al­ka­li – Al­ko­hol – Al­ko­ven – Aloe – Ani­lin – Apri­ko­se – Ar­ti­scho­ken – Atlas – Au­ber­gi­nen – Azi­mut – Bal­da­chin – Bal­sam – Ben­zin – Chif­fon – Da­mast – Diwan – Droge – Dro­ge­rie – Eli­xier – Es­tra­gon – Fan­fa­re – Gi­tar­re – Ing­wer – Joppe – Kaf­fee – Ka­li­um – Kamp­fer – Kan­dis – Ka­pern – Kat­tun – Kit­tel – Küm­mel – Laute – Li­mo­ne – Li­mo­na­de – Mas­sa­ge – Ma­tra­ze – Mokka – Mus­kat – Nadir – Na­tron – Oran­ge – Pfir­sich – Sa­fran – Satin – Schal – Soda – Sofa – Spi­nat – Sul­ta­ni­ne – Taft – Tam­bu­rin – Zenit – Zif­fer – Zimt – Zi­ther – Zi­tro­ne – Zu­cker – Zwetsch­ge



Ordne die Be­grif­fe – so­weit es geht! – fol­gen­den fünf Ober­ge­rif­fen zu. Wör­ter, die du nicht kennst, kannst du re­cher­chie­ren.

Ma­the­ma­tik/ Che­mie

Heil­kunst/ Me­di­zin

Stof­fe/ Klei­dung

Früch­te/ Ge­mü­se

Ge­wür­ze

Fasse die rest­li­chen Be­grif­fe in fünf Grup­pen zu­sam­men und bilde zu jeder Grup­pe einen Ober­be­griff. Wör­ter, die du nicht kennst, kannst du re­cher­chie­ren.
Gib eine Be­grün­dung dafür, warum diese Be­grif­fe in un­se­re Spra­che ge­kom­men.
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