Im Jahr 64 n. Chr. legte ein Großbrand Rom in Asche, woraufhin Kaiser Nero die Christen als Brandstifter brandmarkte und viele hinrichten ließ. In den Anfangsjahren mussten Christen im Verborgenen ihren Glauben praktizieren, besonders während der Krise im 3. Jahrhundert, als Kaiser Diokletian sie für das Reichsrisiko hielt, christliche Texte verbrannte und Kirchen zerstörte. Die Wende kam unter Kaiser Konstantin im Jahr 313 n. Chr., der religiöse Freiheit gewährte und das Christentum förderte. Letztendlich erklärte Kaiser Theodosius 391 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion, was zu einer grundlegenden Umstrukturierung der religiösen Landschaft des Römischen Reichs führte, einschließlich der Etablierung von Bischöfen in jeder Provinz und der Erhöhung des Bischofs von Rom, bekannt als der Papst, zur zentralen religiösen Autorität.
"Plinius an Trajan:Vorläufig habe ich bei denen, die mir als Christen angezeigt wurden, folgendes Verfahren angewandt: Ich fragte sie, ob sie Christen seien. Wenn sie es zugaben, wiederholte ich die Frage zweimal unter Androhung von Strafen. Blieben sie standhaft, ließ ich sie hinrichten.
Trajans Antwort:Du hast das richtige Verfahren bei der Prüfung der Anklage gegen die Personen, die dir als Christen vorgeführt wurden, angewandt." (zit. nach: Aus dem alten Rom: Ausgewählte Briefe übersetzt von Mauritz Schuster, Reclam:Stuttgart 1953 )
Über den Tod ihres Bischofs Polykarp schrieb die Gemeinde in Smyrna (heute Izmir) im 2. Jahrhundert: Als die Verfolger kamen, um ihn abzuholen, empfing er sie mit den Worten: Der Wille des Herrn geschehe!
Die, die ihn sahen, wunderten sich über seine Gelassenheit. Er bot ihnen Speise und Trank an und bat um eine Stunde zum Beten. Danach wurde er in die Arena gebracht. Der Prokonsul forderte ihn auf, Christus zu lästern, um freigelassen zu werden. Polykarp antwortete: 86 Jahre habe ich ihm gedient, und er hat mir nie Leid zugefügt. Wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?
Daraufhin ließ der Prokonsul ausrufen: Polykarp hat sich als Christ bekannt!
Sie beschlossen, Polykarp lebendig zu verbrennen. (Angermeyer, H. (1966). Dokumente der Kirchengeschichte,Bd1,(J.P.Peter).Rothenburg, S.172.)
Rund um das Jahr 600 begründete Mohammed eine neue Glaubensrichtung, den Islam, der sich ab 622 rasch über Arabien verbreitete. Nach dem Ableben Mohammeds dehnten die Araber ihr Territorium noch weiter aus. Die islamische Macht erstreckte sich bald von Spanien bis China. Die Ausbreitung des Islams und der Heilige Krieg
Mohammed gründete eine neue Religion, den Islam, und eroberte damit Arabien. Nach seinem Tod machten seine Nachfolger, die Kalifen, weiter und brachten den Islam in weit entfernte Gegenden, bis nach Europa und Asien. Aber irgendwann konnten sie nicht weiter vorrücken. Im Osten hielten chinesische Soldaten am Fluss Syr-Darja stand, und im Westen wehrten sich die Franken. Auch die byzantinischen Truppen blockierten den Weg nach Kleinasien.
Mohammed hatte gesagt, dass es wichtig sei, für den Islam zu kämpfen, den sogenannten Heiligen Krieg
. Er glaubte, dass Gott diejenigen belohnen würde, die den Islam verbreiten, mit Schätzen und einem Platz im Paradies für die, die im Kampf sterben.
Leben unter islamischer Herrschaft
Die Muslime wollten, dass die Menschen, die sie eroberten, auch Muslime werden, aber sie zwangen sie nicht. Sie waren besonders nachsichtig mit Juden und Christen, weil Mohammed gesagt hatte, dass diese Religionen dem Islam ähnlich sind. Alle drei glauben an nur einen Gott. Juden und Christen durften ihre Religion und ihr Eigentum behalten, mussten aber eine Steuer zahlen und die islamische Herrschaft anerkennen. Sie wurden geschützt, solange sie sich an die Regeln hielten.
Wer zum Islam konvertieren wollte, musste Arabisch lernen, die Sprache des Korans, und war dann auch verpflichtet, am Heiligen Krieg
teilzunehmen.
Wenn ihr im Krieg mit den Ungläubigen zusammengetroffen, dann schlagt ihnen die Köpfe ab, bis ihr eine große Niederlage unter ihnen angerichtet habt (...). Die für Allahs Religion gekämpft und sterben, (...) wird Allah be-glücken und in das Paradies führen, welches er ihnen angekündigt hat. (Sure 47,4-6)
(zit.n. Der Koran.Das heilige Buch des Islam, neu bearb.u.erl.v.Winter, L. (1959).Goldmann: München.
Bekämpft diejenigen Juden und Christen, welche nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben und die das nicht verbieten, was Allah und sein Prophet verboten haben (...) so lange, bis sie ihre Steuer in Demut entrichten und sich unterwerfen (...). Wenn ihr nicht zum Kampf auszieht, wird euch Allah mit schwerer Strafe belegen. (Sure 9,29 und 39)
Wir werden eure Geschäfte mit den Muslimen überwachen (...). Wenn ihr einem Muslim etwas Verbotenes verkauft, wie Wein, Schweinefleisch, Blut, Aas oder dergleichen, werden wir den Verkauf für ungültig erklären (...).
(zit.n.Fähndirch,H. (1982).Der Islam von den Anfängen bis zur Eroberung von Konstantinopel./ Artemis: Zürich.S. 274ff.
Die Geschäfte, welche ihr mit einem von euch betreibt, werden wir nicht überwachen und keine Frage danach stellen, solange ihr euch untereinander verständigt.
Wenn einer von euch sich mit der Bitte um ein Urteil an uns wendet, werden wir ihm ein solches nach islamischem Recht geben. Doch wenn keiner zu uns kommt, werden wir uns nicht in eure Angelegenheiten mischen.
Wir benutzen in unserer Sprache zahlreiche Wörter, die aus dem Arabischen stammen, ohne dass uns das bewusst ist. Hier sind einige davon:
Alchemie – Algebra – Alkali – Alkohol – Alkoven – Aloe – Anilin – Aprikose – Artischoken – Atlas – Auberginen – Azimut – Baldachin – Balsam – Benzin – Chiffon – Damast – Diwan – Droge – Drogerie – Elixier – Estragon – Fanfare – Gitarre – Ingwer – Joppe – Kaffee – Kalium – Kampfer – Kandis – Kapern – Kattun – Kittel – Kümmel – Laute – Limone – Limonade – Massage – Matraze – Mokka – Muskat – Nadir – Natron – Orange – Pfirsich – Safran – Satin – Schal – Soda – Sofa – Spinat – Sultanine – Taft – Tamburin – Zenit – Ziffer – Zimt – Zither – Zitrone – Zucker – Zwetschge
Mathematik/ Chemie
Heilkunst/ Medizin
Stoffe/ Kleidung
Früchte/ Gemüse
Gewürze
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