Übungsserie Impulserhaltung

Impuls
22.09.2025
1
Stoß-​Sortiment
Be­trach­te die vier unten dar­ge­stell­ten Sze­na­ri­en.
Ordne die Vor­gän­ge den Ka­te­go­rien (nä­he­rungs­wei­se) elas­tisch und (voll­kom­men) un­elas­tisch zu.
Be­grün­de deine Ent­schei­dung für jeden Fall, indem du auf die Gül­tig­keit des Im­puls­er­hal­tungs­sat­zes und des En­er­gie­er­hal­tungs­sat­zes der Me­cha­nik ein­gehst. Be­rück­sich­ti­ge dabei auch En­er­gie­um­wand­lun­gen.
  • Billard-​Anstoß: Die weiße Kugel trifft auf die dicht ge­pack­ten far­bi­gen Ku­geln. Die Ku­geln sind aus einem sehr har­ten Kunst­stoff ge­fer­tigt.
  • Knetmasse-​Kollision: Zwei Ku­geln aus Knet­mas­se wer­den auf­ein­an­der ge­schos­sen. Nach dem Zu­sam­men­stoß bil­den sie einen ein­zi­gen Klum­pen.
  • Flummi-​Aufprall: Ein hoch­elas­ti­scher Gum­mi­ball (Flum­mi) wird auf einen star­ren Stein­bo­den fal­len ge­las­sen und springt fast wie­der auf seine Aus­gangs­hö­he zu­rück.
2
Vir­tu­el­les Kol­li­si­ons­la­bor
Nutz die PhET-​Simulation Kol­li­si­ons­la­bor im Erforsche-​1D-​Modus. Wähle die An­sicht Mehr Daten, um alle nu­me­ri­schen Werte zu sehen.







  • Un­ter­su­che einen zen­tra­len, elas­ti­schen Stoß (Elas­ti­zi­tät = 100%) zwi­schen zwei Kör­pern glei­cher Masse (m1=m2=1kg), von denen einer ruht (v2=0m/s).
    a) For­mu­lie­re eine Hy­po­the­se für die Ge­schwin­dig­kei­ten bei­der Kör­per nach dem Stoß.
    b) Über­prü­fe deine Hy­po­the­se mit der Si­mu­la­ti­on. Pro­to­kol­lie­ren die Werte für Mas­sen, Ge­schwin­dig­kei­ten und ki­ne­ti­sche En­er­gien für beide Kör­per und den Ge­samt­im­puls vor und nach dem Stoß in einer Ta­bel­le.
    c) Er­klä­re das be­ob­ach­te­te Er­geb­nis unter ex­pli­zi­ter Ver­wen­dung des Im­puls- und des En­er­gie­er­hal­tungs­sat­zes.
  • Un­ter­su­che nun einen voll­kom­men un­elas­ti­schen Stoß (Elas­ti­zi­tät=0%) mit den­sel­ben An­fangs­be­din­gun­gen.
    a) Be­rech­ne die the­o­re­ti­sche Ge­schwin­dig­keit des Ge­samt­kör­pers nach dem Stoß.
    b) Über­prü­fe dein Er­geb­nis mit der Si­mu­la­ti­on.
    c) Er­läu­te­re, warum die ki­ne­ti­sche En­er­gie bei die­sem Vor­gang nicht er­hal­ten ist und gib an, in wel­che En­er­gie­for­men sie um­ge­wan­delt wurde.
Impuls
22.09.2025



3
Das bal­lis­ti­sche Pen­del

Das bal­lis­ti­sche Pen­del ist eine klas­si­sche Ver­suchs­an­ord­nung, um die Ge­schwin­dig­keit eines Pro­jek­tils zu be­stim­men. Es kom­bi­niert einen Stoß­vor­gang mit einer an­schlie­ßen­den Pen­del­be­we­gung.

Sze­na­rio:
Ein Ge­schoss der Masse m=20g wird auf einen Holz­block der Masse M= 1,98 kg ge­schos­sen, der als Pen­del der Länge  L= 2,0m frei schwin­gend auf­ge­hängt ist. Das Ge­schoss bleibt im Block ste­cken, wor­auf­hin das Sys­tem aus Block und Ge­schoss ge­mein­sam aus­schwingt und eine ma­xi­ma­le Höhe h er­reicht.
  • Er­läu­te­re, warum man zur Be­stim­mung der ur­sprüng­li­chen Ge­schoss­ge­schwin­dig­keit v den Ge­samt­vor­gang in zwei ge­trenn­te Pha­sen (Stoß und Pen­del­schwin­gung) un­ter­tei­len muss. Gib für jede Phase das re­le­van­te phy­si­ka­li­sche Ge­setz an und be­grün­den deine Wahl.
  • Leite eine For­mel für die Ge­schwin­dig­keit v des Ge­schos­ses in Ab­hän­gig­keit von m, M, g und der ma­xi­ma­len Aus­lenk­hö­he h her.
  • Das Pen­del er­reicht einen ma­xi­ma­len Aus­lenk­win­kel von α=13°. Be­rech­ne die Ge­schwin­dig­keit v des Ge­schos­ses vor dem Auf­prall.
4
Si­cher­heit durch Phy­sik

Mo­der­ne Fahr­zeug­si­cher­heits­sys­te­me ba­sie­ren auf fun­da­men­ta­len phy­si­ka­li­schen Prin­zi­pi­en. Die Knautsch­zo­ne eines Autos ist so kon­stru­iert, dass sie bei einer Kol­li­si­on ge­zielt En­er­gie durch Ver­for­mung auf­nimmt, um die In­sas­sen zu schüt­zen.

Sze­na­rio:
Bei einem Crash­test fährt ein Auto der Masse m=1400kg mit einer Ge­schwin­dig­keit von v=54km/h fron­tal gegen eine star­re, un­be­weg­li­che Wand. Dank der Knautsch­zo­ne kommt das Fahr­zeug über eine Di­stanz von  s=0.60m zum Still­stand.
  • Be­rech­ne den Im­puls des Fahr­zeugs un­mit­tel­bar vor dem Auf­prall und die wäh­rend des ge­sam­ten Stoß­vor­gangs ver­rich­te­te Ver­for­mungs­ar­beit.
  • Er­mitt­le unter der ver­ein­fa­chen­den An­nah­me einer kon­stan­ten Brems­kraft die mitt­le­re Kraft, die auf das Fahr­zeug wirkt, sowie die Dauer des Brems­vor­gangs.
  • Ein äl­te­res, bau­glei­ches Fahr­zeug­mo­dell be­sä­ße keine Knautsch­zo­ne und könn­te als star­rer Kör­per be­trach­tet wer­den, der beim Auf­prall über eine Di­stanz von nur  s'=0,05m zum Still­stand kommt. Be­rech­ne die mitt­le­re Kraft, die in die­sem Fall auf das Fahr­zeug wir­ken würde.
  • Nimm Stel­lung zu der fol­gen­den Aus­sa­ge eines Laien: Für ma­xi­ma­le In­sas­sen­si­cher­heit soll­te eine Au­to­ka­ros­se­rie so starr wie mög­lich sein, damit sie nicht ka­putt­geht. Be­wer­te diese Aus­sa­ge aus phy­si­ka­li­scher Sicht, indem du deine Er­geb­nis­se aus b) und c) ver­glei­chend her­an­ziehst.
Impuls
22.09.2025
5
Das Rück­stoß­prin­zip

Das Prin­zip, das Ra­ke­ten an­treibt, ist eine di­rek­te An­wen­dung des Im­puls­er­hal­tungs­sat­zes. Es un­ter­schei­det sich von den bis­her be­trach­te­ten Stö­ßen, da keine zwei Kör­per kol­li­die­ren, son­dern ein Kör­per Masse aus­stößt.

Sze­na­rio:
Eine klei­ne Sonde der Ge­samt­mas­se M_ges=200 kg schwebt in Ruhe im Welt­raum. Um eine klei­ne Kurs­kor­rek­tur vor­zu­neh­men, stößt sie eine Gas­men­ge von m_Gas=0,5 kg mit einer hohen Ge­schwin­dig­keit von  v_Gas=400m/s (re­la­tiv zur Sonde) aus einer Düse aus.
  • Er­läu­te­re das Funk­ti­ons­prin­zip des Rück­stoß­an­triebs mit­hil­fe des Im­puls­er­hal­tungs­sat­zes. De­fi­nie­re dazu ein ge­eig­ne­tes ab­ge­schlos­se­nes Sys­tem.
  • Be­rech­ne die Ge­schwin­dig­keit v, die die Sonde nach dem Aus­sto­ßen des Gases er­hält.
  • Eine As­tro­nau­tin der Masse 85 kg (inkl. Aus­rüs­tung) schwebt in Ruhe und hat nur noch einen Schrau­ben­schlüs­sel der Masse  1kg bei sich. Ar­gu­men­tie­re, wie sie zum Raum­schiff zu­rück­keh­ren kann und schät­ze ihre Ge­schwin­dig­keit ab, wenn sie den Schlüs­sel mit ca. 5 m/s weg­wirft, reicht diese um zum Raum­schiff zu­rück­zu­keh­ren?
6
Die Ket­ten­re­ak­ti­on

Das Ku­gel­stoß­pen­del (New­tons Wiege) ist ein be­kann­tes Bei­spiel für eine Kette von elas­ti­schen Stö­ßen. Wir wol­len das Ver­hal­ten ge­nau­er un­ter­su­chen.
Sze­na­rio:
Be­trach­ten Sie ein ide­a­les Ku­gel­stoß­pen­del mit fünf iden­ti­schen Ku­geln der Masse . Rei­bung und Luft­wi­der­stand wer­den ver­nach­läs­sigt.
  • Be­schrei­ben Sie die Be­ob­ach­tung, wenn eine Kugel aus­ge­lenkt wird und auf die vier ru­hen­den Ku­geln trifft.
    Ana­ly­sie­ren Sie den Vor­gang phy­si­ka­lisch. Warum be­we­gen sich die mitt­le­ren Ku­geln nicht, son­dern nur die letz­te Kugel fliegt weg? Ar­gu­men­tie­ren Sie dabei mit dem Im­puls- und En­er­gie­er­hal­tungs­satz für den elas­ti­schen Stoß glei­cher Mas­sen.
  • Pro­gnos­ti­zie­ren Sie das Er­geb­nis, wenn zwei Ku­geln ge­mein­sam aus­ge­lenkt wer­den und auf die rest­li­chen drei tref­fen. Be­grün­den Sie Ihre Pro­gno­se.
  • Wi­der­le­gen Sie die fol­gen­de (fal­sche) Hy­po­the­se für den Fall aus a) ar­gu­men­ta­tiv: Die an­kom­men­de Kugel könn­te auch mit hal­ber Ge­schwin­dig­keit zu­rück­pral­len, wäh­rend die letz­te Kugel mit einer ent­spre­chend hö­he­ren Ge­schwin­dig­keit weg­fliegt, um den Im­puls zu er­hal­ten. Zei­gen Sie, warum die­ser hy­po­the­ti­sche Aus­gang den En­er­gie­er­hal­tungs­satz ver­let­zen würde.
Impuls
22.09.2025
7
Sze­na­rio:
Sie er­hal­ten ein Pro­jek­til (Kör­per 1) mit be­kann­ter Masse  kg. Ihr Ziel ist es, die un­be­kann­te Masse  eines ru­hen­den Ziel­ob­jekts (Kör­per 2) zu be­stim­men. Sie kön­nen in der Si­mu­la­ti­on alle Ge­schwin­dig­kei­ten vor und nach dem Stoß mes­sen.
  • Ent­wi­ckeln Sie zwei un­ter­schied­li­che ex­pe­ri­men­tel­le Me­tho­den zur Be­stim­mung von m 2:
    1. Me­tho­de 1 ba­siert auf einem voll­kom­men un­elas­ti­schen Stoß.
    2. Me­tho­de 2 ba­siert auf einem voll­kom­men elas­ti­schen Stoß. Lei­ten Sie für jede Me­tho­de eine For­mel her, mit der Sie m2 aus den mess­ba­ren Grö­ßen be­rech­nen kön­nen
  • Wäh­len Sie eine der bei­den Me­tho­den aus und füh­ren Sie das vir­tu­el­le Ex­pe­ri­ment durch.
    Pro­to­kol­lie­ren Sie Ihre ge­wähl­ten An­fangs­be­din­gun­gen und die ge­mes­se­nen End­ge­schwin­dig­kei­ten.
    Be­rech­nen Sie die un­be­kann­te Masse m2. (Zur Über­prü­fung kön­nen Sie m2
    in der Si­mu­la­ti­on auf einen be­lie­bi­gen Wert, z.B. 3.0 kg, ein­stel­len und die­sen Wert als un­be­kannt be­han­deln).
  • Be­grün­den Sie, wel­che der bei­den Me­tho­den Sie für ein re­a­les La­bor­ex­pe­ri­ment be­vor­zu­gen wür­den. Dis­ku­tie­ren Sie dabei Aspek­te wie die An­zahl der be­nö­tig­ten Mess­grö­ßen und die Kom­ple­xi­tät der Aus­wer­tung.
  • Be­ur­tei­len Sie die fol­gen­de Aus­sa­ge: Bei einem Auf­fahr­un­fall ist es für die In­sas­sen des vor­de­ren, ste­hen­den Fahr­zeugs immer bes­ser, wenn das auf­fah­ren­de Fahr­zeug eine mög­lichst ge­rin­ge Masse hat. Nut­zen Sie Ihre Er­kennt­nis­se aus den Si­mu­la­ti­o­nen zu Stö­ßen mit un­ter­schied­li­chen Mas­sen­ver­hält­nis­sen für Ihre Ar­gu­men­ta­ti­on.

Übungsserie Impulserhaltung

von anonym

Mehr entdecken:

Lizenzhinweis

Alle Bestandteile dieses Materials sind frei oder unlizenziert. Klicken Sie auf einen Baustein, um die Lizenz zu sehen.
x