Wirtschaftswunder Sozialversicherungsgesetz

So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg (1939–1945) war Ös­ter­reich stark zer­stört. Viele Men­schen hat­ten keine Ar­beit, wenig Geld und kaum me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Wenn je­mand krank wurde oder einen Un­fall hatte, muss­te er oft selbst für Arzt und Me­di­ka­men­te be­zah­len. Viele Fa­mi­li­en konn­ten sich das nicht leis­ten. Auch im Alter hat­ten viele Men­schen keine si­che­re Pen­si­on und muss­ten wei­ter­ar­bei­ten oder waren auf Hilfe an­ge­wie­sen.



In den 1950er-​Jahren be­gann sich die Wirt­schaft in Ös­ter­reich zu er­ho­len. Es ent­stan­den neue Fir­men, und immer mehr Men­schen fan­den Ar­beit. Diese Zeit nennt man Wirt­schafts­wun­der. Der Staat woll­te den Men­schen mehr Si­cher­heit geben und ihr Leben ver­bes­sern. Be­reits vor dem zwei­ten Welt­krieg gab es ei­ne­So­zi­al­ver­si­che­rung, diese war Ein­kom­mens­ge­bun­den, was so­zi­a­le Un­ter­schie­de ver­stärk­te. Nach dem 2. Welt­krieg galt es das So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz zu stär­ken und zu über­ar­bei­ten. Dabei griff man zum Teil auf be­stehen­de Struk­tu­ren zu­rück, was Zeit spar­te und schnel­le­re Hilfe für Be­dürf­ti­ge be­deu­te­te.



Wich­ti­ge Po­li­ti­ker und die Re­gie­rung (ÖVP/SPÖ) ar­bei­te­ten daran, ein fai­res Sys­tem für alle Ar­beit­neh­mer zu schaf­fen. Im Sep­tem­ber 1955 wurde das Ge­setz im Par­la­ment ver­ab­schie­det und trat am 1. Jän­ner 1956 in Kraft.



Durch das So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz muss­ten Ar­bei­ter und An­ge­stell­te einen klei­nen Teil ihres Lohns ein­zah­len. Auch die Ar­beit­ge­ber zahl­ten einen Teil dazu. Dafür be­ka­men die Men­schen wich­ti­ge Hilfe: Arzt­be­su­che wur­den be­zahlt, es gab Un­ter­stüt­zung bei Krank­heit oder Un­fall, und im Alter be­ka­men die Men­schen eine Pen­si­on. So muss­ten die Men­schen keine Angst mehr haben, ohne Hilfe da­zu­ste­hen.



Das So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz war ein wich­ti­ger Teil des Wirt­schafts­wun­ders in Ös­ter­reich. Es mach­te das Leben si­che­rer und ge­rech­ter. Die Men­schen hat­ten Ar­beit, me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Schutz im Alter. Da­durch wuchs das Ver­trau­en in den Staat, und Ös­ter­reich wurde zu einem mo­der­nen So­zi­al­staat.

1
Wann ist das So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz in Kraft ge­tre­ten?
2
Wel­che Ver­si­che­rungs­be­rei­che wur­den durch das So­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz ab­ge­si­chert?
3
Dis­ku­tiert in der Grup­pe die Be­deu­tung des So­zi­al­ver­si­che­rungs­gestz.
Ori­en­tiert euch an fol­gen­den Fra­gen:

- Was nutzt es dem Staat, den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern diese Si­cher­hei­ten zu geben?

- Wel­chen Ein­fluss hat das Ge­setz auf so­zi­a­le Un­ter­schie­de in­ner­halb einer Be­völ­ke­rung?

Wirtschaftswunder Sozialversicherungsgesetz

von anonym

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