Ulmer Hocker

Ulmer Ho­cker mit Fin­ger­zin­ken

Vom Schwei­zer Ar­chi­tekt Max Bill 1954 ent­wor­fen, reiht sich der Ulmer Ho­cker in die Design-​Klassiker ein. Nur drei Bret­ter und ein Be­sen­stiel, so be­schreibt er sei­nen schnör­kel­lo­sen und kla­ren Ent­wurf.



Er fügt sich har­mo­nisch in un­ter­schied­li­che Wohn­be­rei­che ein und kann dar­über hin­aus als Ho­cker, Tritt­ho­cker, Blu­men­ho­cker, Kin­der­ho­cker, Bei­stell­tisch, Re­gal­ele­ment oder Couch­tisch ver­wen­det wer­den. 

Der Ulmer Ho­cker kommt im Ori­gi­nal mit 44 cm Sitz­hö­he, 39,5 cm Brei­te und 29,5 cm Tiefe. Wir bauen ihn etwas klei­ner nach. Ty­pi­sche sind die Fin­ger- oder Schwal­ben­schwanz­zin­ken zwi­schen Sitz­flä­che und Bei­nen.

Ma­te­ri­al

2x Leim­holz­plat­te Fich­te 18mm L x B: 400 x 250mm

1x Leim­holz­plat­te Fich­te 18mm L x B: 300 x 250mm

1x Rund­dü­bel­stab 30mm L 340mm

Ar­beits­ab­lauf

Holz­tei­le kenn­zeich­nen: Sei­ten­tei­le mit L für links, R für rechts und S für die Sitz­flä­che.

Fin­ger­zin­ken auf der Sitz­flä­che ein­zeich­nen:

  1. Mit mit dem Streich­mass vor­sich­tig (wenig Druck) an allen Höl­zern die ein­fa­che Holz­stär­ke von 18 mm rings­her­um an.

  2. Mit­hil­fe einer 26cm lan­gen Dia­go­na­le 13 Teile ein­zeich­nen und an das Hol­zen­de über­tra­gen. Die Zin­ken auf allen Sei­ten des Bret­tes über­tra­gen.

  3. Die zu ent­fer­nen­den Zin­ken mit X be­zeich­nen.

Holz­di­cke an­reis­sen
Brett in re­gel­mäs­si­ge Teile un­ter­tei­len, hier 5 Teile

Fin­ger­zin­ken sägen und aus­stem­men

  1. Die Fin­ger­zin­ken auf “hal­ben Riss” mit der Ja­pan­sä­ge ein­ge­sä­gen. Nach dem Sägen auf “hal­ben Riss” muss der halbe Blei­stift­riss ste­hen blei­ben

    Als Rechts­hän­der immer den lin­ken Riss sägen und da­nach das Brett dre­hen. Nur bis zur ein­fa­chen Holz­stär­ke tief sägen.

  2. Zin­ken mit dem Stemm­ei­sen sau­ber bis zur Hälf­te aus­stem­men. An­schlies­send Brett um­dre­hen und Zin­ken fer­tig aus­stem­men.



  • Nie­mals auf den Zan­gen der Ho­bel­bank stem­men.

  • Immer beide Hände am Eisen bzw. am Klüp­fel

  • Nie­mals gegen den Kör­per stem­men

  • Werk­stü­cke immer fest­span­nen

  • Immer mit Un­ter­la­ge stem­men

  • Ab­ge­rich­te­te An­schlags­leis­te für sau­be­res Stem­men auf­span­nen (siehe Bild 2 und 3)

  • Zu­nächst nur eine feine Kerbe aus­zu­stem­men. Da­durch liegt der Ab­fall­be­reich auch nach dem Um­dre­hen des Bretts satt auf und fe­dert wäh­rend der Be­ar­bei­tung nicht (siehe Bild 2).

Ulmer Hocker

von Urs Pedrocchi, Sportschule Glarnerland

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