Name:
D6 - Podcast 2
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Mache am Ende deiner Arbeit einen Haken, wenn du alle Aufgaben eines Lernpakets gelöst hast und lasse dir von deiner Fachlehrerin oder deinem Fachlehrer mit einem Stempel bestätigen, dass alles erledigt ist.
Merkmale einer Sage
Ich lerne die Merkmale einer Sage kennen und kann dadurch Sagen als Text erkennen.
Planen eines Podcasts
Ich kenne alle Schritte, die ich zum Planen und Vorbereiten eines Podcastes brauche.
Erstellung eines Podcast zum Thema Sagen
Ich erstelle einen Podcast zum Thema Sagen.
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Sagenmerkmale in der Lernplattform aufmerksam an. Auf den folgenden Zeile kannst du dir Wichtiges herausschreiben.
Es war einmal...
Die Äbtissin* im Schmerlenbacher Walde
Im Kloster Schmerlenbach war einmal eine Äbtissin, eine geizige und hartherzige Frau. Statt die Hungrigen zu speisen, ließ sie die Bettler mit Hunden von der Pforte jagen, und sie verweigerte auch den Armen, dass sie im Klosterwalde* dürres Holz lasen*. Der Förster sollte die Leute einfangen und nach Schmerlenbach bringen, wo sie in den tiefsten Keller gesperrt wurden und wegen der paar dürren Reiser hungern und frieren mussten.
Mehrere Jahre ging dies so zu, bis schließlich der Mainzer Kurfürst* vom schmählichen* Treiben der Äbtissin erfuhr und eines Tages unvermutet im Kloster Schmerlenbach eintraf. Er besah alle Räume und verlangte auch in den Keller geführt zu werden. Da zögerte die Äbtissin und wusste hiergegen allerlei einzuwenden. Doch es half ihr nichts, und sie musste auf fürstlichen Befehl den Keller öffnen. Dort drinnen hockten nun die armen Menschen auf dem feuchten Boden, frierend und halb verhungert.
Der erzürnte* Kurfürst gab den Gefangenen augenblicklich die Freiheit und ließ sie auf Kosten der Äbtissin reichlich* mit Essen und Trinken bewirten.
Als der fürstliche Herr fort war, geriet die geizige Alte in solche Wut, dass sie wetterte* und schimpfte und in ihrem maßlosen* Zorne tot umfiel.
Die Armen weinten ihr keine Träne nach. Jetzt durften sie wieder im Walde Holz lesen, so viel sie wollten. Aber sie erschraken nicht wenig, als sie beim Reisersammeln* plötzlich die Äbtissin zwischen den Bäumen geistern sahen. Und sonderbar: wo sie sich zeigte, fanden die armen Leute immer eine Menge dürre Holzstecken. Es schien, als ob die Äbtissin nach ihrem Tode gutmachen wolle, was sie im Leben gegen die Armen gefehlt hatte.

Die Äbtissin in Schmerlenbacher Waldealle Merkmale, an denen man die Sage erkennt.
Merkmal
Textnachweis
wahre Begebenheit
Bettler wegjagen und den Armen verweigern dürres Holz im Wald zu sammeln
Kurfürst gab den Gefangenen die Freiheit und ließ sie auf Kosten der Äbtin versorgen
Äbtin ärgerte sich so sehr, dass sie starb
konkreter Ort oder Zeit
Schmerlenbacher Wald
Kloster Schmerlenbach
reale Person
Äbtin
Mainzer Kurfürst
wundersame Wesen
Äbtin als Geist zwischen den Bäumen im Wald
Auf den folgenden Seiten lernst du die einzelne Schritte kennen, die man für einen guten Podcast mindestens bedenken muss.

Modul starten. Notizen gehören aufgeschrieben.
Ein Drehbuch für einen Podcast ist ein strukturiertes Dokument, das den Inhalt, die Struktur und die Abläufe einer Podcast-Episode festlegt. Es dient als Leitfaden für die Podcaster, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Themen angesprochen werden und der Fluss der Episode reibungslos verläuft.
Du siehst unten unterschiedliche Drehbücher, die du nutzen könntest.
Du findest sie einmal als Ausdruck am Lehrertisch oder in der Lernplattform zum digitalen Ausfüllen.




Erstelle einen Podcast zum Thema Sagen
Sagen beantwortest.
Merkmale der Sagen.
Aufbau von Sagen
1. In der Überschrift wird das Ereignis, die Erscheinung oder die Hauptperson genannt, um die es in der Sage geht: Der Esslinger Postmichel. 2. Die Einleitung gibt oft eine Vorgeschichte wieder. Häufig werden die Zeit, der Ort sowie der Anlass für die Entstehung der Sage genannt: Im Jahre 1491 wurde auf der Esslinger Steige ein wohlhabender Bürger erschlagen ... 3. Im Hauptteil wird erklärt, wie es zu dem Ereignis oder der Erscheinung gekommen ist, von der die Sage handelt. 4. Der Schluss enthält häufig einen Verweis auf die Gegenwart: Heute erinnert … an …
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Entstehung von Sagen
Sagen entstehen über einen langen Zeitraum. Der Begriff „Sage“ stammt aus dem Althochdeutschen („saga“) und bedeutet „Gesagtes“. Denn Sagen wurden zunächst mündlich durch wandernde Handwerksburschen und fahrendes Volk überliefert. Erst später wurden sie aufgeschrieben. Auf diese Weise veränderten sich Sagen immer wieder, da jeder die Ereignisse auf eine andere Weise gehört oder vielleicht empfunden hat. Dadurch konnten sich tatsächliche Geschehnisse mit anderen Begebenheiten vermischen. So wollten sich die Hamelner vielleicht nicht eingestehen, ihre Kinder hätten die Stadt verlassen, weil ihnen ihre Heimat keine guten Zukunftsaussichten bieten konnte. Deshalb verknüpfte man die Sage vom Auszug der Stadtkinder mit der Rattenvertreibungssage.
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Von der mündlichen Sage zum schriftlichen Kunstwerk
Kurze mündliche Sagen liefern häufig die Grundlage für literarische Werke von Schriftstellern. Damit sie anschaulich und unterhaltsam wirken und gerne gelesen werden, schmücken Autoren sie mit unterschiedlichen Mitteln aus: – Personenwerden mit ihren Eigenschaften (z.B. mürrisch, geizig) beschrieben. – Stimmungen (z.B. angstvoll, fröhlich) werden wiedergegeben. – Situationen werden ausführlich geschildert. – Häufig wird mit wörtlicher Rede gearbeitet. Ein besonders gelungenes Beispiel für eine mündliche Sage, die zu einem schriftlichen Kunstwerk wurde, ist Die Geschichte vom Ulmer Spatz.
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So gestaltest du eine Sage aus
1. Nenne in der Einleitung den Anlass für die Sage (Ereignis oder Erscheinung) sowie Ort und Zeit der Handlung. Schreibe die Einleitung im Präsens: In ... erzählt man sich ...
2. Mache einen Absatz und erzähle im Hauptteil, wie das Ereignis erklärt wird. Verwende dafür das Präteritum. Achte darauf, die Sage anschaulich zu erzählen, sodass deine Leser Spaß an der Geschichte haben: – Versetzedich in die Personen hinein und beschreibe, was sie erleben, denken, hören, sehen, fühlen oder riechen. – Formuliere abwechslungsreich, um die Stimmung zum Ausdruck zu bringen oder um Spannung zu erzeugen. Verwende dafür anschauliche Adjektive, treffende Verben und Spannungswörter: Voller Entsetzen lauschten die Umherstehenden …, Plötzlich bewegte sich etwas hinter dem Ofen … – Setze wörtliche Rede ein: „Das gibt es doch nicht!“
3. Beginne mit einem neuen Absatz und schreibe im Schlussteil, was heute noch an die Sage erinnert (z.B. Spottname). Formuliere den Schluss im Präsens: Noch heute nennt man ...
4. Überlege dir eine kurze Überschrift, die den Anlass oder die Hauptperson der Sage nennt.
So gestaltest du eine Sage aus
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An der Hohen Wenig, einer Felswand bei Weisenbach, erkennt man noch heute den Abdruck eines Hufes. Einst, als die Floßknechte im Herbst wieder in die Heimat zurückkehrten, saßen sie in den Wirtschaften beisammen. Da setzte sich ein Fremder dazu und spielte beim Kartenspiel mit. Er gewann jede Runde. Das gefiel den Leuten nicht und sie drohten, den Fremden vor Gericht zu bringen. Dieser ergriff daraufhin die Flucht und verschwand mit Getöse. Zurück blieb der Abdruck eines Hufes.
Du musst nicht die folgenden Sagen benutzen, die im Lernpaket vorgeschlagen werden. Du kannst auch selbstständig auf der Internetseite https://t1p.de/kn1dg
dir eine Sage heraussuchen.
Das Spatzenbild zu Hessenthal
Ein Hessenthaler Bauer wollte von Aschaffenburg über die Hohe Warte nach Haus. Wie er so dahinging, vernahm er auf einmal in der Luft ein großes Geschrei, blickte auf und sah zwei Raben heftig miteinander kämpfen. Sie flogen sich immer wieder gegenseitig an und hackten mit ihren starken Schnäbeln wütend aufeinander los. Der Bauer blieb stehen, um zu beobachten, wie der Kampf ausginge. Der nahm zusehends an Heftigkeit ab, und schließlich fiel der eine Rabe nicht weit vom Bauern tot zur Erde nieder. Gleich darauf kam auch der zweite Rabe aus der Luft heruntergetorkelt und platschte tot auf den Boden hin.
Der Bauer ging schneller, um nach den toten Vögeln zu sehen, die in der Nähe auf der Heide liegen mussten. Allein, wie er hinkam, waren beide verschwunden. Da erinnerte sich der Bauer, dass er sich an dem Platz befand, wo vor vielen Jahren zwei Männer einander in hitzigem Streite erschlugen. Die hatten im Grabe dann keine Ruhe gefunden, und der Hessenthaler Bauer ließ nun an der Mordstelle einen Bildstock errichten, bei dem die Wanderer in einem kurzen Gebet der Erschlagenen gedenken sollten.
Der Bildstock hat die Aufschrift:
HANSH
ENRICHS
PATZ VON HE
SLENDA
HL 1745
(= Hans Heinrich Spatz von Heslendahl 1745)
Der Bildstock, Spatzenbild
genannt, steht am Wege hinter Dörrmorsbach, und zwar dort, wo man bald in die Hohe Warte
eintritt.
Das Spatzenbild zu Hessenthal
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Weibersbrunn
Der Schwedenkönig Gustav Adolf hielt in seinem Heere auf strenge Zucht. Da durfte kein Soldat plündern oder einem wehrlosen Menschen etwas zuleide tun. Als aber der König in der Schlacht bei Lützen den Tod fand, war es hernach mit der Zucht im schwedischen Heere aus. Die Ordnung verfiel, die Soldaten plünderten, raubten und mordeten. Selbst Kinder und Frauen wurden nicht verschont. In ihrer Angst flüchteten diese, während die meisten Männer Kriegsdienst taten, in den tiefen Spessart und hielten sich bei einem Brunnen verborgen. Weil der Krieg noch lange Jahre nicht zu Ende ging und die Häuser vieler Flüchtigen ohnehin vollständig zerstört waren, siedelten sich manche Frauen mit ihren Angehörigen für immer im einsamen Wald bei dem Brunnen an, und so erhielt das mitten im Spessart entstehende Dorf den Namen Weibersbrunn
.
Weibersbrunn
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Der Jockel
und der Jockenmüller
Zur Zeit des Kurfürsten von Erthal fuhr einmal der obere Müller von Wintersbach allerlei Jagdgerät aus dem Aschaffenburger Zeughause nach Rohrbrunn. Hier rastete er im Gasthaus zum Hochspessart und gönnte sich einen guten Trank. Derweil hielt sein Gespann draußen auf dem Hof neben der sogenannten Sohle
. Die müden Pferde hatten sich hingestreckt und schliefen.
Nun kam der kurfürstliche Leibjäger vorüber, der schlug aus bloßem Übermut nach den Tieren, und dabei traf ihn das aufgeschreckte Pferd so mit den Hufen, dass er im nächsten Augenblick langwegs in der Sohle lag. Der schmutzbedeckte, zornige Jägersmann band das Pferd ab, setzte sich darauf und hetzte es, bis es tot zusammenbrach. Solches ward auch dem Fürsten kund, und der ließ alsdann Jäger und Müller zur Tafel laden. Jener musste vor allen Gästen das ganze Begebnis erzählen, und Scham und Angst trieben ihm den Schweiß aus der Stirne. Er wurde angewiesen, dem Müller alljährlich eine bestimmte Summe Bußgeld zu entrichten. Der Jäger, welcher Jocken hieß, wurde zur Strafe nach dem einsamen Echterspfahl versetzt. Von nun an führte der Echterspfahl auch den Namen Jockei
, und die Wintersbacher Mühle, in der sich alle Jahre der Jocken zur Leistung des Sühnegeldes einfand, wurde seitdem Jockenmühle
geheißen. Ihr Besitzer ist bis in die jüngste Zeit der Jockenmüller
geblieben.
Betta Dietrich
Der Jockel
und der Jockenmüller
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Der Echterspfahl
Im Schlosse zu Weckbach (im Odenwald) wohnten drei Brüder aus dem Rittergeschlecht der Echter. Sie hatten sich dem Raube ergeben und waren zum Schrecken der ganzen Gegend geworden. Der damalige Kaiser Friedrich der Rotbart befahl ihnen, ihr unehrliches Handwerk einzustellen; aber sie kümmerten sich nicht darum und räuberten weiter. Nun sprach der Kaiser die Acht über sie aus und zog mit einem kleinen Heere in den Odenwald, um die Ungehorsamen zu züchtigen. Doch sie flohen aus ihrer Burg in die abgelegenen Täler des Spessarts. Der Sicherheit wegen trennten sie sich, und jeder baute ein kleines Schloss, der eine bei Partenstein, der andere bei Lindenfurt und der dritte bei einer Quelle, die Espelborn hieß. Hier lebten sie in vollständiger Einsamkeit und trafen sich nur selten auf der Höhe, wo jetzt das Forsthaus steht, an der Staatsstraße zwischen Aschaffenburg und Würzburg. Ihre Rosse banden sie dort an einen Pfahl, an dem drei Ringe befestigt waren.
Als sie später das Recht wieder achten gelernt hatten und ihnen der Kaiser nicht mehr zürnte, kehrten sie in den Odenwald zurück. Doch führten sie seitdem zur Erinnerung an ihren Aufenthalt im Spessart einen silbernen Pfahl mit drei blauen Ringen in ihrem Wappen. Und jene Stelle, wo die Brüder der Echter zusammengekommen waren, heißt bis heute der Echterspfahl
. Gleich neben dem Forsthaus am Waldsaume ist noch ein Pfahl zu sehen mit drei Eisenringen daran. Es wird auch erzählt, dass die drei Gebrüder Echter ihre Pferde an diesen Pfahl banden, wenn sie von der Burg Mespelbrunn aus zum Jagen in die weiten Spessartwälder ritten.
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Bei den drei Kreuzen
Teil 1
Einst stand in der Nähe des Dorfes Haibach eine Burg, worin der Junker von Haydebach wohnte. Es war ein hübscher Mann von großer, ebenmäßiger Gestalt und einem frischen, stets heiteren Gesicht. Die ritterlichen Künste, wie Fechten, Jagen und Reiten, verstand er wie kaum ein zweiter, und wenn der junge Mann im seidenen Wams und mit dem weißblauroten Federschmuck auf seinem Samtbarett dahinsprengte, blickte ihm manches Mädchen nach und ließ das Herz höher schlagen. Freilich, einen großen Fehler hatte der adelige Jüngling! Er war zu oberflächlich und leichtsinnig und nahm es auch mit der Liebe zu den Frauen nicht ernst. Jedes hübsche Mädchenantlitz konnte sein Herz in Brand setzen, ganz gleich, ob es vom hohen Söller oder aus einem schmalen Hüttenfenster schaute. Nun hatten zwei Hintersassen des Junkers je eine bildschöne Tochter. Sie hießen Maria und Gertrude, waren Nachbarskinder und miteinander aufgewachsen, und sie liebten sich gegenseitig so herzlich und innig wie zwei Schwestern. Der Junker hatte bisher noch keine von ihnen zu Gesicht bekommen. Als er aber wieder einmal nach Aschaffenburg reiten wollte, erblickte er unweit des Weges eine weibliche Gestalt, so schlank und reinlich und so nett gekleidet, dass er sich nicht enthalten konnte, sie näher zu betrachten. Das Mädchen war gerade damit beschäftigt, Gras zu schneiden für das wenige Vieh, das zu Hause im Stalle stand, und mit flinker Hand legte sie mit der Sichel einen Grasbüschel nach dem anderen um, so dass sie der junge Ritter dabei mit Wohlgefallen beobachtete. Jetzt grüßte er freundlich, Maria erhob sich vom Boden, und vor dem Junker stand das holdseligste Mädchen, das unter hohem Erröten kaum wagte die Augen aufzuschlagen. Sie kannte den Junker gar wohl und hatte dem hübschen jungen Manne schon oft nachgesehen und geseufzt, wenn er an der Hütte ihres Vaters vorüber ritt. Ein bitterer Schmerz bemächtigte sich ihrer, wenn sie bedachte, dass sie kein Edelfräulein sei, und dass der Junker so hoch über ihr stehe und daher für sie unerreichbar wäre. Der Junker war ganz entzückt über Mariens Liebreiz und Unschuld, die aus jedem ihrer Blicke leuchtete und aus jedem ihrer Worte sprach. Aber er war klug genug und im Umgange mit dem zarten Geschlechte zu erfahren, um einzusehen, dass er mit einem so frommen unverdorbenen Kinde zart umgehen müsse, und darum ritt er nach kurzem Zwiegespräch wieder fort. Nur zu bald aber hatte der Junker herausgebracht, welche Gänge Maria zu machen pflegte, und da auch sie ihm nicht auswich, so fanden sie sich wie zufällig schon in den nächsten Tagen wieder, und bald waren ihre Zusammenkünfte nicht mehr zufällig. Maria hatte anfangs ihrer Freundin Gertrude nichts davon gesagt, was zwischen ihr und dem schmucken Junker von Haydebach vorgegangen war. Denn die erste Liebe wird, einem kostbaren Edelsteine gleich, sorgfältig eingeschlossen in den Heiligenschrein des jungfräulichen Herzens. Als aber der Junker dem gutmütigen Mädchen ewige Liebe und Treue schwur und sie sich bereits im Geiste als Burgfrau von Haydebach sah, da konnte ihr Herz die Fülle ihres Glückes nicht mehr in sich verschließen; jetzt erst machte sie die Freundin zur Vertrauten ihrer Liebe, ihrer Hoffnungen und ihres vermeintlichen Glückes. Gertrude war zwar ein gutes Mädchen, aber nicht frei von jener Eitelkeit, die in dem Herzen jedes Weibes ein Plätzchen findet. Sie hielt sich für schöner als Maria, und diese sollte nun auf dem Schloß Haydebach Edelfrau werden und sie selber vielleicht ihre Magd? Das war ein Stachel, der sie bei Tag und Nacht quälte. So leidenschaftlich nun der Junker Maria liebte, so war seine Liebe doch keine edle; ans Heiraten des armen, schlichten Bauernmädchens dachte er nicht. Zudem war Maria so tugendsam, dass ihm wohl klar sein musste, sie sei der Verführung unzugänglich, und so erkaltete nach und nach sein Gefühl für das brave, tugendsame Landmädchen. Gertrudens Schönheit war dem Junker neu; die Lebhaftigkeit ihres Geistes, die Munterkeit ihres ganzen Wesens sagte dem Leichtfertigen mehr zu als Mariens stille Tugenden, und da ihm Trude auf halbem Wege entgegenkam, so verstanden sie
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Bei den drei Kreuzen
Teil 2
sich bald und wussten sich zu finden, ohne dass Maria dabei war. Die Untreue des Junkers konnte aber Maria nicht lange verborgen bleiben; es kamen ja die Bestellungen nicht mehr, die des Junkers Diener so schlau auszurichten gewusst hatte. Verlassen von dem Geliebten, betrogen von der Freundin, der sie ihr Geheimnis geoffenbart hatte, und getäuscht in ihren schönsten Hoffnungen, wandelte sich ihre sanfte Seele vollständig um. Sie begann die falsche Freundin zu hassen, weil sie von ihr glaubte, sie habe durch geheime Künste den Besten
abspenstig gemacht; denn für diesen weiß das schwache Frauenherz immer eine Entschuldigung. Maria wollte nur erst einmal Trude in heimlicher Zusammenkunft mit dem Junker überraschen und dann Rache an ihr nehmen. Auf welche Weise? Das wusste sie selbst nicht. An einem schönen Abend schlich die abgehärmte Maria schweren Herzens dem Hügel zu, wo der Junker sie zum ersten Male angesprochen und wo sie so oft in seinen Armen geruht hatte. Sie hatte den Diener des Junkers mit Gertrude sprechen sehen und bemerkt, wie sich diese mit einer Sichel und einem Grastuch aus dem Orte entfernte. Da nahm sie an, dass Gertrude eine Zusammenkunft mit dem Junker habe, und darum war sie auch schnell entschlossen, ihr mit Sichel und Grastuch zu folgen. An dem ihr so wohlbekannten, traulichen Plätzchen sah sie den Junker nicht, wohl aber die frühere Freundin, die sinnend und träumend auf dem Raine saß. Maria konnte sich nicht halten, das Blut kochte in ihren Adern. Die blassen Wangen vor Zorn gerötet, stürzte sie auf ihre verhasste, falsche Freundin zu. Sie warf Gertrude ihre Falschheit, ihren Verrat an der Freundschaft vor, nannte sie eine leichtfertige Dirne und erhob in der Hitze sogar die Hand mit der Sichel, um Gertrude einen Schlag zu versetzen. Da ergriff der Zorn auch Gertrude; sie wich dem Schlag nicht aus, sondern schlug dagegen, und der erbitterte Kampf dauerte so lange, bis zwei Herzen zu schlagen aufgehört hatten, die sich vorher in so inniger Liebe zugetan waren. Als der Junker kam, fand er zwei blutige Leichname mit verzerrten Zügen und weit aus dem Antlitz hervorgetretenen, erstarrten Augen. Die Kunde des schrecklichen Doppelmordes verbreitete sich schnell in der Umgegend, und allgemein bezeichnete man den Junker als den Urheber desselben. Er erhielt deswegen eine Ladung vor das peinliche Gericht; dass aber ein Beweis für seine Mitschuld nicht erbracht werden konnte, das wusste er wohl. Allein ebenso gewiss war, dass er sich einem Gottesurteile unterwerfen musste, wie es damals Sitte war. Seine Hände waren zwar rein von Blut, aber sein Herz nicht rein von der Schuld; denn sein Leichtsinn, seine Treulosigkeit hatte zwei Mädchen den Tod gebracht. Wie durfte er also erwarten, dass Gott selbst seine Unschuld bezeugen werde? Er folgte der Ladung des peinlichen Gerichtes nicht, sondern verließ nächtlicherweile die Burg seiner Ahnen, die Gegend und das Land und pilgerte in einem härenen Bußgewande zuerst nach Rom und dann ins Gelobte Land ans Heilige Grab. Mehr als vierzig Jahre waren verflossen. Die Burg und die Güter des Junkers waren Lehen des Stifts Peter und Alexander zu Aschaffenburg, und der Junker war der Letzte seines Geschlechts. Als er mehrere Jahre lang verschollen war, hatte das Stift das Lehen eingezogen und die Burg brechen lassen. Wo Maria und Gertrude ihren Geist ausgehaucht hatten, wurden zwei steinerne Kreuze errichtet, auf denen je eine Sichel eingehauen war. Niemand dachte mehr an den Junker. Da fand man eines Tages zwischen den zwei Kreuzen einen Pilger mit schneeweißem Haare und einem Muschelhut. Er schien zu schlafen, aber als man ihn wecken wollte, stand er nicht mehr auf, denn er schlief den ewigen Schlaf. Es war der ehemalige Junker von Haydebach. Das Alter, die Reue und die Gefahren seiner langjährigen Pilgerschaft hatten seine Haare gebleicht und seine Lebenskraft gebrochen. Für ihn wurde nun ein drittes Kreuz errichtet, denn der Tod versöhnt und einigt ja alles. Zwei Kreuze verfielen mit der Zeit. Das erhalten gebliebene dritte ist ein massives, plumpes Steinkreuz ohne Inschrift. Übrigens hat die Gemeinde Haibach an Stelle der verfallenen Kreuze zwei neue errichten lassen, so dass es wieder drei sind. Die neue Straße, die zu ihnen hinführt und von Siedlungshäusern umstanden ist, wurde Zu den drei Kreuzen
benannt.
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Wie Wiesbaden zu seinen Quellen kam
Seinen Glanz verdankt die Stadt Wiesbaden ihren heißen Quellen, und so reisen die Menschen aus aller Welt seit langer Zeit in diese wunderschöne Stadt, um dort das Leben zu genießen. Vor langer Zeit lebte in den finsteren Taunuswäldern rund um Wiesbaden ein Riese namens Ekko. Er wurde wochenlang von einem Drachen bedroht. Da er in seiner Höhle nicht mehr ruhig schlafen konnte, überlegte Ekko, wie er sich bald vom Drachen befreien könnte.

Wütend begab sich Ekko deshalb auf die Suche nach dem bösen Drachen. Nach einer erfolglosen Suche geriet er schließlich in Wut. Ekko glaubte, den Drachen unten in der Erde zu hören. Weil er den Drachen töten wollte, fing er an, mit seiner langen spitzen Lanze kräftig in den Boden zu stechen.

Dies führte (1. wann?) dazu, dass Ekko von einem heißen Wasserstrahl getroffen wurde, der (2. woher?) sprudelte. (3. wie?) schrie er auf und stürzte (4. wohin?). Dabei grub sich sein Arm (5. wohin?) ein und formte so die Landschaft, die Wiesbaden (6. wann?) umgibt.
Der Mägdesprung
[Im östlichen Harz liegt zwischen Harzgerode und Ballenstedt das Selketal,] [wo ein hoher Felsen steht.] In dem Gestein gibt es unten und hundert Fuß höher eine Vertiefung, sodass man an eine Ähnlichkeit mit den Fußstapfen eines Menschen denkt. Weil dies außergewöhnlich ist, erzählt man sich diese Sage: Ein Riesenmädchen war zornig, da es sich am Morgen mit seinem Vater gestritten hatte. Dieser wollte, dass das Mädchen einen bestimmtem Mann heiratet. Weil es den jedoch nicht wollte, kam es zum Streit. Die Tochter schrie wütend, dass sie lieber sterben würde.
Die Kommasetzung bei Haupt- und Nebensätzen
1. Hauptsatz und Nebensatz werden immer durch Komma getrennt.
2. Ein Nebensatz kann nicht allein ohne einen Hauptsatz stehen:
Nachdem ich gegessen hatte. -> geht nicht.
Ich erledigte meine Hausaufgaben, nachdem ich gegessen hatte.
3. Nebensätze können mit einer Konjunktion beginnen:
Die Kinder gehen ins Bett, nachdem sie sich gewaschen haben.
Konjunktionen sind z.B. als, wo, weil, indem, damit, sodass, wenn, dass, obwohl, während, nachdem, bis, wenn, falls.
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