Einen Schwank kennenlernen D6

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Einen Schwank kennenlernen D6

Einen Schwank ken­nen­ler­nen

Hin­weis

Mache einen Haken, wenn du alle Auf­ga­ben eines Lern­pa­kets ge­löst hast und lasse dir von dei­ner Fach­leh­re­rin mit einem Stem­pel be­stä­ti­gen, dass alles er­le­digt ist.

Teil­zie­le: Los geht's!

Einen Schwank lesen und den In­halt ver­ste­hen

Ich lerne einen Schwank ken­nen und ver­ste­he den In­halt.

Fra­gen zu einem Schwank be­ant­wor­ten

Ich kann Fra­gen zu dem Schwank be­ant­wor­ten und ver­ste­he, was der Autor damit aus­drü­cken möch­te.

Wie Till ein gan­zes Dorf durch­ein­an­der­wir­bel­te

Die Schild­bür­ger und das neue Rat­haus

Bil­der und Texte ent­nom­men aus: Mit ei­ge­nen Wor­ten 6, Wes­ter­mann Ver­lag, S. 46-48

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Einen Schwank kennenlernen D6

Wie Eu­len­spie­gel in einem Bie­nen­korb schlief



Ein­mal war Till mit sei­ner Mut­ter in einem Nach­bar­dorf zur Kirch­weih. Dort trank der Lüm­mel so viel Bier, daß er schon am hel­len Mit­tag total be­trun­ken war. Au­ßer­dem war er auch müde und such­te sich ein schat­ti­ges Plätz­chen zum Schla­fen.

Dabei ge­riet er in einen stil­len Gar­ten, in dem viele Bie­nen­stö­cke stan­den. Es waren auch leere Stö­cke dar­un­ter, und in einen der lee­ren Bie­nen­stö­cke legte er sich und schlief ein. Er schlief von Mit­tag bis gegen Mit­ter­nacht. Und Frau Eu­len­spie­gel, die ihren Herrn Sohn über­all auf dem Kirch­weihrum­mel ge­sucht hatte, dach­te, er sei schon längst nach Hause ge­gan­gen. Statt des­sen lag er, wie ge­sagt, in dem lee­ren Bie­nen­korb und schlief sei­nen Schwips aus.

Gegen Mit­ter­nacht kamen zwei Diebe in den stil­len, ab­ge­le­ge­nen Gar­ten und woll­ten einen Bie­nen­korb steh­len, um dann den Honig zu ver­kau­fen. »Wir wer­den den schwers­ten Korb neh­men«, sagte der eine Dieb. »Je schwe­rer der Korb ist, um so mehr Honig hat er.«

»In Ord­nung«, sagte der an­de­re. Und dann hoben sie die Körbe der Reihe nach hoch.

Der schwers­te war na­tür­lich der, in dem Eu­len­spie­gel lag. Und des­halb nah­men sie den, luden ihn sich auf die Schul­tern, schlepp­ten ihn aus dem Gar­ten auf die Stra­ße hin­aus und wan­der­ten stöh­nend und schwit­zend ihrem Dorf zu. Eu­len­spie­gel war na­tür­lich auf­ge­wacht und är­ger­te sich, daß ihn die bei­den Kerle ge­weckt hat­ten und nun auch noch nachts in ein Dorf schlepp­ten, in dem er gar nicht wohn­te.

Als sie ihn so eine Weile ge­tra­gen hat­ten, griff er vor­sich­tig aus dem Bie­nen­korb her­aus und zog den Vor­de­ren furcht­bar an den Haa­ren.



»Aua!« schrie der Dieb. »Bist du denn ganz ver­rückt ge­wor­den?« Er dach­te selbst­ver­ständ­lich, der an­de­re Dieb sei es ge­we­sen, und schimpf­te schau­der­haft. Der an­de­re wußte nicht, was los war, und sagte: »Du bist wohl über­ge­schnappt? Ich schlep­pe an dem Bie­nen­korb wie ein Mö­bel­trä­ger, und du bil­dest dir ein, ich hätte Zeit und Lust, dich an den Haa­ren zu zie­hen! Zu dumm!«

Eu­len­spie­gel amü­sier­te sich kö­nig­lich, und nach einer Weile rupf­te er den Hin­ter­mann am Haar, und zwar der­ar­tig, daß ihm ein Bü­schel Haare in der Hand blieb.

»Nun wird mir's aber zu bunt!« brüll­te der Dieb. »Erst träumst du, ich hätte dich an den Haa­ren ge­zo­gen. Und nun reißt du mir fast die Kopf­haut run­ter! So eine Frech­heit!«

»Blöd­sinn!« knurr­te der an­de­re. »Es ist so dun­kel, daß ich die Stra­ße kaum sehen kann, und ich halte den Korb mit bei­den Hän­den fest, und da soll ich noch hin­ter mich grei­fen und dir Haare her­aus­zie­hen kön­nen? Bei dir piept's ja!«



Sie strit­ten, fluch­ten und ächz­ten, daß Till Eu­len­spie­gel bei­na­he laut ge­lacht hätte. Aber das ging na­tür­lich nicht. Statt des­sen riß er, fünf Mi­nu­ten spä­ter, den Vor­der­mann der­ar­tig am Haar, daß der mit dem Schä­del an den Bie­nen­korb krach­te, den Korb fal­len ließ, sich um­dreh­te und dem Hin­ter­mann wü­tend mit bei­den Fäus­ten ins Ge­sicht schlug.



Nun ließ auch die­ser Dieb den Korb fal­len und warf sich mit aller Wucht auf den Vor­de­ren.

Im nächs­ten Au­gen­blick lagen beide am Boden und ran­gen und schlu­gen und kratz­ten sich, bis sie schließ­lich so über­ein­an­der wegpur­zel­ten, daß sie, so wü­tend waren sie, sich im Dun­keln über­haupt nicht wie­der­fan­den. Eu­len­spie­gel aber blieb ge­müt­lich in sei­nem Korb lie­gen und schlief wei­ter, bis ihn am Mor­gen die Sonne weck­te.



Dann stand er auf und ging sei­ner Wege. Er kehr­te üb­ri­gens nicht zu sei­ner Mut­ter zu­rück, son­dern ver­ding­te sich bei einem Raub­rit­ter als Reit­knecht. Ob­wohl er gar nicht rei­ten konn­te! So ist es kein Wun­der, dass ihn der Rit­ter sehr bald aus sei­ner Burg hin­aus­warf.

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1
Er­zählt den Schwank in­ner­halb der Klas­se nach. Werft euch hier­zu einen Ball zu. Der­je­ni­ge, der den Ball hat, ist an der Reihe und darf einen Satz zum In­halt des Tex­tes wie­der­ge­ben. Ihr könnt euch an den fol­gen­den Satz­an­fän­gen ori­en­tie­ren:

1. Till hatte zu viel ge­trun­ken und ...
2. In einem Gar­ten ....
3. Um Mit­ter­nacht ...
2
Ver­voll­stän­digt den Roten Faden, der sich durch die Ge­schich­te zieht. Macht euch Ge­dan­ken, was auf den feh­len­den Bil­dern 2 und 7 zu sehen sein könn­te.

a) Zeich­net die Bil­der ein.
b) No­tiert unter jedem Bild eine Bild­un­ter­schrift.
3
Beim Lesen muss man immer wie­der schmun­zeln. Be­schrei­be, an wel­chen Stel­len du la­chen musst und warum.
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4
Schaut euch die Ad­jek­ti­ve unten an. Streicht alle Ad­jek­ti­ve durch, die nicht auf Till Eu­len­spie­gel zu­tref­fen.
5
Bringt die üb­ri­gen Ad­jek­ti­ve in die rich­ti­ge Rei­hen­fol­ge. No­tiert da­hin­ter kurz in wel­che Si­tu­a­ti­on sie aus der Ge­schich­te pas­sen.

Bei­spiel: Schläf­rig: Eu­len­spie­gel hatte so viel ge­trun­ken, dass er be­reits gegen Mit­tag schläf­rig war und sich in einen Bie­nen­stock legte.
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Über­legt, wel­cher Feh­ler der Diebe dazu ge­führt hat, dass Eu­len­spie­gel sie so leicht hin­ein­le­gen konn­te.
7
Dis­ku­tiert, wel­che der fol­gen­den Sprich­wör­ter zum Text pas­sen. No­tiert eure Über­le­gun­gen.
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Was ist ein Schwank?

Ein Schwank ist eine kurze, lus­ti­ge Ge­schich­te, die meist eine ein­zel­ne wit­zi­ge Be­ge­ben­heit er­zählt. Oft steht eine schlaue oder lis­ti­ge Per­son im Mit­tel­punkt, die an­de­re Men­schen – häu­fig ein­ge­bil­de­te, gei­zi­ge oder dumme Leute – mit einem Streich her­ein­legt. Schwän­ke wur­den frü­her oft münd­lich wei­ter­erzählt, bevor sie auf­ge­schrie­ben wur­den. Sie sol­len un­ter­hal­ten, zum La­chen brin­gen, aber manch­mal auch ein biss­chen zum Nach­den­ken an­re­gen.

Ein be­kann­tes Bei­spiel ist Till Eu­len­spie­gel, eine Figur aus dem 14. Jahr­hun­dert, die für ihre fre­chen Strei­che be­kannt ist. In einer be­rühm­ten Ge­schich­te soll Till bei einem Bä­cker ar­bei­ten. Der Bä­cker­meis­ter sagt ihm, er solle „Eulen und Meer­kat­zen ba­cken. Das war ei­gent­lich nur eine Re­de­wen­dung für „ir­gend­et­was Klei­nes ba­cken – aber Till nimmt den Be­fehl wört­lich und backt tat­säch­lich Ge­bäck in Form von Eulen und Affen. Der Meis­ter ist wü­tend, doch Till hat nur getan, was ihm ge­sagt wurde. So zeigt sich der ty­pi­sche Witz eines Schwanks: Ein Miss­ver­ständ­nis oder eine List führt zu einer ko­mi­schen Si­tu­a­ti­on, bei der am Ende oft die „Ob­rig­keit" (also die mäch­ti­ge­re Per­son) dumm da­steht.

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Er­gän­ze mit Hilfe des Tex­tes die Lü­cken.

Ein   ist eine kurze, lus­ti­ge Ge­schich­te, die eine ein­zel­ne wit­zi­ge Be­ge­ben­heit er­zählt. Im Mit­tel­punkt steht oft eine  oder lis­ti­ge Per­son, die an­de­re Men­schen mit einem  her­ein­legt. Schwän­ke wur­den frü­her oft  wei­ter­erzählt, bevor sie auf­ge­schrie­ben wur­den.

Ein be­kann­tes Bei­spiel ist  , eine Figur aus dem   Jahr­hun­dert. In einer be­rühm­ten Ge­schich­te soll er bei einem  ar­bei­ten. Der Meis­ter sagt ihm, er solle „Eulen und  " ba­cken – das war aber nur eine Re­de­wen­dung. Till nimmt den Be­fehl   und backt tat­säch­lich Ge­bäck in die­ser Form. Der Meis­ter ist  , doch Till hat nur getan, was ihm ge­sagt wurde.

So zeigt sich der ty­pi­sche Witz eines Schwanks: Ein   oder eine List führt zu einer ko­mi­schen Si­tu­a­ti­on, bei der am Ende oft die   dumm da­steht.

Einen Schwank kennenlernen D6

von M.Schmidtpott

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